Leipziger, geht auf die Straße!

Der „March for Science“ in Leipzig geht uns alle an

Für alle LeserEs geht nicht nur um Donald Trump und seine Unfähigkeit, wissenschaftlich gesicherte Fakten zu begreifen. Es geht um die ganze moderne Politik, wenn am morgigen Samstag, 22. April, in 500 Städten weltweit der „March for Science“ stattfindet. Auch in Leipzig. Denn auch in Deutschland bestimmt in weiten Teilen Irrationalität und Unwissenheit die Politik. Und das ist fatal. Es zerstört unsere Lebensgrundlagen.

Professor Dr. Frank Gaunitz, einer der Organisatoren der Demo in Leipzig, erklärt zur Demonstration: „Wir fordern, dass wissenschaftlich gesicherte Fakten und rationale Argumente in Politik, Medien und Gesellschaft die Grundlage jeder Auseinandersetzung sind und nicht ,alternative Fakten‘ oder gefühlte Wahrheiten.“

Womit er ja an die massiven Angriffe gerade von rechten und rechtsradikalen Politikern erinnert, die sich die Fakten so hindrehen, wie sie in ihr Weltbild passen. Und die Tore sind sperrangelweit offen. Denn auch Politiker der etablierten politischen Parteien wischen oft und gern belastbare Fakten und Erkenntnisse vom Tisch, wenn es um die egoistischen Wünsche ihrer Wählerklientel geht.

Da ist dann mal der Klimawandel nicht so schlimm, sind Dieselmotoren kein Umweltproblem, werden Kohlekraftwerke gleich mal zur Grundlast der Energiewende erklärt, werden gigantische Straßenprojekte durch Naturschutzgebiete geplant, wird abgestritten, wie sehr die industrialisierte Landwirtschaft für Artenverlust, Grundwasserkontaminierung und Bodenerosion verantwortlich ist …

Es sind nicht die „…leugner“ aller Art, die angefangen haben, die Diskussionen über unsere heutigen Probleme ins Lächerliche und Irrationale zu verschieben. Damit haben auch scheinbar ganz demokratisch agierende Politiker begonnen. Und sie haben von seriösen Medien immer Unterstützung bekommen, so dass selbst dort oft der Eindruck verbreitet ist, man könne über bestimmte Dinge einfach noch ein paar Jahrhunderte in Talkshows diskutieren und die Sache so oder so sehen. Oder vielleicht auch so.

Maximilian Steinhaus von der Giordano-Bruno-Stiftung, die den Marsch bundesweit finanziell unterstützt: „Es geht auch nicht nur um ,Fake News‘. Immer wieder trifft die Politik Entscheidungen, ohne sich zuvor wissenschaftlichen Ratschlag zu holen. Oder es werden Expertenempfehlungen bewusst ignoriert, um die eigene politische Klientel nicht zu verprellen.“

Und das gilt auf europäischer Ebene, wo milliardenschwer aufmunitionierte Lobbys die Interessen gigantischer Konzerne auch gegen jede Vernunft durchsetzen und mit Gutachten operieren, die jede wissenschaftliche Basis vermissen lassen, genauso wie für die Landesebene. Kaum eine Anhörung im sächsischen Landtag geht ohne die fatale Unvereinbarkeit der Ansichten zu Ende. Die Statements kompetenter Wissenschaftler werden mit einem Schulterzucken hingenommen.

Oft genug werden „Experten“ eingeladen, die die Position der Regierenden vertreten – und hinterher verkündet man, sich durch die Sachverständigen „vollumfänglich“ bestätigt zu sehen. Man wählt sich die Aussagen aus, die einem politisch passen. Aber eine wirklich umfassende Erörterung aller Aussagen und die Akzeptanz wissenschaftlich belegter Fakten wird gerade von Regierenden oft unterlassen. Man tut so, als wäre auch Wissenschaft nur dazu da, eine regierende Meinung zu unterstützen. Als könnte man wissenschaftliche Erkenntnisse aushandeln.

