2017 – was kommt?

Lauter gute Vorsätze, an die sich keiner hält

Für alle LeserAlle Jahre wieder gibt es Umfragen. Alle möglichen Leute werden zu allem Möglichen gefragt, meist nach guten Vorsätzen. Das ist irgendwie Tradition, weil irgendwann mal ein Redakteur, dem nichts einfiel, die leere Neujahrsspalte mit blumigen Worten zu all dem füllte, was man sich im neuen Jahr so alles vornehmen könnte. Dabei hält sich niemand dran. Es ist einfach zu schwer.

Die Gesundheitskasse DAK hat das nun wieder gemacht und meint, es sei nun mal ein Trend, der anhalte. 3.468 Bundesbürger hat man im November und Dezember 2016 befragt. Und augenscheinlich bekamen es die Meisten nicht fertig, einfach „Nein“ zu sagen.

Eigentlich ist der einzige Vorsatz, den die meisten Leute wirklich umsetzen im neuen Jahr, der, sich weiter in die Hosentasche zu schwindeln. Die Spitzenplätze sind jedes Jahr dieselben. Die Reihenfolge ändert sich nicht. Es bleibt alles beim Alten. Man will weniger Stress haben – und macht doch wieder emsig mit im Hamsterrad. Begreifen das die Befragten nicht, dass sie selbst der Motor ihrer eigenen Stress-Probleme sind?

Die DAK versucht zwar, einen neuen Trend bei den guten Vorsätzen für 2017 zu etablieren: „Immer mehr Menschen wollen offline sein. Für das kommende Jahr nimmt sich jeder fünfte Deutsche vor, das Handy, den Computer oder das Internet weniger zu nutzen. Bei jungen Erwachsenen plant sogar mehr als jeder Dritte (38 Prozent) einen Rückzug aus der Online-Welt.“

Ehrlich? Das haben die Leute auch schon vor einem Jahr gesagt. Und sich nicht dran gehalten. Sie schaffen es wirklich nicht. Im Gegenteil. Selbst in öffentlichen Räumen starren sie auf ihre kleinen elektronischen Geräte, von der Panik getrieben, sie könnten etwas Wichtiges verpassen.

Diese Geräte sind so gemacht, dass die Leute das Gefühl haben sollen, dass sie etwas verpassen, wenn sie nicht ständig nach Nachrichten scrollen, twittern, SMS schreiben oder irgendwelche anderen Dinge machen, während sie neben einem sitzen – aber eigentlich gar nicht da sind.

Wie wäre es mal mit dem Vorsatz: „Ich will immer öfter wieder da sein“?

Richtig? Real?

Denn die anderen Vorsätze – wie gesagt – für die Katz:

Auf Platz eins der guten Vorsätze steht nach wie vor Stressabbau: Sechs von zehn Deutschen wünschen sich für 2017 mehr Entspannung. Warum tun sie es nicht einfach? Stellen sich wie die vier Unentwegten, die man sonntagsfrüh um Sieben auf der Wiese am Schwanenteich sieht, hin und turnen gemeinsam? Machen asiatische Körperübungen. Oder singen einfach. Oder verwandeln ihren Job, auf den sie so wahnsinnig stolz sind, in einen Teilzeitjob? Damit sie Zeit zum Singen, Basteln und Stressabbau haben? Es könnte ja passieren, dass dann auch andere Leute weniger Stress haben, weil kein durchgeknallter Abteilungsleiter um 17 Uhr noch anruft und seine spinnerte Idee noch vor Mitternacht „schnell mal“ umgesetzt haben möchte.

62 Prozent der Deutschen nehmen sich vor, Stress abzubauen oder zu vermeiden. Vor allem für die Rushhour-Generation zwischen 30 und 59 Jahren ist dieser Wunsch zentral, meint die DAK. Fast 70 Prozent von ihnen wollen sich 2017 mehr entspannen.

Und auf Platz zwei folgt mehr Zeit für Familie und Freunde (57 Prozent). Das ist dann die andere Seite der Medaille. Da raboten die Leute bis Mitternacht und jammern, dass sie keine Zeit für Frau und Kind und den einsamen Edeka-Opa haben. Spinnen die? Oder sind die nur verrückt?

Mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen wollen 60 Prozent. Dies nehmen sich vor allem die Männer vor (63 Prozent, Frauen: 57 Prozent).

Zu den Klassikern der guten Vorsätze gehören gesündere Ernährung (50 Prozent) und mehr Bewegung (57 Prozent). Vor allem die 14- bis 29-Jährigen nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben: Zwei Drittel haben diesen Vorsatz gefasst. Abnehmen möchte jeder Dritte. Zwölf Prozent wollen weniger Alkohol trinken, neun Prozent das Rauchen einstellen.

Laut DAK-Umfrage hat es 2016 mehr als jeder zweite Deutsche irgendwie geschafft, seine guten Vorsätze für das neue Jahr vier Monate und länger durchzuhalten (56 Prozent). Das ist der beste Wert seit Beginn der Befragungen zu den guten Vorsätzen im Jahr 2011. Vor allem Menschen im Norden und in den ostdeutschen Bundesländern halten ihre Vorsätze lange durch, am kürzesten die Nordrhein-Westfalen (50 Prozent). Zumindest behaupten sie das von sich. Wer kann das nachprüfen? Im Monat Mai ist also alles wieder vorbei. Der Urlaub nähert sich und die Gestressten drehen durch.

Von einem austarierten Leben ist da weit und breit nichts zu sehen.

Nur dieses Gefühl nimmt zu, dass man eigentlich die ganze Zeit falsch lebt. Und dass die Kraft nur ein paar Wochen oder Monate reicht, gegen den Druck standzuhalten. Dann kommt wieder jemand, der ein paar klitzekleine Leistungswünsche hat. Oder droht mit Stellenabbau oder Standortverlagerung. Deswegen reichen die Vorsätze nie übers Jahr. Nur die Träume vom Aussteigen nehmen zu.

Und weil sie sich doch meistens keiner erfüllt, verlagern sich die Wünsche in die digitale Sehnsuchtswelt. Aus dem echten Runterschalten wird ein Anschalten. Die digitalen Geräte  laufen immer länger, immer panischer wird die Suche nach einem Stück Sehnsucht, und sei’s nur digital. Wir wandern ja heute nicht mehr wirklich, sondern in den programmierten Welten digitaler Spiele.

Bei der jährlichen Umfrage zu den guten Vorsätzen der Deutschen fragte die Krankenkasse die Nutzung von digitalen Medien zum dritten Mal ab.

Im Jahresvergleich zeigt sich: Seit 2014 ist die Zahl der Menschen, die öfter mal abschalten wollen, von 15 auf 20 Prozent gestiegen. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 14 bis 29 Jahren wird der Trend besonders deutlich: 38 Prozent planen, ihren Medienkonsum 2017 einzuschränken – vor zwei Jahren waren es noch 29 Prozent. In der Gruppe der über 60-Jährigen geben dies aktuell nur zehn Prozent der Befragten an.

Und dann schauen wir einfach mal, was die ARD-ZDF-Online-Studie dazu sagt: Waren 2013 noch 57 Prozent der Bundesbürger täglich online, so stieg der Wert 2014 auf 58,3 Prozent, 2015 auf 63,1 Prozent und 2016 auf 65,1 Prozent. Die Nutzungsdauer stieg von 111 Minuten täglich im Jahr 2014 auf 128 Minuten im Jahr 2016. Am längsten sind die 14- bis 29-Jährigen online: 245 Minuten täglich. Vier volle Stunden.

Man muss nicht lange suchen, um zu sehen, dass sich die Leute eine Menge vornehmen, sich in der Regel aber nicht dran halten.

Schön ist dann der Rat, den Hella Thomas, Präventionsexpertin der DAK-Gesundheit, gibt: „Wer Smartphone und Computer öfter mal ausschaltet, bleibt entspannt und fördert seine Konzentrationsfähigkeit.“

Schon da beginnt ja das Problem. Beobachten Sie nur die Leute in der Bahn, wie sie eben gerade mit dem Gesichtsausdruck völliger Zerknirschung ihr Gerät weggesteckt haben, und dann dauert es keine Minute, und sie fischen das Ding eilig wieder aus der Tasche, weil sie das blöde Gefühl haben, da könnte jetzt doch irgendetwas Wichtiges hereingeschneit sein.

