2. Sächsischer Wanderungsbericht

Aussagen der jungen Sachsen sind eine Ohrfeige für die sächsische Landespolitik der letzten Jahre

Für alle LeserWarum haben Politiker in Sachsen nur diese seltsame Not, sich fortwährend bescheinigen zu lassen, wie gut sich die Menschen unter ihrer Regierung fühlen? Ist das nur Eitelkeit? Oder steckt dahinter eine bewusste Schönfärberei? Denn wenn die Leute sagen, dass sie sich wohlfühlen, dann muss doch die eigene Politik geradezu genial sein? Diesmal ging es um die Zuwanderung nach Sachsen – die diese Regierung so eigentlich nicht gewollt hat.

Trotzdem vermeldet das Statistische Landesamt: „Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen hat im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei in der 2. Sächsischen Wanderungsanalyse die Zu- und Fortzüge von und nach Sachsen sowie innerhalb Sachsens untersucht. Die mit Wanderungen verbundenen Beweggründe, Erwartungen, Erfahrungen und künftigen Absichten wurden in zwei Befragungen beleuchtet. Dabei wurden im Jahr 2016 zum einen ‚Junge Sachsen‘ (16- bis unter 20-Jährige) und zum anderen ‚Nach Sachsen Zugezogene‘ (20-bis unter 65-Jährige) befragt. Insgesamt geben die Befragungen ein positives Meinungs- und Stimmungsbild wieder, jedoch mit deutlichen Unterschieden zwischen einzelnen Befragungsgruppen.“

Aber immer wieder lassen sie fragen: Bist du zufrieden?

Als stünde dahinter irgendeine politische Strategie, irgendein Projekt, in dem ein kluger Minister daran arbeitet, den Freistaat attraktiver für junge Leute zu machen.

Eine solche Strategie gibt es aber nicht.

Im Gegenteil. Seit Jahren dominiert eine Demografie-Politik, die den Freistaat als eine abgeschottete Insel betrachtet, deren Bewohner immer älter werden und nach und nach aussterben. Was auch ein wenig mit der 1. Sächsischen Wanderungsanalyse zu tun hat. Die wurde vor 15 Jahren erstellt. „Dieses Projekt stand damals unter dem Vorzeichen, dass seit der ‚Wende‘ im Jahr 1989 eine große Zahl von Menschen aus Ostdeutschland und damit auch aus Sachsen in die alten Bundesländer umgezogen war“, formuliert das statistische Landesamt.

Das Problem ist: Es war ein denkbar ungünstiges Jahr. Deutschland steckte tief in einer Depression, die Arbeitslosenzahlen waren hoch, der Aufholprozess im Osten war jäh abgebrochen. Aber keiner der Trends, die die nächsten Jahre bestimmen würden, war schon sichtbar. Ahnbar schon. Das Dümmste also, was man tun konnte, war die Entwicklung der 1990er Jahre in die Zukunft fortzuschreiben und die Politik darauf aufzubauen. Aber genau das ist passiert.

Das einzige positive Moment, auf das man auch nach „König Kurts“ Zeiten setze, war ein verschwommener Heimatbegriff. Und man glaubt tatsächlich auch im Jahr 2017 noch, dass das ein er der Gründe dafür ist, dass junge Leute im Land bleiben und sich hier wohlfühlen.

„Mehr als drei Viertel der sachsenweit befragten ‚Jungen Sachsen‘ sind mit ihrem Leben ‚vollkommen‘ oder ‚eher zufrieden‘“, schreiben die Statistiker in ihrer Zusammenfassung. „Ein stabiles soziales Lebensumfeld aus Eltern und Freunden sowie eine feste Bindung an die Heimatregion tragen dazu bei, dass sich nahezu 80 Prozent der Jugendlichen in Sachsen wohlfühlen. Somit verwundert es nicht, dass die Zahl der Fortzüge über die Landesgrenze von 16- bis unter 20-Jährigen derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren ist.“

