Der Ostplatz existiert eigentlich nicht. Er bildet die Kreuzung von Prager Straße und Johannisallee, wurde aber beim Ausbau der Prager Straße derart verbaut, dass niemand hier ernsthaft ans Verweilen denkt. Dazu kommt die gähnende Leerstelle auf der Südwestseite der Kreuzung. Aber die soll sich ab 2017 füllen, hat die CG Gruppe angekündigt.

Dazu gab es sogar einen städtebaulichen Wettbewerb, dessen Ergebnis seit dieser Woche in der 5. Etage des Neuen Rathauses ausgestellt ist. Bis zum 28. Juni ist es im Neuen Rathaus im 5. Obergeschoss im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes jeweils Montag bis Donnerstag 8-18 Uhr und Freitag 8-15 Uhr zu sehen.

Der Grundstückseigentümer, die CG Gruppe AG, will die vormals als Parkplatz genutzte Fläche entwickeln. Die Wettbewerbsteilnehmer hatten die Aufgabe, grundsätzliche Bebauungsmöglichkeiten unter Auslotung des städtebaulichen Potenzials des Standortes vorzuschlagen. Die Entwürfe sollten ebenfalls die künftigen Verkehrserschließung sowie die Freiraumgestaltung umfassen.

Den ersten Preis unter den fünf Einsendern belegte das Leipziger Büro homuth + partner architekten Leipzig. Mit der Idee einer Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel, der vorgeschlagenen Fassadengestaltung und einem überzeugenden Vorschlag zur Freiraumgestaltung überzeugte es die Jury, die den Entwurf zur Weiterbearbeitung empfahl.

Der Siegerentwurf von Homuth Architekten. Repro: L-IZ
Der Siegerentwurf von Homuth Architekten. Repro: L-IZ

Entstehen soll, so betont die CG Gruppe AG, ein urbanes Zentrum mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Dabei geht es im Grunde darum, den Ostplatz so langsam wieder ins Bild der Stadt zurückzuholen: Der südöstlich vom Leipziger Zentrum liegende Ostplatz bildet ein Zentrum mit kleinen Einzelhandelsflächen, die der Nahversorgung für das angrenzende Wohngebiet dienen.

Der Siegerentwurf sieht nun auf dem derzeit als Parkplatz genutzten Gelände drei Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von ca. 28.000 m² vor. Diese unterteilen sich in ca. 14.000 m² Wohnfläche, ca. 7.000 m² Gewerbefläche und ca. 7.000 m² Verkehrsfläche.  Die oberen Geschosse bilden einen Mix aus Wohnen und Büro. Die Gebäudestruktur ermöglicht eine breite Spannweite von familiengerechten Wohnungen über kleinteilige Appartements, Einzelbüros und Großraumbüros. Eine zweigeschossige Tiefgarage mit voraussichtlich 180 Stellplätzen ist vorgesehen.

Überzeugt zeigt sich die CG Gruppe auch vom Nachhaltigkeitsgedanken im Projektentwurf. Der Entwurf integriert die Nutzung langlebiger und umweltverträglicher Baustoffe. Darüber hinaus werden die aufgrund der Gebäudestaffelung entstehenden Terrassen und Dachflächen mit einer großflächigen Begrünung versehen. Diese können als gemeinschaftlicher Freibereich von den Mietern genutzt werden. Zusätzlich ist eine Regenwasserrückgewinnung versiegelter Dachbereiche geplant. Als Hauptenergieträger ist der Anschluss an das Fernwärmesystem vorgesehen. Die energetische Optimierung erfolgt hauptsächlich durch die hochwärmegedämmte Fassade in Verbindung mit effektiver Sonnenschutzverglasung.

Im nächsten Schritt sind Abstimmungsgespräche mit der Stadt Leipzig geplant. Der Baubeginn für das Projekt ist für Mitte 2017 avisiert. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt rund 90 Millionen Euro.

Aus dem einstigen Technische Rathaus wird ein Vertical Village. Foto: Ralf Julke
Aus dem einstigen Technischen Rathaus wird ein Vertical Village. Foto: Ralf Julke

Ebenfalls am Ostplatz in der Prager Straße 20-28 entstehen soll das Vertical Village-Projekt „Four Living“, für das die Einreichung der Baugenehmigung kurz bevorsteht, teilt die CG Gruppe mit.

Das Volumen beträgt hierfür etwa 75 Millionen Euro. Vertical Village wandelt Immobilien in vertikalen Wohnraum um und bietet die Chance auf eine Großzahl an Wohneinheiten auf kleinster Grundfläche, gelegen in attraktiven Innenstadtlagen. In diesem Fall wird das ehemalige Technische Rathaus in der Prager Straße 20 – 28 komplett umgebaut, der Baukörper wird völlig neu strukturiert, so dass vier einzelne Wohnblöcke entstehen. 260 Wohnungen sollen hier entstehen.

Auch bei diesem Projekt und dem LKG Carré (Prager Str. 12-18) hat die CG Gruppe AG erfolgreich mit dem Architekturbüro Homuth & Partner zusammengearbeitet. Das LKG Carré wurde im Herbst 2015 fertiggestellt. Das Objekt wurde an den Käufer – eine Kapitalverwaltungsgesellschaft – übergeben, 90 Prozent der Einheiten sind bereits vermietet. Das Gesamtvolumen beläuft sich hier auf rund 63 Millionen Euro.

 

In eigener Sache

Jetzt bis 8. Juli für 49,50 Euro im Jahr die L-IZ.de & die LEIPZIGER ZEITUNG zusammen abonnieren, Prämien, wie zB. T-Shirts von den „Hooligans Gegen Satzbau“, Schwarwels neues Karikaturenbuch & den Film „Leipzig von oben“ oder den Krimi „Trauma“ aus dem fhl Verlag abstauben. Einige Argumente, um Unterstützer von lokalem Journalismus zu werden, gibt es hier.

Überzeugt? Dann hier lang zu einem Abo …

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Ralf Julke über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar