Nesthocker, Nestflüchter, verlassene Landschaften?

Das falsche Märchen vom Nesthocker und die Scheu vor der Wahrheit im Institut für Länderkunde

Wann kam eigentlich diese Diskussion um die Nesthocker auf? Junge Leute, die nicht gleich mit 18 zu Hause ausziehen, wegziehen und sozusagen flügge werden? War es ein besoffener Soziologieprofessor? Ein publicity-versessenes Mietportal? Oder gar eine pr-trunkene Mietautobude? Jedenfalls wird über das Phänomen auch von ernsthaften Forschern geredet. Von denen des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) zum Beispiel.

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Mitwirkung von Umweltverbänden an der Gestattung von Bootsnutzungen im Auenwald ist noch immer nicht geklärt
Motorboot auf der Pleiße im südlichen Auenwald. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Anfang April beschwerte sich der Leipziger Ökolöwe lautstark, dass die Leipziger Umweltverbände nicht einbezogen werden, wenn es um die wasserrechtliche Erlaubnis für die Leipziger Bootsverleiher geht, ihre Boote auch durch den Auenwald und den Floßgraben fahren zu lassen. Denn gewerbliche Boote dürfen dort nicht ohne Sondernutzungsgenehmigung fahren.
Der Versuch, 500 Jahre Reformationsgeschichte als sächsische Landesgeschichte zu skizzieren
Ralf Thomas: Reformation und Landesgeschichte Sachsens. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Warum macht man das? Warum setzt man sich als Pfarrer im Ruhestand hin und schreibt ein Lehrbuch über 500 Jahre Reformation? Eines, das sich mit wirklich hochkarätigen Veröffentlichungen zu 500 Jahre Reformation messen muss im Jahr 2017? Pfarrer i. R. Ralf Thomas steckt seit über 50 Jahren im Thema. Fast 60 sogar. Vielleicht musste es einfach mal raus.
Uni-Riesen: Knapper Sieg reicht nicht zum Klassenerhalt
Die Uni-Riesen verabschieden sich aus der ProB - und Kapitän Sascha Leutloff (re.) wird nach dem Spiel ebenfalls feierlich verabschiedet. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle Leser Mit einem 74:73-Sieg haben sich die Uni-Riesen aus der zweiten Basketball-Bundesliga verabschiedet. Schon vor der Partie war klar, die Leipziger konnten die Klasse nur bei einer gleichzeitigen Niederlage der Dragons Rhöndorf halten. Doch das Parallel-Spiel lief deutlich in die falsche Richtung. So nützte es den Hausherren in der kleinen Halle der Arena nichts, dass sie noch einmal alles gaben um einen Rückstand von vier Punkten in der letzten Minute zu drehen.
„Die größte Ausgrenzungsmöglichkeit des 21. Jahrhundert ist der Wohnungsmarkt!“
Die Wirkungsstätte von Pfarrer Dorn. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 42Pfarrer Andreas Dohrn ist kein gewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Der geistliche Vorsteher der Peterskirchgemeinde in Zentrum-Süd ging vor zwei Jahren mit „seinem“ Kirchenvorstand voran und vermietete eine Wohnung im Pfarrhaus an eine 13-köpfige syrische Familie. Daraus entstand die „Kontaktstelle Wohnen“, über die zurzeit über 500 Flüchtlinge Wohnungen in Leipzig suchen. Demnächst zieht das Projekt auch nach Borna und will sich darüber hinaus anderen Menschen in Wohnungsnot widmen. Ein Gespräch über kaputte WGs, überforderte Ämter und die „Klopperhammerthemen“ in dieser Stadt.
Ab 24. April: Doppel-Ausstellung „Warschauer Punk Pakt“ & „Wutanfall“
Foto: Harold Hausmann/Ostkreuz Agentur

