Nachdenken über ... den vormundschaftlichen Ökonomen

Warum der Star-Ökonom Marcel Fratzscher von Freiheit keine Ahnung hat

Für alle LeserDie einen feiern ihn noch, weil er das zunehmende Auseinanderklaffen von Armut und Reichtum in unserem Land als Problem benannt hat. Doch dass auch der Berliner Makroökonom Marcel Fratzscher nicht frei ist von den Vorurteilen seines Gewerbes, das machte er in seiner jüngsten Kolumne auf "Zeit Online" deutlich. Doppelt, wie einem auffällt, wenn man diese Überschrift liest. Diese Überschrift ...

Es ist egal, ob der Anklang an die Torparole der Nazis gewollt war oder nicht, ob das vielleicht zufällig so passierte, weil Fratzscher im Zusammenhang mit Arbeit und Grundeinkommen auch unbedingt über Freiheit philosophieren wollte. Aber die Wortwahl enthüllt schon die Art des Denkens, die hinter seiner Art von Wirtschaftsphilosophie steckt: Er glaubt, Menschen müssten erst frei gemacht werden – egal, durch was, Arbeit, Einkommen, sicheres Einkommen. Egal.

Er betrachtet Freiheit weder als Gabe, die jedem Menschen zu eigen ist, noch als Befähigung, die den Menschen (und zwar jeden, auch die armen Leute) befähigt, sich seiner Freiheit zu bedienen. Er glaubt unübersehbar, dass der Mensch erst durch irgendetwas (oder irgendwen) frei gemacht werden muss. Mal vom Sarkasmus im Spruch an KZ-Toren abgesehen, steckt dahinter zumindest die tiefe Überzeugung, dass der Mensch unfrei (geboren) ist.

Seltsam genug. Aber genau diese Einstellung wird noch deutlicher, wenn er erklärt, warum Menschen zu ihrem Glück (nämlich der Arbeit) gezwungen werden müssen.

„Die Idee eines Zuschusses, der Menschen vom Druck befreit, sich um Arbeit und Einkommen aktiv kümmern zu müssen, beruht auf einer einseitigen Definition von Freiheit. Wie der Philosoph Berlin unterstrich, benötigen Menschen nicht nur eine positive Freiheit, sondern auch eine negative Freiheit“, schreibt er. Und macht dann einen Purzelbaum, der ziemlich verblüfft: „In anderen Worten: Es ist Aufgabe von Staat und Gesellschaft, den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur rechtlich die Freiheit zu geben, individuelle Entscheidungen zu treffen. Die öffentliche Hand und die Gesellschaft müssen auch Hindernisse für den Einzelnen so weit wie möglich aus dem Weg räumen, so dass dieser seine Freiheit auch wirklich nutzen kann.“

Der Staat als Schöpfer der Freiheit? Wir sind verblüfft.

Das ist auch eine ziemlich enge Auslegung der „zwei Freiheiten“ des Isaiah Berlin, die er als Freiheit „von etwas“ und als Freiheit „zu etwas“ beschreibt. Was erst einmal nur die Freiheiten des Individuums beschreibt. Im Grunde das Spannungsfeld, in dem wir alle leben. Manchmal sind wir wie von Lasten befreit, weil wir endlich von etwas frei geworden sind, was uns die ganze Zeit gequält oder in Atem gehalten hat – Zahnschmerzen zum Beispiel oder lärmende Nachbarn usw. Wir sind ja nicht wirklich frei, sondern leben in einer Welt, in der die Freiheiten aller auch immer die Freiheiten aller anderen begrenzen oder einschränken. Die absolute Freiheit gibt es nicht.

Was trotzdem nicht heißt, dass wir uns nicht dennoch wie erlöst und befreit fühlen, wenn wir eine Beeinträchtigung loswerden. So wie 1989. Und genauso glücklich können wir sein, wenn wir die Freiheit „zu etwas“ gewinnen – die zum Reisen zum Beispiel, zum Urlaubmachen, zum Fliegen oder die, dem geliebten Menschen endlich eine Liebeserklärung zu machen. Da steckt übrigens unsere Souveränität, die – ganz im Sinne Kants – Freiheit auch als einen Prozess der Selbstbefreiung versteht: Wir befähigen uns dazu, Dinge tun zu können, zu denen wir vorher aus unterschiedlichen Gründen nicht fähig waren.

