Nachdenken über .... Fake News

Falsches Denken führt zu falschen Gesetzen und närrischen Präsidenten

Für alle LeserEs flattern ja immer wieder solche Einladungen herein, die uns einladen, an Podiumsdiskussionen zu brennenden Themen der Zeit teilzunehmen. Weil wir uns damit beschäftigen, irgendwie. Und wer sich damit beschäftigt, muss ja auch was zu sagen haben. Zu „Fake News“ zum Beispiel. Ein Begriff, der mit Donald Trump Furore machte, aber jede Menge Verwandte hat.

„Lügenpresse“ hatten wir hier schon, Hoax ist dagegen schon fast ein seriöser Zeitvertreter. Aber es ist bei Donald Trump auch in diesem Fall so: Er hat irgendwo mal was gehört und hat das irgendwie in sein wildes Weltbild eingebaut und glaubt nun, es würde passen. Dass er zur Vierten Gewalt ein gespaltenes Verhältnis hat, ist ja bekannt. Er mag keine kritische Presse. Wahrscheinlich wäre er sogar glücklich, wenn es nur noch Mode- und Lifestyle-Magazine gäbe und ein paar Klatschblätter, die König Donald beweihräuchern wie einen Gott. Er verträgt keine Kritik. Solche Menschen wählt man eigentlich nicht zum Präsidenten, wenn man noch ein bisschen Verantwortung für seine Mitwelt zu tragen bereit ist.

Aber es stimmt auch etwas Anderes: Die Leute, die Trump gewählt haben, lesen selbst eher selten kritische Presse. Sie machen Politik genau so, wie es Jason Brennon in seinem Buch „Gegen Demokratie“ schildert. Sie haben keine Ahnung und wählen den schrillsten Kandidaten, der auf dem Markt zu haben ist.

Womit Donald Trump eben auch (wohl eher ungewollt) zeigt, wie unsere Demokratie eben auch funktioniert. Und zwar: schon immer funktioniert hat. Dazu braucht es keine künstlich lancierten Falschmeldungen – was ja mit „Fake News“ eigentlich gemeint ist, auch wenn Trump in seiner Brachialität mit diesem Begriff gegen die komplette kritische Presse wütet und sie gleich mal zu seinem Feind erklärt hat. Da muss man nicht lange nachdenken über die Frage, wer es hier nun mit der Suche nach der Wahrheit hält – und wer nicht.

Dass er dabei eigentlich einen Topos der Rechtsradikalen anspricht, der in Deutschland mit dem Begriff „Lügenpresse“ durch den Äther wabert, ist das nächste Problem.

Aber: Ist das ein Grund, nun in Deutschland die nächste Debatte anzuleiern über „Fake News“ (und „Hate Speech“), nachdem die erste Runde schon ergeben hat, dass „Lügenpresse“ eindeutig ein rechtsradikaler Schlachtruf ist und die, die ihn im Munde führen, keine Demokraten sind?

Eigentlich nicht. Zumindest nicht in der Form, wie das augenblicks passiert.

Denn es sind nicht die kritischen Medien, die „Fake News“ produzieren (von denen mal abgesehen, die regelmäßig von Bildblog seziert werden). Das Problem kam – auch im Präsidentschaftswahlkampf der USA – aus einer anderen Ecke und aus einem anderen Medium, dessen Chef immer so tut, als sei es kein Pressemedium und müsse sich auch nicht an den simpelsten Pressekodex halten. Es geht um das größte „soziale Netzwerk“ und die Frage, die nun augenscheinlich einige Parteistrategen wieder in Panik versetzt: Können die Giganten wie Facebook mit ihren rasant schnell verbreiteten Meinungen, Vermutungen und Falschnachrichten nun Wahlen beeinflussen oder nicht?

Immerhin geht es auch wieder um ein handwerklich schlecht gemachtes Gesetz, das gegen „Hassrede“ und Falschnachrichten im Internet angewendet werden soll. Der Branchenverband Bitkom warnte schon deutlich. Und er wollte die Sache auch etwas verifizieren und hat in einer Umfrage versucht herauszubekommen, ob Falschmeldungen überhaupt als ernst zu nehmende Nachrichten wahrgenommen werden.