Foto: Harold Hausmann/Ostkreuz Agentur

„I wanna go over the Berlin Wall“, sang Johnny Rotten in „Holidays In The Sun“, sowie „I don’t understand this bit at all“. Als dies am 14.10.1977 auf Single erschien, war Punk jedoch längst durch den Iron Curtain gesickert und es sollte nur noch 4 Tage dauern, bis die slowenischen Pankriti mit ihrer ersten Show den Durchbruch an die sozialistische Öffentlichkeit markierten – wenn auch die des Sonderfalls Jugoslawien. Aber das Jahr wartet auch mit der Gründung der Konzept-Kunst-Punkband Spions in Ungarn sowie in Polen mit der Walek Dzedzej Pank Bend und KSU auf und insofern zelebrieren wir 40 Jahre Ostblock-Punk. Falls es überhaupt eines Jubiläums bedarf, abseits der Fütterung der Aufmerksamkeitsökonomie.
26. bis 29. April: Theatermarathon mit Cora Chilcott im Schillerhaus
Cora Chilcott. Foto: Sven Hans Tietze

Foto: Sven Hans Tietze

„Der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne.“ Des Dichters Worte, vor über zweihundert Jahren geschrieben, haben von ihrer Gültigkeit nichts verloren. Im Gegenteil! Sie sind aktueller denn je. In einer wortgewaltigen Collage kombiniert Cora Chilcott Zitate aus bekannten Werken des Freiheitsdichters. Schiller setzte sich sein Leben lang mit Fragen nach einer idealen Gesellschaftsform auseinander.
Können die Leipziger Wohnungsprobleme überhaupt im Umland gelöst werden?
Warum nicht gleich in Altenburg wohnen und mit der S-Bahn pendeln? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Man kann ja jahrelang darüber schreiben, dass Leipzig blindlings hineinläuft in eine Wohnungsklemme, dass tausende preiswerte Wohnungen fehlen werden. Aber was hilft das, wenn gewählte Politik mit der Wünschelrute Politik macht? Zumindest klang ziemlich dramatisch, was da am Mittwoch, 19. April, bei einem Forum, zu dem die SPD ins Neue Rathaus eingeladen hatte, verkündet wurde.
Verkauf der Erfurter VNG-Aktien an den Zweckverband „Oberschwäbische Elektrizitätswerke“
Leipziger Unternehmenssitz der VNG. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Da haben augenscheinlich wieder ein paar Leute über Bande gespielt. „Stadtwerke Erfurt verkaufen millionenschweres Aktienpaket“, meldete der MDR am 17. März. Das ist schon ein Weilchen her und eigentlich ist der Deal über den Tisch. Aber die Leipziger Linksfraktion hat ihre Bauchschmerzen damit. Drei Linke-Stadträte wollen den Verkauf vom Bundeskartellamt prüfen lassen.
Biedenkopf-Tagebücher haben sich als echter Flop erwiesen
Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Bei diesem Buch ist wohl so alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Die Tagebücher von Kurt Biedenkopf (CDU), die im September 2015 im „Siedler Verlag“ in drei Bänden veröffentlicht wurden und die Jahre 1990 bis 1994 des früheren Ministerpräsidenten umfassen, sind ein echter Ladenhüter geworden. Teuer bezahlt von der sächsischen Staatsregierung.
Zittau und Herrnhut vielleicht doch lieber an mehr als einem Tag
Thorsten Pietschmann: Zittau an einem Tag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Zittau – das ist auf den ersten Blick so eine Art graue Maus ganz da hinten, außen, am Rand von Sachsen. Völlig in den Schatten gespielt von Städtchen wie Bautzen oder Freiberg oder Heidenau, wo die Bürger ordentlich für Radau sorgen. Also doch lieber nach Zittau, in den äußersten Zipfel von Sachen, da, wo Sachsen wirklich international ist.
Am Maschendrahtzaun (2): Das LZ-Interview mit FC Inter Leipzig-Vorstand Christopher Siebenhüner
Der FC Inter Leipzig hat sein Quartier im Mariannenpark aufgeschlagen, Seit an Seit mit dem SV Wacker. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEs ist nicht leicht, Ordnung in das Gewirr von Anschuldigungen und Verdächtigungen zu bringen, die derzeit über dem Mariannenpark schweben. Während mittlerweile Pächter 1, der SV Wacker, eine Kündigung seines Pachtvertrages erhielt, brannte in der Nacht vom 20. auf den 21. April 2017 auch noch der vom FC Inter Leipzig (Pächter 2) neu aufgestellte Container auf ihrer Pachtfläche aus. Die Polizei spricht von gezielter Brandstiftung und ermittelt in alle Richtungen. Mit Marketing-Vorstand Christopher Siebenhüner hat die LZ vor dem Brand ein Interview geführt, um die bis zum Anschlag aufgetretenen Probleme und Sachlagen im Mariannenpark zu erfragen.
Am Maschendrahtzaun (1): Das LZ-Interview mit SV Wacker Leipzig-Vorstand Holger Drendel
Die Vereinsgaststätte am Mariannenpark. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserJan Böhmermann würde vielleicht sagen, es gäbe gerade mächtig Beef auf dem Sportgelände am Mariannenpark. Und Stefan Raab wohl die Begleitmelodie anstimmen. Wenn es nicht so ernst wäre und nun (nach dem Interview) nicht auch noch der aufgestellte Container des FC Inter gebrannt hätte. Scheinbar unversönlich stehen sich mit dem SV Wacker und dem FC Inter Leipzig zwei Pächter seit nun einem Jahr mehr oder minder unfreundlich gegenüber. Zuletzt ging nun auch das Sportamt der Stadt Leipzig dazwischen und kündigte Pächter Holger Drendel vom SV Wacker zum 28. April 2017 seine Pachtvertrag für zirka drei Viertel des Gesamtgeländes. Die LZ hat ihn interviewt, so wie auch den FC Inter Leipzig, um Licht ins Dunkel zu bringen. Herausgekommen sind ein langer Beitrag in der LZ Nr. 42 und zwei Interviews, hier Teil 1, die Sicht des SV Wacker.
RB Leipzig kann sich gegen Schalke die Champions League sichern
Standing Ovations für Torschütze Timo Werner. Foto: GEPA pictures/Kerstin Kummer

