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Martin Dulig hat einen Wunsch zum Geburtstag: „Ich wünsche mir, dass aus einer Angstgesellschaft eine Hoffnungsgesellschaft wird“

Ich habe heute Geburtstag. Aber zum Feiern ist mir zurzeit nicht zumute. Wie auch, wenn jeden Tag so schlimme Dinge passieren. Wie in Bautzen, wo unter dem Beifall von Gaffern eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Flammen aufgeht. Und PEGIDA-Anhänger diesen Brandanschlag allen Ernstes als eine Form „direkter Demokratie" feiern. Wie in Clausnitz, wo ankommende Flüchtlinge von aufgebrachten Demonstranten blockiert und bedroht werden, und ein Polizeipräsident nach Auswertung eines fragwürdigen Polizeieinsatzes allen Ernstes die bedrohten Flüchtlinge zu Tätern erklärt.

Da rufen PEGIDA-Rednerinnen und -Redner offen zu Gewalt auf, empfehlen ihren Zuhörern – wie kürzlich in Leipzig – mit Mistgabeln Menschen zu bedrohen und zu jagen. Andere wollen gar mit Schusswaffen gegen Flüchtlinge vorgehen. Und das waren nur beschämende Vorfälle der letzten Tage. Und vorher? Da hießen die Tatorte Heidenau, Freital, Meißen… Was ist nur los in meinem Land?

Zum Geburtstag darf man sich ja was wünschen.

Ich wünsche mir, dass PEGIDA verschwindet. Ich weiß, dass das nicht so einfach gehen wird, und das Problem wäre damit nicht aus der Welt. Vielleicht ist ja folgender Wunsch realistischer: Der Wunsch, dass PEGIDA-Anhänger sich angesichts der eskalierenden Gewalt fragen, welchen Parolen und Anführern sie hinterherlaufen. Dass sie begreifen, welchen Schaden PEGIDA bereits angerichtet hat und weiter anrichtet. Dass sie erkennen, dass die PEGIDA-Dementoren Hass und Verachtung säen und ein vergiftetes Klima erzeugen, das sich immer öfter in Gewalttaten entlädt. Dass sie nicht länger hinnehmen, dass Flüchtlinge, Polizistinnen und Polizisten, Helferinnen und Helfer, Journalistinnen und Journalisten, Politikerinnen und Politiker bedroht und angegriffen werden. Scheiben gehen zu Bruch, Steine fliegen, Häuser brennen. Menschen werden verletzt, und wir dürfen froh sein, dass es bisher keine Toten gegeben hat.

Ich wünsche mir, dass niemand mehr Angst haben muss in Sachsen – egal ob hier geboren oder hierher gezogen oder geflüchtet ist. Wenn angeblich das Abendland gerettet werden soll, dann wünsche ich mir, dass auf die Tugenden Bezug genommen wird, die vermeintlich oder tatsächlich das Abendland ausmachen: Respekt und Mitmenschlichkeit oder auch christliche bzw. humanistische Werte wie Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit. Es spielt keine Rolle, ob wir es Nächstenliebe oder Solidarität nennen: Wenn wieder Respekt und Anstand im Umgang miteinander in unser Land einziehen, ist der wichtigste Schritt zum friedlichen Miteinander und auch zur friedlichen Konfliktlösung getan.

Ich wünsche mir, dass aus einer Angstgesellschaft eine Hoffnungsgesellschaft wird. Auch das – ich weiß – wird so einfach nicht geschehen. Angst ist ein Gefühl, das man nicht einfach abstellen kann. Dafür gibt es keinen Hebel, den man nur umlegen müsste. „Angst fressen Seele auf“ – um einen berühmten Filmtitel aus meinem Geburtsjahr 1974 zu zitieren. Aber wenn die ungeheure Kraft und Energie, die die Angst kostet, umgelenkt werden kann in eine konstruktive Kraft, um etwas Gutes aus unserem Land zu machen, zur Heimat für alle, die hier leben und sich hier verwirklichen wollen, dann hat Sachsen eine richtig gute Zukunft.

