Artikel zum Schlagwort Rezensionen

Die zweite Wild-West-Geschichte um Shane Calhoun

Die Sehnsucht nach einer Welt, in der Gut und Böse noch leicht zu erkennen sind

Foto: Ralf Julke

Schon beim Lesen des ersten Bandes von „Shane Calhoun“ war die Frage im Hinterkopf immer da: Warum schreibt ein Senior mit dem Geburtsjahr 1938 einen Western? Mehrbändig, denn mit dem jungen Shane Calhoun hat Döhrel ja einen Helden geschaffen, mit dem er jetzt durch den ganzen wilden Nordwesten der USA reitet und Ganoven erledigt. Literarische Vorbilder sind allgegenwärtig. Anmelden und weiterlesen.

Ein Ja-Wort mit Folgen

Ein Büchlein über Luthers Hochzeit, Ehe und die Sache mit der richtigen Partnerschaft

Foto: Ralf Julke

Elke Strauchenbruch hat schon mehrere Bücher über Luthers Leben in Wittenberg geschrieben, hat sich mit Haushalt, Kindern, Ehe, Garten und Landwirtschaft beschäftigt. Kaum jemand weiß so viel darüber, wie dieser Theologieprofessor tatsächlich lebte und welche Rolle Katharina in seinem Leben spielte. Fehlte noch ein besonderes Stück: Luthers Hochzeit. Immerhin: Das war 1525 ein Politikum. Anmelden und weiterlesen.

Nadja Schlüters knackige Geschichten über Brüder- und Schwester-Beziehungskisten

Das aufregende Leben mit Geschwistern, mit aufmerksamstem Blick betrachtet

Foto: Ralf Julke

Es ist eines dieser Bücher von Voland & Quist, die einfach auf den ersten Blick nicht verraten, was wirklich drinsteckt. Und eine Entdeckung ist dieses Buch. So wie die Autorin eine Entdeckung ist – Journalistin in München, wo sie für das „Jetzt“-Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt. Aber wie betitelt man ein Buch, in dem es nur um eins geht: Geschwister, Geschwister, Geschwister!? Anmelden und weiterlesen.

Eine kleine Streitschrift mit bezwingender Analyse

Ulrike Guérot: Europa muss endlich eine echte Republik werden

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Für alle LeserImmer diese Buchtitel, die manchmal so irreführend sind – auch wenn die Analyse stimmt: Wir stecken längst in einem veritablen Bürgerkrieg. Aber einem, der in den Medien, Parlamenten und Wahlkabinen ausgetragen wird. Und in dem es vor allem um eines geht: Die Zerstörung eines demokratischen Europa. Ulrike Guérots Analyse ist eindeutig: Wir haben irgendeine komische EU-Kommission. Was aber fehlt, ist eine Idee, eine Vision, eine emanzipatorische Agenda. Weiterlesen.

Die östliche Hälfte vom Schinkenbrötchen

Thomas Bachmanns durchaus nicht fröhliches Psychogramm des Ostens 27 Jahre nach Banane

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Die Latte lag hoch, die sich der Leipziger Autor Thomas Bachmann gelegt hat. Er wagte „den bittersüßen Versuch, einen Zeitabschnitt von gut 20 Jahren zu spiegeln“ und dabei den Blick über ein Land zu richten, „welches, geographisch verortet, die ‚neuen‘ Bundesländer sind.“ Aber eigentlich ist es die kleine Kneipe um die Ecke. Anmelden und weiterlesen.

Steuern, Finanzmarkt, Grundeinkommen

Was wir in Politik und Wirtschaft sofort ändern müssen, sonst knallt es wirklich bald

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Für alle LeserWir leben in einer Welt der Scheindebatten: Medien und Politiker reden über Dinge, die völlig unwichtig sind, über Probleme, die gar nicht existieren. Doch die wirklichen Probleme kochen unter unseren Füßen. Und niemand kümmert sich drum. Außer zwei Herren, die mit ihren Büchern schon regelrecht Alarm geschlagen haben. Nun haben sie mit Götz W. Werner einen weiteren Mitstreiter ins Boot geholt. Weiterlesen.

Raus aus dem Eisfach

Jutta Pillats Gedichte übers Lebenlernen nach der Zeit des kalten Schweigens

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Der Titel hat etwas für sich, auch wenn Jutta Pillat nun nicht wirklich die Dichterin ist, der das Beschreiben kalter Zeiten und Zustände liegt. Dazu ist sie zu warmherzig, liebt das Leben zu sehr und schaut auch die Menschen, denen sie begegnet, mit viel zu neugierigem Blick an. Und sie neigt auch nicht dazu, aufzugeben und zu barmen. Anmelden und weiterlesen.