Und dann ist da noch die geradezu ignorante Hochschulpolitik, die gerade den eigenen Nachwuchs behandelt, als wären das alles Billigjobber, die nur mal reinschnuppern wollen, wie es sich an sächsischen Hochschulen forscht.

Dieser „March for Science“ gilt auch einer ignoranten sächsischen Regierung, die das Geld lieber in gigantischen Pensionsfonds bunkert, als damit den Forschungsstandort überhaupt auskömmlich zu finanzieren. Was von einer tief verwurzelten Verachtung der Regierenden gegenüber der Wissenschaft erzählt. Augenscheinlich hat das Bildungssystem, das diese Politiker hervorgebracht hat, keinen wirklichen Respekt vor wissenschaftlichem Denken in ihnen erweckt.

Entsprecht katastrophal ist logischerweise auch die Schulpolitik.

Das Leipziger Organisationskomitee fordert deshalb unter anderem, dass die staatliche Grundfinanzierung der Forschung gewährleistet bleibt und der Abwanderung von Nachwuchsforschern effektiv entgegengewirkt wird. Was noch vorsichtig formuliert ist. Die befristeten Anstellungen im Mittelbau sorgen geradezu dafür, dass die besten Köpfe abwandern. Das ist ein selbstorganisierter „brain drain“.

Frank Gaunitz: „In Sachsen haben wir insbesondere damit zu kämpfen, dass gute Nachwuchswissenschaftler und auch Lehrer abwandern, da keine Mittel zur Verfügung gestellt werden, sie zu halten. Für die Zukunft von Bildung und Forschung ist das ein Desaster!“

Und auch die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) ruft dazu auf, am „March for Science“ teilzunehmen.

„Der Science March ist Ausdruck der Bewusstwerdung der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft. Er greift das Verlangen nach Partizipation an der Demokratie auf, in welcher der Wissenschaft eine zentrale Rolle zukommt“, erklärt Daniel Irmer, Sprecher der KSS. „Nach unserem Verständnis sollen Hochschulen mit der Gesellschaft durch Wissenstransfer, aber auch durch Stärkung der demokratischen Partizipation, interagieren. Die Wissenschaft bildet hier einen Gegenpol zum Populismus, welcher die offene Gesellschaft infrage stellt. Ich bin froh, dass sich Studierende, Professoren, Wissenschaftseinrichtungen sowie Politik für den March begeistern.“

Weiter heißt es seitens des KSS: „Trotzdem erwächst aus dem March auch eine weitergehende Verantwortung. Wir sehen die Hochschulen in direkter Verbindung mit der Gesellschaft als Motoren für Demokratie, Diskussion und Bildung. Diese sogenannte ‚Dritte Mission‘ verlangt aktives Wirken von Wissenschaftseinrichtungen, viele sind da jedoch noch zurückhaltend. Wir wünschen uns mehr Diskurse – auch zu aktuellen Themen – die aus den Hochschulen an die Bevölkerung getragen werden. Für mich zeigt der Science March, dass sich die Hochschul- und Wissenschaftslandschaft dieser Aufgabe immer mehr annimmt, was mich auch für die Zukunft zuversichtlich stimmt. Ich appelliere daher an alle Studierenden an den Science Marches vor Ort teilzunehmen.“

Die Veranstalter rufen daher nicht nur Wissenschaftler zur Teilnahme auf, sondern alle Bürger, die für den Wert und die Freiheit der Wissenschaft werben wollen. Erwartet werden 500 bis 1.000 Teilnehmer allein in Leipzig.

In Leipzig unterstützen unter anderem die Universität, das UFZ, sowie die Regionalgruppe Leipzig der Giordano-Bruno-Stiftung die Demonstration.

