Altarmenische Klänge neu erfunden für das 21. Jahrhundert

Am 26. April in der Liebfrauenkirche Leipzig: The Naghash Ensemble of Armenia

Am 26. April 2017, 20 Uhr, präsentiert das armenische Naghash Ensemble seine neuste CD „Songs of Exile, Volume II: Credos and Convictions“ in der Liebfrauenkirche Leipzig (Karl-Heine-Str.112). Die jüngsten Werke des amerikanisch-armenischen Komponisten John Hodian vereinen armenischen Folk, neue Klassik, Postminimalismus und unbändige Jazzenergie. Ausgehend von mittelalterlichen armenischen Gedichten erschaffen drei armenische Sängerinnen und Instrumentalisten an Duduk, Oud, Dhol und Flügel neue Musik, die fremd und zugleich vertraut klingt, irdisch und wie nicht von dieser Welt.

Im 15. Jahrhundert verfasst der armenische Priester Mkrtich Naghash bewegende Gedichte über das Leben im Exil und die Beziehung des Menschen zu Gott. Über fünf Jahrhunderte später stößt der amerikanisch-armenischen Komponist John Hodian auf ein Fragment dieser Texte und weiß: Er hat gefunden, was er suchte. Als Nachkomme von Überlebenden des Genozids an den Armeniern 1915 liest er in Naghashs Texten auch seine eigene Heimatlosigkeit: „Diese Worte sprangen mir aus dem Text entgegen, direkt in meine Seele.“

Mit der Stimme der armenischen Sängerin Hasmik Baghdasaryan im Ohr beginnt er, die ersten Stücke zu komponieren. In seiner Musik treffen formale Klavierelemente auf erdige Klänge der armenischen Volksinstrumente Duduk, Oud und Dhol. Um diese Kompositionen aufzuführen, gründet sich 2010 das Naghash Ensemble – mit Hodian und einigen der besten Sängerinnen und Instrumentalisten Armeniens. 2014 erscheint die erste CD, es folgen Touren in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Lettland. Im BR-Klassik beschreibt Alexandra-Maria Dielitz Hodians Werke als „eine Musik, von der man kaum sagen kann, ob sie alt oder neu klingt, fremd oder vertraut, westlich oder östlich, schlicht oder komplex, minimalistisch oder mittelalterlich. Eine Musik jedenfalls, die sich jeder Etikettierung entzieht.“

Die zweite CD „Songs of Exile, Volume II: Credos and Convictions“ schlägt nun inhaltlich und musikalisch neue Wege ein. In den Texten geht es nicht mehr ausschließlich um Exil und Erlösung, vielmehr sind es lyrische Predigten, Warnungen, Ratschläge und sogar eine Ode auf Liebe und Heirat. Und auch die musikalische Vielfalt ist größer geworden. „Die neuen Stücke sind rhythmischer, farbiger – die Duduk wechselt sich ab mit der volkstümlicheren Zurna, die Dhol zuweilen mit der Darbuka. Perkussion und Oud sind zu den treibenden Kräften des Ensembles geworden“, so John Hodian. Und Sopranistin Hasmik Baghdasaryan, mit deren Stimme einst alles begann, ist nach wie vor begeistert: „Die neuen Stücke sind tief in der armenischen Kultur verankert und gehen zugleich weit darüber hinaus. Es ist, als würde man mit dem musikalischen Welterbe des 21. Jahrhunderts auf die armenische Musik schauen und sie dann neu erfinden.“

Am 26. April 2017 gastiert das Naghash Ensemble in der Liebfrauenkirche Leipzig. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr. Tickets im Vorverkauf gibt es unter www.culton.de oder an der Abendkasse.

Die Veranstaltung wird unterstützt von Pagus Maschinenhandel, der armenischen Gemeinde Leipzig und der armenischen Gemeinde Sachsen-Anhalt e. V.

Hörproben und Videos: http://naghashensemble.com/deutsch/#video-musik

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

http://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

Melder
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Hagen vs. SC DHfK Leipzig 27:29 – Pokal-Krimi gegen Zweitligisten
Anstoß − „Juller“ und „Momo“ wieder auf dem Spielplan
Polizeibericht, 18. August: Firmengelder entwendet, Motorräder entwendet, Scheibe zersplittert
Nisthilfen für den Fischadler
Große Vielfalt für alle Leipziger: 1.800 Kurse für Politikinteressierte, kreative Köpfe, Sprachenliebhaber und Gesundheitsbewusste
„Zahle, so viel Du willst-Tage“ in sechs Leipziger Museen
Neue integrative Grundschule in Leipzig-Lößnig: Informationsveranstaltung zur Schulerweiterung
Rundgang zu grünen Fassaden im Leipziger Norden
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Pokalauslosung: RB Leipzig empfängt Bayern München
Yussuf Poulsen erzielt seinen 11. Treffer in der 16. Minute. Foto: GEPA Pictures