Vielleicht sollte man sprechende Smartphones entwickeln, die ihre Besitzer in regelmäßigen Abständen beruhigen: „Nein, Sie haben keine Nachricht. Es ist nichts passiert. Wirklich nicht. Und Ihre 26 SMS, die Sie in der letzten Stunde versendet haben, wurden von Ihren Gesprächspartnern auch noch nicht geöffnet. Die meisten haben ihr Gerät nicht an. Und Susi Müller lässt mitteilen, dass sie heute den ganzen Tag nur auf Festnetz erreichbar ist. Einatmen, ausatmen. Alles ist gut.“

Aber wahrscheinlich würde dann eine Knallcharge im Silicon Valley wieder einem Alarmmodus finden, der alle drei Minuten dazwischentrötet: „Herr Zuckerberg hat eine GANZ WICHTIGE Nachricht für Dich! Nimm ab. Jetzt. Sofort. Es geht um DEIN LEBEN!“

Und dann nimmt das Hascherl ab und erfährt: „Ich habe eine schöne neue Erweiterung für Dein Smartphone entwickelt. Es wird dir ganz viel Spaß machen. Du kannst es gleich runterladen. Hier ist der Knopf. Liebe Grüße, dein Mark Zuckerschnute.“

Wetten, dass der Bursche 2017 genauso weitermacht?

Die von der DAK erkundeten neuen und alten Vorsätze für 2017:

Platz 1: Stress vermeiden oder abbauen (62 Prozent)
Platz 2: Mehr Zeit für Familie/Freunde (60 Prozent)
Platz 3: Mehr bewegen/Sport (57 Prozent)
Platz 4: Mehr Zeit für sich selbst (52 Prozent)
Platz 5: Gesünder ernähren (50 Prozent)
Platz 6: Abnehmen (33 Prozent)
Platz 7: Sparsamer sein (31 Prozent)
Platz 8: Weniger Handy, Computer, Internet (20 Prozent)
Platz 9: Weniger fernsehen (19 Prozent)
Platz 10: Weniger Alkohol (12 Prozent)
Platz 11: Rauchen einstellen (9 Prozent)

In eigener Sache: Für freien Journalismus aus und in Leipzig suchen wir Freikäufer