Das ist ein falscher Schluss. Ein Gefälligkeitsschluss für eine Regierung, die in Wirklichkeit nichts dafür getan hat, dass sich junge Leute in ihrer „Heimat“ wohlfühlen. Denn in Wirklichkeit verlassen die meisten immer noch ihre Heimat. Nur müssen sie seit ungefähr fünf Jahren nicht mehr das Bundesland verlassen. Was nichts mit Heimatgefühlen zu tun hat, sondern mit der simplen Tatsache, dass seit 2010 das Arbeitsplatzangebot in Sachsen die Zahl der Schulabsolventen übersteigt. Die jungen Leute sind ja ab 1991 nicht alle in den Westen gezogen, weil ihnen ihr „Heimatland“ nicht mehr gefiel, sondern weil sie hier schlicht keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze fanden.

In eingeschränkter Form gilt das noch immer. Und das ist eigentlich alarmierend. Aber dazu kommen wir noch.

Der Druck, den Heimatort zu verlassen, ist noch immer da. Da hilft alles Heimat-Eiapopeia nichts. Im Gegenteil: Die Staatsregierung hat dazu kein einziges Heilmittel gefunden, eher das Gegenteil: Sie hat mit der Ausdünnung sämtlicher Infrastrukturen dafür gesorgt, dass junge Leute in den ländlichen Räumen keine Zukunft mehr für sich sehen.

Und das gibt es im Wanderungsbericht schwarz auf weiß: „Die Befragungsergebnisse machen darüber hinaus deutlich, dass die ‚Jungen Sachsen‘ die Möglichkeiten von Infrastruktur und Freizeitangeboten vor Ort wenig zufriedenstellend bewerten.“

„Heimat“ ist eben mehr als nur eine hübsche Landschaft. Dazu gehören ein paar Dinge, die man zwingend für ein Leben braucht – vom Arzt über den Bäcker bis zur Kita, zur Schule, der Sparkasse und dem Bürgeramt um die Ecke. Nicht irgendwo in einem immer riesiger aufgeblähten Landkreis, sondern so, dass man alles problemlos im Tagesablauf unterkriegt. Dazu noch ordentliche ÖPNV-Anbindungen, dann wäre schon fast die Hälfte geschafft. Aber genau das hat die sächsische Regierung seit über zehn Jahren ignoriert und tatenlos zugeschaut, was dann passierte.

„Rund 70 Prozent der 16- bis 19-Jährigen, die bereits Vorstellungen über ihren künftigen Wohnort haben, würden diesen in einer Großstadt, hauptsächlich in Leipzig oder Dresden, wählen“, heißt es jetzt im Wanderungsbericht. „Die Unzufriedenheit mit der lokalen Infrastruktur und den Freizeitmöglichkeiten vor Ort, insbesondere in Gemeinden unter 100.000 Einwohnern, könnte dazu führen, dass ‚Junge Sachsen‘, wenn sie konkrete Vorstellungen über einen kurz- oder langfristigen Wohnortwechsel innerhalb Sachsens  haben, zu mehr als 70 Prozent einen Wohnort in einer Großstadt anstreben.“

Da hilft alles Tamtam um Heimatgefühle nichts. Wenn junge Menschen ihre Berufskarriere beginnen und eine Familie gründen wollen, dann brauchen sie belastbare Infrastrukturen.

„Für die meisten ‚Jungen Sachsen‘ sind eine gute sowie vielseitige Bildung und Ausbildung wichtig“, formulieren es die Statistiker. „Sie wünschen sich einen Beruf mit selbstbestimmten, nützlichen und erfüllenden Tätigkeiten. Der Arbeitsplatz soll sicher sein. Ein hohes Einkommen oder die eigene Karriere haben hingegen für viele 16- bis unter  20-Jährige einen geringeren Stellenwert.“ Selbstbestimmt, nützlich und erfüllend.

Deutlicher kann man gar nicht sagen, wie zentral eine selbstbestimmte Berufswahl für die Identifikation (junger) Menschen ist.

An der Stelle hat sich zumindest seit 2010 etwas geändert: Die jungen Leute müssen diese Art Arbeit nicht mehr im fernen Westen suchen.

