RFID-Technologie – kleine Chips mit vielfältigen Möglichkeiten

RFID ist die Abkürzung des englischen Ausdrucks radio-frequency identification, was so viel wie Identifizierung mittels elektromagnetischer Wellen bedeutet. Die Grundlage dieser Technologie wurde im Zweiten Weltkrieg dazu entwickelt, um zum Beispiel feindliche von eigenen Flugzeugen zu unterscheiden. Damals sendete ein eingebauter Transponder des freundlich gesinnten Gegenübers einen Impuls des Radargeräts in verstärkter Form wieder zurück, sodass das eigene Flugzeug auf dem Radarbildschirm zweimal dargestellt wurde.

Heutzutage ist der Transponder mit einem Code, ähnlich einem Barcode, versehen. Zudem gibt es ein spezielles Lesegerät, das die Informationen, die mit Hilfe von Radiowellen gesendet werden, entziffern und anzeigen kann. Die Transponder sind teilweise sehr klein und kostengünstig, was sie für viele Bereiche sehr attraktiv macht. Seit 2005 sind sie zum Beispiel in Reisepässen und seit 2010 in den Personalausweisen enthalten. Die USA haben sogar erlaubt, die Chips unter die Haut des Menschen zu transplantieren. Damit können die Körperfunktionen von gefährdeten Menschen permanent überprüft werden. Um Haus- und Nutztiere identifizieren zu können, werden sie schon länger eingesetzt.

Beispiel Behältermanagement – diese Möglichkeiten eröffnet RFID

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz der RFID-Technologie ist das Management unterschiedlicher Behälter. Logistiker sind nämlich nicht nur damit beschäftigt, Waren rechtzeitig auszuliefern, sondern auch damit, entladene Paletten und andere Lademittel wieder zurückzutransportieren. Da im Produktionsprozess bis hin zur Belieferung des Handels zahlreiche Player beteiligt sind, gestaltet sich die Aufgabe, der richtigen Verteilung durchaus schwierig. Deshalb haben sich eigene Dienstleister für das effiziente Behältermanagement herausgebildet, die beispielsweise auch die professionelle Reinigung und das Leasing von Behältern anbieten.

RFID wird zum Beispiel von diesem Anbieter für Behälterleasing genutzt. Dadurch fallen aufwendige Inventurzählungen weg und man ist zu jedem Zeitpunkt darüber informiert, in welchem Betrieb sich gerade wie viele Behälter befinden und zwischen welchen Firmen Austauschbedarf besteht. Die Datenerfassung erfolgt dabei berührungslos, sodass die Behälter nicht von Hand gescannt werden müssen. Befinden sie sich im Sendebereich der Radiowellen, werden sie automatisch erfasst. Auch weitere Arbeitsabläufe werden dadurch extrem beschleunigt, denn die Mitarbeiter können schnell erfassen, welche Produkte und Rohmaterialien in welcher Größenordnung geliefert wurden, ohne jeden Behälter einzeln zu prüfen.

Um eine größere Reichweite zu erzielen, werden aktive Transponder mit einer eigenen Energieversorgung eingesetzt. Sie werden nicht über das empfangene Signal mit Energie versorgt, sondern über eine eingebaute Batterie. Dadurch sind sie größer und deutlich teurer als passive Modelle. Sie verfügen aber außerdem über einen größeren Leistungsumfang, können also zum Beispiel die Temperatur in Medikamententransportboxen aufzeichnen, sodass der Empfänger der Ware etwa über eine unterbrochene Kühlung unterrichtet ist. Im Gegensatz zu Barcodes können zudem deutlich mehr Daten gespeichert werden.

Warum sollten Unternehmen die Transponder einführen?

Gerade das Nachrüsten von leistungsstarken RFID-Chips bei bestehenden Behältervorräten ist nicht ganz kostengünstig. Es lohnt sich für Firmen mit hohen Durchlaufquoten und wertvollen Transportgütern aber allemal. Unterschiedlichste Prozesse werden dadurch optimiert.

  • Es werden weniger Mitarbeiter und Arbeitsstunden benötigt, um eingehende Ware zu registrieren.
  • Durch die aktuellen Bestandsdaten müssen insgesamt weniger Behälter gekauft oder geleast werden.
  • Dadurch reduzieren sich des Weiteren die Lagerhaltungskosten für die Behälter. Außerdem kommen weniger Transportfahrzeuge zum Einsatz, da es leichter wird, eine optimale Beladung mit gefüllten Behältern und Leergut zu planen.
  • Sowohl der geringere Materialeinsatz auf Grund einer niedrigeren Anzahl an Kisten, Paletten und Co. als auch der verminderte CO2-Ausstoß dank weniger LKWs auf den Straßen schonen zu guter Letzt die Umwelt. Betriebe können damit ihr Image in der Gesellschaft aufwerten, wenn sie den Einsatz von RFID und seinen Vorteilen öffentlich machen.

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