Wahlarena der L-IZ.de & LZ zur Bundestagswahl 2017

#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Tom Rodig (Die PARTEI)

Für alle LeserMit Start im März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der PARTEI, Tom Rodig (WK Nord, Leipzig I, 152).
Artikelserie "BTW17" - Teil 6 von 14

Was halten Sie für das größte Problem in der heutigen Gesellschaft & wie wäre es zu lösen?

Das Problem ist die Gesellschaft selbst, denn aus ihr ergeben sich alle gesellschaftlichen Probleme: Klimawandel und schlechte Fernsehsender, überbordende Korruption und allgemeine Demokratieermüdung, Migration und zu wenig Mülleimer, Abwasserabgaben und völlig verwahrloste Eliten.

Soziale Spaltung und zu hohe Kosten, Zerstörung der Natur und immer zu wenig Arbeitsplätze, Platzmangel und täglich unzählige Falschmeldungen, Hunger, Durst und soziale Kälte, keine Orientierung und zu viel Religion, Herpes und treulose Europäer, Entfremdung und Verstopfungen (Hartleibigkeit!), Zensuren und ein kaputter Rechtsstaat und zu guter Letzt: Schlechtes Wahlverhalten.

Doch verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin gern gesellig. Vor allem in der Kneipe, zu Hause und ganz allgemein in Gegenwart von Menschen. Schließlich bin ich Politiker, damit vor allem Mensch. Das Folgeproblem: Der Mensch hat derzeit nur einen Planeten. Seien wir realistisch – dieser eine Planet reicht kaum für alle Menschen. Meine Lösung: Die Eroberung des Weltraums.

Neue Erden wurden jüngst entdeckt, machen wir uns schleunigst daran, die dortigen Planeten schleunigst zu erschließen und starten wir die Kolonisierung. Jedem seine eigene Erde!

Die ersten konkreten Schritte werden sein: Herabsetzung der Lichtgeschwindigkeit im Universum und der Bau mehrerer Hyperraum-Autobahnen. Dafür stehe ich mit dem Namen – „Major Tom“ Rodig. Kurzum: Gesellschaftsproblem „Gesellschaft“ und Eroberung des Weltraums.

Was glauben Sie in Berlin speziell für Leipziger Belange tun zu können?

Zunächst werde ich den größten Kropf am Hals unserer schönen Heimatstadt beseitigen. Dieser ist und bleibt: Dresden. Dieses steingewordene Barockmuseum mag ja vielleicht ganz hübsch anzuschauen sein, doch ist es nicht weiter hinnehmbar sich von dort so erfolglos regieren zu lassen.

Von Berlin aus werde ich Leipzig zum „Freistaat Leipzig“ erklären lassen. Mehr als ein Stadtstaat, effektiver als ein Bundesland. Es muss endlich Schluss sein mit der Dresdner Landeshauptstadt! Damit Leipzig erfolgreich den Weg zum Hochtechnologie-Standort einschlägt, werde ich in Berlin dafür sorgen, in Leipzig einen europäischen Weltraumbahnhof zu etablieren.

Als Schlüsselindustrie muss die Computer- und Raketenforschung hier Fuß fassen. Natürlich besonders in meinem Wahlkreis. Daher lautet mein Vorschlag „Cape Crottendorf“, das Baikonur Leipzigs. Die Leipziger Messe – ehemals die größte Messe Europas! – soll zudem Leuchtturm in der Weltraumforschungswelt werden.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass die Leipziger Partnerstadt Houston heißt, ist ein Zeichen, das wir nicht ignorieren können. Es warten Ruhm, Ehre und Großartigkeit als Lohn für die Eroberung des Weltraums. Die Möglichkeiten für ein unendliches ökonomisches Wachstum sind nirgends besser, denn wie heißt es doch so treffend: „Der Weltraum, unendliche Weiten.“

Kurzum: Gründung des „Freistaat Leipzig“ und unendliches Wachstum für uns alle.

Wie stehen Sie selbst zur Demokratie derzeit in Deutschland – gibt es hier Veränderungsbedarf?

Das größte Problem der Berliner Demokratie ist nicht die Demokratie – sondern der Wähler! Seit Jahrzehnten wählt der Wähler was er will. Und dabei verwählt er sich ständig.

Seien wir einmal ehrlich. Was haben uns die Wählerinnen und Wähler gebracht? Kohl, Schröder, Hitler. Orban, Trump, Putin. Demokraten machten die Demokratie kaputt. Die Wählerschaft hat sich schon zu oft selbst abgewählt. Natürlich kann ich das verstehen. In der Wahlkabine ist der Mensch allein, auf sich selbst zurückgeworfen, isoliert. Und dann dieser Druck in der Kabine.

„Wähle ich das Richtige?“ Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zur Frage „Warum wähle ich überhaupt?“ Damit muss endlich Schluss sein!

Der Trend geht zum Nichtwählen. Ich mache Politik vor allem für diese große Mehrheit. In Deutschland müssen ganz grundsätzlich weniger Wahlen stattfinden. Schließlich ist unsere Gesellschaft jetzt schon viel zu voll mit Wahlmöglichkeiten. Im Supermarkt, beim Autohändler, im Kleidungsgeschäft, in der Diskothek. Heere an Menschen und Bataillone an Industrien versorgen uns mit Dingen, die wir nicht brauchen. Auch auf dem Polit-Markt schreien die Etablierten uns ihre unzähligen Programme in die Ohren.

Deshalb: Wählen sie mich – für weniger Wahlen. Kurzum: Demokratieverdruss durch Ver-Wählen und die Alternative für uns alle, Tom Rodig.

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Konzeptwerk Neue Ökonomie präsentiert neue Publikation auf dem Kirchentag
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Der Kirchentag auf dem Weg hat dieser Tage auch Leipzig als Schauplatz. Alle möglichen Leute beschäftigen sich mit Luther, Reformation und der Frage, was Religion heute eigentlich noch für eine Rolle spielt. Aber manchmal sind es eher die Gäste solch eines Ereignisses, die zeigen, worum es eigentlich geht. So wie das Konzeptwerk Neue Ökonomie, das in einer Broschüre das strittigste Thema der Zeit aufgreift: den blinden Glauben ans Wachstum.
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Giordano-Bruno-Stiftung kommt mit nacktem Luther nach Leipzig
Der nackte Luther in Berlin. Foto: gbs, Maximilian Steinhaus

Foto: gbs, Maximilian Steinhaus

Nicht nur die Schriftstellerin Thea Dorn hadert mit diesem Luther, der dieser Tage wieder im Mittelpunkt des Kirchentages steht und die Scharen der Protestanten auch nach Leipzig lockt. Auch die Giordano-Bruno-Stiftung tut sich schwer – nicht nur mit Kirchentagen an sich (und ihre Finanzierung aus öffentlichen Kassen), sondern auch mit Martin Luther. Den bringt sie heute sogar mit nach Leipzig: nackt. Eine anstößige Sache.