Beihilfe in Sachsen: Was Sie als Beamtenanwärter und Referendar wissen sollten

Als Staatsdiener erhalten Beamte mit Übergabe ihrer Ernennungsurkunde nicht nur Dienstbezüge sondern auch die Beihilfe. Damit übernimmt der Dienstherr einen Teil der Krankheitskosten. Auch Beamten- und Lehramtsanwärter im Referendariat haben Anspruch auf diese attraktiven Vergütungsbestandteile. Was Sie über die Beihilfe in Sachsen wissen sollten und wie Sie Ihren Antrag auf Beihilfe mit den richtigen Formularen stellen, erfahren Sie hier.

Versicherungstipps für Beamtenanwärter und Referendare

Die Beihilfe in Sachsen ist wie für Bundesbeamte ein integraler Bestandteil der Gesamtvergütung und leitet sich aus dem besonderen Treuverhältnis zwischen Beamten und ihren Dienstherren ab. Aber Vorsicht: Mit der Beihilfe übernimmt der Dienstherr nur einen Teil der Krankheitskosten. Dem Beamten selber zahlt die Beihilfe auf Antrag 50 Prozent seiner beihilfefähigen Aufwendungen für Arzt- und Krankenhausbesuche sowie Arznei- und Heilmittel. Für Kinder sowie Ehe- und eingetragene Lebenspartner liegt der Beihilfeanspruch in Sachsen bei 70 Prozent; das gilt aber nur, wenn der Gatte oder die Gattin nicht mehr als 18.000 Euro eigenes Einkommen hat.

Seit 2009 besteht Krankenversicherungspflicht auch für Beamte

Vor allem junge Beamtenanwärter und Referendare könnten nun durch die Beihilfe annehmen, sie könnten aufgrund ihrer guten Gesundheit auf eine Krankenversicherung verzichten. Die Restkosten könnten sie schon selber zahlen. Aber weit gefehlt. Seit 2009 besteht auch für Beamte mit Beginn ihres Vorbereitungsdienstes eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Einen Nachweis über den Abschluss einer sogenannten Restkostenversicherung müssen Beamte vorlegen, wenn sie das erste Mal einen Antrag auf Übernahme ihrer Krankheitskosten bei ihrer Beihilfestelle einreichen. Generell haben Beamtenanwärter ein Wahlrecht, bei welcher Versicherung sie ihre Restkosten versichern. Wichtig ist aber, dass sie einen Tarif auswählen, der optimal auf die Beihilfe zugeschnitten ist. Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bieten lediglich Vollkostentarife, die alle medizinisch notwendigen Aufwendungen als Sachleistungen übernehmen. Mit einem solchen Tarif zahlt die Beihilfestelle nur noch in wenigen Ausnahmefällen. Darüber hinaus muss der freiwillig in der GKV Versicherte sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmeranteile aus der eigenen Tasche bezahlen. Bessere und vor allem maßgeschneiderte Tarife bietet die Private Krankenversicherung (PKV).

Welches Tarifmodell bei der PKV ist das Beste für Beamtenanwärter und Referendare?

Welcher Krankenversicherungstarif für Beamtenanwärter und Referendare der Beste ist, muss jeder für sich herausfinden. Denn es gibt verschiedene Leistungspakete der Privaten Krankenversicherer. Viele bieten Basis- und Komfort-Tarife sowie mit und ohne Selbstbeteiligung. Sie unterscheiden sich vor allem bei den Extraleistungen. So entsteht die breite Preisspanne bei den Monatsbeiträgen. Große Unterschiede leiten sich aus dem individuellen Risiko ab. Wer aber gesund ist, nicht raucht und keine Vorerkrankungen hat, kann den Fragebogen über den Gesundheitsstatus unbesorgt ausfüllen. Für einen gesunden 25-Jährigen mit Anwärterbezügen von 1.300 Euro liegen die PKV-Tarife zwischen 40 und 80 Euro. Bei einer Gesetzlichen Kasse müsste er jedoch rund 195 Euro monatlich zahlen und bekäme von der Beihilfestelle nur noch selten Geld.

Beihilfe auf den richtigen Vordrucken bei der zuständigen Beihilfestelle beantragen

Wer in den vollen Genuss der Beihilfe kommen möchte, muss jedoch ein wenig mehr administrative Aufgaben übernehmen. Denn jede medizinische Leistung muss der beihilfeberechtigte Beamtenanwärter und Referendar zunächst selber bezahlen. Und dann muss er Anträge stellen. Zunächst bei seiner Krankenversicherung und dann bei der zuständigen Beihilfestelle. Für Landesbeamte ist das Landesamt für Steuern und Finanzen zuständig, für kommunale Beamte der Kommunale Versorgungsverband Sachsen. Ihren ersten Antrag auf Beihilfe müssen Sie auf einem speziellen Beihilfe-Formular einreichen. Dieses ist umfangreicher, weil zunächst alle Grunddaten abgefragt werden. Und ihrem Erstantrag müssen Sie einen Nachweis über die Restkostenversicherung beilegen. Spätere Folgeanträge müssen Sie mit den Quittungen auf einem anderen Beihilfe-Vordruck einreichen. Für die Beantragung haben Sie zwei Jahre Zeit.


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