Foto: GEPA pictures

Für alle LeserMit einem Sieg gegen den FC Schalke 04 könnte sich RB Leipzig – sofern die Konkurrenz mitspielt – bereits fünf Spieltage vor Schluss die direkte Qualifikation für die Champions League sichern. Es wäre ein großer Erfolg für die junge Mannschaft von Cheftrainer Ralph Hasenhüttl in ihrer ersten Bundesliga-Saison. Eine Siegesserie in den vergangenen Wochen hat diese komfortable Ausgangslage möglich gemacht.
Der „March for Science“ in Leipzig geht uns alle an
Das Orga-Team plant die Demo. Foto: March for Science / Birte Sedat

Foto: March for Science / Birte Sedat

Für alle LeserEs geht nicht nur um Donald Trump und seine Unfähigkeit, wissenschaftlich gesicherte Fakten zu begreifen. Es geht um die ganze moderne Politik, wenn am morgigen Samstag, 22. April, in 500 Städten weltweit der „March for Science“ stattfindet. Auch in Leipzig. Denn auch in Deutschland bestimmt in weiten Teilen Irrationalität und Unwissenheit die Politik. Und das ist fatal. Es zerstört unsere Lebensgrundlagen.
SPD fordert nicht nur kommunalen Kita-Bau, sondern plädiert auch für flotte Systembauweise
Christopher Zenker (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Und nun? Was nun? Aufregung ist groß. Linke hat Antrag gestellt, will eine Task Force. CDU lästert über Linke, und reklamiert das Kita-Thema für sich. Schönes Ergebnis: Kommunikation vom Feinsten. Oder doch schon Kindergarten? Die SPD geht einen Schritt beiseite und schlägt eine schnellere Lösung vor: Systembauweise für Kitas.