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Polizeibericht, 11. August: Zigarettendiebstahl, Tote aufgefunden, Zündler am Werk

In Reudnitz-Thonberg öffneten vier Langfinger den unverschlossenen Kofferraum eines Lieferwagens und anschließend das Vorhängeschloss einer Stahlkiste und entnahmen daraus mehrere Stoffbeutel und eine Plastiktüte mit Münzgeld in vierstelliger Höhe – Die Polizei sucht nach Zeugen +++ In einer Wohnung in der Uhlandstraße wurde eine 34-jährige Frau tot aufgefunden, die mutmaßlich Opfer eines Verbrechens geworden ist +++ In der Ludwigsburger Straße war ein Zündler im Treppenhaus eines Mehrfamilienhaus am Werk.

Wer hat den Diebstahl beobachtet?

Am helllichten Tag öffneten gestern, kurz nach 15 Uhr, in Reudnitz-Thonberg vier Langfinger den unverschlossenen Kofferraum eines Lieferwagens und anschließend das Vorhängeschloss einer Stahlkiste. Aus dieser nahmen sie dann mehrere Stoffbeutel und eine Plastiktüte mit Münzgeld in vierstelliger Höhe. Dann flüchteten die Diebe in unbekannte Richtung. Der Fahrer lieferte zu der Zeit Zigaretten in einem Geschäft aus und demnach einige Minuten gebunden. Er bekam von dem Diebstahl nicht annähernd etwas mit. Da der dreiste Diebstahl – wie gesagt – am helllichten Tag geschah und allerlei Passanten Zeugen des Geschehens geworden sein sollen, werden nun diese Personen gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Bislang liegen nur folgende Informationen einer Zeugin zu den vier Männern vor:

  • – arabisch aussehend
  • – 20 – 30 Jahre alt
  • – drei von schmaler Statur der vierte etwas kräftiger
  • – alle dunkel gekleidet, junge Kerle

Der Betreiber eines nahe liegenden Geschäfts indes erinnerte sich, dass zwei etwa 18 – 22 Jahre alt, die anderen zwei 22 – 27 Jahre alt sein sollen. Einer soll etwas größer als die anderen drei gewesen sein, die ca. 1,80 Meter groß waren. Aufgrund des Erscheinungsbildes nahm dieser an, dass es sich bei den Tätern um Nordafrikaner handle.

Die Polizei ermittelt nun wegen Diebstahl im besonders schweren Fall und bittet Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, sich bei dem Polizeirevier Leipzig-Zentrum, Ritterstraße 19 – 21 in 04109 Leipzig, Tel. (0341) 7105-0 zu melden.

Tote in einer Wohnung aufgefunden

Am heutigen Tag wurde in einer Wohnung in der Uhlandstraße eine 34-jährige Frau tot aufgefunden, die mutmaßlich Opfer eines Verbrechens geworden ist. Ein 37-jähriger Mann, der vermeintliche Tatverdächtigte, wurde anschließend vor dem Haus schwer verletzt aufgefunden, durch das Rettungswesen in ein Krankenhaus gebracht und durch Polizeibeamte bewacht. Der Tatort wurde abgesperrt. Staatsanwaltschaft und Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen zum Geschehensablauf wurden die kriminaltechnischen Untersuchungen zur Spurensuche und Sicherung und alle weiteren notwendigen polizeilichen Maßnahmen eingeleitet.

Brand im Mehrfamilienhaus

Aufgrund starker Rauchentwicklung konnten die Gesetzeshüter, die heute Nacht zum Brand eines Mehrfamilienhauses in der Ludwigsburger Straße gerufen worden waren, das Treppenhaus nicht betreten. Erst mit Abschluss der Löscharbeiten durch die Feuerwehr wurde es möglich. Bei einer ersten gemeinsamen Nachschau am Brandort gab es erste Anhaltspunkte, wie der Brand hatte entstehen können. Ein unbekannter Zündler war am Werk gewesen, hatte auf der ersten Wohnebene einen Kinderwagen und in der dritten eine Matratze angezündet. Beide Gegenstände waren nahe dem Fahrstuhl im Gang aufbewahrt worden. Durch die Hitzeeinwirkung und Verrußung entstanden Schäden im Treppenhaus. Seitens der Hausverwaltung liegen aber noch keine Angaben vor, die eine Höhe des Sachschadens beziffern würden. Jedoch mussten insgesamt acht Mieter des Hauses mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation ambulant behandelt werden. Am heutigen Tag nehmen die Brandursachenermittler den Brandort noch einmal näher in Augenschein. Es wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt.