Ja, ich weiß, dass ich als Politiker selber Verantwortung trage. Und selbstverständlich werde ich alle meine Kraft dafür einsetzen, dass diese Wünsche keine Utopien bleiben, sondern wir Stück für Stück daran arbeiten, die Wirklichkeit in Sachsen dahingehend zu verändern. Gemeinsam. Mit denjenigen, die trotz so mancher Rat- und Hilflosigkeit, die auch mich in den letzten Wochen immer wieder erwischt hat, nicht aufgeben, an einem anständigen, einem neugierigen, offenen und modernen Sachsen zu arbeiten, die nicht die Augen vor den Problemen verschließen, aber auch anpacken und sich engagieren. Wir sind viele. Wir sind die Mehrheit. Wir sind das anständige Sachsen.

Man darf sich doch an seinem Geburtstag etwas wünschen, oder?!

Legida/PegidaMartin DuligMelder
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Er ist in Leipzig längst kein Unbekannter mehr. Stephane Simon (48) fiel in der Vergangenheit als Teilnehmer und Redner bei den umstrittenen „Mahnwachen für den Frieden“ im Jahr 2014, später bei LEGIDA-Demos und durch eine Ansprache bei Pegida in Dresden auf. Vor dem Amtsgericht sorgte der ehemalige Bundespolizist am Freitag mal wieder für einen Eklat. Nicht zum ersten Mal.
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Viel verrät Yadegar Asisi nie, bevor er eines seiner neuen Panoramen in Betrieb nimmt. Vielleicht will er auch, dass die Menschen, die von seinen riesigen Rundum-Bildern begeistert sind, immerfort durch Europa reisen, um wieder das nächste Asisi-Projekt zu bestaunen. Derzeit werben große Plakate in Leipzig für ein Panorama, das es ebenfalls noch nicht gibt.
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Es ist jetzt über 30 Jahre her, dass am 26. April 1986 der Block 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl in die Luft flog und sich der radioaktive Niederschlag auch über große Teile Westeuropas ausbreitete. Gerade über Teilen der damaligen DDR ging so viel Fallout nieder, dass Teile der Waldböden noch heute hoch belastet sind. Da strahlen dann auch noch die Wildschweine.
Gleich fünf Gemeinden im Landkreis Leipzig haben noch immer keine beschlossenen Haushalte für 2016
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Foto: Ralf Julke

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Leipzigs Stadtplaner wollen 2017 die denkmalgeschützte Grünfläche an der Karl-Liebknecht-Straße 27 bis 33 sanieren
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Foto: Ralf Julke

Eigentlich denkt man, wenn man zwischen Shakespearestraße und Paul-Gruner-Straße durch die KarLi fährt, gar nicht, dass die Grünfläche mit der Bronzeplastik irgendwie denkmalgeschützt sein könnte. Aber erstaunlich viele Zeugnisse der sozialistischen Stadtbaukunst in Leipzig stehen mittlerweile unter Denkmalschutz. Und das Planungsdezernat will die Grünanlage jetzt denkmalgerecht sanieren.
Babelsberg vs. 1. FC Lok Leipzig 2:0 – Lok scheitert an der fünften Prüfung
Diesmal gab es für Heiko Scholz und seine Lok-Elf nichts zu holen. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Nach 34 Punktspielen hat der FCL wieder eine Niederlage kassieren müssen. Beim SV Babelsberg verloren die Probstheidaer verdient mit 0:2 (0:2). Die Gastgeber waren dem Gast an diesem Tag hinsichtlich Technik und Gewandtheit um einiges voraus. Bei Lok ging vor 1.924 Zuschauern spätestens nach dem zweiten Tor vor der Pause nicht mehr viel zusammen. Krug traf zuvor ins eigene Tor, Watahiki musste nach einem eigenen Foul verletzt raus, Lok hatte zudem Pech bei zwei Schiedsrichterentscheidungen.