Ein Mädchen übt den Handstand

Warum die einen Engel sehen, die anderen Wolken und kaum jemand die unerhörte Leichtigkeit des Seins

Foto: Ralf Julke

Das Bild hat Symbolkraft: Ein Mädchen geht in den Handstand, ist noch nicht ganz ausbalanciert. Spielerisch sieht es aus, selbstbewusst, herausfordernd. „Handstand“ hat der Hallenser Künstler Uwe Pfeifer die 2011 entstandene Lithografie genannt. Und die Leipziger Dichterin Jutta Pillat war so fasziniert von diesem kleinen Kunstwerk, dass sie unbedingt einen Gedichtband draus machen wollte. Anmelden und weiterlesen.

Der zweite Band mit Sachsenmorden aus Leipzig

13 Mal Mord in allen Ecken und manchmal auch ein bitterböser Hauch Gerechtigkeit

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Manche Geschichten gehen weiter, auch wenn es ein bisschen gerumpelt hat im Verlagsleben. Und es hat bei mehreren Leipziger Verlagen heftig gerumpelt in letzter Zeit. Für den fhl Verlag, der sich zuletzt auf Krimis spezialisiert hatte, bedeutete das das Finale. Aber die Krimi-Geschichte geht weiter – nun in der neu gegründeten edition krimi. Denn Mord und Totschlag sind ewige Themen. Mit einem immerhungrigen Publikum. Anmelden und weiterlesen.

Aktion Sühnezeichen, Friedliche Revolution, Runder Tisch und Ratspräsidentschaft

Die sehr zurückhaltenden Erinnerungen des Vermittlers Friedrich Magirius

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Wer Peter Wensierskis Buch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ gelesen hat, ist auch über den zarten Hinweis auf Friedrich Magirius gestolpert. Der kommt als Akteur in Wensierskis Buch eher nur beiläufig vor. Dafür gibt es den Hinweis auf Magirius’ geplante Autobiographie. Nun ist sie da. Und sie bestätigt die Position der Protagonisten aus Wensierskis Buch. Anmelden und weiterlesen.

Wenn es um mehr als Küsse und Freundschaft geht

Marten Melin erzählt über die verwirrende Welt der erwachenden Gefühle

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Mit diesem Buch des schwedischen Autors Marten Melin stößt der Klett Kinderbuchverlag nach „Etwas mehr als Kuscheln“ zum zweiten Mal in den Bereich Jugendliteratur vor. Auch das ein Feld, auf dem allerlei Regeln und Erwartungen und Stereotype herrschen. Selbst im eigentlich so freizügigen Schweden. Da diskutieren die Erwachsenen heftig über Melins Bücher. Die Kinder lesen sie mit Begeisterung. Anmelden und weiterlesen.

Von Wunschnachbarn, Märchenbanden und Nadine

Wunschnachbar Traumfrau: Uli Hannemanns Weiter-spinn-Geschichten aus einem ziemlich harten Berliner Leben

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Vielleicht sollte man, wenn man zu viel grübelt, lieber doch kein Autor werden? Oder gehört das viele Grübeln notwendig dazu, weil einem sonst niemand abnimmt, dass man sich wirklich ernsthaft mit dieser Welt beschäftigt? Uli Hannemann ist so etwas wie der Moll-Ton in der Lesebühne LSD, „Liebe statt Drogen“. Neben eher quietschfidelen Herren namens Strübing, Tube oder Spider. Anmelden und weiterlesen.

Zwischen Mission, Pfarrhaus und unabhängigem Denken

Wie das Theologische Seminar in Leipzig zu einer Insel wurde im Land der Kontrolleure

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Der Titel ist provokant, war aber so nicht gemeint. Zumindest nicht so eindeutig. Immerhin ist das eher ein Erinnerungsbuch – von Studierenden und Dozenten des einstigen Theologischen Seminars in Leipzig, das Leser von Büchern zum Herbst ‘89 aus anderen Zusammenhängen kennen: Manche Studierende dieses Instituts spielten eine prominente Rolle in den Ereignissen vor und nach dem 9. Oktober 1989. Anmelden und weiterlesen.

