Der „Sachsen Monitor 2016“ unter der Lupe, Teil 6

Paternalismus ist der beste Nährboden für Lebensängste und Menschenfeindlichkeit

Für alle LeserIm „Sachsen Monitor 2016“ gibt es auch einen ganzen Fragekomplex zu „Ressentiments und demokratiegefährdenden Einstellungen“, insbesondere zu „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“. Man kann es sich einfach machen und diese Einstellungen einfach als rechtsextrem klassifizieren. Fertig. Aber da verkennt man eines: Dahinter stecken immer auch Ängste. Wo die Vernunft schläft, toben die Ängste.

Ängste sind blanke Emotionen. Sie sind jederzeit aktivierbar. Was an unserer Sozialisationsgeschichte liegt: Zur Menschheitsgeschichte gehörte Jahrzehntausende lang auch immer der blanke Kampf ums Überleben. Die Natur da draußen war nie freundlich, Nahrungsressourcen waren hart umkämpft. Jede andere Gruppe bedeutete Gefahr für die eigene Gruppe. Die Kriege von heute leben von diesen uralten Emotionen. Die sind so fest eingebaut, dass selbst Forscher staunen, wie leicht sich Menschen in verfeindete Gruppen verwandeln lassen, wenn man ihnen auch nur ein Zeichen der Uniformierung gibt. Egal, ob es Fußballtrikots sind, verschiedenfarbige Hemden oder Schlipse.

Was hat das mit Sachsen zu tun?

Eine Menge. Denn wenn man keine vernünftige Politik macht, eine interaktive, wie wir sie genannt haben, die die Wähler aktiv einbezieht in Problemlösungen und politische Entscheidungsfindungen, dann koppelt sich Politik los von der Selbstwahrnehmung der Bürger. Sie bleiben nicht nur mit ihren ungeklärten Problemen allein, sondern auch mit ihren Emotionen.

In einer aufgeklärten Gesellschaft werden Emotionen ausgesprochen, diskutiert und eingeordnet. Man begegnet ihnen rational mit rationalen Lösungsangeboten.

Wer aufgepasst hat, der hat gemerkt, dass hinter den ganzen Bocksgesängen des Populismus derzeit auch zwei Kampagnen laufen, die beide zusammengehören: Die eine richtet sich explizit gegen das, was man den „Achtundsechzigern“ unterstellt, die unsere Gesellschaft mit kleinen Erfolgen durchaus etwas offener, toleranter und weniger spießig gemacht haben. Und die andere richtet sich immer wieder gegen das Projekt der Aufklärung und Wissenschaft. Meinung soll wieder zählen – und Emotion. Aber nur negative, denn positive Emotionen haben ja nur „Gutmenschen“, Achtundsechziger und andere solche Leute, die sich mit Herzblut für Schwächere einsetzen.

Emotionen der Angst aber sollen gelten. Und sie werden geschürt. Auch in Sachsen. Mal ist es ein bisschen Nationalstolz, den man preist, dann wieder die besondere Erfolgsgeschichte Sachsens. Hauptsache, man grenzt sich von anderen ab. Wenn man das, was man als eigene Kultur betrachtet, als etwas Besonderes und zu Verteidigendes beschwört, dann forciert man natürlich das eingebaute Gruppendenken. Da muss auch der größte Depp nicht lange nachdenken: Wenn Sachsen als sein Geburtsland im Ausweis steht, ist er nun einmal Sachse und damit per definitionem Erbe einer einzigartigen Kultur.

Von der er zwar meist keine Ahnung hat, die er aber gegen alle Unbilden von außen verteidigen muss. Das steckt dann zum Beispiel auch in so einer Aussage wie „Die meisten hier lebenden Muslime akzeptieren nicht unsere Werte“. 69 Prozent der im „Monitor“ Befragten stimmten dem zu. Man grenzt sich ab von Menschen, die man als „anders“ begreift – und macht ihnen die eigene Abgrenzung zum Vorwurf.

Sogar dann, wenn diese Art Fremde in der eigenen Nachbarschaft gar nicht auftauchen. Denn nur 17 Prozent der Befragten finden: „Meine persönliche Wohnumgebung ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“. Das ist schon ein echter rechtsextremer Topos. Aber Menschenfeindlichkeit braucht solche Krücken. Sie klingen martialisch und danach, als hätte der Sprecher sein Leben und seine Umgebung noch im Griff. Es steckt ein großer Wunsch nach Kontrolle drin. Denn das rechtsextreme Weltbild ist ja nur ein in Prahlerei umgekehrtes Bündel aus Ängsten. Das Fremde macht diesen Menschen genauso Angst wie das Offene, das Unkontrollierte und Vielfältige.

Und wenn eine Welt sich so verändert wie die unsere – und wirklich kein Dorf und kein Arbeitsplatz davon verschont werden – , dann sind die Ängste natürlich allgegenwärtig. Auch tiefsitzende existenzielle Ängste. Die vor allem dann entstehen, wenn Menschen mit den Veränderungen nicht souverän umgehen.

