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Rico Gebhardt (Linke): Kein Grund zum Feiern mit Tillich

Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, erklärt: Die heutige „Dankesparty für Flüchtlingshelfer“, die die Staatskanzlei ausrichtet, hätte ein notwendiges Signal sein können, nachdem die Staatsregierung vor Jahresfrist ihren „Bürgerdialog“ als „Antwort“ auf Pegida ohne die Flüchtlinge und all die Menschen, die sie tagtäglich unterstützen, begonnen hatte. Mit dem gestern Abend eingereichten Thema der Regierungserklärung für die von der Opposition geforderte und beantragte Landtags-Sondersitzung hat Herr Tillich aber erneut bestätigt, dass er einfach nichts begriffen hat.

Es geht nicht darum, am gesellschaftlichen Rand irgendeine „Radikalisierung bekämpfen“ zu müssen, die „unsere Werte“ infrage stellt. Solange sich flächendeckend auf den Straßen Leute finden, die bereitwillig in jedes TV- oder Radio-Mikrofon hineinsprechen, dass sie Brandanschläge wie den in Bautzen für eine Art bürgerschaftlicher Selbsthilfe halten, hat Sachsen ein fundamentales Problem in der Mitte der Gesellschaft. Die „Werte“, die der Ministerpräsident zu „verteidigen“ vorgibt, müssen in Sachsen überhaupt erst verankert werden. Dabei kann nicht ein „starker Staat“ an erster Stelle stehen – den hatten wir in der DDR auch –, sondern eine starke Zivilgesellschaft, die der Staat schützen muss, statt sie – wie in Sachsen CDU-regierungstypisch – unter Extremismus-Verdacht zu stellen.

Den Flüchtlingshelferinnen und -helfern verdanken wir bedeutsame und beeindruckende Beiträge zur Willkommenskultur. Die Linksfraktion hatte daher auch schon im letzten Jahre Preise für „Gelebte Willkommenskultur und Weltoffenheit in Sachsen“ vergeben. Vielen ist aber derzeit nicht nach Feiern zumute, weil der Ministerpräsident („Der Islam gehört nicht zu Sachsen“) und die im Kabinett dominierende CDU programmatisch das Gegenteil von Willkommenskultur betreiben und damit auch die Arbeit der Initiativen für Geflüchtete und für Weltoffenheit erschweren. Deshalb werde auch ich mich nicht an diesem Fest beteiligen.

Wenn sich Herr Tillich zu einem Kurswechsel entschließen sollte, klare Kante gegen Menschenfeindlichkeit zeigt und ein überall in Sachsen unmissverständliches Signal für Willkommenskultur sendet, werden wir das gerne mit vielen Menschen und auch ihm feiern. Denn das wäre gut für die Menschen in Sachsen.

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Buchmesse–Nachlese (1): Winzige Arsendosen „Texte gegen Hass“
Ein kleiner Leipziger Abend am Rande der Buchmesse: Texte gegen Hass am 23. März 2017. Foto: Jens-Uwe Jopp

Foto: Jens-Uwe Jopp

Von Victor Klemperer, dem Dresdner Sprachwissenschaftler und Autor von „LTI“, der „Sprache des dritten Reiches“ (1947) stammt die Sentenz „Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung noch da.“ Nun wissen wir schon länger, dass die ferne Zeit des Nationalsozialismus mit zunehmendem Abstand manchem gar nicht mehr so fern, manchem aber wieder erschreckend und bedrohlich nah erscheint. Anlass für eine Veranstaltung am 23. März 2017 namens „Texte gegen Hass“.
Die „goldenen 20er“ in Leipzig (Teil 1): Verdammt lang her?
Der „Deutsche Reichskriegertag“ 1925 in Leipzig gedenkt reichlich militärisch an den Ersten Weltkrieg. Im Jahr 1939 zeigt er dann in Kassel erstmals als „Großdeutscher Reichskriegertag“ den Weg Richtung Zweiter Weltkrieg auf. Vom Brühl kommend – links steht heute ein großer Einkaufstempel – geht‘s hier in die Hainstraße in Richtung Markt. Tausende Leipziger stehen am Straßenrand. Foto: Pro Leipzig Verlag