Luise Boeges Geschichten aus einer Zeit ohne Berührungen

„Bild von der Lüge“ – Das befremdliche Leben als Zuschauerin und Organersatzteillager

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Was lotet diese junge Dame da eigentlich aus? Der Titel verspricht eine Menge. Und die erste Geschichte in diesem Band heißt auch so und taucht auch hinab in jene jungen Jahre, in denen geistig wache Menschen meist mitkriegen, dass sie ganz gut sind im Erfinden, Schwindeln und Geschichtenerzählen. Durchaus mit kriminellem Potenzial. Autoren, die das nicht schaffen, haben ihr Metier nicht verstanden. Anmelden und weiterlesen.

Ein Pakt mit frappierenden Folgen

Wie die deutschen Nazis bis 1939 Hollywood zensieren und manipulieren konnten

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Es gibt Geschichten, die passen nicht ins übliche Erklärungsmuster. Man hat zwar von dem filmsüchtigen Herrn Hitler gehört, der sich in privater Abgeschiedenheit an Mickey-Mouse-Filmen ergötzte. Aber eigentlich hat man ja sonst das Bild im Kopf: In deutschen Kinos liefen in der Hitlerzeit nur UFA-Filme. Mit heldenhaften Wochenschauen davor. Aber alles war ein bisschen anders. Und beklemmender, wie Ben Urwand herausgefunden hat. Anmelden und weiterlesen.

Schluss mit der Beweihräucherung der Friedlichen Revolution

Peter Wensierski erzählt, wie eine Gruppe junger Leipziger die schönste Rebellion der deutschen Geschichte ins Rollen brachte

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Es ist kein Zufall, dass dieser Buchtitel Assoziationen weckt. So ganz sachte an Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Nicht nur bei der Wortwahl, die natürlich verblüfft, nachdem Berge von Büchern die Vor-Zeit der Friedlichen Revolution eher als düster, beklemmend, trist gezeichnet haben. Und nun das: das Porträt einer Gruppe junger Menschen, die ihre Lust am Leben in eine Rebellion verwandelte. Anmelden und weiterlesen.

Agent im Dienste des KPD-Spionagechefs

Oskar Quengels Lebensbeichte in einer blutigen und opportunistischen Zeit

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Im Leipziger Bookra Verlag passiert eine Menge Geschichte. Und Geschichtsaufarbeitung. Auch auf Feldern, um die sich sonst eher wenige Leute kümmern, weil es irgendwie nicht opportun ist, nicht zeitgemäß. Wer beschäftigt sich denn noch mit der Geschichte der kommunistischen Partei in Deutschland? Gar mit ihrem fatalen Scheitern beim Machtantritt der Nazis. Max Brym tut’s. Denn da gibt es einiges abzurechnen. Anmelden und weiterlesen.

Was die Mode streng verhüllt

Nora Gomringers beherzter Ausflug in unsere Welt der Masken, Larven, Täuschungen und der verschwundenen Frauen

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Es ist nur eine Trilogie? Das ist ja schrecklich! Ungeheuerlich! Wie kann sie nur! – Aber sie kann. Sie kann es wirklich. Das hat Nora Gomringer von Papa und Mama gelernt und selbst gewirkt mit emsiger Geduld, viel Fleiß und kühner Treuherzigkeit. Das hier ist das dritte Buch ihrer „Trilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten“. Man könnte auch sagen: der Maskeraden unserer Zeit. Anmelden und weiterlesen.

Eine kluge These, aber leider nicht ganz stimmig

Wie die Schießpulvertechnologie den Europäern half, die Welt zu unterjochen

Foto: Ralf Julke

Der Titel klingt spannend, die Frage überzeugend. Denn wer sich die Weltgeschichte anschaut, der wundert sich ja tatsächlich: Warum haben ausgerechnet die Europäer mit ihren winzigen Staaten ein halbes Jahrtausend lang die Welt kolonialisiert und teils viel reichere und kulturvolle Länder erobert und beherrscht? Steckt dahinter vielleicht ein Gesetz? Dutzende Wissenschaftler haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen. Anmelden und weiterlesen.

Vom Verlieren und Wiederfinden

Das abenteuerliche Leben einer Brotdose und die beiläufige Frage nach dem Wert der Dinge

Foto: Ralf Julke

Wer Vater ist, der kann was erleben. Und er wird irgendwann ein begnadeter Logistiker. Denn das muss einer werden, der sich kümmert, wenn die Kinder in die Schule kommen. Schule ist heutzutage vor allem eine Materialschlacht. Und ein logistischer Kraftakt. Das wissen auch die Kinder, wenn sie jeden Tag ihren Container in die Schule schleppen. Wenn sie Glück haben, steckt eine liebevoll gepackte Brotbüchse drin. Sächsisch: Brotschie. Anmelden und weiterlesen.