Morgen, morgen …: Thomas Gatzemeier schreibt den fast ultimativen Leipziger Banker-Roman

Was Thomas Gatzemeier mit diesem Buch vorgelegt hat, ist fast so etwas wie der ultimative Leipzig-Roman der Zockerjahre. Zockerjahre, das war die Zeit zwischen 2001 und 2007, als die Sächsische Landesbank an den windigen Aktienmärkten mitmischte, die 2007 und 2008 allesamt floppten. Und mittendrin ein Bursche namens Edgar Wünschel.
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Die Sachsen LB wird namentlich natürlich nicht erwähnt in diesem Roman. Ist ja kein Sachbuch. Und es sieht auch nicht so aus, dass auch nur ein einziger sächsischer Journalist so tief in der Materie steckt, dass er demnächst ein fundiertes Buch zum SLB-Desaster vorlegen könnte. Oder eines zumindest, das nicht gleich wieder von cleveren Abmahnanwälten vom Markt geklagt wird. Denn es geht ja nicht nur um Milliarden an Steuergeldern. Es geht auch um verantwortliche Personen – nicht nur einstige Bankenvorstände, sondern auch verantwortliche Politiker.

Und damit auch die berechtigte Frage der Wähler: Warum werden eigentlich nur die Bankvorstände vor Gericht zitiert? Vom Wahn besoffen, mit der Landesbank beim ganz großen Spiel dabei zu sein, waren doch auch die gewählten Politiker, die 2001 den Bürgerentscheid zum Sparkassenverbund einfach ignorierten, ein neues Gesetz durchwinkten und den Spielern der Landesbank damit erst die finanziellen Hebel in die Hand gaben, an den Finanzplätzen zu wetten, dass sich die Balken bogen? Das Spiel kam doch nicht aus heiterem Himmel und die möglichen Verbindlichkeiten von fast 17 Milliarden Euro von 2007 auch nicht.

Aber natürlich wird einer, der so ein Buch schreibt, bei den meisten Akteuren auf verbissenes Schweigen stoßen. Denn um solche Risiken aufzubauen, müssen eine Menge Regeln außer Kraft gesetzt werden, müssen auch ein paar Bilanzen geschönt und etliche Aufsichtsräte beschummelt werden. Es gehört eine gehörige Portion krimineller Energie dazu. Und so nennt es Edgar Wünschel am Ende des Buches auch, als er die Nase voll hat von der Schönrederei und dem Cliquendenken all derer, die das ungehemmte Zocken all die Jahre forciert und gedeckt haben – am Ende aber nicht den Mumm haben, dafür einzustehen. Weil es das Haus schädigen könnte. Oder den Ruf, den man noch zu haben glaubt. Oder gar politische Folgen hätte.Zu dem Zeitpunkt ist aus dem Buch schon so eine Art Schelmenroman geworden. Auch wenn Wünschel ein gar seltsamer Schelm ist, ein Exot sowieso. Einer wie sein Autor. Nur dass Thomas Gatzemeier seinerzeit an der HGB Leipzig Malerei studiert hat und 1986, nachdem er schon zwei Jahre Ausstellungsverbot hatte, ausgebürgert wurde. Sein Held Edgar Wünschel hat hingegen höhere Mathematik studiert und ist mit seiner Frau in den Westen gegangen, weil er die Gängelei im Osten nicht mehr ertrug.

Seine leidvolle Erfahrung: Einen unangepassten Mathematiker aus dem Osten konnte man in den westdeutschen Hochschulen genauso wenig gebrauchen. Er landet wieder ganz unten, verliert seine Frau und beinah alle Hoffnung. Bis er sich eines Tages einen Anzug besorgt und an der Frankfurter Börse bewirbt. Was ihn mit seiner mathematischen Begabung binnen kürzester Zeit zu einem gefragten Mann macht, der nach der „Wende“ keine Probleme hat, auch bei der neuen Landesbank in Sachsen unterzukommen und dort zum bewunderten Makler und Geldmacher zu werden, bei dem auch der Vorstand mal ein Auge zudrückt, wenn es um Kreditlinien geht. In fast berauschenden Szenen schildert Gatzemeier, der das Schreiben als eine Fortsetzung seiner Malerei mit anderen Mitteln begreift, Wünschel in solchen Situationen, wenn er sich mit anonymen Mitspielern im elektronischen Börsen-Universum anlegt und mit psychologischer Schläue die Momente abpasst, in denen er kaufen und verkaufen und blendende Gewinne einfahren kann.

Immer mit einem leisen Unwohlsein, das sich aus mehreren Quellen speist. Denn gesundheitlich scheint ihm das Spiel nicht wirklich zu bekommen. Mit allerlei Medikamenten und etlichen Flaschen Alkohol versucht er, sein Single-Dasein einigermaßen auf die Reihe zu bekommen, auch wenn einige Pillen nur dazu da sind, ihn für den täglichen Job aggressiv zu machen – und danach für diverse Liebschaften wieder zu einem einigermaßen aushaltbaren Menschen. Wenn man eben noch geneigt war, ihn für einen unleidlichen Kotzbrocken zu halten, tut er einem in der nächsten abendlichen Szene fast schon wieder leid, weil er mit den Frauen durchaus versucht, auch das komplizierte Verhältnis zu sich selbst zu bewältigen. Was ihm nicht wirklich glückt.

