Artikel zum Schlagwort Rezensionen

Zu Besuch in der Sammlung von Paul de Wit

Ein Gästebuch erzählt von den Besuchern des ersten Leipziger Musikinstrumentenmuseums am Thomaskirchhof

Foto: Ralf Julke

Leipzig ist auch eine Stadt der Sammler. Manche Leute steckten ihr Geld in riesige Sammlungen: Bücher, Bilder, Münzen, Trophäen, Mineralien ... Solche privaten Sammlungen sind die Keimzellen unserer heutigen Museen. Das gilt auch für das Musikinstrumentenmuseum, in dem als Kern die Sammlung von Paul de Wit steckt. Aber die war eigentlich schon weg aus Leipzig. Eine entfleuchte Legende. Anmelden und weiterlesen.

Auf biblischen Spuren

Ein dicker Roman über den nicht kleinzukriegenden Apostel Paulus

Foto: Ralf Julke

Es ist ein durchaus ehrgeiziges Projekt, das sich der St. Benno Verlag da vorgenommen hat mit der Sammlung von Romanen über bekannte biblische und religiöse Gestalten. Sozusagen ein thematisch gebündeltes Lesefutter für Leute, die sich gern hineinversetzen wollen in diese Gestalten: Wie war das damals wirklich? Eine ganz verzwickte Frage. Auch beim Apostel Paulus. Anmelden und weiterlesen.

In einer Welt, in der Menschen ohne Moral bestimmen, was Moral ist

Erstaunlich vertraute Töne von jungen Dichtern aus dem Ostseeraum

Foto: Ralf Julke

Der Untertitel stimmt – und führt doch erst einmal in die Irre. Denn so ein wenig erwartet man bei „Gedichten aus dem Ostseeraum“ eine Anthologie von jungen deutschen Dichtern aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Von denen hat man wirklich lange nichts gehört. Aber in diesem Fall ist das Ganze viel größer gedacht. Anmelden und weiterlesen.

Durch die Hölle

Cornelia Lotters Roman über die dramatischen Folgen falscher Erinnerungen und eines schlimmen Verdachts

Foto: Ralf Julke

Mit Krimis hat sie sich einen Namen gemacht. Mit Krimis, die vor allem die Abgründe in den Mittelpunkt stellen, die im Menschen schlummern. Die Cornelia Lotter gar nicht erfinden muss. Sie machen unsere Gesellschaft zum Pulverfass. Erst recht, wenn es dabei um scheinbar selbstverständliche Dinge geht wie Vertrauen, Sicherheit und Erinnerung. Kann man Erinnerungen fälschen? Ja. Anmelden und weiterlesen.

Das mathematische Kapitel in der Geschichte des Teubner Verlages

Das Leben und die Tragik des Verlegers Alfred Ackermann-Teubner

Foto: Ralf Julke

Es ist noch keine große Biografie, eher eine kleine. Gerhard Ackermann und Jürgen Weiß ging es eher um das Jubiläum, das eigentlich keines ist. Eher einer der tragischen Momente in der Geschichte des Teubner Verlags in Leipzig, als Alfred Ackermann-Teubner vor genau 100 Jahren aus dem Verlag ausschied. Womit der Teubner Verlag seine Spitzenposition als Mathematik-Verlag einbüßte. Anmelden und weiterlesen.

Tierleben-Erzähler, Zoodirektor, Tierbeobachter

Eine Biografie, die vor allem die Strapazen der Reisen des Forschers Alfred Brehm beschreibt

Foto: Ralf Julke

Eigentlich war 2016 kein Alfred-Brehm-Jahr. Aber es erschienen dennoch zwei Alfred-Brehm-Bücher in Leipzig. In Zeit- und Selbstzeugnissen rekonstruierte Hans-Dietrich Haemmerlein das Leben des berühmten Tierforschers für den Sax Verlag. Die Edition am Gutenbergplatz hat jetzt einen Titel in ihr Programm aufgenommen, der 1984 erstmals im Leipziger Brockhaus-Verlag erschienen war. Anmelden und weiterlesen.

Mit Manfred Rudersdorf auf Denkmalsuche

Wie Leipzigs Bürgertum sich im 19. Jahrhundert seinen Klassiker-Kanon im Stadtbild schuf

Foto: Ralf Julke

Band 3 der „Schriften des Leipziger Geschichtsvereins“ ist schmal und voller Fotos. In einer Rede zum Tag der Stadtgeschichte im November 2015 hat sich Manfred Rudersdorf mal auf den Weg gemacht und die Leipziger Innenstadt besichtigt, genauer: ihre Denkmäler. Die stehen ja nicht ohne Grund da. Die Leipziger wollten mit ihnen auch nicht nur ein Zeichen setzen, sie erinnern auch an wichtige Männer. Anmelden und weiterlesen.