„Ihre Erwartungen an eine gute Ausbildung und einen erfolgreichen Berufseinstieg sehen vor allem Auszubildende in Sachsen weitestgehend als erfüllbar an. Nahezu drei Viertel von ihnen schätzen ihre beruflichen Möglichkeiten in Sachsen zuversichtlich ein“, heißt es im Bericht.

Und jetzt kommen wir zum Aber: Denn je höher der Bildungsgrad, umso eher neigen junge Leute dann doch zur Abwanderung.

„Die Befunde der Befragung deuten jedoch auch darauf hin, dass bei den Jugendlichen mit höherem schulischen Abschluss die Bewertung der beruflichen Zukunft kritischer  ausfällt. Die Wahrnehmung nicht entsprechender Studienmöglichkeiten und Arbeitsplatzperspektiven führen insbesondere bei qualifizierten jungen Menschen dazu, dass sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, ihre persönlichen Ziele außerhalb von Sachsen zu realisieren. Rund 29 Prozent der befragten ‚Jungen  Sachsen‘, insbesondere Abiturienten und Studenten, würden für bessere berufliche Zukunftsaussichten den Freistaat verlassen.“

Sie tun es übrigens auch, was Sachsens Kultusministerin erfahren musste, als sie kurzerhand mal wieder junge Lehramtsabsolventen einstellen wollte: um Jahre zu spät. Die jungen Leute hatten sich längst in anderen Bundesländern beworben und waren dort mit Kusshand genommen worden. Und dieselbe Erfahrung machen derzeit die Kommunen, die verzweifelt qualifiziertes Personal – zum Beispiel für ihre Planungsabteilungen – suchen. Um hochqualifizierte junge Menschen ist ein regelrechter Wettbewerb ausgebrochen. Und Sachsen mit seiner miserablen Personalpolitik hat dabei ganz schlechte Karten.

Natürlich kommen mittlerweile auch wieder Sachsen zurück, die notgedrungen in den Vorjahren weggezogen sind.

„Einer von vier Zugezogenen wurde ursprünglich in Sachsen geboren und kehrte nun wieder in den Freistaat zurück“, heißt es im Bericht. „Die Mehrheit von ihnen (73,9 Prozent) sind Arbeitsmigranten. Nahezu 15 Prozent sind Familienmigranten und 11 Prozent der sächsischen Rückkehrer sind Bildungsmigranten. Unter den deutschen Arbeitsmigranten beträgt der Anteil der sächsischen Rückkehrer 37,0 Prozent. Bei den deutschen Familienmigranten sind es 41 Prozent. Unter den deutschen Bildungsmigranten sind nur 9,4 Prozent sächsische Rückkehrer.“

Und da steht der zweite Grund für das Aber: Wer wegen der Ausbildung oder des Studiums weggegangen ist, der kommt kaum zurück, denn der baut sich ja Karriere und Familie dort auf, wo er seinen Einstieg ins Berufsleben schafft. Der fängt gar nicht erst an, über ein süßliches Heimatgefühl nachzudenken.

Am stärksten ist der Rückkehrwillen natürlich bei den Menschen, die der Arbeit wegen weggegangen sind. Die sind schon froh, wenn sie in Sachsen wieder eine auskömmlich bezahlte Arbeit finden.

„Arbeitsmigranten sind vor allem im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Lediglich 10,8 Prozent arbeiten im produzierenden oder verarbeitenden Gewerbe. Die Mehrheit (73,0 Prozent) schätzt ein, dass sich ihre berufliche Situation in Sachsen verbessert hat bzw. gleichgeblieben ist“, heißt es im Bericht. „Ein Fünftel der Arbeitsmigranten ist jedoch mit der Höhe seines Einkommens unzufrieden. Darunter auch ein Großteil sächsischer Rückkehrer. Dieser berufliche Nachteil wird offensichtlich bewusst in Kauf genommen, da die sozialen Beweggründe für eine Rückkehr nach Sachsen ein stärkeres Gewicht hatten.“

Es sind übrigens auch diese „sozialen Beweggründe“, die vor allem das Dableiben der jungen Leute beeinflussen. Da geht es um soziale Netzwerke, um Freunde, Partner und Verwandte. Die „Heimatregion“ kommt erst deutlich dahinter. Wenn es aber ums Wegziehen geht, spielen ganz knallharte Basiszutaten die Hauptrolle: Einkommen, Arbeitsplatz, Studienplatz, Aufstiegschancen …

Wobei auch angemerkt werden muss, dass das alles den Einwohnerverlust von Sachsen zwar bremsen, aber nicht beenden würde. Seit 2015 wächst Sachsen ja wieder. Aber das passiert vor allem durch Zuwanderung aus dem Ausland. Aber auch durch Zuwanderung aus den anderen Neuen Bundesländern. Aber diese Zuzügler wandern auch nicht ins Ländliche, sondern bevorzugen die Kreisfreien Städte. Auch sie suchen intakte und dichte Infrastrukturen. Auch in ihren Bundesländern wurden ganz ähnliche Fehler gemacht, hat sich nicht wirklich eine Landesregierung bemüßigt gefühlt, die Ursachen für die Wanderungen zu begreifen und klug gegenzusteuern.

Eine Ausnahme ist es garantiert nicht, wenn „81 Prozent der sächsischen Bevölkerung in Sachsen geboren wurden und eine starke Bindung an ihre Heimatregion haben“. Man möchte glatt drauf wetten, dass es anderswo in der Welt genauso ist. Erst wenn die harten Entscheidungen anstehen, wenn es um Arbeit, Einkommen und stabile Lebensverhältnisse geht, dann kommt die Wanderung in Erwägung. Aber genau dann beginnt auch der berühmte „Wettbewerb der Regionen“ – nämlich um junge, kluge Köpfe.

Sachsen ist in diesen Wettbewerb noch nicht wirklich ernsthaft eingestiegen.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

http://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/04/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

Zuwanderung
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Das VorLeseFest für Kinder „LeseLust im August“ lockt ab 3. August wieder auf die Lesewiese
Preisanpassung im Nahverkehr tritt ab 1. August in Kraft
LOK verpflichtet neuen Torhüter
Sachsen setzt bundesweit geltende Änderungen des Waffengesetzes zügig um
Polizeibericht, 25. Juli: Zigarettenautomat aufgesprengt, Heftiger Zusammenstoß, Tödlicher Verkehrsunfall
Landesdirektion Sachsen hebt Chemnitzer Stadtratsbeschluss über Wildtierverbot in Zirkussen auf
Lernvideos und Übungsaufgaben vom Nachhilfeinstitut Studienkreis in Leipzig
Verbraucherzentrale Sachsen: Kunden können bezahlte Gebühren von ihrer Bank zurückfordern
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Bilderbuch „Hier kommt keiner durch!“ erhält den Gustav-Heinemann-Preis 2017
Isabel Minhós Martins, Bernardo P. Carvalho: Hier kommt keiner durch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Das Problem mit "den Flüchtlingen" fängt nicht erst an, wenn sie nach ihrer Reise unter Lebensgefahr bei uns ankommen. Das Problem fängt mit den Grenzen an, mit denen Mächtige versuchen, die Welt zu teilen - und die Menschen. Auf einmal gibt es Menschen die drin sind und noch viel mehr, die draußen sind. Und ein wütender Präsident oder ein General bestimmen, wer über die Grenze darf und wer nicht.
Sachsens Regierung hat noch nicht mal einen Plan, wie sie ihre Klimaschutzziele von 2012 umsetzen will
Entwicklung der sächsischen Emissionen 1991 bis 2014. Grafik: Freistaat Sachsen, LfULG