Der Menschenfeind ist nicht souverän. Er ist Gefangener seiner Ängste. Und man ahnt es, wenn man diese ganzen Ressentiments liest: Politiker, die das in salbungsvollen Reden auch noch schüren, die schüren in Wirklichkeit die Angst. Sie machen die Menschen erst recht ratlos und unsouverän. Damit lässt sich ganz gut regieren, solange das Gefühl nicht überhand nimmt, dass die Dinge trotzdem ins Rutschen kommen. Kommen sie ja auch. Und vernünftige Politik würde das jeden Tag auch offensiv mit ihren Wählern diskutieren.

Paternalistische Politik tut aber so, als würde sie diese Dinge regeln anstelle des verängstigten Bürgers. Man merkt: Da tut sich eine Kluft auf, wenn alle Kanäle voller beängstigender Botschaften sind. Nur wählen Bürger, die in ihren Ängsten nicht souverän sind, natürlich nicht den komplizierten und vernünftigen Weg, sondern den emotionalen. Denn: Angst macht blind. Ein gefundenes Fressen für Populisten. Sie brauchen nur billige Sündenböcke und einfache Lösungen bieten, die scheinbar alle Probleme dadurch klären, dass sie sie aus der Welt schaffen. Weg damit. So, wie es diese Gesellschaft ja vormacht mit Umweltschäden, Billigproduktion und Elektroschrott: Was man nicht haben will, exportiert man irgendwo da unten in irgendwelche andere Länder.

Wer die ganzen Ressentiments durchliest, merkt dann auch, wie das dann gleich wieder umschlägt: Man schafft die vermeintlichen Probleme aus dem Land. Aber dann fangen die anderen an, sich zu Wort melden und ihren Anteil am Reichtum der Welt zu fordern. Was bilden die sich ein? Da muss man aber mal Härte zeigen, oder als chauvinistischer Topos: „Was unser Land braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.“ Dem stimmen 53 Prozent der befragten Sachsen zu.

Ohne zu merken, dass auch das Quatsch ist. Denn in der eigenen Gesellschaft stimmen nur 9 Prozent der Aussage zu „Wie in der Natur sollte sich auch in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen“. Das ist der sogenannte Sozialdarwinismus. Aber wie kann der in einer Gesellschaft falsch sein, wenn man ihn für die nationale Ebene für gültig hält?

Man ahnt so langsam, dass die Sachsen mit einem zusammengebastelten und sehr irrationalen Weltbild durch den Tag spazieren. Hinter den Sätzen brodelt die Angst vor den Veränderungen, die alle irgendwie von außen kommen. Und denen man sich ausgeliefert fühlt, weil es einen echten politischen Diskurs für die meisten Sachsen nicht gibt. Das haben sie ja an die „da oben“ delegiert, die sie dann – in ihrem Grimm – verantwortlich machen für die Ungemütlichkeit. Das ist ein Ergebnis jahrelanger Verschonung durch Politik. Man hätte es ahnen können. Denn in keinem anderen Bundesland wurde die väterliche Trumpfkarte so lange und so oft ausgespielt wie in Sachsen. Man hat gelernt, dass man von nervender Politik verschont werden kann, also möge Politik einen auch vor den Zumutungen der Welt bewahren.

Und so bekommt man einen unsouveränen Souverän, der sich vor allem Möglichen fürchtet – Muslimen, Homosexuellen, Sinti und Roma, Juden sind auch wieder dabei …

Natürlich steckt in dieser Angst vor der Wirklichkeit immer auch die Gefahr, dass sie sich in dem Wunsch nach Autokratie manifestiert, was ja in einigen Aussagen des „Sachsen Monitor“ schon spürbar wurde. Das verstärkt sich ja dann meist – der panisch gewordene Bürger ruft nach dem starken Mann, der starke Mann fühlt sich berufen und beginnt gleich, wenn er kann, mit dem Aufräumen, schafft alles weg, was das Leben kompliziert macht. Oder mal so formuliert: Der in seiner Angst Gehätschelte bevorzugt die schleunigste Abschaffung der Freiheit, wenn ihm nur einer verspricht, dass er dann keine Angst mehr haben muss.

Ist nur die Frage: Ist der Typ für eine wirklich lebendige Demokratie verloren? Oder ist es nach 26 Jahren endlich mal an der Zeit, dem Typen mal ein bisschen demokratische Arbeit zuzumuten? Diesem „Ich würde ja gern“-Typen, der dann aber immer lauter Ausreden findet, warum ihm das alles zu anstrengend ist.

Ist der Sachse also ein Faultier oder ein Papasöhnchen? Letzteres irgendwie schon.

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Foto: Olaf Konopik

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Am Donnerstag, den 25. Mai um 17 Uhr wird der Kammerchor TASK (Thüringischer Akademischer Singkreis) zu Gast im Ariowitsch-Haus sein. Zu hören sind unter dem Titel „Drum schließ ich mich in deine Hände“ geistliche Werke des ehemaligen Kreuzkantors Gottfried August Homilius, sowie Michael Prätorius „Peccavi fateor“ und Johann Sebastian Bachs Motette „Komm, Jesu, komm“, die im Zentrum des Programmes steht. Den Abschluss bilden drei sechs-stimmige Chöre aus Max Regers „Opus 39“. Der Eintritt ist für Kirchentage-Besucher frei.