Wahlarena der L-IZ.de & LZ zur Bundestagswahl 2017

#BTW17 Die Kandidaten stellen sich vor: Volker Holzendorf (B90/Die Grünen)

Für alle LeserSeit Anfang März 2017 stellt die L-IZ.de gemeinsam mit der LEIPZIGER ZEITUNG die Direktkandidaten der Parteien in den Wahlkreisen (WK) 152 (Leipzig I, Leipzig-Nord) und 153 (Leipzig II, Leipzig-Süd) vor. Drei Fragen wurden dazu an die Kandidaten versandt. In der Folge haben alle Leser und Leipziger die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen an die Kandidaten zu richten, welche die Kandidaten in der Folge nach Themen sortiert beantworten werden. Hier also die Grundvorstellung des Kandidaten der Leipziger B90/Die Grünen, Volker Holzendorf (WK Nord, Leipzig I, 152).
Artikelserie "BTW17" - Teil 11 von 14

Was halten Sie für das größte Problem in der heutigen Gesellschaft & wie wäre es zu lösen?

Steigt die Erderwärmung auf über zwei Grad, werden die Folgen der Klimakrise unbeherrschbar. Daher brauchen wir ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Zielen: Bis 2020 sollten die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent sinken und bis 2050 um 95 Prozent.

Die folgende animierte Grafik zeigt, wie sich die Erderhitzung (von Erderwärmung kann schon lange keine Rede mehr sein) von 1850 bis heute entwickelt hat – und macht deutlich, dass wir schnell handeln müssen (Quelle der Grafik climate-lab-book.ac.uk):

Wir müssen weg von schmutziger Kohle und Öl und hin zu sauberen Energien aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Geothermie. Europa muss seinen Energiebedarf bis zur Mitte des Jahrhunderts zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken.

In Deutschland konnte der Ausbau sauberer Energien so rasch Schwung aufnehmen, weil er durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert und von den Menschen getragen wurde. Dies muss durch ambitionierte Ausbauziele über eine Reform des EEG gestärkt werden. Anders lässt sich die Klimakrise nicht abwenden.

Was glauben Sie in Berlin speziell für Leipziger Belange tun zu können?

Städte leiden – nicht erst seit dem VW-Dieselskandal – unter dem Feinstaub. Verkehrlich verursachter Feinstaub ist in Deutschland für 3mal so viele Todesfälle verantwortlich, wie Verkehrsunfälle. Dennoch tut die derzeitige Bundesregierung nichts für die Luftreinhaltung in den Städten.

Die Menschen vor Ort – in Leipzig beispielsweise in der Lützener Straße – sind einem unzumutbarem Risiko ausgesetzt. Davor kann nur ein Maßnahmenbündel zur Luftreinhaltung helfen. Dafür müssen Bundesgesetze geändert werden, um beispielsweise die „Blaue Plakette“ kommunal einführen zu können. Ebenso muss – ähnlich dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) unter Rot Grün – ein Verkehrswendegesetz mit klaren und verlässlichen Zielvorgaben auf den Weg gebracht werden.

Darin ist dann auch ein Masterplan für die E-Mobilität in Deutschland enthalten, der aufzeigt, welche Bahnstrecken elektrifiziert gehören (z.B: Leipzig-Gera-Hof, oder Leipzig-Grimma-Döbeln) und dass ab spätestens  2030 keine Fahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotor – und das ist wichtig: neu – zugelassen werden können.

Wie stehen Sie selbst zur Demokratie derzeit in Deutschland – gibt es hier Veränderungsbedarf?

Wir müssen die Stärke der Demokratie betonen, die eben gerade darin liegt, dass geäußerte Probleme nicht totgeschwiegen sondern im gemeinsamen Dialog gelöst werden. Wenn die Lösung der Probleme dabei länger dauert, liegt das daran, dass viele Menschen sich dazu äußern können.

Die Kommunikation dabei ist geprägt vom gegenseitigen Ernstnehmen. Da niemand alles weiß, hilft dieser Austausch sich gegenseitig zu der besten Lösung für alle zu treiben und voneinander zu lernen.

Demokratische Spielregeln

1.      Meine Meinung ist nur eine unter vielen
2.      Im Gespräch finden wir die beste Lösung für die Allgemeinheit
3.      Sachbeschädigungen und Gewalt – auch in ehrabschneidenden Worten – sind kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Die anderen Regeln helfen alle Menschen im Blick zu behalten.

Insofern gibt es keinen Änderungsbedarf nur eine Rückbesinnung auf die grundlegenden Spielregeln!

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Foto: L-IZ.de

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Foto: Sebastian Beyer

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Amtsgericht verurteilt OfD-Gegner zu Geldstrafe. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

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