Mit dem heutigen Tag gehen die jahrelangen Bautätigkeiten am Brühl in Leipzig in die letzte heiße Phase. Die OFB Projektentwicklung GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, legte mit 150 Gästen aus Wirtschaft und Politik den Grundstein für das BernsteinCarré.

„Leipzig gehört zu den dynamischsten Wachstumsstädten in Europa. Das Carré zwischen Reichstraße, Böttchergässchen, Katharinenstraße und Brühl – im Herzen der Stadt – ist ein überaus hochwertiger Standort. Es freut es uns sehr, hier unser Engagement zu bündeln und mit einer erstklassigen Planung Wirklichkeit werden zu lassen“, erklärt Klaus Kirchberger, Vorsitzender der Geschäftsführung der OFB.

Das Wohn- und Geschäftshaus wird vom Baukonzern Hochtief innerhalb der nächsten zwölf Monate errichtet. Bereits zum Jahresende soll am Brühl / Ecke Katharinenstraße Richtfest gefeiert werden. Nahezu alle Erdgeschossflächen sind vermietet, hier wird das Restaurant GinYuu und das Leipziger Gastronomenteam um Rocco Fischer, das z. B. die Sole Mio und die Burgermeister  Restaurants betreibt, eröffnen. Aktuell stehen daher nur noch 100 m² Fläche für den Einzelhandel zur Verfügung. Die Büroflächen mit ca. 3.325 m² mietet der Leipziger Full-Service IT-Dienstleister EWERK. Die Vermietung für die 18 Wohnungen startet Anfang  2017. Die Fertigstellung des BernsteinCarré ist im Sommer 2017 geplant.

Das BernsteinCarré wird nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in der Kategorie Gold zertifiziert. Die Bewertung der DGNB erfolgt nach strengen Standards für ökologische, ökonomische, soziokulturelle, technische, Prozess- und Standortqualität. Dazu gehören u. a. Barrierefreiheit, die Verwendung umweltverträglicher Materialien,  akustischer Komfort und die Bedienerfreundlichkeit für die Mieter. Im Innenhof, am Brühl und entlang der Katharinenstraße sind  Freisitzflächen für die Gastronomen geplant.

„Das BernsteinCarré ist unser bisher größtes Projekt in den neuen Bundesländern. Unser Ziel ist es, mit dem Neubau einen Beitrag zur weiteren Belebung des Brühls zu leisten. Die Jahrhunderte alte Tradition der Geschäftsstraße entlang der alten Via Regia hat Potential, welches wir mit unserem Projekt mitgestalten können und werden“, so René Strauß, Büroleiter der OFB in Leipzig.

Die Entwürfe des BernsteinCarrés entstanden in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig. Im Rahmen eines Architekturwettbewerbes setzten sich die klm Architekten aus Leipzig mit ihrem Siegerentwurf gegen eine Vielzahl an Bewerbern aus ganz Deutschland durch. Dieser greift in seinem Grundaufbau (Sockelzone, Hauptgeschosse und Kapitell) die Tradition der Leipziger Messehäuser auf. Der leitende Architekt Thomas Hille ergänzte ihn mit Elementen moderner Architektur und einer markanten Gestaltung der Spitze Brühl / Ecke Katharinenstraße. Im Ergebnis fügt sich das Erscheinungsbild des BernsteinCarré harmonisch in die umliegenden Gebäude ein und setzt gleichzeitig einen deutlichen Akzent zur weiteren Aufwertung des Brühls.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, bewertet den Neubau wie folgt: „Mit dieser Grundsteinlegung schließt sich der Kreis, oder besser gesagt: das Viereck. Unser Bildermuseum wird künftig eingerahmt und eingefasst sein von den vier Winkel-Bebauungen, so wie es unsere Stadtplanung vorsah. Das BernsteinCarré bietet neben Bürogebäuden auch 18 Wohnungen und entsprechende Tiefgaragen-Stellplätze – die Leipziger Innenstadt wird auch weiter ein lebendiger Wohn-Ort bleiben.“

Volker Rodekamp, Direktor Stadtgeschichtliches Museum: „Kaum ein Ort Leipzigs spiegelt die schillernde Vergangenheit so gut wider wie dieser Winkel. Er gehört als einer der zentralen stadtgeschichtlichen Punkte zu den Keimzellen der Stadt. Seine Geschichte lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Hier befand sich nicht nur eine der angesehensten Straßen Leipzigs, hier stand auch 1240 eine der ältesten Kirchen – die Katharinenkapelle. Berühmt wurde die Ecke Brühl / Katharinenstraße weil Leipzigs bekanntester Bürgermeister Hieronymus Lotter sein Haus an diese Stelle baute. Mit der Entwicklung des internationalen Pelzhandels im 18. Jahrhundert gehörte der Ort  zu den belebtesten und bekanntesten der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten entlang des Brühls 34 Rauchwarenhändler, 1914 waren es schon 260,  in den 20er Jahren 329. Parallel dazu siedelten sich dutzende Gasthäuser an. Wenn man bedenkt, dass am Brühl nur 52 Häuser standen, wird deutlich, welche Wirtschaftskraft hier auf engsten Raum zusammenkam. In der Bombennacht 1943 überlebten davon nur neun, mit dramatischen Folgen für die weitere Entwicklung des Brühls. Ich freue mich deshalb besonders, dass mit der Grundsteinlegung des BernsteinCarré wieder an die alte Tradition einer florierenden Mischung aus Handel, Gewerbe, Gastronomie und Wohnen angeknüpft wird.

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