Was mit der Frage beginnt: Wo informieren sich die meisten Leute eigentlich über die gegenwärtigen Ereignisse? Und: Können sie Falschmeldungen überhaupt erkennen? Letzteres scheint eine Mehrheit der Menschen nämlich zu können. Sie bemerken, dass etwas falsch ist. Denn nicht alle leben in einer Informationsblase wie Donald T. Die meisten Leute rezipieren mehrere Medien – parallel, nacheinander, durcheinander. Egal. Sie können vergleichen. Zur Orientierungslosigkeit wird es erst, wenn alle Medien etwas völlig anderes erzählen. Tun sie aber nicht. Die zentralen Nachrichten und ihre Wertungen sind in den großen Medienkanälen in der Regel recht nahe beieinander, egal, ob Fernsehen, Radio, gedruckte Zeitung oder Nachrichtenseite im Internet.

Die Journalisten wissen in der Regel, wie sie Nachrichten verifizieren können, welche Quellen verlässlich sind und welche suspekt. Das ist in der Regel in Jahren emsiger Arbeit antrainiert, darüber wird nicht mehr groß geredet. Nur ist da nebenher eine Landschaft von Leuten herangewachsen, denen das Produzieren von Lügen tatsächlich am Herzen liegt und die diese Lügen tatsächlich als gleichwichtig neben den seriösen Meldungen der klassischen Medien verkaufen wollen. Und die damit auch eine gewisse Nutzergruppe erreichen. Keine Frage. Es gibt neben der Mehrheit der informierten Menschen auch eine Gruppe von Menschen, die auch im höheren Alter unfähig ist, Daten und Fakten einzuordnen, wahr von falsch zu unterscheiden.

Aber sind diese Menschen die Mehrheit? Und vor allem: Reicht es, wenn man diese Menschen über soziale Netzwerke mit Falschmeldungen überschwemmt? Werden sie dann zur desinformierten Schwungmasse für Typen wie Trump?

Wahrscheinlich eher nicht, denn die Bitkom-Umfrage zeigt auch, dass die Mehrheit die „sozialen Netzwerke“ gar nicht als Nachrichtenquelle nutzt. Mal den Beitrag auf Computerbase dazu zitiert: „Und selbst bei Menschen, die Nachrichten im Internet konsumieren, spielen soziale Netzwerke nur eine untergeordnete Rolle. 20 Prozent nutzen demnach Dienste wie Facebook und Twitter sowie soziale Medien wie WhatsApp, um sich zu informieren. Bei Videoportalen sind es 18 Prozent, 12 Prozent lesen zudem Blogs. Und auch bei den 14- bis 29-Jährigen ist es nur jeder Vierte, der sich über soziale Netzwerke informiert.“

Was dann auch das ganze Gerede vom „Internet“ hinterfragt. Denn „das Internet“ ist ja nur ein großer Kosmos mit unendlich vielen Angeboten. Wo aber informieren sich Menschen, wenn sie sich „im Internet“ informieren?

Das Ergebnis der Bitkom-Umfrage: „Auf Rang 1 liegen im Internet hingegen die Web-Angebote der Printmedien mit 79 Prozent, gefolgt von den TV-Sendern (69 Prozent) und den Startseiten von E-Mail- und Internetprovidern wie T-Online und Web.de.“

Das Problem, das der IT-Verband Bikom sieht, ist, dass die rigiden Regeln, die der Justizminister zum Beispiel bei Löschfristen für „das Internet“ aufstellen will, eben nicht nur die beratungsresistenten Betreiber der „sozial media“ treffen werden, sondern auch alle klassischen Medienangebote im Internet.

Die jetzt schon mit angezogener Handbremse fahren, denn das weiland von einem ebenso emsigen Justizminister in Gesetze gegossene Persönlichkeitsrecht hat sich längst zum Hebel für alle möglichen Leute entwickelt, die mit Abmahnungen und Strafandrohungen dafür sorgen, dass ihre dubiosen Geschäfte aus der Berichterstattung verschwinden. Und meistens kommen sie damit durch, weil sie nicht den eigentlichen Tatbestand inkriminieren, sondern eine Wortwahl oder persönliche Namensnennungen, zuletzt wieder bei einer Berichterstattung über mafiöse Strukturen in Mitteldeutschland erlebt.

Die geplante Löschanweisung kann sich ziemlich schnell zu genau so einem Instrument entwickeln. Ein Gesetz gegen „Fake News“ wird dann ganz schnell zu einem Gesetz gegen Nachrichten, die jemand ganz schnell verschwinden lassen möchte.

Aber „Fake News“ sind doch ein Problem?

Wenn man solche Netzwerke wie Facebook ernst nimmt, dann ja.

Tatsächlich zeigt das Phänomen nur, zu was Facebook taugt – und zu was nicht. Und es zeigt, was Facebook eben nicht ist: ein soziales Netzwerk. Auch kein richtiges Netzwerk, das würde ja voraussetzen, dass sich alle Beteiligten tatsächlich souverän vernetzen können und wissen, mit wem sie alle vernetzt sind. Das wissen die meisten gar nicht. Sie wissen auch nicht, welche Algorithmen im Hintergrund das für sie erledigen.

