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Europameister deklassiert Asienmeister

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    Im ersten Auftritt nach dem Titelgewinn der „Bad Boys“ war die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Freitag in der Leipziger Arena zu Gast und kam gut ins Spiel. Torhüter Andreas Wolff hielt schon in den ersten Minuten zwei Siebenmeter. Die Spannung blieb ob eines konstanten Vorsprungs der Gastgeber aus, 7.035 Zuschauer im ausverkauften Haus schienen dennoch zufrieden. Die noch offene Rechnung von der WM des Vorjahres konnten die Deutschen Handballer mit dem 32:17 begleichen.

    Schon nach 10 Minuten stand es 6:1, die Kataris fanden den Weg durch die deutsche Deckung bis dahin nur selten. Eine Auszeit öffnete den Feldspielern scheinbar die Augen. Die Angriffe der Gäste liefen nun über mehr Stationen und mit mehr Erfolg. Dennoch konnte sich DHB-Nationaltrainer Dagur Sigurdsson die Partie weiter gelassen ansehen. Der Vorsprung betrug weiterhin meist fünf Tore. In der 24. Minute nahm er seine erste Auszeit. Möglicherweise um seine Abwehr und Torwart Andreas Wolff in ihrer guten Arbeit zu bestätigen. Nötig wäre diese sonst nicht gewesen.

    „Zusammengekaufte Truppe!“, skandierte eine mutmaßliche Handballmannschaft auf den Rängen. Denn vor der Heim-WM 2014 hatte der katarische Verband zahlreiche Spieler anderer Nationen mit gut dotierten Verträgen in das Emirat gelockt. Nicht ganz sportlich diese Rufe, aber die mangelnde Einstellung der Kataris grenzte ebenso an Unsportlichkeit.

    Torhüter Andreas Wolff bestätigte seine starke EM-Form. Foto: Jan Kaefer
    Torhüter Andreas Wolff bestätigte seine starke EM-Form. Foto: Jan Kaefer

    In der zweiten Halbzeit handelten sich die Europameister schnell eine Zwei-Minuten-Strafe ein und die Asienmeister konnten punkten, es blieb jedoch ein kurzes Aufflackern des Willens der Gäste. Auf Seiten der Gastgeber war wohl auch der Wille ausschlaggebend sich noch in das Olympia-Aufgebot zu spielen. Für dieses kann Nationaltrainer Dagur Sigurdsson für die 14 Plätze für Rio aus dem Vollen schöpfen. „Es gibt etwa 30 bis 35 Spieler, die derzeit in Frage kommen“, hatte er schon vor der Partie gesagt.

    So legten sich vor heimischem Publikum die Männer mit dem Adler ins Zeug, während Katar zunehmend unwillens schien, in diesem Spiel noch in Erscheinung zu treten. So war es an Abwehrriese Finn Lemke, den Zuschauern mit einem großartigen Treffer etwas zu bieten. „In Rio will natürlich jeder dabei sein, das wird schwierig und dafür müssen wir in jedem Training und Spiel alles geben“, so der Magdeburger. Mit der heutigen Leistung des Teams war er sehr zufrieden. „Wir haben keine 20 Tore zugelassen und schon eine starkte Abwehr dahin gestellt.“

    Simon Ernst in der Luft - und im Hintergrund ein solider Vorsprung. Foto: Jan Kaefer
    Simon Ernst in der Luft – und im Hintergrund ein solider Vorsprung. Foto: Jan Kaefer

    Sollte der nächste Test am Sonntag in Berlin gegen den gleichen Gegner ebenso deutlich ausfallen, spräche dies sehr für eine olympiareife Form der Sigurdsson-Truppe. Der Bundestrainer wollte allerdings aus der heutigen Begegnung noch keine Schlüsse ziehen: „Es wird niemand für die Olympischen Spiele gewählt oder gestrichen. Noch überlege ich nicht, wen ich nach Rio mitnehme.“ Der zukünftige SC DHfK-Spieler Niclas Pieczkowski erhielt keine Einsatzzeit, konnte aber schon von der Bank die Stimmung an der baldigen Wirkungsstätte verfolgen.

    Dass es ein Wiedersehen der beiden Teams in Rio de Janeiro geben kann, ist durch die Kontinentaltitel der beiden Mannschaften klar. Beide Mannschaften sind durch die Siege für Olympia qualifiziert.

    Erfolgreichste Werfer: Uwe Gensheimer, Johannes Sellin, Patrick Groetki, Simon Ernst (jeweils 4)
    Katar: Rafael Capote (6)

    Julius Kühn legt alles in seinen Wurf. Foto: Jan Kaefer
    Julius Kühn legt alles in seinen Wurf. Foto: Jan Kaefer

    Siegerfäuste - starker Auftritt des Europameisters. Foto: Jan Kaefer
    Siegerfäuste – starker Auftritt des Europameisters. Foto: Jan Kaefer

    Die "Bad Boys" sind zu Gast in Leipzig. Foto: Jan Kaefer
    Die „Bad Boys“ sind zu Gast in Leipzig. Foto: Jan Kaefer

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