Und dann dieser Fratzscher, der Freiheit wie alle seine Kollegen als etwas Äußerliches betrachtet, das uns erst gegeben werden muss – von welchem Weihnachtsmann auch immer. Und das Frappierende ist: Man ertappt hier den marktliberalen Denker dabei, wie er ausgerechnet den Staat zum großen Freiheitsbringer erhebt. Das verblüft. Oder auch nicht. Die (neo-)liberalen Ökonomen sind den Diktatoren seelisch viel näher verwandt, als sie es sich in ihren hellsten Momenten einzugestehen wagen.

Und wer wissen will, woher das ganze vormundschaftliche Denken in der „Agenda 2010“ kommt, der erfährt es von Fratzscher in Reinkultur: „Ganz im Gegenteil, es ist nicht nur Recht, sondern kann auch die Pflicht des Staates sein, seine Bürgerinnen und Bürger zu fordern, und dies nicht nur zum Wohle der Gemeinschaft, sondern auch im Interesse des Einzelnen. Natürlich besteht die Gefahr, dass ein Fordern des Staates schnell paternalistisch werden kann und die Freiheiten des Individuums einschränkt. So sollte es nicht sein. Aber ein solches Fordern ist wohl meist das kleinere Übel im Vergleich zur staatlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem Einzelnen.“

Egal, wie man es dreht: Fratzscher vertritt die These vom vormundschaftlichen Staat und vom unmündigen Bürger. Genau das, was Politiker so gern als „Fördern und Fordern“ verbrämen, weil sie den Geförderten/Geforderten nicht zutrauen, ihrem Leben selbst einen Sinn geben zu können.

Da haben wir ein Bildungssystem, das die eh schon benachteiligten Kinder immer weiter düpiert, demotiviert und entmutigt, ein Jobcenter-System, das mit seinen Klienten nichts Anderes macht – und dann kommt ein hochbezahlter Starökonom aus Berlin und behauptet einfach, der Mensch an sich brauche die permanente Nötigung durch den Staat.

Das ist für einen Ökonomen schon sehr übergriffig: Warum glaubt der Mann, dass irgendein Mensch im Staatsapparat oder in der viel gepriesenen Wirtschaft dazu berufen wäre, den unmündigen Bürgern durch Druck erst einen Sinn im Leben geben zu müssen? Als würden nun ausgerechnet die Almosenverwalter dabei helfen, die Verwalteten vor ihrer eigenen Verzweiflung bewahren zu können.

Irgendwie scheint Fratzschers Bild vom Menschen auf dem Kopf zu stehen. Oder ist das der viel gepriesene „ideale Marktteilnehmer“ aus der ökonomischen Theorie, der ohne Druck nicht zu einem Ziel im Leben findet? „Die Idee eines Zuschusses, der Menschen vom Druck befreit, sich um Arbeit und Einkommen aktiv kümmern zu müssen, beruht auf einer einseitigen Definition von Freiheit“, behauptet Fratzscher.

Nur wer aufpasst, merkt, dass der Satz eine Unterstellung ist.

Die Befeiung von dem Druck, der dadurch entsteht, dass Menschen fortwährend Angst haben müssen, unverschuldet in Schulden und Existenznot zu stürzen, ist zwar die Befreiung „von etwas“ – nämlich einem schikanösen Druck und oft genug staatlicher Fürsorge, die eher bürokratische Gefühllosigkeit ist.

Aber was Fratzscher nicht sehen (oder akzeptieren) will, ist, dass diese Befreiung von diesem Druck auch eine Befreiung zu etwas ist: Der Betroffene muss jetzt nicht mehr panisch jede mies bezahlte Arbeit annehmen (denn nichts anders bezweckt ja dieser Druck), er hat endlich ein bisschen Luft, sich um eine Arbeit oder eine Qualifikation zu bemühen, die ihm besser liegen und ihn mehr fordern. Denn es ist die Aufgabe, die einen fordern sollte (wem sage ich das eigentlich?) und nicht ein ignoranter Staat, dem Arbeit gleich Arbeit ist und Bittsteller gleich Bittsteller.

