Wer über die Probleme unserer Gesellschaft spricht, muss über Bildung und Reformangst reden

Die neue „Leipziger Zeitung“ beschäftigt sich mit Bildungsmisere, Aussteigern, Aufsteigern und einer Boomtown im Jahr 1891

Für alle LeserRatz, fatz. Der Riss geht mittendurch. Links die jubelnden Kinder, wie sie auch fröhlich posieren würden, wenn die Kultusministerin kommt. Rechts das am Boden zerstörte Schulkind, das sich unter der Kapuze versteckt. Jubel und Scheitern liegen im sächsischen Bildungssystem dicht beieinander. Und Reformbedarf sieht die Bildungsministerin nicht. So rauschte das Thema Bildung mitten in die neue Ausgabe der „Leipziger Zeitung“.

Sachsens Bildungsministerin Brunhild Kurth (CDU) segelt gerade sehenden Auges in ihr nächstes Debakel mit dem angekündigten neuen Schulgesetz für Sachsen. In aller Eile musste wenigstens die Sache mit der Bildungsempfehlung noch schnell beschlossen werden. Der Rest dessen, was Kurth vorgelegt hat, hat schon im Sommer heftigste Kritik beim Koalitionspartner SPD ausgelöst: So sichert man weder die Schulen noch die Chancengleichheit für die Schüler. Das sächsische Bildungssystem kraucht auf dem Zahnfleisch und lässt Schüler wie Lehrer leiden.

Den Mut zum großen Wurf hat die Verwaltungsspezialistin Kurth nicht. Aber der ist überfällig. Gleich mehrere Texte in der neuen LZ widmen sich dem Thema – aber eben nicht nur vollgestopften Klassen und kaputten Toiletten. Vor allem geht es um die Betroffenen: Was richtet so ein auf Auslese und Verschleiß angelegtes System eigentlich bei Kindern und Lehrern an?

Sollte es nicht um Menschen gehen, statt um erfüllte PISA-Quoten?

Und: Warum kümmert sich ausgerechnet die LZ darum? Wir haben doch ausgelernt und müssen uns nicht mehr quälen für ein System, das vor allem Karrieristen und Opportunisten fördert?

Leider oder zum Glück hört Bildung nicht mit dem Schulabgangszeugnis auf. Das glauben einige Leute nur und benehmen sich entsprechend. Doch so ein System, das junge Leute darauf trainiert, nur abzuliefern, was der Lehrplan vorgibt, das produziert auch eine Menge Frust, Versagensangst und Lebensangst. Die meisten merken es spätestens, wenn sie mit der realen Berufswelt konfrontiert sind.

Die tapferen Politiker, die meinen, Bildung sei das beste Mittel, um das Abhängen ganzer Gesellschaftsschichten zu verhindern, haben schon Recht. Aber ihr Mut hört meistens genau da auf, wo es um die Voraussetzungen für diese Bildung geht: Reformieren oder Löcherstopfen?

Und: Hat dieser fehlende politische Mut vielleicht mit dem zu tun, was sich in Sachsen nicht erst seit 2015 austobt? Mit diesen bärbeißigen Spaziergängern, die nun wieder glauben, man brauche nur einen „starken Mann“, der mal wieder richtig aufräumt?

Nach selbstbewussten, mündigen und aufgeklärten Bürgern sieht das nicht gerade aus. Nur: In Leipzig sind sie einem rebellischen aufgeklärten Publikum begegnet. „Linke!“, hört man die grimmigen Sofa-Politiker schon fauchen. Weil alles, was sich der lebendigen Demokratie zuliebe unter freiem Himmel herumtreibt, ja irgendwie links sein muss. Weil: Widerstand ist doch wohl verboten in der Demokratie? Oder?

Der Artikel zur Demokratie hat nicht mehr reingepasst in die LZ. Den gibt es dafür morgen früh (19.01.2017) auf der L-IZ zu lesen. Denn das alles hängt miteinander zusammen: das obrigkeitsstaatliche Denken jener Bürger, die Demokratie für eine Art Verwaltungsakt halten, und das desolate Bildungssystem.

Die neue LZ Ausgabe 39. Bild: Leipziger Zeitung

Die neue LZ Ausgabe 39. Bild: Leipziger Zeitung

„Habe den Mut …“, schrieb Kant

Einer hatte den Mut: Erstmals gibt es in der „Leipziger Zeitung“ ein ausführliches Interview mit einem, der aus der sächsischen und Leipziger Nazi-Szene ausgestiegen ist. Mit Benny haben sich Alexander Böhm und Martin Schöler darüber unterhalten. Nach vier Jahren raus ist er auch, weil er gemerkt hat, dass das ganze Kameradengerede verlogen ist. Freundschaft ist etwas ganz anderes, als dieses armselige Kameradsein, das aus trübsten Kriegstagen stammt, als im zerschossenen Schützengraben Jeder auf Jeden angewiesen war. Das haben die Kriegsträumer nie begriffen, wie wenig das im wirklichen Leben trägt.

