Europäischer Tag des Fahrrads und Forderung nach einem Ring für alle

Grüne rufen auf, sich an der Fahrraddemo rund um den Innenstadtring zu beteiligen

Für alle LeserWer nicht gerade vorhat, heute in Schwarz zu gehen und den Duft der gotischen Welt zu atmen, der hat vielleicht ab 14 Uhr noch Zeit in seinem Wochenendkalender. Dann lädt Autofrei leben e. V. unter dem Motto „Promenadenring autofrei – Mehr Lebensqualität für alle!“ zu einer Farraddemo rund um den Promenadenring ein. Der gehört eigentlich den Kraftfahrzeugen. Radfahrer sind dort eher unerwünscht.

Oder sie kämpfen auf den randlagigen Routen mit Fußgängern um die Hoheit an zutiefst konflicktreichen Stellen. Bislang wurden alle Versuche, wirklich einen aufnahmefähigen Radring auf den Weg zu bringen, blockiert.

Der einladende Verein selbst formuliert: „Am Promenadenring kulminieren die Probleme. Wir brauchen keine innerstädtische Autobahn, wir brauchen eine Stadt für Alle und klare, schnelle Wegebeziehungen für Radfahrer und Fußgänger. Genau dafür streiten wir und genau deswegen fahren wir mit unseren Rädern über den Ring – für eine Stadt für Alle, für die Stärkung des Radverkehrs, für einen autofreien Ring.“

Ein Ansinnen, das im Parteienspektrum auf jeden Fall von den Grünen geteilt wird, die dazu aufrufen, sich an der Fahrraddemo zu beteiligen.

Denn am heutigen Samstag, 3. Juni, ist auch noch der europäische Tag des Fahrrads.

Im Blick auf diesen Tag kritisiert der Grünen-Kreisverband, dass der Leipziger Innenstadtring in seiner heutigen Form grundsätzlich nur dem motorisierten Individualverkehr (kurz MIV) gehört. Durch die Einführung der Mindestgeschwindigkeit von 40km/Stunde auf dem gesamten Ring wurde dies festgelegt.

Grünen-Vorstandsmitglied Martin Biederstedt merkt an: „Diese Beschränkung gehört angesichts zweier Entwicklungen aus unserer Sicht auf den Prüfstand: 1. Die Bevölkerungsdichte in den angrenzenden Stadtvierteln nimmt durch bauliche Verdichtung zu und 2. wurde die Leipziger Innenstadt in den letzten Jahren zur Fußgängerzone mit zeitlich stark eingeschränkter Radnutzung erklärt. Die steigende Zahl der Radfahrer*innen aber erhöht die Nachfrage nach Radspuren und Radfahrstraßen. Dieser darf sich der Leipziger Ring nicht verschließen. Wir vertreten seit Jahren die Haltung, dass unser Stadtbild nicht allein am MIV auszurichten sei“, verweist Martin Biederstedt auf bestehende Mitgliederbeschlüsse und das grüne Kommunalwahlprogramm von 2014.

„Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sehen wir als gleichwertige Verkehrsteilnehmer*innen an. In der wachsenden Stadt nimmt auch der Strom an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, die den Innenstadtring überqueren müssen, stetig zu. Der Nutzungsdruck auf den Leipziger Ring wächst also auch von dieser Seite“, stellt Martin Biederstedt noch fest.

Ein vollständig durch den Kraftverkehr genutzter Innenstadtring verstärke den Eindruck eines für andere Verkehrsteilnehmer schwer zu überwindenden Riegels. Das Überqueren dieser Barriere könne Gefahren für Leib und Leben mit sich bringen. Die Möglichkeiten zur Kreuzung des Innenstadtrings seien derzeit begrenzt und stünden in ihrer Quantität und Qualität wiederholt in der Kritik bzw. seien Teil der öffentlichen Debatte. Man denke nur an die immer noch ungelösten Kreuzungsprobleme direkt vor den Ausgängen des Hauptbahnhofs.

„Von echter Aufenthalts- und Nutzungsqualität für alle Verkehrsteilnehmer*innen wollen wir nicht mehr sprechen“, formuliert Martin Biederstedt den Standpunkt der Grünen. Fehlende oder mangelnde Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen sowie ausbleibende Rad- und Busspuren würden einfach den Eindruck erwecken, dass ein Austausch zwischen Innenstadt und angrenzenden Stadtvierteln nicht gewollt ist.

Was übrigens als Gedanke in den städtischen Diskussionen um die Verkehrsprobleme am Ring tatsächlich noch nicht debattiert wurde. Denn allein durch die Existenz des stark befahrenen Rings wirken die Innenstadt und die vorgelagerten Vorstädte voneinander wie abgeschnitten. Es gibt keine einladenden Zugänge von der City in diese Stadtquartiere, die gerade Rad- und Fußverkehr dorthin erleichtern würden. Was im nächsten Schritt wieder dazu führt, dass sich die Nutzerkonflikte an den Ampelkreuzungen ballen.

Der Innenstadtring könne auch künftig dem MIV zur Nutzung bereitstehen, betonen die Grünen noch, fordern aber eine Absenkung des MIV-Anteils auf dem Leipziger Innenstadtring. Im Gegenzug sollte durch verschiedene Maßnahmen der Verkehrsring für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen attraktiver bzw. in bestimmten Abschnitten überhaupt wieder nutzbar gemacht werden. Oberstes Ziel im Rahmen der künftigen Planung und Maßnahmenumsetzung müsste es sein, alle Verkehrsteilnehmer*innen besser auf und entlang des Innenstadtrings zu vernetzen.

Also rufen die Grünen dazu auf, am heutigen Samstag, 3. Juni, dem Europäischen Tag des Fahrrads, an der Critical Mass von 14 bis 16 Uhr entlang des gesamten Innenstadtrings teilzunehmen. „Wir sehen in dieser Critical Mass einen Denkanstoß. Sie kann der Stadtgesellschaft zeigen, dass Menschen auch mit Fahrrädern den Innenstadtring sinnvoll nutzen, aber vor allem auch genießen können“, erklärt Biederstedt.

Die Critical Mass startet um 14 Uhr am Johannisplatz.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

InnenstadtringFahrraddemo
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Streiks im Einzelhandel: ver.di zieht erfolgreiche Zwischenbilanz
Streiks im Einzelhandel werden auch am Sonnabend fortgesetzt
Neuhaus-Wartenberg (Linke): Meister-Bafög verpufft nahezu wirkungslos
Vortrag am 27. Juli: Die Leipziger Messe 1945-1976
Polizeibericht, 21. Juli: Fahrzeuge in Brand geraten, Einbruch in eine Weinhandlung, Wagenplatz geräumt
Stadtbüro: Führung durch die Ausstellung zur Gestaltung des Herzliyaplatzes
Sarah Buddeberg (Linke): Botschafterin gegen Hasskriminalität im Netz
Leipziger Volksbank ergänzt Serviceangebot in Geschäftsstellen
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Fecht-WM 2017: Sanita und Ndolo fechten sich ins Achtelfinale
Mit ihrer Top 8-Platzierung zeigte sich Alexandra Ndolo (Leverkusen) am Ende sehr zufrieden. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAm fünften Tag der Fecht-Weltmeisterschaft in der Arena Leipzig standen die Entscheidungen im Damendegen und Herrenflorett auf dem Programm. Während in diesen Disziplinen mit den Siegen von Tatiana Gudkova und Dmitry Zherebchenko beide Titel nach Russland gingen, freuten sich mit Alexandra Ndolo und André Sanita die beiden besten Deutschen über ihren Einzug ins Achtelfinale.
1. FC Lok Leipzig vs. Queens Park Rangers 3:2 – Die Saison kann kommen
Lok-Kapitän Robert Zickert gewohnt kämpferisch. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDie Regionalliga-Saison steht vor der Tür, und der 1. FC Lok hat am Sonntag gemeinsam mit seinen Fans Saisoneröffnung gefeiert. Neben Autogrammstunden und buntem Freizeitspaß stand auch die Partie gegen den englischen Zweitligisten Queens Park Rangers auf dem Programm. Den immerhin 2.213 Zuschauern wurde eine unterhaltsame Vorstellung geliefert, die Leipzig mit 3:2 für sich entscheiden konnte.
Von Abschiebung bedrohte Menschen reden auf dem Augustusplatz
Etwa 100 Personen hörten den Geflüchteten zu. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserMenschen zu Wort kommen lassen, die von Abschiebung bedroht sind – das war das Anliegen des Leipziger Asyl-Rechtshilfefonds Peperoncini. Am Samstagnachmittag sprachen deshalb mehrere Geflüchtete auf dem Augustusplatz über ihre persönliche Situation und allgemeine Missstände. Dabei wurde deutlich, dass sowohl die Fluchtgründe als auch die in Deutschland bestehenden Probleme vielfältig sind.
Gastmanns Kolumne: Sag mir, was du träumst …!
Eine höchst kompetente leere Tafel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGestern Nach träumte ich, die politische Bühne des Landes sei überraschenderweise von einer Irren betreten worden. Wer ihre Wähler gewesen waren, erschloss sich mir in der Traumphase nicht. Sie war einfach ganz plötzlich da – verkündend, sie habe eine absurd klingende, dennoch sehr ernst gemeinte Idee zum Umdenken im Schulwesen im Körbchen. Eine Idee, die eine bahnbrechende gesellschaftliche Veränderung verspräche. Ich weiß, da hätte man schon wach werden müssen. Wurde ich aber nicht.
Wie mühsam es ist, präventiv gegen die Kriminalität eine Großstadt wie Leipzig anzuarbeiten
Geschäftsbericht 2016 des Kommunalen Präventionsrates Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferAm 18. Juli stellte Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal nicht nur die neueste Bürgerumfrage zum Sicherheitsempfinden der Leipziger vor, sondern auch den neuen Rechenschaftsbericht des „Kommunalen Präventionsrates Leipzigs“. Das ist die Truppe, in der die Stadt und die Polizei zusammensitzen und darüber beraten, wie man die Kriminalität in Leipzig etwas mildern kann. Nicht bekämpfen – das ist allein Job der Polizei.
Leipzigs neuer Himalaya wird am 1. August eröffnet
Die neue Himalaya-Landschaft. Foto: Zoo Leipzig