Dass seine smarten Kumpel, mit denen er zum Segeltörn auf der Adria fährt, nicht wirklich Freunde sind, merkt man schon in ihren scheinbar so lockeren und abgeklärten Dialogen. Erfolg ist alles. Geld ist alles. Und Wünschel scheint in seiner Bank am Ende der Einzige zu sein, der noch weiß, dass Finanzprodukte keine Produkte im wirtschaftlichen Sinne sind, sondern nichts als heiße Luft, gebündelte Wetten auf Nichts. Und so wie Gatzemeier seinen Umgang mit Kursen und Börsenaktivitäten schildert, weiß Gatzemeier, worum es geht. Das ist nicht nur der Blick des Malers, der in Höllenstürzen auch die Auferstehung sehen kann. Es erinnert schon stellenweise an Balzac, wenn Gatzemeier in dieses scheinbar so völlig unfassbare Metier der Börsenspieler eintaucht und Wünschel bei seinen Kämpfen um dicke Beute visuell und mental begleitet – seine Besessenheit zeigt und sein Gespür für die Unsicherheiten der Mitspieler. Denn das, was einem die Börsen-Priester der Sendeanstalten so gern als Markt verkaufen wollen, sind ja nichts anderes als solche teilweise völlig blindlings handelnden Käufer und Verkäufer oft winziger Aktienpakete. Die meisten wissen wirklich nicht, was sie tun. Und die, die es wissen, können mit kleiner „Hebelwirkung“ und einer Menge geliehenem Kredit gewaltige Blasen oder Kursrutsche auslösen.

Auch 2007, als die Subprime-Krise begann, geschah nichts anderes. Nur dass die Börsenspieler, die die Sachsen LB in ihrer irischen Tochtergesellschaft zocken ließ, nicht einmal ahnten, was sie taten, augenscheinlich nur von den blendenden Gewinnversprechen auf die Verbriefungsgeschäfte mit amerikanischen Hypothekenmarktkrediten berauscht waren und 2007 auf Milliarden-Bergen verbrieften Mülls hockten. In den Büchern der Sachsen LB tauchten diese Risiken augenscheinlich nicht auf. Und es ist durchaus eine Frage, ob die sächsischen Steuerzahler für diese Zockerspiele überhaupt je hätten in Sippenhaft genommen werden dürfen. Es ging dann ja recht flott, dass ein Teil dieser faulen Summen als Bürgschaft vom Freistaat übernommen wurde. 2,75 Milliarden Euro, die der Finanzminister scheibchenweise aus Steuergeldern abbezahlt, wenn wieder eine Forderung eintrudelt.Es sind diese Milliardenbuchungen aus Nichts, die Wünschel am Ende völlig ausrasten lassen. Und er traut sich, was sich Bankangestellte in Deutschland wahrscheinlich selten trauen: Er sagt seinen alten und neuen Chefs die Wahrheit ins Gesicht und pokert am Ende noch einmal, wohl wissend, dass es nichts mehr zu verlieren gibt.

Eine besondere Note bekommt seine Begegnung mit der Marktwirtschaft, weil er auf der Vorstandsetage nicht nur den grandiosen Staunemännern aus Süddeutschland begegnet, sondern auch einem Personalchef mit realsozialistischer Vergangenheit, der von den neuen Herren aus dem Westen mit Kusshand als Ihresgleichen aufgenommen wurde. Weil es eben genau diese Typen waren und sind, mit denen man am besten dubiose Geschäfte machen kann. Nicht die Wünschels, die ihr Land „verraten“ haben und nicht bereit sind, zu allem Ja und Amen zu sagen.

Gatzemeier hat heute wieder ein Atelier in Leipzig. Doch man merkt, dass ihm der Spagat zwischen Karlsruhe und Leipzig auch die Distanz verschafft, die sächsischen Verhältnisse mit kritischem Blick zu betrachten. Sein Wünschel ist ein richtiger Leipziger zwischen Baum und Borke, ein Mensch zwischen den Welten, einer, der sich – als die Verantwortlichen schon wieder emsig dabei sind, alles zu vertuschen – das Recht nimmt, auszusteigen. Genug gesehen hat ja auch der Leser. So oder so ähnlich wird das schon abgelaufen sein zwischen 2001 und 2007, bevor Sachsen seine Landesbank Hals über Kopf verkaufte.

Die Zeche zahlen die Sachsen. Alle Viertel Jahre so mit 30 bis 50 Millionen Euro.

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Morgen, morgen, wird alles
zum guten Ende kommen!

Thomas Gatzemeier, Soll und Haben Verlag 2012, 19,50 Euro

Und das hier ist das Buch, das dieses vergangene Jahrzehnt, in dem auch Leipzig eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt, so genau abbildet, wie es wohl nur ein großer Maler kann. Ein beeindruckendes Gemälde und ein durchaus gewichtiger Roman, den Gatzemeier im Eigenverlag aufgelegt hat. Dabei hätten ein großer Verlagsnahme und ein richtig großes Marketing sehr gut gepasst zu dieser Geschichte von der Leipziger Wall Street.

Dass Gatzemeier sich selbst einen ganz großen Maßstab gesetzt hat, verrät er ja selbst mit dem Titel: Es ist der letzte Satz aus Dostojewskis „Der Spieler“.

Das Buch erscheint offiziell am 26. März.

www.soll-und-haben-verlag.de


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