DAKSilvester
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
CDU-Europaexperte: „Die Europäische Kommission darf Zoos nicht einschränken“
Tierseuchen bei Wildtieren: Ergebnisse der Überwachung 2016 und Ausblick 2017
Spin-off der HTWK Leipzig revolutioniert chirurgisches Training mit High-Tech-Simulator
19. Frauenpreis der SPD-Landtagsfraktion: Petra Köpping ruft zur Einreichung von Vorschlägen aus dem Landkreis Leipzig auf
Feierliche Preisverleihung zur Jahresversammlung an der HTWK Leipzig
Wurzen: Bitte um Sachspenden für Asylsuchende
Katharina Krefft und Norman Volger als fraktionsvorsitzende Doppelspitze wiedergewählt
Räuber, Henker und Halunken – Historische Räuberbanden aus Leipzig und dem Umland
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: NPD, Höcke und Trump
Die AfD im Jahr 2014 mit teils ausgefallenen Thesen auf Wahlkampftour (hier auf dem Simsonplatz Leipzig). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas, was spätestens seit der gespenstisch-nazistischen Rede Björn Höckes (AfD) in Dresden jeden beunruhigen sollte, ist die Parallelität heutigen Geschehens zu den Ereignissen in den Jahren vor der Nazi-Herrschaft. Natürlich wiederholen sich politische Abläufe nicht. Aber damals wie heute zerbrechen die politischen Bewegungen, die Bündnisse, die Kooperationen über Grenzen hinweg, die nach den Erfahrungen des 1. Weltkrieges versucht hatten, im Innern demokratische Verhältnisse aufzubauen, Pluralität zu entfalten und nach außen durch Völkerverständigung zukünftigen Kriegen vorzubeugen.
Der Stadtrat tagt: Großprojekt „Parkbogen Ost“ wird umgesetzt
Die Ratsversammlung am 18. Januar. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Mit großer Mehrheit hat sich der Stadtrat für die Umsetzung des Großprojekts „Parkbogen Ost“ ausgesprochen. Die Geh- und Radwege sowie Gründflächen im Leipziger Osten sollen in den kommenden 25 Jahren für mindestens 40 Millionen Euro entstehen.
Der Stadtrat tagt: Finanzierung der „Jüdischen Woche“ ist gesichert
Beschlossene Sache. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Aller zwei Jahre findet in Leipzig die „Jüdische Woche“ statt. Dank besserer finanzieller Ausstattung hatte die Veranstaltung 2015 doppelt so viele Besucher wie in den Jahren zuvor. Weil der Stadtrat nun dauerhaft zusätzliche Mittel freigibt, könnte dieses Niveau erhalten bleiben.
Der Stadtrat tagt: Roter Stern hat viele Sympathien
Petitionsübergabe an den OBM. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Der Fußballclub „Roter Stern Leipzig“ bemüht sich seit einigen Wochen um die Pacht einer Sportplatzanlage in der Teichstraße 12 in Connewitz. Eine begleitende Petition mit 4.500 Unterschriften hat der Stadtrat heute mit großer Mehrheit ins laufende Verfahren aufgenommen. Die finale Entscheidung fällt nach dem 28. Februar. An diesem Tag endet die Bewerbungsfrist.
Der Stadtrat tagt: Verwaltung erleichtert papierlose Arbeit
Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten, SPD im Stadtrat). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Stadträten soll es künftig vereinfacht werden, im Rathaus ohne ausgedruckte Materialien ihrer Arbeit nachzugehen. Auf Antrag der Piratin Ute Elisabeth Gabelmann sollen Sitzungsräume in und außerhalb des Rathauses stärker mit Steckdosen und W-Lan ausgestattet werden. Zudem möchte die Verwaltung das elektronische Ratsinformationssystem evaluieren und weitere Funktionen prüfen. Aktuell sei man damit nicht zufrieden.
Die Leipziger Januar-Stadtratssitzung im Videomitschnitt
Livestream. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserHeute Nachmittag gegen 14 Uhr wird Oberbürgermeister Burkhard Jung die gewählten Leipziger Stadträtinnen und Stadträte im Ratssaal des Neuen Rathauses zur ersten Stadtratssitzung des gerade begonnenen Jahres begrüßen. Auf der Tagesordnung wieder mal ein großes Paket an Themen und Problemen, die beraten, diskutiert und entschieden werden müssen: die Reduzierung des nächtlichen Fluglärms, die Stärkung des Stadt- und Quartiersmanagements, die Neuregelung der Bildungsempfehlungen, der Parkbogen Ost und viele weitere Themen. Die Redakteure der L-IZ sind vor Ort dabei und berichten. Der Livestream beginnt gegen 14 Uhr.
Kann Leipzig ab 2021 Schuldentilgungen von 65 Millionen Euro stemmen?
Bis 2020 wird der Leipziger Schuldenabbau erst mal ein bisschen gedrosselt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Zeit, dass in Leipzig heftig über den Schuldenberg von damals noch 900 Millionen Euro diskutiert wurde, ist schon ein Weilchen her. Leipzig hat ja emsig Schulden abgetragen. Aber im vergangenen Jahr hat der Stadtrat kurzerhand beschlossen, den Schuldenabbau zu drosseln. Das Geld fehlt ja andernorts für Investitionen. Aber für 2037 steht nach wie vor das Ziel: Leipzig soll schuldenfrei sein.
Gästetaxe in Leipzig könnte am 1. Januar 2018 kommen
Ein paar zusätzliche Euro könnten Leipzigs Haushalt entlasten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Gästetaxe in Leipzig wird kommen. Dessen ist sich die SPD-Fraktion sicher. Am Dienstag, 17. Januar, berichtete sie aus dem erweiterten Finanzausschuss der Stadt. Da haben Verwaltung und Fraktionen über die Ausgestaltung des Doppelhaushalts 2017/2018 diskutiert. Und die SPD freut sich darüber, dass gerade ihre Leib- und Magenthemen Kita und Schule berücksichtigt wurden. Aber dafür braucht man mehr Geld.
Der innige Glaube an die Lösungskompetenz smarter Systeme
Kassensturz mit letztem Knopf. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat mal wieder die Leute befragt – in diesem Fall die Bürgermeister. Der VDI ist die Truppe, die nun seit Jahren Kampagnen macht, weil sie meint, es gäbe zu wenige Ingenieure im Land. Er kämpft aber nicht nur für mehr Ingenieure, er versucht auch lauter Ingenieurprodukte salonfähig zu machen, denn so nebenbei betreibt der Verein auch noch „fünf privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen, die gewinnorientierte Ziele verfolgen“, wie es Wikipedia so salopp formuliert.
Das pralle Leben im Torgau der Lutherzeit
Jürgen Herzog: Vorreformatorische Kirche und Reformation in Torgau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Titel können so irritierend sein. Man wiegt das herrliche 600 Seiten dicke Buch in der Hand, sieht beim ersten Durchblättern schon lauter eindrucksvolle Fotos. Hier hat sich einer richtig tief hineingekniet in den Stoff. Und es ist spannender Stoff: Das pralle Leben einer sächsischen Residenzstadt im 16. Jahrhundert. Und dann so ein Titel!
Teurer Auschwitz-Post auf Facebook: 2.500 Euro Geldstrafe
Amtsgericht Leipzig. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDieser Post kommt ihn möglicherweise teuer zu stehen: Weil er ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz mit einem beigefügten „Refugees Welcome“ und dem Kommentar „Hereinspaziert, Platz ist für alle da“ geteilt haben soll, muss Dirk M. nun 2.500 Euro Geldstrafe zahlen. Laut Anklageschrift teilte der 34-jährige Taxifahrer das fragliche Foto auf Facebook und einer weiteren Internetseite zu einem Zeitpunkt vor dem 13. September 2015. Zu sehen war das Eingangstor des Vernichtungslagers Auschwitz mit dem berüchtigten Schriftzug „Arbeit macht frei.“
Mozarts dunkle Seite: Oper Leipzig zeigt „Die Entführung aus dem Serail“ als atmosphärischen Psychothriller
„Die Entführung aus dem Serail“ in der Oper Leipzig. Foto: Andreas Birkigt