Und noch etwas fehlt: Es gibt in Facebook keine soziale Kontrolle. Mit einem enormen Aufwand lässt Mark Zuckerberg nicht nur gegen Fake News vorgehen, sondern auch gegen Gewaltverherrlichung, Pornographie und andere Dinge, für die der Kanal massenhaft missbraucht wird. Dafür sitzen überall auf der Erde lauter geplagte Menschen, die das Zeug angucken, bewerten und mit Begründung löschen müssen. „Fake News“ sind nur ein Teil des Problems.

Manche großen Zeitungen haben ja mittlerweile sogar eigene Abteilungen eingerichtet, die sich mit der Aufklärung von „Fake News“ beschäftigen. Einige dieser Abteilungen sind ganz schnell wieder still geworden. Denn was die Bitkom-Umfrage auch zeigt: Menschen, die klassische Medien konsumieren, stoßen selten auf „Fake News“. Sie passieren in ihrer Welt kaum und sie begegnen  ihnen meist nur, wenn sie in den wilden Kosmos der „sozial media“ abtauchen. Wenn man in einer seriösen Zeitung „Fake News“ demontiert, erreicht man wieder nur Leute, die eh schon kritische Leser sind.

Das Problem sind die Leute, die „weniger wissen als nichts“, wie es Brennan ausdrückt. Denen man alles weismachen kann, die auch keine ausdauernden oder gar informierten Leser sind, sondern alles nehmen, wie es ihnen aufgeschwatzt wird, die für Verschwörungstheorien genauso empfänglich sind wie für politische Schauermärchen.

Die übrigens auch nie im Leben bis an diese Stelle kommen würden, weil sie von so langen Texten völlig überfordert sind.

Aber die sind da. Und sie können Wahlen beeinflussen.

Weil sie beeinflussbar sind.

Aber damit sind sie nicht die Einzigen. Eine Menge Leute und Institutionen versuchen auf ihre Weise Meinungen zu beeinflussen und Meinungen zu machen. Das „Fake News“-Phänomen hat nur wieder deutlich gezeigt, dass es so ist. Und dass Netzwerke wie „Facebook“ denkbar ungeeignet sind, dafür ein soziales Regularium schaffen zu können. Obwohl Leute wie Zuckerberg ja so gern die komplette politische Gesellschaft ersetzen möchten, weil sie an die „Macht der Algorithmen“ glauben.

Aber Algorithmen werden nicht reparieren, was in den Köpfen der Nutzer schon falschläuft. Und was da falschläuft, das ist auch ein Produkt verfehlter Bildungspolitik, nur so als Seitengedanke. Denn bevor wir das hier ausdiskutieren, wird das ein richtig dickes Buch.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

Nachdenken über ...
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Zahlen und Einschätzungen zu den Kirchentagen
Sonderforschungsbereich zu Wundheilung erneut verlängert
Am 1. Juni: Giftmorde – Garantiert tödlich! im Sächsischen Apothekenmuseum
Bundesweiter DGB-Aktionstag am 31. Mai: Rente muss reichen – jede Stimme zählt
Polizeibericht, 26. Mai: Pkw angezündet, AfD-Büro beschädigt, E-Bike gestohlen, Fahrerflucht
E-Bikes und Pedelecs benötigen auch besondere Sicherungsmaßnahmen
Prominente Gäste in der Hörspielsommer-Jury
Verkehrseinschränkungen rund um Aufzug am Samstag
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Zunehmender Widerstand gegen Frauke Petry auch in Sachsen
Schirmherrin des Abends: Frauke Petry verlässt hastig unter Begleitschutz die Veranstaltung. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserIm Vorfeld der Bundestagswahl gerät die AfD-Vorsitzende Frauke Petry immer stärker unter Druck. Nachdem sie sich bereits auf dem vergangenen Bundesparteitag nicht gegen ihre internen Gegner des Höcke-Flügels durchsetzen konnte, verschärft sich nun auch der Machtkampf in Sachsen. Laut „Spiegel“ wollen mehrere Mitglieder ihre Direktkandidatur für die Bundestagswahl im Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge verhindern. Ihre Haltung zu Pegida und ein angeblicher Meineid im sächsischen Landtag sorgen ebenfalls weiter für Unruhe.
Die PARTEI marschiert gegen Luther und für Sonneborn + Video
Luther war ein Schmock. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserAm Nachmittag demonstrierten circa 60 Personen gegen das 500. Martin-Luther-Jubiläum und thematisierten den Lutherischen Antisemitismus. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Partei Die PARTEI. Der Demonstrationszug zog ab 13 Uhr vom Connewitzer Kreuz zum Neuen Rathaus. Zentrale Forderung war die Umbenennung des Martin-Luther-Rings in Martin-Sonneborn-Ring.
Twitter-Bombendrohung gegen LEGIDA endet mit Geldstrafe
Am Amtsgericht Leipzig. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Unter dem Druck der Beweislast knickte Dirk S. am Ende schließlich ein: „Ich habe das geschrieben. Ich habe es aus Wut gesagt“, gestand der 37-Jährige mit leiser Stimme. Gemeint war eine gegen LEGIDA gerichtete Bombendrohung auf Twitter vom 21. April 2016, die der Angeklagte zuvor vehement geleugnet hatte. Nun kommen 2.250 Euro Geldstrafe auf ihn zu.
TheaterPACK lädt am 30. Mai zur Uraufführung für einen echten Vallejo mit Freytag-Musik ein
Mario Rothe-Frese und Charlot Richter in „Ich werde jetzt tanzen und möchte es möglichst real wirken lassen“. Foto: Frank Schletter