Foto: GEPA Pictures

Für alle LeserRB Leipzig droht erneut ein frühes Aus im DFB-Pokal. Der deutsche Vizemeister bekommt es in der 2. Runde des DFB-Pokals mit Meister Bayern München zu tun. Die Partie wird Ende Oktober in der Red-Bull-Arena stattfinden – wenige Tage vor dem Ligaspiel in der Allianz-Arena.
1.FC Lok Leipzig vs. Luckenwalde 4:2 – Eine Halbzeit Spektakel und Spitzenreiter für eine Nacht
Lok-Neuzugang Matus Lorincak sorgte mit seinem Treffer zum 4:2 für den Endstand. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle Leser Regionalliga-Fußball aus dem obersten Unterhaltungsregal gab es am Samstag für 2.796 Zuschauer in Leipzig–Probstheida. Der 1.FC Lok bezwang im zweiten Heimspiel den aktuellen Tabellen-Letzten FSV Luckenwalde mit 4:2 (2:2). In der ersten Halbzeit fielen vier Tore in 23 Minuten, gab es einen Platzverweis und verschoss Christian Hanne für Leipzig einen Elfmeter. Dezimierte Gäste rührten Beton an, der mit fortwährender Spieldauer immer mehr bröckelte.
Gastmanns Kolumne: Las Ramblas ODER In welchen Zeiten leben wir eigentlich?
Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBarcelona. Jetzt auch noch Barcelona. Und je nachdem, wie weit der Ort des jeweiligen Anschlages entfernt oder man selber mit diesem durch Besuch, Beziehungen, Verwandte und Erinnerungen verbunden ist, entwickelt man dann so seine Gefühle. Mitleid, Erschrecken, Wut, Hilflosigkeit. Je nach Veranlagung und Luftdruck.
CDU will auch Leipzigs Stadtordnungsdienst zur Polizeibehörde machen
City-Team des Leipziger Stadtordnungsdienstes.Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserDass der Leipziger Stadtordnungsdienst aufgestockt werden soll, darüber sind sich im Stadtrat fast alle Fraktionen einig. Nur so kann er die Aufgaben in einer wachsenden Stadt noch erfüllen. Aber diese Einigkeit nutzt die CDU-Fraktion jetzt, um ihr eigenes Anliegen zum Antrag zu machen. Denn sie will den Ordnungsdienst zur Polizeibehörde machen und auch mit polizeilichen Eingriffsrechten ausstatten.
Linksfraktion beantragt für 2018 eine Würdigung für das Geburtstagskind Karl Marx
Gedenktafel am Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDas ist mal ein Antrag, der zum Parteinehmen zwingt: Wie hält es Leipzig mit Karl Marx? Der Mann feiert im nächsten Jahr seinen 200. Geburtstag. Und seit Thomas Pikettys Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ wird auch noch das Standardwerk des Dr. Marx, „Das Kapital“, wieder eifrig studiert. Und das wurde seinerzeit zuerst in Leipzig gedruckt. Wie hält es Leipzig also mit Marx?
Kann die Nikolaisäule nicht zum Freiheitsdenkmal werden und die nervende Ansage in der Straßenbahn ein Ende finden?
Der Nikolaikirchhof mit der Erinnerungssäule an den Herbst '89. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal muss man auch nicht verstehen, was der Stadtrat beschließt. Manchmal ist es auch nicht zu verstehen, weil der Beschluss nur ein Flickbeschluss ist. Wie der zum „Platz der Friedlichen Revolution“, der der Wilhelm-Leuschner-Platz bis heute ist, obwohl dort gar kein Freiheits- und Einheitsdenkmal hingebaut wird. Aber wie geht die Verwaltung mit einer Petition zu diesem Thema um?
Soll der Osten irgendwen einholen oder ist es höchste Zeit für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik?
BIP-Entwicklung im Vergleich. Grafik: IWH

Grafik: IWH

Für Freikäufer Mit einer neuen kleinen Studie versuchte das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in dieser Woche, den wirtschaftlichen Aufholprozess im Osten irgendwie noch einmal in Zahlen zu fassen. Immerhin war in jüngsten Statistiken aufgefallen: „Ostdeutschland hat vom gegenwärtigen Aufschwung in Deutschland bisher besonders deutlich profitiert. In jedem der Aufschwungsjahre 2014 bis 2016 nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion schneller zu als in Westdeutschland.“
Warum es in einer Welt der Schreihälse keine „richtigen Antworten“ gibt
Graffiti zum Black Triangle. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs hat ja so kommen müssen. Denkt man so im Vorübergehen. Die blank geputzte Hauswand eignet sich perfekt, um in nächtlicher Stunde neue Graffiti-Sprüche dran zu sprühen. Und natürlich kommt jetzt auch das „Black Triangle“ vor. Wobei das nicht einmal der martialischste Spruch zum Thema ist, der dieser Tage in Connewitz auftaucht und – ja – was eigentlich bedeutet?
Ildathach oder Die Suche nach dem, was das Leben tatsächlich ausmacht
Amanda Koch: Ildathach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist wieder ein dickes Buch geworden, nachdem schon die drei Bände der „Wächter von Avalon“ den Freunden von (weiblicher) Fantasy eine Menge Lesestoff gegeben haben. Weiblich deshalb, weil es vor allem Autorinnen sind, die die Möglichkeit der Fantasy nutzen, um die Ratlosigkeit der Bewohner einer zunehmend technisierten Welt zu thematisieren und nach dem zu fragen, was dabei verloren geht. Und das ist nicht nur die „weibliche“ Seite.
Schalke 04 vs. RB Leipzig 2:0 – Viel Ballbesitz, wenig Gefahr
Dayot Upamecano – nicht immer geschickt in Zweikämpfen. Foto: GEPA pictures/Sven Sonntag