Grafik: Freistaat Sachsen, LfULG

Für alle LeserKünftige Generationen werden mit ziemlichem Zorn auf unsere Zeit schauen. Wenn sie überhaupt noch die Möglichkeit haben, sich mit Geschichte zu beschäftigen und nicht mit dem Kampf ums nackte Überleben vollauf zu tun haben. Denn es sind die jetzt lebenden Generationen, die die Lebensbedingungen für die Menschheit zerstören. Und das aus reiner Feigheit, Faulheit und Unwillen zum Handeln. Beispiel Sachsen.
Dresden zauberte 2015 ein BIP-Wachstum von 10 Prozent aus dem Hut
Das BIP-Wachstum der sächsischen Landkreise und Großstädte. Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Was war da eigentlich 2014 in Leipzig los? Mit einem Riesensatz sprang Leipzig an die Spitze der sächsischen Wirtschaftsentwicklung, überholte Dresden einfach mal so mit links. Ein Jahr später konnte Leipzig zwar weiter zulegen, aber jetzt war es Dresden, das sich mit einem Riesensatz wieder an die Spitze setzte. Die sächsische Förderpolitik für die Landeshauptstadt macht sich immer wieder bemerkbar.
Treibende Kraft bei innovativen Gründungen sind die sächsischen Universitätsstädte
Startkapital. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist sein Spezialgebiet als Politiker. Da wird auch Holger Mann als hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag etwas euphorisch, wenn Sachsen in einem bundesweiten Vergleich der Gründer auf einmal fünf Plätze besser abschneidet und sogar Länder wie Baden-Württemberg überholt. Das habe wohl etwas mit Sachsens Hochschullandschaft zu tun, vermutet er.
Fecht-WM 2017: Tränen um verpasste Medaille – Dreimal Endstation Frankreich
Das Team-Finale im Männersäbel verwöhnte die Zuschauer mit spektakulären Szenen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserFür die deutschen Fechter hielten die ersten vier Teamwettbewerbe der Heim-WM in Leipzig vor allem Enttäuschung bereit. Am Montag durften die Florett-Frauen noch einer knapp verpassten Medaille nachtrauern, während die Säbel-Männer vom spektakulären Ausscheiden im Achtelfinale geschockt waren und am Ende Neunter wurden. Am Dienstag war jeweils im Achtelfinale gegen Frankreich Schluss. Die Säbel-Frauen warfen dann vorzeitig das Handtuch (16. Platz), die Degen-Männer landeten auf Rang 15.
Umbau des südlichen Parks Am Wasserschloss in Leutzsch soll noch 2017 beginnen
Die große Rittertafel im Park am Wasserschloss. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFür einen Apfel und ein Ei gibt es in Leipzig nichts mehr gebaut. Die Baufirmen haben alle Hände voll zu tun und können sich die Projekte aussuchen, für die sie sich bewerben. Das betrifft auch den Landschaftsbau. Eine etwas unangenehme Erfahrung für Leipzigs Baudezernat, denn jetzt wird die Gestaltung des Parks am Wasserschloss in Leutzsch eine Ecke teurer.
Erst gegen fünf beteiligte Rechtsradikale wird mittlerweile wegen Landfriedensbruch verhandelt
Randalierer werden in Connewitz am 11. Januar abgeführt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserÜber ein Jahr ist es her seit dem Neonazi-Überfall auf Connewitz. Von vielen der daran Beteiligten kennt die Justiz mittlerweile die Namen. Aber die meisten Ermittlungsverfahren laufen noch immer und sind nicht bis zur Anklage gediehen. Ist die Staatsanwaltschaft mit diesem organisierten Überfall überlastet?
Über das Leaken und die Produktion von guten Nachrichten
Was helfen Leaks, wenn Medien keine Macht haben? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon erstaunlich, wie viele Dilettanten sich heutzutage in die Politik verirren. Es scheint tatsächlich ein ziemlich verachtetes Gewerbe zu sein, wenn es Menschen wie Donald Trump an die Spitze des mächtigsten Staates der Erde spült. Na gut, das amerikanische Wahlsystem spielt dabei eine Rolle. Aber auch der Blick nach Europa zeigt, wie schnell es Dilettanten zu Präsidenten bringen. Und die haben alle ein Problem mit der Wahrheit.
Wildschweine sind grunzfidel, den Feldbewohnern wird der Garaus gemacht
Wildschweine im Leipziger Wildpark. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am Montag, 24. Juli, hat Sachsens Umweltminister einen Satz gesagt, der anzweifeln lässt, ob er die Komplexität seines Arbeitsgebietes überhaupt versteht. „Ich sehe darin einen Beleg dafür, dass das Wild im Freistaat Sachsen beste Lebensbedingungen vorfindet und die Wildbestände ansteigen, insbesondere das Schalenwild“, sagte er in Bezug auf die hohen Abschusszahlen sächsischer Jäger.
Kirchentag auf dem Weg in Sachsen hat einen neuen Subventionsgipfel erreicht
Der alte Luther auf dem Kirchentag in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Zahlen liegen jetzt vor. Mit 3,2 Millionen Euro haben der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig den „Kirchentag auf dem Weg“ finanziert. Das ist ein neuer Rekord in der staatlichen Subvention eines Kirchenfestes, stellt jetzt die Kunstaktion „11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ fest. Und die geliebte Umwegrendite? Ein Märchen fürs Volk.
Open-Air Konzert und Filmvorführung: Zhou Family Band und „The Silk Road of Pop“
Zhou Family Band. Foto: PR