Foto: Andreas Birkigt

„Die Entführung aus dem Serail“ gilt unter Mozartfans gemeinhin als heiteres Werk. Dietrich W. Hilsdorf inszenierte den Klassiker 2006 in Leipzig als knisternden Opernthriller. Nach mehrjähriger Pause steht die spannende Inszenierung seit Sonntag wieder auf dem Spielplan.
Kreativitätswerkstatt Leipzig sieht neue Kooperationschancen im Heinrich-Budde-Haus
Heinrich-Budde-Haus in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Seit dem 1. Januar 2017 hat das Budde-Haus in Gohlis einen neuen Betreiber. Der FAIRbund e. V. aus Leipzig hat im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens des Kulturamts der Stadt Leipzig den Zuschlag bekommen. Der im Haus ansässige Kreativitätswerkstatt Leipzig e.V. hatte sich auch beworben. Was macht er draus? Mit Uta Schlenzig, Leiterin der Kreativwerkstatt, sprach Hansgeorg Herold.
Urheberrechtsproblem an Sachsens Hochschulen ist noch lange nicht geklärt
Streitthema: Was kostet eine Kopie? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Zum Jahresende sorgte eine Vereinbarung kurzzeitig für Panik an Sachsens Hochschulen. Die Kultusminister hatten sich mit der VG Wort auf neue Regeln zur Vergütung zur Benutzung urheberrechtlich geschützter Materien geeinigt – ein regelrecht kontraproduktives Papier. Das dann doch kurz vor Ultimo wieder kassiert wurde. Sachsen solle sich in den Klärungsprozess einklinken, hatte die Grünen-Fraktion im Landtag beantragt. Das lehnten CDU und SPD jetzt ab.
Werden Leipzigs Gymnasien jetzt von Schülern überrannt?
Baustelle altes Schulsystem. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Da kommt was auf die großen Städte zu, wenn für das neue Schuljahr die neu definierte Bildungsempfehlung in Sachsen gilt. Denn wenn die Linkspartei richtig gerechnet hat, werden dann rund 1.500 Kinder mehr als bisher auf sächsische Gymnasien streben. Das lässt vor allem in Dresden und Leipzig die Kapazitäten platzen.