Ablauf

Versammelt wird sich ab 13:00 Uhr vor dem Naturkundemuseum. Um 14:00 Uhr beginnt die Demonstration durch die Innenstadt. Diese wird am Augustusplatz mit einer etwa einstündigen Abschlusskundgebung enden. Dort finden sich auch Informationsstände. Es wird folgende Redebeiträge geben:

Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert (Direktor des Instituts für Virologie der Universität Leipzig): Impfgegner
PD Dr. Markus Dreßler (Uni Leipzig): „Academics for Peace“-Initiative – zur Situation von Akademikern in der Türkei
Karolin Schwarz: Fake-News & Projekt Hoaxmap: Ein Portal gegen Gerüchte über Flüchtlinge
Dr. Sebastian Herrmann (Uni Leipzig): Zur Situation in den USA

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

http://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/04/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

March for Science
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Radfahrkurs für Erwachsene
Am 28. August im Westflügel: Tryout #2 „N2O2Ar“
Senioren werden fit gemacht: Selbstbehauptungskurs der Leipziger Polizei im Seniorenbüro Süd
Polizeibericht, 22. August: Radnabe verloren, Kellereinbrecher unterwegs, Telefonbetrüger gescheitert
Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Schulinfrastruktur in finanzschwachen Kommunen
ZSL betreibt Catering künftig selbst: Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen vor Beginn der Konzertsaison 2017/18 erfolgreich realisiert
Tierschutzbeirat äußert Unverständnis zur Aufforderung der Landesdirektion Sachsen, den Stadtratsbeschluss zur Petition „Wildtierverbot auf kommunalen Flächen in Zirkusbetrieben“ zu verwerfen
Der vierte Vegan Summer Day in Leipzig
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Prozess um Dolmetschermord: Neuer Befangenheitsantrag und heftiger Schlagabtausch
Richter Norbert Göbel leitet den Prozess gegen Mohammad a., Entessar A. und Santa A. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Für FreikäuferNach den Geständnissen und dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft Ende Juli schien der seit fast einem Jahr laufende Prozess um den brutalen Mord an einem afghanischen Dolmetscher nun auf der Zielgeraden. Doch die Verteidigung spielt unbeirrt neue Karten aus. Am Dienstag kam es am Landgericht zu giftigen Wortwechseln und einem Befangenheitsantrag gegen die 3. Strafkammer – nicht zum ersten Mal.
Gastkommentar von Christian Wolff: Christdemokratischer Eiertanz
Universität Leipzig. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDas heute in der Leipziger Volkszeitung (LVZ) – http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Sachsens-Finanzminister-zum-Paulinum-Zweitteuerstes-Bauwerk-seit-1990 – veröffentlichte Interview mit dem sächsischen Finanzminister Georg Unland (CDU) lässt aufhorchen. Denn er ist es ja, der für morgen zu einer „Bauabschlussfeier“ in die „in die Aula“, gemeint ist wohl die neue Universitätskirche St. Pauli, eingeladen hat – einer Feier, die im Protokoll eigentlich nicht vorkommt.
„Au Revoir, Euridice“ feiert am 2. September in der Schaubühne Premiere
Au revoir, Euridice. Foto: Schaubühne Lindenfels

