Zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft in Ungarn und Kroation musste das DHB-Team am Montag gegen die Niederlande eine 26:29-Niederlage einstecken. In Gruppe C belegen die Deutschen damit vorerst den letzten Tabellenplatz. Am Mittwoch (20:15 Uhr) müssen gegen Gastgeber Kroatien erste Punkte her. Vor Beginn der Titelkämpfe hat Melanie Seifert vom "HCL EinBlick" die Leipziger Nationalspielerinnen zu ihren Erwartungen befragt. Heute im Interview: Torhüterin Katja Schülke.

Wie gut ist das Deutsche Team für dieses Turnier gerüstet? Bei den Test-Länderspielen gegen Rumänien zogen die Deutschen an beiden Spieltagen jeweils den Kürzeren – wie aussagekräftig ist die 23:26-Niederlage und tags zuvor der 23:27-Misserfolg? Wie fällt Ihr Fazit der Euro-Vorbereitung aus? Ganz dem Motto “Schlechte Generalprobe, gute Premiere”?

Mit neun Tagen ist die EM Vorbereitung kurz, heißt die Abstimmungen in Abwehr und Angriff müssen schnell funktionieren. In den beiden Niederlagen gegen Rumänien hatten wir damit noch unsere Probleme. Die Spiele wurden gut analysiert, zudem haben wir in den letzten Trainingseinheiten deutliche Fortschritte gesehen. Wir sind so gut vorbereitet wie es geht. Ab Montag geht es um Punkte und da wollen wir Vollgas geben.

Bekannte Gesichter gibt es mit Debbie Bont und Jessy Kramer bereits im ersten Vorrundenspiel gegen die Niederlande. Sehen Sie darin einen Vorteil? Wie schätzen Sie die beiden anderen Gegner der Gruppe C, Gastgeber Kroatien und Schweden, ein?

Nein das ist kein Vorteil, da man aus fast jeder Nation viele Spielerinnen aus der Liga und Championsleague kennt. Die Niederlande haben eine junge, dynamische Mannschaft und spielen einen schnellen Ball. Wir wissen alle, wie wichtig das Auftaktspiel ist und da brauchen wir eine geschlossene Mannschaftsleistung für die ersten Punkte.
Kroatien hat als EM-Gastgeber auch einen gewissen äußeren Druck, da wird man sehen, ob es hemmt oder beflügelt. In ihrem Team sind viele Spielerinnen, die in internationalen Topclubs wie Skopje, György und Podgorica spielen. Auch das wird eine ganz harte Nuss für uns werden.

Schweden hat traditionell eine starke kompakte Abwehr und spielt einen schnellen dynamischen Angriff mit vielen Kontern. Grundsätzlich ist unsere Vorrunde sehr ausgeglichen, die Tagesform entscheidet über Die Punkte.

Mit Ihnen und Clara Woltering im Tor hat Deutschland ein Luxusproblem. Würden Sie das so unterschreiben? Wie groß ist der Konkurrenzkampf untereinander? Hat Clara durch Ihre Babypause einen Vorteil?

Ich denke, Deutschland hat ein sehr gutes Torwartduo. Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit der Abwehr, zu beweisen, dass es so ist. Dads ich nach meiner Babybause schon wieder dabei bin, ist keine Selbstverständlichkeit. Clara und ich kennen uns schon ewig, da gibt es Respekt untereinander. Jede wird ihre Spiele und Momente bekommen, da bin ich sicher.

Wie schwer ist es für Sie, während der EM von Ihrem Sohn und Freund, getrennt zu sein? Sind Handy und Internet ein gewisser Ersatz?

Sehr schwer! Und genau deshalb ein Grund mehr, bei der EM was zu erreichen.

Die letzte Medaille für das deutsche Frauen-Team gab es bei der WM 2007 in Frankreich. Nach 7 Jahren wäre es dafür wieder Zeit. Wie hoch ist der Druck und wie schätzen Sie die Chance ein, dieses Jahr die langersehnte Medaille unter dem Weihnachtsbaum liegen zu haben? Wie lautet Ihre Zielsetzung für die WM?

Die Liste an Teams, die die Qualität für eine Medaille haben, ist lang. Wir gehören dazu.

Mit wem teilen Sie sich ein Zimmer, und warum?

Mit Anne Müller, weil sie genauso viel Wert auf Kaffeepäuschen mit Keksen legt, wie ich.

Zum Schluss noch eine vage Prognose… Wer wird Europameister? Wer gewinnt Silber und Bronze?

1. Deutschland 2. Deutschland 3. Deutschland…

Mehr Informationen zum HCL-EinBlick:
www.l-iz.de/Sport/Handball/2013/08/Fanseite-HCL-EinBlick-Melanie-Seifert.html

Offizielle Homepage zur Handball-EM:
http://huncro2014.ehf-euro.com/home/

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