Foto: PR

Wer die Zhou Family Band einmal live gesehen hat, kann sich kaum vorstellen, dass sie ihre Musik auch auf Beerdigungen spielen. Seit mehr als 600 Jahren und über sieben Generationen spielen Angehörige der Familie Zhou Festmusik zu religiösen und weltlichen Anlässen: bei Geburten und Hochzeiten, Tempelfeierlichkeiten und Begräbnissen. Die Ekstase und Ausgelassenheit mit der sie musizieren, fasziniert die Anwesenden. Die Band erlangte internationale Bekanntheit durch ihren Soundtrack für den Filmklassiker „Die rote Laterne“.
Premiere am 27. Juli: „Triton“ – Eine Groteske mit Masken
Triton. Foto: Tim Pfautsch

Foto: Tim Pfautsch

Triton, der Herrscher über alle Ozeane, wirft seinen ungehorsamen Diener Protelino aus seinem nassen Reich. Protelino hatte den Menschen versehentlich beigebracht, wie man über das Wasser fahren kann. Jetzt dröhnen von überall her die Schiffshörner und verkünden das Anthropozän, das Zeitalter der Menschen, in aller Welt. Triton tobt und sinnt auf Rache. Doch der listige Protelino hat das Tamatebako gestohlen, das Kästchen, mit dem die Flut entfesselt wird und flieht damit an Land.
Legida-Demo: Polizeibeamte wegen Gewalt gegen Sitzblockierer angeklagt
Ein Polizist tritt in eine Personengruppe. Screenshot: MDR

Screenshot: MDR

Für alle LeserNach den Krawallen rund um den G20-Gipfel ist unter anderem das Thema Polizeigewalt wieder in den öffentlichen Fokus geraten. Dabei geht es auch um die Frage, inwiefern sich die Täter dafür verantworten müssen. In Leipzig stehen demnächst zwei Mitglieder der Bereitschaftspolizei vor Gericht: Sie sollen vor einer Legida-Demonstration im April 2015 rechtswidrig mit Tritten und Pfefferspray gegen Sitzblockierer vorgegangen sein.
„Hals über Kopf“: Theater im Innenhof der Moritzbastei
„Hals über Kopf“. Foto: René Schaeffer

Foto: René Schaeffer

Ein Zeitenfenster öffnet sich – zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler stürzen sich Hals über Kopf hindurch und finden sich als zwei Nonnen und zwei Mönche wieder. Das Verhältnis zu Gott wird neu gedacht, alte Autoritäten werden infrage gestellt und die Klöster werden aufgelöst. Und – sie heiraten! Ottilie von Gersen heiratet Thomas Müntzer, Katharina von Bora heiratet Martin Luther. Das war neu, das hatte die Welt noch nicht gesehen!
Sachsens Innenminister hat das Sächsische Parlament bis zuletzt vor der Tür stehen lassen
Wer kontrolliert die gesammelten Daten aus der Telekommunikation? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Wie eine transparente Politik eigentlich nicht aussehen darf, das demonstrierte die sächsische Regierung am Beispiel des geplanten Gemeinsamen Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (GKDZ) der ostdeutschen Bundesländer, in dem sie ihre Telekommunikationsüberwachung bündeln wollen. Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt die Landtage eingebunden waren, blieben Sachsens Landtagsabgeordnete bis zuletzt ausgesperrt. Logisch, dass Enrico Stange sauer ist.