Foto: Pro Leipzig Verlag

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 41Nie wieder zweite Liga! So müssen sich die Leipziger in diesen Jahren in der Grün­dungsstadt des DFB (1900) wohl gefühlt haben, angesichts des scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs der nordwestsächsischen Metropole an Elster und Pleiße. Der 1878 gegründete Leipziger Zoo erfreut sich eines weltweiten Renomées, so mancher schaut beim Scharwenzeln über den Königsplatz zu einem der schönsten Rathäuser Deutschlands hinauf. Die Kleinmesse am Cottaweg ist gut besucht, man findet irgendwie sein Aus­kommen in dieser noch jungen Republik.
#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Christoph Neumann (AfD)
Christoph Neumann (AfD), 1964 in Leipzig geboren ist Dipl. Ing. Päd. für Maschinenbau und Unternehmer. Foto: AfD Leipzig

Foto: AfD Leipzig

Für alle LeserSeit Anfang März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der Leipziger AfD, Christoph Neumann (WK Nord, Leipzig I, 152).
Der Moment unserer Kindheit, in dem wir lernen, Andere zu verstehen
Faserverbindungen im Gehirn eines vierjährigen Kindes, bei dem der Fasciculus Arcuatus (grün) bereits stärker ausgebildet ist – der entscheidende Entwicklungsschritt um uns in andere hineinversetzen zu können. Foto: MPI CBS

Foto: MPI CBS

Unser Gehirn ist ein faszinierendes Ding. Wenn es funktioniert. Und wenn wir es nicht behandeln wie uns selbst: auf Fastfood gesetzt, mit Unterhaltungsmüll anfüttern. Das Ding will gebraucht werden. Denn es ist zu Erstaunlichem fähig. Zum Beispiel zum Um-die-Ecke-Denken. Das können nämlich sogar schon Kinder. Auch wenn die entscheidende Abkürzung erst im vierten Lebensjahr entsteht. Das konnten jetzt Forscher aus dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften vermelden.
Notärzte in Sachsens Landkreisen fehlen, viele Rettungsfahrzeuge zu lange unterwegs
Rettungswagen im Einsatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Augenscheinlich hat die Linksfraktion im Landtag Recht. Seit Jahren kritisiert sie das Fehlen von Notärzten in Sachsen. Regelmäßig bekommt sie Beruhigungspillen durch den Innenminister. Aus seiner Sicht ist alles in Ordnung. Nur 2,4 Prozent der Einsatzschichten bleiben unbesetzt. Und irgendwie kämen die Rettungswagen in 95 Prozent der Fälle rechtzeitig. Zumindest planerisch. Die Realität sieht anders aus.
Wieder nur 4 Prozent? Junge Leipziger sind zur Wahl eines neuen Jugendparlaments aufgerufen
Jugendparlamentswahl in Leipzig. Wieder nur 4 Prozent Wahlbeteiligung? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVom 27. März bis 3. April sind alle Leipziger im Alter von 14 bis 21 Jahren dazu aufgerufen, ein neues Jugendparlament zu wählen. 36 Kandidaten stehen dabei zur Wahl. Die 20 Jugendlichen, die letztlich gewählt werden, können – zumindest indirekt – mit Redebeiträgen und eigenen Anträgen die Kommunalpolitik der Stadt mitbestimmen. Vor zwei Jahren lag die Wahlbeteiligung bei gerade einmal vier Prozent.
Welche sächsischen Politiker werden eigentlich vom Sächsischen Verfassungsschutz beobachtet?
Welche Politiker beobachtet der Verfassungsschutz in Sachsen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Der Sächsische Verfassungsschutz lässt sich nicht in die Karten schauen, auch nicht, wenn jetzt mal die AfD nachgefragt hat. Seit sich Leute wie Björn Höcke im AfD-Milieu zu Wort melden, ist ja der Verdacht gar nicht so abwegig, dass solche Leute auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Aber der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter hat nicht nur nach seiner Partei gefragt, sondern auch nach der politischen Konkurrenz.
Chancen fürs Gymnasium sind in reichen Stadtvierteln vier Mal höher als in armen
Erich-Kästner-Schule in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Nach den ersten Meldungen von Anfang März erhielten rund 12.800 der 28.569 Mädchen und Jungen in den vierten Klassen des Freistaats eine Empfehlung für das Gymnasium. 10.768 von ihnen hätten sich bisher an einer entsprechenden Einrichtung angemeldet. Aber so richtig können diese Vorabzahlen nicht gestimmt haben. Petra Zais, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, hat lieber alles genau abgefragt.
#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Volker Holzendorf (B90/Die Grünen)
Volker Holzendorf (B90/Die Grünen) ist 1972 geboren und Biometriker. Foto: B90/Die Grünen