Foto: Schaubühne Lindenfels

Für alle LeserEs geht wieder los. Auch die großen Häuser erwachen wieder aus ihrem Schlaf und laufen sich langsam warm für die Premieren der Herbstsaison. Und die erste Premiere der Oper Leipzig findet am 2. September in der Schaubühne Lindenfels im Leipziger Westen statt. Denn man kooperiert tatsächlich miteinander. „Au Revoir, Euridice“ ist ein Kooperationsprojekt.
Leipzigs Fahrpreis-Erhöhungen sind Folge rigider Sparpolitik bei Land und Kommunen
XXL-Straßenbahnen der LVB auf dem Augustusplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDie Katze ist aus dem Sack: Am Montag, 21. August, vermeldete die „Mitteldeutsche Zeitung“, dass sämtliche sogenannten „alternativen Finanzierungsvorschläge“, mit denen zusätzliches Geld in den ÖPNV gespült werden sollte, vom Tisch sind. Das heiß diskutierte „Bürgerticket“ (das die MZ verräterischerweise „Zwangsticket für alle“ nennt) genauso wie der Rest der Vorschläge. Sie werden allesamt nicht weiter verfolgt. Und nun?
Freibeuter beantragen Ausbau der Nordtangente und eine Straßenbahnuntertunnelung in der Jahnallee
Teil der Nordtangente: Berliner Straße an der Gerberstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIrgendwie konnten sich die Damen und Herren der Freibeuter-Fraktion am Ende nicht entscheiden, wie sie ihren Antrag nun nennen sollen und schrieben „Verbesserung des ÖPNV in der Leipziger Innenstadt“ drüber. Da hüpfte schon das Herz vor Freude: Jetzt beantragt jemand endlich wieder eine ordentliche Straßenbahnlinie quer durch die Innenstadt. Das war’s aber (leider) nicht.
SPD-Fraktion beantragt Busverbindung fürs künftige Naturkundemuseum
Bahnhof Plagwitz. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle Leser2020 soll das neue Naturkundemuseum in der Halle 7 der Baumwollspinnerei in Lindenau eröffnen. Und einige hunderttausend Besucher hält Dr. Ronny Maik Leder, der Direktor des Naturkundemuseums, für durchaus erreichbar. Eigentlich könnte es sogar das besucherstärkste Museum in Leipzig werden. Die Frage ist nur: Wie kommen die Besucher eigentlich dort hin?
Der Ersatz für bad news heißt nicht Optimismus, sondern Handwerk
Die Mischung macht's. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Teaser, das sind die kurzen Zeilen auf einer Website, mit denen die Leser in den Text eingeladen werden, um dann in der Regel auf „Weiterlesen“ zu klicken. Sie sollen neugierig machen. Aber auch nicht zu viel verraten. Manchmal steht auch Quatsch da. Quatsch, der verrät, dass das Medium irgendwie gewaltig auf dem Holzweg ist. So wie jüngst auf „Spiegel Online“ zu lesen.
Mit den Kindern lernt man das Leben und Treiben im Hause Luther erst richtig kennen
Elke Strauchenbruch: Luthers Kinder. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferErstmals erschienen ist dieses Buch der Wittenberger Historikerin Elke Strauchenbruch 2010. Dass es im Jubiläumsjahr des Thesenanschlags noch einmal überarbeitet wurde, freut bestimmt alle Lutherfreunde oder Lutherinteressierten. Denn selten war die Neugier auf das eigentliche Leben des Wittenberger Theologieprofessors größer. Aber in „Luthers Kinder“ geht es nicht nur um Luthers Kinder.
Gastkommentar von Christian Wolff: Drei Gründe, die SPD zur stärksten politischen Kraft zu machen
Ein laues Lüftchen oder echter Wind? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWahlentscheidungen sind eine Sache der persönlichen politischen Überzeugung, aber auch eine sehr pragmatische Angelegenheit. Denn keine demokratische Partei ist in der Lage, den weltanschaulichen Vorstellungen des Wählers/der Wählerin 100-prozentig zu entsprechen oder seine politischen Wünsche 1 zu 1 umzusetzen. Wahlentscheidungen sind in der Demokratie darum in ihrer Bedeutung zeitlich begrenzt. Am 24. September 2017 stimmen diejenigen, die sich an der Wahl beteiligen, aktiv und diejenigen, die sich nicht beteiligen, passiv darüber ab, wie Deutschland auf Bundesebene und im europäischen Kontext in den nächsten vier Jahren regiert wird.
Bunt wie der Regenbogen und doch streng sortiert: Südafrika 25 Jahre nach seiner Befreiung
Foto: Christoph Links Verlag

