Leipziger Zeitung Nr. 42

Vorwärts und nicht vergessen: Die Leipziger Zeitung nimmt mal die Vergesslichkeit von Stadt und Land unter die Lupe

Für alle Leser„Arm, sexy und willig“, am Ende kam dann die große Pleißestadt Leipzig doch noch auf einen knappen Nenner. Denn was sich derzeit staut an ungelösten Problemen in Leipzig, das ist das Ergebnis aus Jahren der Verzögerung, des Abwartens, Abwägens, Zögerns. Aktuellstes Thema: der Nahverkehr. Stoff gleich für mehrere Artikel in der neuen „Leipziger Zeitung“. Nr. 42 liegt morgen am Kiosk und im Lieblings-Laden.

Der Nahverkehrsplan geht demnächst in die Diskussion. Und die Ratsfraktionen müssen sich einen Kopf machen, was sie drin stehen haben wollen. Denn für 600.000 Einwohner wird das jetzige ÖPNV-System vielleicht noch reichen. Für 700.000 garantiert nicht mehr.

Die LZ hat sie gefragt.

Überhaupt: Fragen gehört zum Handwerk. Nachfragen zum Beispiel, woher der OBM seine großartigen Beschäftigtenzahlen im Gefolge von RB Leipzig hat. 8.000 hat er gesagt. Garantiert nicht, sagt die LZ, nachdem sie das Thema einmal durch den Wolf gedreht hat.

Und wie war das eigentlich mit den Funktionalreformen im Land 2008? Eine Landtagsanfrage schafft – na ja – Klarheit. Und zeigte noch einmal in aller Deutlichkeit, dass Sachsens Regierung auf Sicht fährt. Nichts wird geprüft, nachgerechnet, nachjustiert. Man fährt drauflos und hofft dann, dass die Sache irgendwie – wie durch ein Wunder – funktioniert.

Dumm nur, wenn man nicht mal weiß, was rausgekommen ist.

Der Titel der LEIPZIGER ZEITUNG Ausgabe 42, April 2017

Der Titel der LEIPZIGER ZEITUNG Ausgabe 42, April 2017

Arbeiten alle in Sachsen so? Zum Glück nicht. Im Leipziger Stadtrat hat man sich dran gewöhnt, die Verwaltung zu fragen, wo die ganzen zugesagten Taten bleiben. Und weil man sich im Rathaus immer hübsch über den Weg läuft, kommen die dann auch. Manchmal spät. Aber sie kommen.

Ausflug zur Polizei: Aufregerthema in den vergangenen Wochen. Die gestiegenen Straftaten-Zahlen in Leipzig. Da muss doch einer schuld dran sein. Aber wer? – Michael Freitag hat den Leipziger Polizeisprecher Andreas Loepki gefragt: Wer war’s?

Den Pfarrer Andreas Dohrn hat Marko Hofmann gefragt: Wie findet man eigentlich Wohnungen für die Menschen, die in Leipzig Zuflucht gefunden haben? Ein hartes Stück Arbeit. Und ein ordentliches Stück Arbeit für fleißige Helfer.

Da muss man nicht extra in die Goldenen Zwanziger reisen, um Vergleiche zu finden. Die neue LZ tut es trotzdem.

Wer fleißig mitliest, Monat für Monat, der weiß: Dieses alte Leipzig ist dem Leipzig von heute in manchen Dingen verdammt ähnlich. Zum Beispiel was Ganoven und Kleinkriminelle betrifft, gestrauchelte Vorzeigeunternehmen und vermeintliche Mörder.

Und damit es nicht nur blutig wird, zeigt die neue LZ auch wieder, was für Kultur in dieser Stadt steckt – auch wenn es die maßgeblichen Herren gern vergessen. Beispielsweise ein Mädchen namens Clara, das in Leipzig Musikgeschichte schrieb. Und ein Student namens Erich, der hier seine Karriere als Karikaturist begann und mit „Vater und Sohn“ bis heute berühmt ist.

Wissenschaft findet sich auch immer öfter ins Blatt, was daran liegt, dass Leipzig – neben allen anderen Geschichten – tatsächlich eine Stadt der Forschung ist. Stichworte: Globalisierung, Tagträume, Krebsforschung und das Zivilisationsproblem Schlaf.

Und wer es sportlich mag, dem begegnet der Leipziger Sport diesmal nicht gleich mit Brause und Hurra, sondern mit der Hooligan-Fan-Kultur – in Leipzig anzutreffen bei der BSG Chemie und Lok – , einem Marathonsieger und der Schlacht um einen Sportplatz: FC Inter gegen SV Wacker. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Und weil ja doch immer ein paar Leute die Brause vermissen, gibt’s auch was zum berühmten Stadion der Sechszigtausend. Wollen ja alle dabei sein, wenn Leipzig gegen Real Madrid antritt oder wenigstens Liverpool, nicht war?

Die neue „Leipziger Zeitung“ liegt ab Freitag, 21. April, an allen bekannten Verkaufsstellen aus. Besonders in den Szeneläden, die an den Verkäufen direkt beteiligt werden. Also, support your local dealer. Da es vermehrt zu Ausverkäufen kam, ist natürlich auch ein LZ-Abonnement zu 29,50 Euro im Jahr oder noch bis zum 30. April ein LZ-L-IZ-Kombiabo zu 99 Euro jährlich möglich, um garantiert nichts mehr zu verpassen.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

http://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/04/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

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