Foto: Zoo Leipzig

Für alle LeserMuss man die Leipziger beneiden, die sich jetzt auf Teneriffa tummeln oder versuchen, an den Flanken des Himalaya emporzukraxeln? Nicht unbedingt. Am 1. August bekommt Leipzig seinen eigenen Himalaya. An der Hochgebirgslandschaft Himalaya im Leipziger Zoo laufen die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung am 1. August – mit geladenen Gästen. Wer Geduld hat, kommt lieber einen Tag später.
Die Kommunen in Deutschland sitzen noch immer auf einem milliardenschweren Investitionsstau
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferEs ist mal wieder Bundestagswahlkampf und die üblichen Akteure fordern landauf, landab Steuersenkungen. Die beiden großen Parteien haben milliardenschwere Steuergeschenke in ihren Wahlprogrammen. Aber nicht nur Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank, warnt vor diesem Wählerkauf. Denn tatsächlich hat die Bundesrepublik riesige Finanzierungslöcher. Jeder erlebt sie in seiner eigenen Heimatkommune.
Wie viel Anfangsverdacht braucht es in Sachsen, um ein Phantom zu jagen?
Bei Ermittlungen gegen Fans des Leipziger Fußballvereines BSG Chemie Leipzig geraten auch Journalisten ins Visier der Ermittler. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWie kam es eigentlich zu den sogenannten „Strukturermittlungen wegen des offenbar unbegründeten Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen Personen der linken Szene und der Fußballszene in Leipzig“ in den Jahren 2013 und 2014? Die Grünen haben ja auf ihren Beschlussantrag zu diesem dubiosen Vorgang eine recht ausführliche Auskunft der Staatsregierung bekommen. Aber: Was erklärt die eigentlich?
Festhalten, festhalten!
Mit der Vespa durch L. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

