Für viele hundert Besucher des Spiels RB Leipzig gegen Paderborn dürfte das Ergebnis nur Nebensache gewesen sein. Dank des Engagements von ursprünglich einem einzigen RB-Fan und der folgenden Unterstützung durch Fanforum, Verein, Flüchtlingsrat und 200 "Paten" konnten 750 Geflüchtete aus der Ernst-Grube-Halle und anderen Asylunterkünften in Leipzig einen richtig schönen Abend verbringen. Flüchtlinge und RBL-Fans feierten gemeinsam - zunächst die gemeinsame Zeit und den Besuch des Fußballspiels, am Ende schließlich auch das Ergebnis. Nach Abpfiff verlagerte sich das Geschehen Richtung Wagnerhain, vorbei war der Abend damit aber noch lange nicht.

Zum Sportlichen: RBL-Coach Ralf Rangnick veränderte seine Mannschaft wieder auf mehreren Positionen. Auf der linken Verteidigerposition kam Neuzugang Halstenberg gleich zu seinem ersten Einsatz. Klostermann rückte zurück in die Innenverteidigung. Im defensiven Mittelfeld kam Kaiser zum Einsatz und Stürmer Selke wanderte nach einer anstrengenden Länderspielwoche auf die Bank. Stattdessen durfte Poulsen wieder von Beginn an spielen.

Refugees Welcome im Zetralstadiom. Foto: Alexander Böhm
Refugees Welcome im Zentralstadion. Foto: Alexander Böhm

Gleich zu Beginn der Partie kam Paderborns Bickel nach einem Konter zum Abschluss, jedoch zu zentral – keine Gefahr für Coltorti (1.). Es sollte für lange Zeit die einzige nennenswerte Aktion der Gästemannschaft bleiben. Im Anschluss dominierten die Rasenballer die Begegnung, ohne dabei nennenswert mehr Ballbesitz zu haben. Mit der ersten richtig gefährlichen Chance erzielte Sabitzer die Führung (18.). Nach einer Ecke von Halstenberg verlängerte Poulsen per Bauch. Sabitzer schloss aus fünf Metern Torentfernung unbedrängt ab. Zehn Minuten später verursachte der ehemalige Leipziger Hoheneder, der nun für Paderborn verteidigt, einen Freistoß in Strafraumnähe. Drei Spieler täuschten den Schuss an, Forsberg zog ab – und verwandelte direkt.

In der zweiten Hälfte zeigte sich Paderborn etwas aktiver. So setzte der eingewechselte Stoppelkamp in der 63. Minute einen Ball knapp am Pfosten vorbei. Kurz darauf eine riesige Chance für RB: Bruno verlagerte den Ball über das Spielfeld auf Forsberg, der Hoheneder stehen ließ und zum eingewechselten Quaschner herüberschob. Frei vorm Tor hatte er jedoch Mühe, den Ball direkt anzunehmen und traf nur den Pfosten (66.). In der Folge scheiterten Sabitzer (72.) und Forsberg (85.) am Gästekeeper Kruse. RB gewinnt am Ende verdient und lässt wie gegen Union kaum etwas zu.

In einer Woche fahren die Rasenballer zu den starken Heidenheimern und treffen dort womöglich auf ihre ehemaligen Spieler Frahn und Heidinger.

Trotz aller Akrobatik verloren die Paderborner das Spiel gegen die Leipziger. Foto: Alexander Böhm
Trotz aller Akrobatik verloren die Paderborner das Spiel gegen die Leipziger. Foto: Alexander Böhm

Die Statistik zum Spiel

RB Leipzig:
Coltorti – Teigl, Klostermann, Orban, Halstenberg – Demme, Kaiser (C) –  Forsberg (85. Jung), Sabitzer, Bruno (79. Khedira) – Poulsen (62. Quaschner)

Ersatzbank:
Gulácsi, Sebastian, Jung, Khedira, Kalmár, Quaschner, Selke

SC Paderborn:
Kruse– Ndjeng (C), Wahl, Hoheneder, Hartherz – Kirch, Schonlau (75. Saglik) – Koc, Bickel (62. Stoppelkamp), Stöger, Proschwitz

Tore:
1:0 Sabitzer (18.), 2:0 Forsberg (28.)

Gelbe Karten:
Demme | Schonlau, Hartherz, Saglik, Stoppelkamp

Schiedsrichterin:
Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Zuschauer:
25.394

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