Stoppok kommt nach Leipzig. Und da im Anker gerade gebaut wird geht die Reise des großen Rockers und Bluesers erstmals ins Werk II - nach Connewitz. Tanner traf Stoppok, um mit ihm Klares zu reden.

Hallo Stoppok. Schön, dass wir mal wieder etwas miteinander schwatzen können. Thema derzeit ist Dein neues POPSCHUTZ-Album und die dazugehörigen Gigs. Popschutz – ist das einfach mal Schutz vor zu viel Populärunsinn?

Yep, das kann man so sagen. Es gäbe natürlich noch mehr Interpretationsmöglichkeiten, aber die gefällt mir am Besten. Wer dieses Album kauft, kann sich in jedem Fall in Sicherheit wiegen und läuft nicht Gefahr, die Gehörgänge mit Einheitssoße zu belasten.

Im Waschzettel der DAKE-Agentur las ich etwas von einer erstmals zum Einsatz kommenden und extra entworfenen Fußpercussionsmaschine. Was, zur Hölle, soll das denn sein – und wozu und wie soll das klingen?

Ich hatte mir die letzten Jahre angewöhnt, bei meinen Duo- und Solo-Konzerten Bassdrum und eine spezielle Art Snare mit den Füßen selber zu spielen. Die Bassdrum ist eine Basscajon, auf der ich sitze und mit der Ferse eine Fußmaschine bediene, was noch verhältnismäßig gängig ist. Das akustische Snarepad hingegen ist in der Form einzigartig. Der Sound ist eher schwer zu beschreiben, muss man hören. Das “erstmals” bezieht sich auf die Tatsache, dass ich das jetzt zum Teil auch in der Bandformation einsetze und sich in Verbindung mit den normalen Drums, ein sehr spezieller Gesamtsound ergibt.

Deine Lieder sind ja neben all den Tönen auch Texte, was Dich wohltuend abhebt vom oft gespielten Radiokladderadatsch. Du nennst es Grütze. Zum Beispiel: “Die ganze Grütze in der Glotze, die ficht mich nicht an und auch im Netz hab’ ich ein’ Filter, ein Anti-Grützen-Programm” (aus: Alles Klar). Ist Boykott überhaupt noch konsequent möglich?

Komplettverweigerung muss, wie ich finde, auch gar nicht sein, man sollte ja den Feind kennen um ihm ein Schnippchen zu schlagen. Wichtig ist, dass man sich bewusst macht, was für ein Irrsinn da rund um die Uhr auf uns los prasselt. Daraus ergibt sich dann im Optimalfall eine Konsequenz.

Am 20. November ist Zeit für POPSCHUTZ im Werk II zu Leipzig. Bis jetzt war ja immer der Anker Dein musikalischer Anker in Leipzig. Gibt es im Werk II einen anderen Stoppok? Gibt es auf Tournee Neuerungen? Muss das überhaupt sein?

Wir hätten ja sehr gerne wieder im Anker gespielt, weil das ja schon eine langjährige Tradition war und immer ein Highlight auf unseren Tourneen. Da ich das Werk II noch nicht kenne, hoffe ich mal darauf, dass wir, zusammen mit dem Publikum, die gleiche prickelnde Atmosphäre wie im Anker hinkriegen. Eine Neuerung (die Fußpercussion) haben wir ja schon angesprochen, ansonsten haben wir einen neuen Drummer, Wally Ingram, den ich das erste Mal vor ein paar Jahren mit David Lindley gesehen hatte und vom ersten Moment an extremst begeistert von ihm war. Da wir zusammen auch schon das neue Album eingespielt haben, kann ich sagen: es wird abgehen wie Bolle und es bleibt alles neu! Mehr muss und kann ja auch gar nicht.

Was mich ganz persönlich mal interessiert – ich kenne Dich ja seit 16 Alben – wie ist Stoppok privat? Ein Angler? Wie entspannst Du vom Rock und Blues?

Die armen Fische. Ich kann gerne mal überhaupt nix machen oder Fahrrad fahren – finde ich auch sehr entspannend. Kommt leider viel zu selten vor.

Danke für die Antworten. Und natürlich: Volles Haus!

STOPPOK Live; 20.11.2014; WERK II

www.stoppok.de

dake-prinzip.de

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