Ralf Scheler ist ja ein Pfiffikus. Das haben die Leipziger schon mal spitzgekriegt, als er kurzzeitig Präsident der Leipziger Handwerkskammer war. Dann aber hat sich der Handwerksmeister in den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in Eilenburg gestürzt - und souverän gewonnen. Aber Eilenburg gehört doch zu den schrumpfenden Städten in der Region oder? Muss ja nicht sein, findet Scheler.

Auch wenn die Zahlen erst einmal von einer keineswegs berauschenden Entwicklung erzählen: Hatte die Stadt im Landkreis Nordsachsen 2011 noch 15.681 Einwohner, so waren es Ende 2014 nur noch 15.392. Im Mai 2015 sah es mit 15.403 schon wieder ein klein wenig anders aus. Aber das könnte auch schon mit der Zuwanderung aus dem Ausland zu tun haben.

Wie aber sieht ein stabiles Bevölkerungswachstum aus? Das will Ralf Scheler beim traditionellen Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters am Donnerstag, 14. Januar, im großen Saal des Eilenburger Bürgerhauses zum Thema machen. Der Empfang steht jedes Jahr unter einem Motto, welches für die Stadt Eilenburg im bevorstehenden Jahr von besonderer Bedeutung ist.

Im Jahr 2016 soll der Fokus auf der Steigerung des Bekanntheitsgrades der Muldestadt liegen. Und da kommt, was eigentlich auf der Hand liegt: Eilenburg will sich als alternativen Wohnstandort zur Großstadt Leipzig präsentieren und dabei die Stadt über eine groß angelegte Wohnstandort-Kampagne vermarkten.

Deshalb lautet das Motto des Neujahrsempfangs 2016 “Wohnen um Leipzig – Eilenburg zieht an.“ Eingeladen sind Eilenburger, welche durch ihren beruflichen Alltag oder ihr persönliches Engagement besonders mit der Thematik verbunden sind. Und vielleicht kommen auch ein paar Leute von außerhalb, die die Idee auch gut finden.

Denn Eilenburg hat einen echten Vorteil: Es ist ins Mitteldeutsche S-Bahn-Netz eingebunden. Alle 30 Minuten fährt hier die Linie S4 Richtung Leipzig. Fahrtzeit bis Leipzig-Markt: 29 Minuten. Unterwegshalte gibt es in Jesewitz, Taucha, Thekla.

Und auch der sächsische Innenminister, der neben all seinen Jobs zur sächsischen Sicherheit auch noch die ganze Stadtentwicklung unter sich hat, sieht in Eilenburg Stabilisierungspotenzial.

Am 14. Dezember übergab Innenminister Markus Ulbig 22 Fördermittelbescheide über insgesamt 120 Millionen Euro an Sächsische Kommunen. Eilenburg hat davon 2,05 Millionen Euro für kommunale Projekte im Gebiet Innenstadt und Burgberg erhalten. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Ziel der Förderung ist die Wohn- und Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtquartieren zu verbessern. Städtebauliche, demografische, wirtschaftliche, ökologische, kulturelle und soziale Defizite sollen behoben werden.

In Eilenburg sollen in den nächsten fünf Jahren unter anderem die Freiflächengestaltung auf dem Burgberg fortgeführt, die Kellerstraße umgestaltet und das Multifunktionsgebäude in der Halleschen Straße energetisch saniert werden. Die Ausgaben belaufen sich auf knapp 2,6 Millionen Euro.

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