Eltern müssen geschützt werden – Rechte in Schwangerschaft und Elternzeit!

Wenn sich die erste Freude über eine Schwangerschaft gelegt hat, stellt sich speziell berufstätigen Eltern die Frage: Was nun? Wie geht es weiter? Welche Rechte habe ich? Es gibt Rechte, die Eltern schützen, besonders werdende Mütter, jedoch haben viele davon - vorausgesetzt, dass der Arbeitgeber über die Schwangerschaft Bescheid weiß.

Mit Kenntnisnahme greift das Mutterschutzgesetz

Das Mutterschutzgesetz dient dazu, werdende Mütter und das ungeborene Kind bzw. das neugeborene Baby zu schützen, ohne dass die Eltern um ihre berufliche Existenz fürchten müssen.
Dazu zählt, dass in der Schwangerschaft ein spezielles Kündigungsverbot besteht. Dieses gilt sogar rückwirkend, wenn eine Kündigung ohne Kenntnis einer bestehenden Schwangerschaft ausgesprochen wurde – eine Ausnahme davon bildet ein befristetes Arbeitsverhältnis bzw. eine Kündigung mit Zustimmung der Behörde.

Gerade in körperlich oder psychisch anstrengenden, aber auch gefährlichen Berufen sollte der Arbeitgeber dennoch möglichst schnell informiert werden, denn dann muss er die Aufsichtsbehörde informieren und die Gefahr am Arbeitsplatz beurteilen. Für den Fall, dass die Gefahr nicht durch Umgestaltung oder Versetzung beseitigt werden kann, hat die werden Mutter das Recht, bei ihrem Arzt ein generelles oder individuelles Beschäftigungsverbot zu erwirken.
Unabhängig von diesen besonderen Fällen gilt in den letzten 6 Wochen vor dem Entbindungstermin und in den 8 Wochen nach der Geburt ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot. Über welchen Zeitraum sich das individuell erstreckt, kann z.B. unter https://shop.haufe.de/mutterschutz-rechner errechnet werden.

Um die werdende Mutter finanziell abzusichern, steht ihr während des Mutterschutzes das Mutterschaftsgeld zu, welches sich nach der Höhe des Gehalts berechnet. Auch während eines individuellen Beschäftigungsverbotes steht der Mutter ein Mutterschutzlohn zu, der sich aus den Löhnen der letzten 13 Wochen bzw. der letzten 3 Monate vor der Schwangerschaft berechnet.

Nach der Geburt – die Rechte frischer Eltern

Bis das Kind drei Jahre alt ist, hat jedes Elternteil das Recht Elternzeit zu nehmen. In dieser Zeit besteht für alle Eltern Kündigungsschutz und da das Arbeitsverhältnis nur ruht, verändert sich auch am eigentlichen Arbeitsvertrag nichts. Mit der Beendigung der Elternzeit kehrt der Arbeitnehmer in sein altes Arbeitsverhältnis zurück.

Nach Absprache mit dem Arbeitgeber kann die Elternzeit aufgeteilt werden. Bei vor Juli 2015 geborenen Kindern kann ein Jahr der Elternzeit in der Zeit zwischen dem dritten und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes genommen werden, bei ab Juli 2015 geborenen Kindern auch in drei Abschnitten bis zum vollendeten achten Lebensjahr. Die Elternzeit kann von beiden Eltern gleichzeitig genommen werden, Dauer und Beginn müssen aber sieben bis acht Wochen vor Beginn dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Um das Familieneinkommen über das Elterngeld hinaus zu sichern, ist eine Teilerwerbstätigkeit von bis zu 30 Stunden pro Elternteil möglich.

Ist eine Arbeitnehmerin erneut schwanger, kann sie ihre Elternzeit jederzeit und ohne Einverständnis des Arbeitgebers zugunsten des Mutterschutzes beenden. Die Elternzeit endet dann, sobald der Arbeitgeber die Mitteilung darüber empfangen hat.


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