Aber das findet man nicht nur unten bei den bildungsmäßig Abgehängten. Das prägt auch die aufgesetzte Herzlichkeit derer, die uns derzeit als Elite übrig geblieben sind. Perfektionisten der Karrieregestaltung – aber dann, wenn es ans Problemelösen geht, heillos überfordert. Haben sie ja nicht gelernt. War ja nicht dran in der Schule.

Aber ohne Problemlöser, ohne echte Gestalter wird das nichts. Da wird sich überall nur weiter der Eindruck verfestigen, dass nichts mehr geht. Dass sich die Welt festgefahren hat und nur noch die egoistischen Großmäuler „Lösungen“ anbieten. Auch wenn die im Klartext immer nur meinen: „Früher war alles besser!“ Oder auf Englisch: „Make America great again!“

Eine war früher tatsächlich schon mal groß: die Boomtown Leipzig

Wie die im Jahr 1891 tickte, das erzählen Marko Hofmann und Michael Freitag wieder in einer herzerwärmenden Zeitreise-Geschichte. Interessante Parallelen zu heute sind dabei kein Zufall, sondern zeigen Brücken über 130 Jahre hinweg. Gleich nachdem die Sache mit LEGIDA abgehakt ist. Über dieses Häuflein der Unwilligen gibt es eigentlich nicht mehr viel zu erzählen. Wir tun’s trotzdem noch einmal und René Loch hat sich zudem mit zwei der Initiatoren von „Leipzig nimmt Platz“ zu einem Plausch über die vergangenen zwei Jahre und einen Blick in die Zukunft getroffen.

Auch um daran zu erinnern, dass es wirklich Wichtigeres zu tun gibt. Und dass in dieser schönen Stadt Leipzig eine Menge Leute dabei sind, es auch zu tun.

Deswegen gehen wir fortan auch auf Spurensuche in den Ortsteilen. Diesmal ist Gohlis dran, lang verkannt, selten mal Brennpunkt im jüngeren Stadtgeschehen. Aber beim Wachstum haben die drei Ortsteile im Leipziger Norden die Reststadt einfach so abgehängt. Woran liegt es?

Ein paar Fragen dazu beantwortet dabei Dr. Mathias Judt, Vorsitzender des Bürgervereins Gohlis, ein Verein, der mittlerweile wieder mitmischt, wenn es darum geht, Gohlis wieder schöner zu machen.

Beinah hätte es auch Adam Friedrich Oeser in dieser Zeitung bis nach Gohlis geschafft. Aber wenn einer wie Werner Marx erst einmal erzählt über den berühmtesten Maler in Leipzig zur Goethezeit, dann wird mehr draus als ein Stadtspaziergang. Deswegen gibt es diesmal den Einstieg in dieses Malerleben – und das Finale zu Oesers 300. Geburtstag im Februar.

Weitere Themen in der LZ Nr. 39 sind ua.:

Frauenmangel in Leipzig – Leipziger Männer wollen in den Bundestag, Ruinen im Wald – Die SG LVB ist abgebrannt, Quo vadis RB Leipzig – Zwischen Hinrunde und Beweis, „Du brennst“ Eine skurrile Gerichtsverhandlung unter Kollegen, Neuer Finanzausgleich der Länder: Hat Sachsen schlecht verhandelt?, Steuerhinterziehung bleibt stabil hoch, Langsame Gerichte, Wohnen in Leipzig? Der Leerstand ist aufgebraucht, Kies in Rückmarsdorf: Von möglichen Enteignungen und Leipziger Bauwut, Der Stadtrat tagt: Kommunalpolitik & die Entscheidungen, Unterstützungsaufruf: Partei „Bündnis Grundeinkommen“ gegründet, Nachsitzen für Kurth, Wo sind all die Lehrer hin, Rektorenwahl an der Uni Leipzig: Alles läuft nach Plan, Leipzig lässt das Wachsen nicht.

RT Deutsch in Leipzig: Wer zweimal lügt …, Kein Bleiberecht für Opfer rechter Gewalt in Sachsen, Kolumnen: Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko (9), Culturetopia: Gastrecht, Literatur: Überm Schreibtisch links „Vorwärts und fast vergessen“, Breitensport: Es muss nicht immer der Nachtlauf sein, Leserseite: ÖPNV-Ideen aus Sicht der Leser, Satire: Ilse Schnickenfittich & Schwarwel zur „Inneren Sicherheit“.

Diese und weitere Themen finden sich in der aktuellen LZ-Ausgabe, welche neben den normalen Leipziger Presseshops hier im Szeneverkauf zu kaufen ist.

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