Foto: B90/Die Grünen

Für alle LeserSeit Anfang März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der Leipziger B90/Die Grünen, Volker Holzendorf (WK Nord, Leipzig I, 152).
Oskar Quengels Lebensbeichte in einer blutigen und opportunistischen Zeit
Max Brym: Oskar Quengels Auftrag. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Im Leipziger Bookra Verlag passiert eine Menge Geschichte. Und Geschichtsaufarbeitung. Auch auf Feldern, um die sich sonst eher wenige Leute kümmern, weil es irgendwie nicht opportun ist, nicht zeitgemäß. Wer beschäftigt sich denn noch mit der Geschichte der kommunistischen Partei in Deutschland? Gar mit ihrem fatalen Scheitern beim Machtantritt der Nazis. Max Brym tut’s. Denn da gibt es einiges abzurechnen.
Randale bei Lok – Bischofswerda: Austragung im veralteten Wesenitz-Sportpark wirft Fragen auf + Update
Blick auf die Stadiontraversen, die ohne Frage bereits bessere Zeiten erlebt haben. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDas Sachsenpokal-Halbfinale des Bischofswerdaer FV gegen den 1. FC Lok hat Fragen zur Sicherheit in Fußballstadien aufgeworfen. Etwa 120 Personen war es vor dem Spiel gelungen, unkontrolliert in den Gästebereich der Leipziger zu gelangen. Die Polizei musste gegen Spielende die Präsenz im Stadioninnenraum verstärken, um Personen am Platzsturm zu hindern. Fans berichten von unbekannten Gesichtern, die zugedröhnt beim Elfmeterschießen den Aufstand proben wollten – in einem Stadion, das in Leipzig sicherlich keine Abnahme gefunden hätte.
Bischofswerda vs. 1. FC Lok Leipzig 3:5 i.E. – Ins Finale, egal wie
Lok-Keeper Benjamin Kirsten (mi.) hielt sein Tor erneut sauber und wurde durch den gehaltenen Elfer zum Pokalhelden. Foto: Bernd Scharfe

Foto: Bernd Scharfe

Für alle LeserErstmals findet ein Sachsenpokal-Finale mit und beim 1. FC Lok statt. Aus einem spannenden, aber spielerisch gewöhnungsbedürftigen Halbfinale beim Bischofswerdaer FV gingen die Leipziger am Sonntag mit 5:3 nach Elfmeterschießen als Sieger hervor. Benjamin Kirsten parierte vor 2.741 Zuschauern einen Elfer, Brügmann jagte den entscheidenden Ball wie weiland René Müller zum Abschluss links oben ins Netz. Der Oberligist hatte jedoch die besseren Chancen und gewöhnte Lok das Fußball spielen fast über 120 Minuten ab. Das Finale findet am 27. Mai in Probstheida statt.
#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Sören Pellmann (Die Linke)
Sören Pellmann (Die Linke) geboren 1977 in Leipzig, Grund- und Förderschullehrer. Foto: Die Linke Leipzig

Foto: Die Linke Leipzig

Für alle LeserSeit Anfang März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der Leipziger Linkspartei, Sören Pellmann (WK Süd, Leipzig II, 153).
Im Mai startet die LMBV den zweiten Anlauf zur Störstellenbeseitigung in der Pleiße
Pleiße mit Störstelle bei Markkleeberg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Das Entsetzen war groß 2014, als auf einmal Baggerarbeiten auf der Pleiße südlich von Connewitz begannen. Nachdem das geplante Projekt der „Störstellenbeseitigung“ jahrelang in der Schublade verschwunden war, wurde auf einmal losgebaggert. Die Umweltverbände liefen Sturm und setzten einen Baustopp durch. Ab Mai soll das Projekt wieder aufgegriffen werden. Erstaunlicherweise von der LMBV.
Der Leipziger Traum von einem Revolutions-Denkmal europäischer Dimension
Der Matthäikirchhof im Stadtmodell. Foto: Ralf Julke

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Man lernt ja immer was dazu. Man muss nur Fragen stellen. Was dann Ute Elisabeth Gabelmann, Stadträtin für die Piraten, im Februar auch tat, als die neuen Ideen von Oberbürgermeister Burkhard Jung zu einem Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal publik wurden. Sie hat jetzt Antwort vom Kulturdezernat bekommen. Das hat die etwas ironischen Fragen der Stadträtin durchaus ernst genommen.