Unerwünschter Besuch

An der Querbreite betrat am Donnerstagmorgen ein Unbekannter das Schulgebäude. Er war weder Schüler noch Lehrer oder sonst irgendwie ein Berechtigter. Ohne Erlaubnis betrat er die Klassenräume, störte dadurch den Unterricht und öffnete wahllos Schränke. Da er auf mehrfache Aufforderung durch die Lehrer und die Schulleitung, die Schule zu verlassen, nicht reagierte, wurde die Polizei gerufen. Den Beamten gegenüber verhielt er sich nicht kooperativ und versuchte zu entkommen. Als sie ihn festhielten, wehrte er sich. Es half aber alles nichts – er musste mit zur Wache. Insgesamt wirkte der 26-Jährige orientierungslos. Er wähnte sich selbst in einer Stadt in Polen bei Dreharbeiten zu einem Film und reagierte nicht auf Ansprachen. Offenbar war er auch in dieser Orientierungslosigkeit in die Schule gelaufen, ohne jemandem etwas Böses zu wollen. Ein Notarzt wies ihn schließlich zur stationären Behandlung in eine Klinik ein. Anzeige wegen Hausfriedensbruch wurde erstattet.

Wände angesprüht

In der Permoser Straße sprühte gestern Nachmittag ein Mann die Wände eines Objektes der Polizei mit Farbe an. Dabei wurde er von vorbeifahrenden Autofahrern beobachtet. Diese riefen die Polizei. Der Mann entfernte sich dann vom Ort. Ein Autofahrer folgte ihm und zeigte den eingesetzten Polizisten den Hauseingang, in den er gegangen war. Dort stellten die Beamten einen 26–Jährigen fest, der eindeutig wiedererkannt wurde. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Sachbeschädigung eröffnet.

Kippenschnipsen mit ungeahnter Wirkung

Achtung! Raucher werden hiermit ausdrücklich zur Vorsicht ermahnt. Nicht selten sieht man dem Glimmstängel hörige Menschen an den Fenster sitzen und sich eine Zigarette gönnen. So weit so gut, doch haben die Raucher keinen Aschenbecher bei der Hand, wird nur zu gern die noch brennende Kippe einfach aus dem Fenster geschnipst. Dabei vergewissert sich in den seltensten Fällen einer, ob auch unten auf dem Weg niemand zufällig vorbei kommt. Genau diese Nachsicht traf gestern eine 11-Jährige. Die Schülerin befand sich gegen 13:00 Uhr auf der Gorkistraße auf dem Nachhauseweg, als sie plötzlich von einem noch glimmenden Zigarettenstummel getroffen wurde. Ihre Freundinnen bemerkten die Rauchfahne auf dem Kopf der 11-Jährigen und entfernten rasch die Kippe. Zum Glück blieb das Mädchen unverletzt – auch ihre Haare wurden scheinbar nicht versengt. Zurück blieben ihr nur der Schreck und ein nach Qualm riechender Schopf. Ihre Mutter (37) erstattete noch am selben Tag Anzeige bei der Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Vorfahrt missachtet

Der 35-jährige Fahrer eines Pkw Seat fuhr gestern Nachmittag die Hauptstraße entlang und bog an der Einmündung Lützner Straße (B 87) nach links ab. Dabei missachtete er die Vorfahrt des auf der B 87 fahrenden 37-jährigen Kradfahrers mit seiner Suzuki, welcher die Lützner Straße in Richtung Leipzig fuhr. Es kam zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, wodurch der Kradfahrer schwere Verletzungen erlitt und stationär in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Gesamtschaden beläuft sich auf eine mittlere vierstellige Summe.

Die Einkäufe waren dringend

Am Donnerstagmorgen hatte der Fahrer eines Opel Vectra die Absicht, vom Täubchenweg in die Tiefgarage eines Einkaufsmarktes zu fahren. Dabei übersah er aber eine bevorrechtigte Radfahrerin. Es kam zum Zusammenprall, bei dem sich die 20-jährige Radlerin am linken Ellenbogen verletzte. Der Opel-Fahrer setzte zurück und fuhr auf dem Täubchenweg davon, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Wenig später jedoch wollte er doch noch Einkaufen und fuhr in die Tiefgarage. Dort wurde er aber wiedererkannt. Der 70-Jährige muss sich nun wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung verantworten

Neunjähriger mit blauen Auge davon gekommen

Ein Schutzengel muss mit dem Jungen mitgefahren sein, der gestern Nachmittag mit seinem Fahrrad in Höhe Gartengrund vom Gehweg der Heinrich-Heine-Straße auf die Fahrbahn radelte, um diese in nördliche Richtung zu überqueren. Just in dem Moment fuhr allerdings eine Suzuki-Fahrerin (51) heran und konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, um anzuhalten und einen Zusammenstoß zu vermeiden. Der Neunjährige verletzte sich leicht an Ellenbogen, Knie und Knöchel, radelte aber weiter, geradewegs zu seiner Großmutter. Diese wiederum rief die Polizei und informierte über den Unfall. In diesem Zusammenhang wurde der Transport des Jungen mit Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in eine Leipziger Klinik veranlasst.