Band 2 der großen Leipziger Stadtgeschichte

Über ein Leipzig, das sich in 300 Jahren zur modernen Stadt mauserte

Foto: Ralf Julke

Und, was schenken wir unseren Lieben zu Weihnachten? Eigentlich ist es unmöglich, dass einem nichts einfällt. Schon gar in der Buchstadt Leipzig, die 2015 das 1.000. Jahr ihrer Ersterwähnung feierte. Was dann auch in ein Projekt mündete, wie es sich Menschen, die auf Geschichte neugierig sind, wünschen: vier dicke Bände Stadtgeschichte. Der zweite liegt jetzt vor. Anmelden und weiterlesen.

Systematische Tabubrüche und ein Sprachrecycling der rechtsradikalen Art

Das Wörterbuch des besorgten Bürgers: Die sprachliche Analyse einer „Volksbewegung“, die keine ist

Foto: Ralf Julke

Das Wort Empörung fehlt tatsächlich noch im „Wörterbuch des besorgten Bürgers“, das von vier Leipziger Autoren im Ventil Verlag veröffentlicht wurde. Empört war postwendend der sächsische AfD-Vize Dr. Thomas Hartung. Aber eher über einen Artikel auf „bento“. Ob er das Wörterbuch selbst gelesen hat? Eher unwahrscheinlich. Dazu ist es zu deutlich in der Analyse dessen, was AfD & Co. derzeit in Deutschland treiben. Anmelden und weiterlesen.

Eine Auseinandersetzung über ein brisantes Zeitthema

Sind Religion und Politik unvereinbar? Oder: Wer zerstört eigentlich die Gesprächsgrundlage unserer Gesellschaft?

Foto: Ralf Julke

Wenn sich Philosophen den Kopf zerbrechen, kann es passieren, dass Fragen offenbleiben. So ist es auch dem Leipziger Sozialwissenschaftler, Politikwissenschaftler und Philosophen Henry Lewkowitz seit 2014 ergangen, als er sich für seine Masterarbeit mit der (Un-)Vereinbarkeit von Politik und Religion beschäftigte. Wie schon Dutzende Philosophen vor ihm. Anmelden und weiterlesen.

Eine Liebesgeschichte mit dramatischen Finale

Der Roman über die letzten Monate im Leben des Malers Nicolas de Staël mit frappierenden Illustrationen aus einem Leipziger Atelier

Foto: Ralf Julke

Es gab eine Zeit, da gab es tatsächlich ein Europa des Geistes, der Begegnungen, der großen intellektuellen Auseinandersetzungen: in der Kunst, der Literatur, der Philosophie. Da las man auch in Deutschland noch italienische und französische Autoren, war dieser Kontinent kein zum „Wirtschaftsraum“ reduziertes Projekt. Wie lang das her ist, merkt man selbst beim Lesen dieser Geschichte über eine große Liebestragödie. Anmelden und weiterlesen.

Nicht drüber reden. Und: Die Anderen sind schuld

Extremismus in Sachsen, eine Bestandsaufnahme mit Fehlstellen und einer Selbstentlarvung

Foto: Ralf Julke

Wenn Wissenschaftler Fragen stellen, sind es oft die Antworten, die sie nicht geben (können), die mehr über das untersuchte Phänomen verraten als alle Statistiken. So ist es auch bei diesem tapferen Buch, das versucht zu erklären, warum Sachsen mit einer Ballung extremistischer Gewalttaten derart in die Schlagzeilen geraten konnte. Anmelden und weiterlesen.

100 Jahre „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“

Warum sich eine Streitschrift Lenins über Monopole und Finanzkapital auf einmal wieder hochaktuell liest

Foto: Ralf Julke

Der Verlag 8. Mai ist eigentlich der Verlag, der die „Junge Welt“ herausgibt. Aber so nebenbei verlegt er auch Bücher. Auch so eins, das man eher in einem großen Wissenschaftsverlag vermutet. Einem, der sich auch noch eine große Abteilung Zeitgeschichte leistet. Denn dieses Buch gehört neben andere Bücher, deren Autoren sich den Kopf zerbrechen über die wachsenden Probleme unserer Zeit. Anmelden und weiterlesen.