Wer von diesem Zwang frei ist, hat ein bisschen mehr Freiraum, etwas zu suchen, was ihm im Leben wichtiger und ausfüllender ist. Und Umfragen bestätigen, dass sich weit über 70 Prozent aller Menschen genau so verhalten würden. Sie wollen nämlich arbeiten, denn anders als in den Weltbildern von Fratzscher und Kollegen ist Arbeit eben nicht nur Maloche, die keiner machen will. Für viele Menschen ist Arbeit sinnstiftend. Und wenn man dafür auch noch belohnt wird – nämlich mit Geld über das Existenzminimum hinaus (denn mehr ist das Grundeinkommen ja nicht) – dann laufen noch mehr Menschen noch lieber zur Arbeit. Dann wird Arbeit selbst zur Belohnung – mal ganz zu schweigen davon, dass unsere Spezialisten im Bereich der Künstlichen Intelligenz gerade dabei sind, noch mehr Arbeitsplätze durch Roboter und andere clevere Maschinen zu ersetzen. Viele Menschen werden künftig gar nicht mehr als Arbeitskraft gebraucht. Zumindest nicht in klassischen Tätigkeiten.

Sie müssen sich sogar neue Betätigungsfelder suchen. Das dröseln wir jetzt nicht alles noch einmal auf. Das haben Weik, Friedrich und Werner schon ausführlicher getan.

Es ist Marcel Fratzscher, der das Thema Freiheit einseitig sieht und auch nicht versteht, dass nicht nur Einkommen Freiheit im doppelten Sinn sein kann, sondern auch Arbeit – eben weil Arbeit für viele Menschen auch Erfüllung ist. Nicht mal nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre gesellschaftliche Anerkenung und ihre soziale Funktion. Warum sind denn Arbeitslose so viel unglücklicher, depressiver und öfter krank als Arbeitende? Weil ihnen genau diese soziale Komponente fehlt.

Um es auch mal so zu sagen: Arbeit ist auch Teilhabe.

Was Fratzscher da ausbreitet, ist eine vormundschaftliche Sichtweise auf Arbeit und Einkommen. Und auch das noch: Fratzschers Sicht ist auch nicht mit der Verfassung kompatibel. Da steht in Artikel 12 nämlich zu lesen „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“ Und – was Fratzschers steile These völlig konterkariert: “ Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. (…)  Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.“

Nein: Der Staat hat weder die Pflicht noch das Recht, Menschen mit Druck zu ihrem Glück zu zwingen. „Ist es aber wirklich richtig und erwünscht, nicht gefordert zu werden?“, fragt Fratzscher. Die Antwort lautet schlicht: Ja. Aber dazu kommen wir gleich. Denn Fratzscher behauptet: „Wir wissen aus der Glücksforschung, dass Zufriedenheit nur relativ schwach vom Einkommen und den eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen abhängt. Genauso wichtig ist es, Teil einer Gemeinschaft zu sein, Anerkennung und Respekt zu erhalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.“

Aber er folgert daraus, es sollte „Pflicht des Staates sein, seine Bürgerinnen und Bürger zu fordern“.

Das ist der vormundschaftliche Staat in Reinkultur.

In der Verfassung steht das Gegenteil, egal, wie sehr sich deutsche Ökonomen berufen fühlen, die Menschen erziehen und fordern zu wollen. Es ist die Aufgabe des Staates, die Freiheit zu gewährleisten, dass seine Bürger „Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei“ wählen können. Bürger sind keine Kinder, die von Ökonomen erst dazu erzogen werden müssen, sich so zu verhalten, wie es der „ideale Markt“ bestimmt.

Menschen sind nicht dazu da, sich von Staatsdienern sagen zu lassen, wie sie sich zu verhalten haben. Sie haben sich nur an die vereinbarten Regeln zu halten, das ist alles. Ansonsten sollten sie – zumindest nach Vorstellung unserer Verfassung – frei sein zu wählen und ihrem Leben einen Sinn zu geben. Ökonomen werden wohl nie begreifen, wieviel soziales Engagement Menschen entfalten, wenn ihnen das möglich ist und wenn sie befreit sind von der täglichen Angst, ihre Miete, den Strom und den nächsten Einkauf im Discounter nicht mehr bezahlen zu können. Alle vorgeschlagenen Varianten des bedingungslosen Grundeinkommens gehen nicht wirklich über diese Minimalanforderungen hinaus. Und keiner der Vorschläge besagt, dass es keine Jobs mit deutlich höheren Löhnen geben darf.