Dem Alkohol sehr nah …

… dem unfallfreien Fahren sehr fern: Anders könnte man die Fahrt eines Mannes (57) mit seinem Pkw am gestrigen Nachmittag kaum beschreiben. Mit beachtlichen 2,28 Promille navigierte der 57-Jährige in der Dieskaustraße schrammsicher seinen grauen Opel Astra über 28 Metern an einer Bordsteinkante entlang. Dies beobachteten Zeugen und informierten die Polizei, als der Mann mit einer blutenden Wunde an der Schläfe ausstieg. Der schwankende 57-Jährige erklärte, er habe sich bei der Arbeit auf einer Baustelle verletzt und sei dann vom Polier nach Hause geschickt worden. Zusätzlich zu den Beschädigungen, die sich der Wagen durch die unsachgemäßen Annäherungsversuche an die Bordsteinkante zugezogen hatte, konnten die Polizisten auch noch frische gelbe Lackspuren am Fahrzeug erkennen, die eindeutig keine Grundfarbe des Opels waren. Offensichtlich war der Mann auf seiner Fahrt nicht nur mit der Bordsteinkante, sondern auch noch mit einem anderen Wagen kollidiert. Daran konnte der 57-Jährige sich allerdings nicht mehr erinnern – er sei unglücklicherweise schläfrig geworden und deshalb mit der Kante kollidiert …

Die Polizei beschlagnahmte daraufhin seinen Führerschein und ließ im Krankenhaus eine Blutentnahme durchführen. Gegen den 57-Jährigen wird nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt.

Tief gestürzt

Ein Junge (13) solle im Wasser des „Anglerparadieses“ gefallen sein, diese Info erreichte gestern Nachmittag die Polizei in Oschatz. Als die Gesetzeshüter am besagten Teich eintrafen, stand auch schon ein Rettungswagen bereit, doch von dem Jungen war noch nichts zu sehen. Dieser hockte am nordwestlichen Steilhang des Steinbruchs nicht sichtbar hinter Büschen versteckt an einem Baumvorsprung in einem Meter Höhe über dem Wasserspiegel. Mit einem Schlauchboot war ihm dann ganz schnell vom Wasser aus geholfen und er aus seiner misslichen Lage gerettet. Zwar musste er mit einem Nasenbeinbruch in einem Leipziger Klinikum stationär aufgenommen werden und er erinnerte sich auch nicht mehr an das Geschehen. Doch in Anbetracht, dass er mehrere Meter tief, wahrscheinlich bis in den Teich, stürzte, kam er so gesehen mit einem großen, blauen Auge davon.

Zwischenzeitlich wurde sein Freund (13), der am Teich auf Rettung des Kumpels gewartet hatte, befragt. Er erzählte, dass der 13-Jährige am Hang abgerutscht und dabei Kopf über diesen hinunter gestürzt war. Ein Angler (48) hatte die Notsituation entdeckt und die Polizei gerufen, so der Junge weiter. Nun bleibt dem „Bruchpiloten“ nur gute Besserung zu wünschen und zu hoffen, dass er alsbald auf dem Weg der Genesung ist.

Straftatenprophylaxe durch Selbstmord?

Nein, in diesem Fall vergeht uns der Spaß. Und genau aus diesem Grund wollen wir ihn sachlich betrachtet, mit dem entsprechenden Fingerspitzengefühl, anfassen:

Ein junger Mann (29) hatte gestern Mittag verzweifelt versucht, sich umzubringen. Er stürzte sich ins Wasser des Karl-Heine-Kanals mit dem Willen zu ertrinken. Als ihm das nicht gelang – denn meist ist es doch so, dass sich der Körper weigert, in den Tod getrieben zu werden – steckte er Steine in sämtliche Taschen, die er besaß, inklusive seines Rucksackes. So, mit etwa 20 kg Steinen beschwert, unternahm er einen erneuten Versuch, sich zu ertränken: Doch es gelang nicht. Passanten und Bootsfahrer bemerkten das Vorhaben des 29-Jährigen, näherten sich ihm, holten ihn aus dem Wasser und riefen die Polizei.

Was war hier nur los? Gegenüber einem Notarzt und auch den Polizeibeamten äußerte der 29-Jährige nach seiner „Rettung“, dass er unerträgliche Gedanken und Phantasien habe. Eigentlich befände er sich derzeit in psychiatrischer Behandlung. Offenbar hatte der Mann selbst keine Hoffnung darauf, dass die Therapie ihn lehren könnte, mit seinen Vorstellungen umzugehen, weshalb er sich – prophylaktisch – umbringen wollte. Nur um zu verhindern, dass er in der Zukunft keine Straftat begehen würde, die er sich selbst nicht verzeihen würde. An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Mann bisher in keiner Weise polizeilich in Erscheinung getreten ist. Natürlich wurde er nach diesem Einsatz zurück in psychiatrische Fach-Obhut übergeben.

Ratlosigkeit macht sich auch bei uns breit: Dies ist kein Fall für die Polizei. Hier sind eindeutig andere Stellen gefragt und damit hoffen wir, dass er auch kein Fall für uns bleibt.

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