Förderung, Aktivierung, Ausgrenzung, Bevormundung

Ein Essay über die Frage, warum das heutige Verständnis von Stadtentwicklung scheitern muss

Foto: Ralf Julke

So geht es nicht. Das ist im Grunde das Fazit aus Andreas Thiesens Buch „Die transformative Stadt“, in dem er sich essayistisch mit der Stadtentwicklungspolitik der letzten zwei Jahrzehnte beschäftigt. Die war zwar schon ein Fortschritt gegenüber der Reparaturpolitik der Vorjahre. Aber sie ist trotzdem wieder ein Großprojekt, das Stadtteilentwicklung ohne die Bewohner macht. Anmelden und weiterlesen.

Warum menschliche Schafherden ohne Sündenbock nicht auskommen

„Die Angst vorm Andern“: Sieben Essays über die Diskriminierung des Anderen in Geschichte und Gegenwart

Foto: Ralf Julke

Das Andere hat die eine Hälfte der Menschheit schon immer geängstigt und in skurrilste Abwehrposen gezwungen. Die anderen hat es eher neugierig gemacht. Denn ohne Widerspruch und Irritation gibt es keine Veränderung, keine Innovation. Ach ja, und für die Herren Mauerbauer: keinen Fortschritt. Immer war das Andere der Stachel im Fleisch der Regierenden. Stoff für jede Menge Essays, die Norbert Marohn geschrieben hat. Anmelden und weiterlesen.

Die erstaunliche Wiederentdeckung einer Reisebeschreibung aus dem Jahr 1665

Mit Kurprinz Johann Georg auf Verlobungsreise ins ferne Dänemark

Foto: Ralf Julke

Die meisten Sachsen werden erst mal ins Grübeln kommen: Johann Georg III. von Sachsen? Wer war das eigentlich? Muss man den kennen? Zu den Oftgenannten aus der Riege der Wettiner gehört er nicht. Obwohl: Eigentlich sollte man ihn und seine Braut, die dänische Prinzessin Anna Sophie, kennen. Sie waren die Eltern von August dem Starken. Anmelden und weiterlesen.

Ein neuer beklemmender Zukunftsroman von Viktor Martinowitsch

Die geheimnisvolle Droge Mova und das Menschbleiben in Zeiten eisiger Autokraten

Foto: Ralf Julke

2014 brachte Voland & Quist das Kunststück fertig, Viktor Martinowitschs Roman „Paranoia“ auf den deutschen Markt zu bringen und damit einen Autoren bekannt zu machen, der mehr erzählt als nur über die seltsamen Verhältnisse in seinem Geburtsland Belarus. Dort ist „Paranoia“ seit 2014 inoffiziell verboten. Und auch „Mova“ erzählt von diesem Land. Aber auch von einer Sprache, die eine Droge sein kann. Anmelden und weiterlesen.

Verheizt in einem Krieg der Skrupellosen

Alte Feldpostbriefe lassen die Tragik des jungen Seiffeners Gottfried Storch lebendig werden

Foto: Ralf Julke

Wahrscheinlich sind es wirklich erst die Enkel, die die Dramen ihrer Großvätergeneration wirklich aufarbeiten. Die Kinder prallten noch ab an der Mauer des Schweigens ihrer Eltern, die an ihre Jugend in der Nazizeit nicht erinnert werden wollten. Doch den Enkeln bleibt meist nur der graue Karton mit den alten Feldpostbriefen. Was drinsteht, ist auch aus 70 Jahren Entfernung noch erschütternd. Anmelden und weiterlesen.

Taizé, die Ökumene und das Reformationsjubiläum

Höchste Zeit, mal wieder über die Grundlagen menschlicher Gemeinschaft nachzudenken

Foto: Ralf Julke

2017 soll das große Reformationsjubiläum auch ein großes Fest der Ökumene werden. Was sich 1517 so streng geteilt hat, versucht wieder zueinanderzufinden. Stehen die großen christlichen Kirchen wieder vor einer Vereinigung? Wäre die Gemeinschaft von Taizé dafür nicht das richtige Vorbild? Siegfried Eckert jedenfalls ist happy, dass die Edition Chrismon sein Buch mit ins Programm genommen hat. Anmelden und weiterlesen.

Wer ist hier eigentlich der Täter?

Tino Hemmanns Roman über ein seltsames Experiment und die falschen Rollenbilder unserer Gesellschaft

Foto: Ralf Julke

Buch um Buch schreibt der Leipziger Tino Hemmann und veröffentlicht es auch gleich in seinem Verlag. Was Nachteile hat – denn so entgeht er der Aufmerksamkeit des großen Feuilletons, das bestimmt, welche Bücher und Themen als relevant zu gelten haben – und welche nicht. Dabei beschäftigt ihn nichts so sehr wie die Verstörungen unserer Gesellschaft. Die echten, die das Leben zur Hölle machen können. Gerade das von heranwachsenden Jungen. Anmelden und weiterlesen.