LeserclubAls hätte es Don Leone darauf angelegt, seine Trophäe noch einmal für die ganze Stadt sichtbar herumzufahren, an all den netten kleinen Cafés vorbei, die fast alle ihm gehörten, hieß es hier „Ciaou, Bella!“ und „Buon giorno!“ dort. Und immer wieder „Festhalten, caro mio!“, wenn er seiner Vespa die Sporen gab. Ein tollkühner Reiter. Grund genug für ein Halleluja?
Fecht-WM 2017: Richard Schmidt gewinnt Bronze im Degen
Das schönste Weltmeister-Geschenk für Paolo Pizzo: Ein Kuss seiner Frau Lavinia. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserErwartet hatten eher die Säbel-Herren eine Medaille, erfochten hat sie am Samstag jedoch Richard Schmidt im Degenwettbewerb. Zwar verlor er sein Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Paolo Pizzo, dies bedeutete aber den geteilten Bronzerang mit Andras Redli aus Ungarn. Knapp an einer Medaille vorbei schrammte Geburtstagskind Anna Limbach im Säbel der Damen. Für sie war die Italienerin Irene Vecchi im Viertelfinale eine Nummer zu groß. Die Titel gingen nach Italien und in die Ukraine.
Höchste Zeit, dem Menschsein auch im Netz wieder Respekt zu verschaffen
Menschen in der Petersstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferEs war die Büchse der Pandora, die die Schöpfer der großen Social-media-Netzwerke da öffneten, als sie ihre Seiten für die Wortmeldungen von Allen und Jedem öffneten – unkontrolliert, unmoderiert. Das Ergebnis: Eine Welt, in der scheinbar keine Regeln der Zivilisation mehr gelten. Mit dem Erfolg dieser gigantischen Publikations-Maschinen rollte eine Welle der entfesselten Vorurteile durchs Netz.
Leipzigs Sportmuseum feiert 40. Geburtstag und träumt von einem neuen Domizil
Sportmuseum auf der Dammkrone Zentralstadion. Foto: Stadtgeschichtliches Museum / W. Zeyen

Foto: Stadtgeschichtliches Museum / W. Zeyen

Für alle Leser1977 war das alles ganz einfach. Da war Sport das Aushängeschild eines Staates, der mit olympischen Medaillen beweisen wollte, dass er die bessere Gesellschaftsordnung hatte. Da eröffnete man kurzerhand ein Sportmuseum in der Sportstadt Leipzig und brachte es in der obersten Etage des Hauptgebäudes am Zentralstadion unter. Mittlerweile erinnert sich auch das Muttermuseum nur noch mit Trauer an die Zeit. Am Sonntag würde das Sportmuseum eigentlich 40 Jahre alt werden.
Leipzigs SPD-Fraktion macht Lobbyarbeit für Werbefirmen
Jean-Francois Decaux und OBM Burkhard Jung im November 2016 bei der Einweihung der Leuchtreklame in der Grimmaischen Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferEigentlich haben wir seit November nur darauf gewartet: Wann kommt der erste Vorstoß irgendeiner Partei im Leipziger Stadtrat, der das Geschäft des Werbevermarkters JC Decaux auf die Tagesordnung hebt und im Stadtrat dafür wirbt, die Innenstadt mit Leuchtreklamesäulen zuzupflastern. Der Vorstoß kommt jetzt aus der SPD-Fraktion.
Meinungsfreiheit im Zeitalter der kompletten Datenauslese
Facebook, der Gigant unter den Publishern. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Stellungnahme der Sächsischen Verbraucherzentrale hat noch einmal sehr schön auf den Punkt gebracht, wie falsch mittlerweile fast alle Mediendiskussionen in Deutschland laufen. Während klassische Medienhäuser ihre ausgebildeten Redakteure zu Tausenden entlassen haben und weiter entlassen, entfalten Lobbyvereinigungen, die mit eben dieser professionellen Medienarbeit so gut wie nichts zu tun haben, einen Ringelreihen um das schöne Wort Meinungsfreiheit.
Topf & Quirl: Beeriger Blondie mit Minze und Limettenguss
Beeriger Blondie mit Limette und Minze. Foto: Maike Klose

Foto: Maike Klose

Für FreikäuferBeeren wo immer man hinsieht – ob in leuchtendem Rot, knalligem Pink oder samtigem Violett, wir wollen sie alle! Am liebsten pur oder in einem eiskalten Frühstücksshake, als fruchtige Begleitung zu knackigem Salat oder als Star in der Kuchenform. Zum Beispiel eingebettet in süßem Blondieteig sind Him-, Johannis- und Brombeeren eine wahre Wucht und entfalten gebacken ihr wunderbares Aroma.