Das BGE ist nicht die obere Grenze für alle, so eine Art koreanischer Kommunismus, sondern die Untergrenze. Keinem Unternehmen ist es benommen, für kluge Köpfe und Leistungsträger mehr zu zahlen. Keinem Menschen ist es benommen, für richtig viel Geld und große Wünsche richtig ranzuklotzen.

Aber wer schon über Freiheit so verquer denkt – wie soll der ahnen, wieviel Freiheit Menschen bekommen, die von den Ängsten des vormundschaftlichen Neoliberalismus endlich befreit sind?

Wer darüber nachdenkt, der merkt auch, wie verlogen die aktuell in Leipzig wieder zu sehende Zigarettenwerbung ist. Nicht wegen der Zigaretten, sondern wegen der suggestiven Behauptung, man müsse erst einmal ordentlich malochen, um dann „5 Minuten Freiheit“ geschenkt zu bekommen. Freiheit gäbe es also nur außerhalb der strammen Arbeit (Taxifahrer und Friseure kamen ja auch schon vor). Frei-Zeit wird mit Freiheit gleichgesetzt – alles andere ist irgendwie abzuleistende Pflicht. Die Maximalausnutzung von Arbeitskraft wir als Norm gesetzt – die 5 Minuten Pause als kurzzeitige Entlassung in die Freiheit. Ein ziemlich fatales Bild von Menschsein und Arbeit.

Nachdenken über ...
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
2 Kommentare

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Polizeibericht, 27. Juni: Seitenscheibe eingeschlagen, Staatsbetrieb Sachsenforst im Visier von Dieben, Zündler unterwegs
Rund 10.000 Besucher zur Jüdischen Woche 2017
Neue Brücken für Straße Am Pfingstanger und Lützschenaer Straße
Grüne: Auch die sächsische CDU-Landesgruppe wird die Einführung der „Ehe für alle“ nicht mehr verhindern
Gesetz zur Änderung des Sächsischen Gesetzes zur Ausführung des Sozialgesetzbuches
HTWK-Podiumsgespräch: „Wohin mit der Bildung?“
Cornelia Ernst (Linke): Solidarität mit MISSION LIFELINE
Linke Diskussionsrunde mit Katja Kipping: Welche Zukunft wollen wir?
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

„Klare Fehler vermeiden“: Bundesliga-Spiele werden künftig mit Videounterstützung geleitet
Workshop mit Felix Zwayer und Hellmut Krug. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Für alle Leser Beim Confed-Cup sorgte der Videoassistent schon für manche Irritationen. Am Dienstag erklärten Projektleiter Hellmut Krug und FIFA-Referee Felix Zwayer in Leipzig, wie das System ab der kommenden Spielzeit in der Bundesliga zum Einsatz kommen wird.
Interview zu Trauertherapie im Internet (Teil 2): „Langfristig eine Ergänzung zu herkömmlichen Formen“
Online-Trauertherapien ähneln herkömmlichen Behandlungen. Foto: Pixabay

Foto: Pixabay

Als Ergänzung zu herkömmlichen Therapien gibt es für Trauernde, die beispielsweise den Verlust einer krebskranken Person nicht überwinden können, mittlerweile ein Angebot im Internet. Im zweiten Teil des Interviews erklärt Anette Kersting, die Direktorin der Uniklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, inwiefern sich die Onlinehilfe von herkömmlichen Formen unterscheidet, ob Trauertherapie langfristig nur noch im Internet stattfinden wird und was es mit einer App für traumatisierte, arabischsprechende Geflüchtete auf sich hat.
Leipzig und Sachsen haben sich auch 2016 eifrig in die Spitzengruppe der Jobcenter sanktioniert
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Zwei Milliarden Euro haben die Jobcenter in den letzten Jahren ihren Klienten über Sanktionen abgeknöpft. Das meldeten etliche Medien in den letzten Tagen. Denn Sanktionen sind ja nichts anderes als Kürzungen von Geldern, die eigentlich für den Unterhalt gedacht sind. Für das Lebensnotwendigste. Eine neue Gelegenheit für das BIAJ, neue Zahlen zur deutschen Sanktionspraxis vorzulegen. Obwohl: Geändert hat sich nichts.
Linksfraktion fordert Bauplanung in der Kiebitzmark und ADFC den Radwegeanschluss nach Taucha
Verlängerte Heiterblickallee als künftiger Radweg. Foto: ADFC Leipzig