Foto: Frank Schletter

Für alle LeserDie letzte Probenwoche der Schauspielgruppe Theaterpack für die Uraufführung „Ich werde jetzt tanzen und möchte es möglichst real wirken lassen“ geht zu Ende. Mit dem jungen Autor Alejandro Vallejo hat sich der künstlerische Leiter der Gruppe, Frank Schletter, kompetente Hilfe bei der Regie direkt an die Seite geholt. Und am Dienstag, 30. Mai, feiert die Theatergruppe Premiere im „Laden auf Zeit“.
Sachsens Staatsregierung fehlt ein Konzept gegen die Jugendarbeitslosigkeit
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Entweder will Sachsens Regierung nicht. Oder die Jobcenter wollen nicht. Oder sie können nicht. Oder die Förderprogramme, mit denen Jugendliche zu einem Beruf kommen sollen, sind eher ein Witz, ein Schönheitspflästerchen. Ein echtes Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit sind sie nicht, kann Janina Pfau jetzt feststellen.
Sachsens Tag der Deutschen Einheit kostete am Ende über 6 Millionen Euro
Flaggen vor blauem Himmel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Nicht nur in Leipzig werden ab und zu hochsubventionierte Feste gefeiert. Dresden kann das noch viel besser. Und Mancher erinnert sich noch an die peinlichen Vorfälle zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit im Oktober 2016 in Dresden. Dass diese auch noch verblüffend teuer geraten sind, das hat der linke Landtagsabgeordnete André Schollbach nach beharrlichen Anfragen an die Staatsregierung herausbekommen.
Wer die Suburbias nicht befreit, wird im Kampf gegen den Terror kaputtgehen
Leipziger Straßenbild. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMan erlebt ja Zeichen und Wunder. Dass ein Jakob Augstein in seiner „Spiegel“-Kolumne klug genug ist, zu begreifen, woher der moderne Terror, der Europas Großstädte erschüttert, tatsächlich kommt, das war nach dem neuesten Anschlag in Manchester zu erwarten. Dass aber auch bei der konservativen FAZ ein Groschen fällt, das verblüfft schon. Wachen jetzt unsere bürgerlichen Bürger auch langsam auf?
Topf & Quirl: Oreokeks-Torte mit Erdbeeren und Himbeeren
Oreotorte mit Erdbeeren und Himbeeren. Foto: Maike Klose