Foto: GEPA pictures/Sven Sonntag

Für alle LeserRB Leipzig ist mit einer Niederlage in die zweite Bundesliga-Saison gestartet. Beim FC Schalke 04 unterlag das Team von Cheftrainer Ralph Hasenhüttl mit 0:2. Die Leipziger waren das dominante Team, fanden jedoch keine Mittel, die gegnerische Abwehr zu überwinden. Die Tore für Schalke fielen per Strafstoß und nach einem Konter.
Wird Luther der große Themen-Magnet für die mitteldeutsche Region?
Hauptbahnhof Leipzig. Foto: Andreas Schmidt / LTM

Foto: Andreas Schmidt / LTM

Für alle LeserDer evangelische Kirchentag war es ganz bestimmt nicht, der Leipzigs Touristenzahlen im ersten Halbjahr 2017 auf einen neuen Höchststand gebracht hat. Rekordwert, schreibt die Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH. Nun ja. Selbst Volker Bremer, deren Geschäftsführer, hat noch vor wenigen Jahren betont, dass Leipzig als Reiseziel noch eine Menge Luft nach oben hat.
Leipzig braucht keine Sperrstunde, damit das Ordnungsamt Uralt-Politik machen kann
Wer in Leipzig braucht noch eine Sperrstunde? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferSperrstunden stammen noch aus einer Zeit, als die Polizei bestimmte, wann der Bürger brav nach Hause zu gehen habe. Aber das Leben gerade der jungen Bürger hat sich so gründlich verändert, dass viele beliebte Clubveranstaltungen meist sogar erst beginnen, wenn die Nacht richtig tief ist. Dass Leipzig immer noch eine Sperrstunde hat, finden jetzt gleich drei Stadtratsfraktionen reif für die Mottenkiste. Und sie begründen es auch.
Nicht einmal 60 Prozent der Leipziger nutzen bislang die Tonne für die Bioabfälle
Biotonnen, zum Abholen bereit gestellt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sind die Leipziger fleißig, wenn es darum geht, ihren Abfall zu trennen. Das bestätigte auch wieder die „Bürgerumfrage 2016“. Papier und Pappe wird von 97 Prozent der Leipziger immer ordentlich in der Blauen Tonne entsorgt, Verpackungen bringen 93 Prozent immer brav zur Gelben Tonne. Glas wird von 89 Prozent immer zum Glascontainer geschleppt. Nur beim Bioabfall scheint es ein Problem zu geben.
Auch die AfA in der SPD Leipzig fordert konstruktive Verhandlungen mit dem Kollektiv „Black Triangel“
Eingangsbereich im Black Triangle. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserNach der Linken fordern nun auch ein paar Leipziger Sozialdemokraten, dass für das besetzte Reichsbahngebäude „Black Triangle“ konstruktive Verhandlungen mit den Besetzern geführt werden. Ganz bewusst so formuliert: Reichsbahngebäude. Denn die Deutsche Bahn kann mit dem Gebäude seit über 20 Jahren nichts anfangen, hat es irgendwie geerbt und ließ es einfach dahinsiechen. Dabei gibt es ein kleines Problem.
Topf & Quirl: Flammkuchen mit Ziegengouda, Lauchzwiebeln und Radieschen
Flammkuchen mit Radieschen und Rucola. Foto: Maike Klose

Foto: Maike Klose

Für alle LeserSo schön der ewige Sonnenschein auch sein mag, so ein wenig anstrengend ist dieser Sommer ja doch. Denn bei Hitze und permanentem Schwitzen kommt man ja nicht wirklich zu etwas, schleppt sich müde durch den Tag und freut sich auf die kühleren Abendstunden. Groß ein Essen kochen? Lieber nicht, keine Energie und keine Lust, ewig an heißen Töpfen zu schmoren. Wie gut, dass es da auch flinke und leichte Alternativen zum üblichen Mittag gibt, die ohne viel Anstrengung zubereitet sind und dennoch prima schmecken. Man nehme diesen Flammkuchen hier, der in 5 Minuten im Ofen ist und dank eines Belages aus Frischkäse, Frühlingszwiebeln und Ziegengouda wunderbar aromatisch schmeckt.