Foto: Christoph Links Verlag

Südafrika-Korrespondent Johannes Dieterich stellt am Mittwoch, den 30.8. um 20:00 Uhr in der Buchhandlung SeitenBlick sein Buch Südafrika. Ein Länderporträt vor. Knapp 25 Jahre nach seiner Gründung versinkt das neue Südafrika in Misswirtschaft und Korruption. Aller anfänglichen Euphorie und Dynamik, dem Reichtum der Bodenschätze und einer der besten demokratischen Verfassungen der Welt zum Trotz, scheint die Trennung von Oben und Unten, von Weißen und Schwarzen weitgehend fortzubestehen.
Es ist das Elitedenken, das die europäischen Bildungssysteme zerfrisst
Sachsens Schulen sind Auslese-Anstalten. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für FreikäuferIm Grunde ist im jüngsten INSM-Bildungsmonitor die gesamte Bundesrepublik abgeschmiert, die ganze heillos zerstrittene Bundesländer-Bildungsgemeinschaft, die sich seit 2001, seit dem großen „PISA-Schock“, regelrecht verbissen hat in Symptom-Doktorei. Dass die INSM ihre „Bildungs-Monitore“ produziert, gehört zu dieser Flickschusterei. Man diskutiert über Belanglosigkeiten, hat aber das, was Bildung eigentlich sein sollte, völlig outgesourct.
SPD-Stadträtin: Die Kulturstadt Leipzig braucht ein eigenes Label
Grassi-Museumskomplex. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch hat Leipzigs Verwaltung ein bisschen Zeit. Ein echtes Konzept eCulture soll sie nach dem Wunsch der SPD-Fraktion im Stadtrat erst im nächsten Jahr vorlegen. eCulture bedeutet im Grunde etwas ganz Einfaches: Leipzigs Kulturlandschaft online leicht finden zu können – informativ, mit Datenbänken, in denen man stöbern kann, und möglicherweise unter einem gemeinsamen Label. Im April signalisierte das Kulturdezernat schon: Gute Idee.
Wenn ein sächsischer Ministerpräsident zum Kohle-Lobbyisten wird und den absehbaren Kohleausstieg einfach ignoriert
Im Südraum fast überall zu sehen: das Kraftwerk Lippendorf. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserDen eigentlich zuständigen Wirtschaftsminister hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) schon gleich mit Beginn der Regierungszeit kaltgestellt. Das Thema Braunkohle hat er auf seinen Tisch gezogen, was eine Kohlepolitik ergibt, die nur noch aus Bremsen besteht. Deutlich geworden mit einem Brief, den Tillich an die Bundesregierung schrieb, mit dem er diese aufforderte, die von der EU beabsichtigten Schadstoffgrenzen zu verhindern.
Alte Propsteikirche am Rosental kann jetzt abgerissen werden
Die alte Propsteikirche an der Emil-Fuchs-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferEs hat ein Weilchen gedauert. Aber zwei Jahre nach dem Umzug aus dem Gebäude nahe am Rosental meldet die Leipziger Probsteigemeinde St. Trinitatis nun, dass der Verkauf des alten Gebäudes an der Emil-Fuchs-Straße abgeschlossen ist. Der Käufer wird das Gebäude auf schwankendem Grund nun wohl abreißen.
Im September treffen sich die Wikipedianer zum WikiCon in Leipzig
Wikipedia. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist kein Zufall, dass sich vom 8. bis 10. September in Leipzig eine ganz besondere Spezies zum Kongress trifft. Den man nicht Kongress nennt, sondern Con: WikiCon 2017. Es sind die Wikipedianer, die sich hier nicht nur zum Erfahrungsaustausch treffen. Das sind die Leute, die die größte Online-Enzyklopädie der Welt Monat für Monat mit neuen Texten füllen, vorhandene aktualisieren, andere auch schon mal löschen. Denn mitschreiben darf eigentlich jeder.