Foto: Maike Klose

Und endlich sind sie auch wieder in der heimischen Region verfügbar – Erdbeeren! Kaum eine Saisonfrucht wird so schmerzlich über die dunklen Monate vermisst und dann, sobald in die Obstläden eingezogen, massenweise gekauft und Tag für Tag in unterschiedlichsten Formen verputzt. Während sie natürlich pur fast am besten schmecken, eignen sie sich auch wunderbarst als Einlage im morgendlichen Müsli, als Basis eines leckeren Shakes und als Star im Sonntagskuchen.
Hans-Henning Paetzkes Roman seiner Kindheit und Jugend im Osten der Ulbricht-Zeit
Hans-Henning Paetzke: Andersfremd. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Roman steht auf dem Cover. Was wohl dazu führen wird, dass das Buch in der falschen Abteilung der Buchhandlungen landen wird. Aber welches ist die richtige? Eigentlich: Zeitgeschichte. Vielleicht auch: Autobiografie. Denn hier erzählt einer aus seinem Leben. Zwar fabulierfreudig, aber wie erzählt man sonst über Erlebtes? Gar noch mit dem Schalk im Nacken?
Auf dem Weg: Luther beim Kirchentag + Video
Der alte Luther auf dem Kirchentag in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEr kam spät, aber er kam. Noch auf der betonierten Fernstraße von Preußen gen Sachsen war Luthers Reise bereits das erste Mal beinahe zu Ende, als seine Reisekutsche nicht mehr starten wollte. In Berlin mit einem „Volksverhetzungs“-Bannfluch der Obrigkeit belegt, reiste der Reformator trotz Panne mutig weiter durch das Land seiner Protestanten und neuer Atheisten. Immerhin in Begleitung von Moses selbst – was konnte da schon schiefgehen – rollte er gegen 16:30 Uhr in Leipzig ein. Am Augustusplatz jedoch versuchten ihn erneut Büttel des Staates zu stoppen und zur Abkehr von seinem Weg zu zwingen. Doch der Reihe nach: Luther ein Antisemit? Moses in Leipzig? Und was hat das Spaghettimonster damit zu tun?
Landtagsabgeordnete Juliane Nagel fordert die Abschaffung des Landesamtes für Verfassungsschutz
Chef einer zahnlosen Behörde - Gordian Meyer-Plath, Präsident des sächsischen Verfassungsschutzes. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserIm Grunde ist über den neuesten Bericht des Sächsischen Verfassungsschutzes alles gesagt: Er genügt nicht einmal den simpelsten Grundsätzen staatlicher Objektivität. Wer wirklich ein Bild über die Gefährdung der sächsischen Demokratie sucht, findet es hier nicht. Die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel nennt ein paar eklatante Beispiele und fordert die Abschaffung der Landesbehörde.
Konzeptwerk Neue Ökonomie präsentiert neue Publikation auf dem Kirchentag
Die Broschüre „Kein Wachstum ist auch (k)eine Lösung“. Montage: L-IZ

Montage: L-IZ

Der Kirchentag auf dem Weg hat dieser Tage auch Leipzig als Schauplatz. Alle möglichen Leute beschäftigen sich mit Luther, Reformation und der Frage, was Religion heute eigentlich noch für eine Rolle spielt. Aber manchmal sind es eher die Gäste solch eines Ereignisses, die zeigen, worum es eigentlich geht. So wie das Konzeptwerk Neue Ökonomie, das in einer Broschüre das strittigste Thema der Zeit aufgreift: den blinden Glauben ans Wachstum.
Neues Genderranking der Heinrich-Böll-Stiftung
Von Männern geliebt: Frauen in gehobener Position. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Frauen gibt’s im Leipziger Rathaus jede Menge. Und allerlei schöne Bekundungen zur „Charta für Gleichstellung“. Aber wenn dann die Heinrich-Böll-Stuiftung mal wieder untersuchen lässt, wie es wirklich mit Frauen in den politischen Führungspositionen der deutschen Großstädte aussieht, landet Leipzig diesmal auf einem mittelmäßigen Rang 36 von 73 untersuchten Städten. Punktgleich mit Dresden.
Sachsen profitiert vor allem von der Rückwanderung hochqualifizierter Auswanderer
Rückwanderung nach Qualifizierung. Karte: IfL / Nationalatlas

Karte: IfL / Nationalatlas

Über Wanderungsbewegungen in Deutschland wird viel diskutiert. Meistens unter falschen Vorzeichen. Auch von Landesregierungen, die lieber Ängste schüren und Menetekel an die Wand malen, als wirklich verstehen zu wollen, warum Menschen ihre Heimat verlassen – oder zurückkehren. Denn nicht nur Ausländer sind Wanderer. Das in Leipzig heimische Institut für Länderkunde (IfL) hat jetzt Wanderbewegungen mal unter die Lupe genommen.
Giordano-Bruno-Stiftung kommt mit nacktem Luther nach Leipzig
Der nackte Luther in Berlin. Foto: gbs, Maximilian Steinhaus

Foto: gbs, Maximilian Steinhaus

Nicht nur die Schriftstellerin Thea Dorn hadert mit diesem Luther, der dieser Tage wieder im Mittelpunkt des Kirchentages steht und die Scharen der Protestanten auch nach Leipzig lockt. Auch die Giordano-Bruno-Stiftung tut sich schwer – nicht nur mit Kirchentagen an sich (und ihre Finanzierung aus öffentlichen Kassen), sondern auch mit Martin Luther. Den bringt sie heute sogar mit nach Leipzig: nackt. Eine anstößige Sache.