Foto: ADFC Leipzig

Je länger Leipzig in seinem Wachstums-Dilemma steckt, umso deutlicher wird, wie schwer es auch den Planern fällt, die wachsende Stadt wirklich in die Zukunft zu denken. Zu knapp sind die Ressourcen. Zu wattig alle Entwicklungspläne. Der neue Nahverkehrsplan steckt irgendwo im Verfahren fest. Obwohl er direkt mit dem Bau neuer Wohngebiete zusammenhängt. Was die Linksfraktion beim Thema Paunsdorf deutlich macht.
SPD-Fraktion mahnt: Jeder neue Kita-Platz in Leipzig zählt
Baustelle für einen Kompaktbau aus Förderschule und Kindertagesstätte an der Alten Messe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

So ist das mit einer wachsenden Stadt: Sie richtet sich nicht nach dem Tempo, den Planungskapazitäten und dem verfügbaren Budget der Verwaltung. Sie wächst einfach drauflos und zwingt zum Bauen. In einer Weise, die Leipzigs Verwaltung außer Atem bringt. Seit zehn Jahren beschäftigt das Thema der fehlenden Kindertagesstätten die Stadt. Vor fünf Jahren kamen die Schulen dazu, vor einem Jahr der Wohnungsbau. „Wir kümmern uns um die Kitas“, meldet jetzt die SPD-Fraktion.
SPD-Stadträtin mahnte OBM zu einer besseren Team-Arbeit, wenn es um Leipzigs Schulen geht
Ute Köhler-Siegel (SPD). Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserZur Ratsversammlung am 21. Juni wurde auch die Verwaltungsvorlage „Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig – Fortschreibung 2017“ diskutiert. Und durch ein paar Turbulenzen im Jahr 2016 scheint die Verwaltung dabei gewaltig unter Zeitverzug geraten zu sein. Da ging dann auch ein wichtiges Stück Kommunikation kaputt, wie SPD-Stadträtin Ute Köhler-Siegel in ihrer Rede kritisierte.
Petra Zais macht den planlosen Finanzminister für Sachsens Bildungsdesaster verantwortlich
Sparsamer Adler. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 22. Juni debattierte der Sächsische Landtag auf Antrag der Linksfraktion über die gravierenden Probleme zum kommenden Schuljahresstart. Der zuständigen Ministerin lasen mehrere Rednerinnen die Leviten. Aber keine sprach das sächsische Dilemma so deutlich an wie Petra Zais, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Denn das Problem ist: Es fehlt der Kapitän.
Erfolgreich Blackjack spielen
Erfolgreich Blackjack spielen.

Erfolgreich Blackjack spielen.

Blackjack gehört sicherlich zu den populärsten Kartenspielen. In Deutschland wird es in diversen Spielcasinos angeboten und erfreut sich dort reger Beliebtheit mit entsprechend vielen Fans und Anhängern. Besonders reizvoll an dem Spiel ist sicher das direkte Duell mit dem Dealer, der die Karten verteilt und die Spielbank vertritt. Ein weiterer Grund dürften die vergleichsweise einfachen Regeln des Spiels sein.
Norbert Bunges Fotografien in einem Band
Norbert Bunge: Fotografien. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am Ende kommt zusammen, was zusammengehört. Auch wenn die Fotografie in Ost und West über 40 Jahre scheinbar getrennte Wege ging. Mit beeindruckenden Fotografien gerade im Ostteil des geteilten Landes, wie nun schon Dutzende Fotobände aus dem Lehmstedt Verlag eindrucksvoll belegen. Aber manche Bände zeigen auch, dass sich die Welten berühren konnten – so wie bei Norbert Bunge.
Interview zu Trauertherapie im Internet (Teil 1): „Die Schwelle, Hilfe zu suchen, ist geringer“
Eine Onlinetherapie soll Trauernden helfen. Foto: Pixabay

Foto: Pixabay

Als Ergänzung zu herkömmlichen Therapien gibt es für Trauernde, die beispielsweise den Verlust einer krebskranken Person nicht überwinden können, mittlerweile ein Angebot im Internet. Im ersten Teil des Interviews erklärt Anette Kersting, die Direktorin der Uniklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, wie genau die Onlinehilfe funktioniert und welche Erfahrungen ihr Team bislang damit gemacht hat.
Selbstjustiz mit 25 Jahren Verspätung: Trio nach Überfall auf mutmaßlichen Sexualtäter auf der Anklagebank
Ronny U., Daniel D. und Matthias P. müssen sich vor dem Landgericht wegen schweren Raubes verantworten. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Der 19. Februar wird Horst G. (52) für immer in Erinnerung bleiben. Gegen 18.30 Uhr stürmten Daniel D. (27) und Matthias P. (24) die Wohnung des Leipzigers in der Lene-Voigt-Straße. Zuvor hatte sich sein früherer Mitbewohner Ronny U. (35) unter einem Vorwand Zutritt zu dem Plattenbau verschafft. Die Männer wollten ihr Opfer offenbar für ein Verbrechen bestraften, das über ein Vierteljahrhundert zurückliegt.
Disziplinarverfahren noch nicht abgeschlossen: Kontroverse um AfD-Richter Jens Maier dauert an
Eine nicht von allen geliebte Partei ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Kontroverse um Richter Jens Maier dauert an. Der Jurist, der am Landgericht Dresden tätig ist, kandidiert für die sächsische AfD auf Platz zwei der Landesliste für den Bundestag. Aufgrund öffentlicher Äußerungen besteht der Verdacht, Maier könne gegen das richterliche Mäßigungsgebot verstoßen haben. Seit 18. April ist gegen den 55-Jährigen ein Disziplinarverfahren anhängig.
Binee-Termin bei Porsche: Wie kommen kleine Elektrogeräte schneller zurück in den Wertstoffkreislauf?
Joachim Lamla, Burkhard Jung und Martin Jaehnert. Foto: Marco Prosch, Porsche

Foto: Marco Prosch, Porsche

Na, den erzählen wir noch. Ist kein Witz. Ist sogar ein bisschen ernst. Und es geht nur indirekt um Porsche. Auch wenn bei einem Termin bei Porsche auch der Oberbürgermeister der Porsche-Stadt Leipzig angeflitzt ist. Aber im Kern geht es um ein kleines Unternehmen, das versucht, eine gute Idee als Geschäftsgrundlage umzusetzen.
Leipzigs Umweltamt mahnt den NuKLA e. V. ab für eine Bootsnutzung, die es selbst duldet
Boote an der Connewitzer Schleuse. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Ist es eine Eulenspiegelei? Eine Narretei? Oder die Kraftmeierei eines Amtes, das eigentlich im Unrecht ist? Eine ziemlich sinnfreie Retourkutsche dafür, dass ein kleiner, unnachgiebiger Verein das allmächtige Umweltamt der Stadt Leipzig zu Dingen zwingt, die man dort eigentlich nicht will? Zum Beispiel: Klären, wer eigentlich auf Leipzigs Gewässern gewerblich Boot fahren darf. Das ist nämlich bis heute nicht geklärt.
LVZ-Explosions-Geschichte beruht sichtlich auf einer falsch verstandenen Statistik
Juliane Nagel in der Leipziger Ratsversammlung. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserDa hat die LVZ am 14. Mai wohl so richtig danebengehauen mit ihrem Interview mit Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz, das sie betitelte mit „Kinder- und Jugendkriminalität explodiert – Leipzigs Polizeichef schlägt Alarm“. Zwei Antworten aus Landtag und Stadtrat zeigen nun, dass von Explosion keine Rede sein kann. Augenscheinlich war da wirklich jemand unfähig, Statistiken richtig zu lesen.