Fasten find‘ ich gut: Wie man beim Verzichten lernt, mit sich selbst ins Reine zu kommen

Am 19. Februar ist es in diesem Jahr so weit - dann feiern sich die Leipziger Karnevalisten wieder mit einem Rosensonntagsumzug durch die Leipziger Innenstadt. Und am Aschermittwoch ist wieder alles vorbei. Der ist offiziell am 22. Februar. Danach ist Schluss mit lustig. Danach wird gefastet. Sieben Wochen lang.
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Zumindest, wenn man es aus der Perspektive des Narren sieht. Denn in Sack und Asche kleiden muss sich selbst ein tief gläubiger Christ nicht in den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern. Die Fastenzeit vor Ostern ist – genauso wie die Fastenzeit vor dem Heiligabend – zuallererst eine Zeit der Besinnung. Offiziell im Sprachgebrauch der katholischen Kirche: eine Buß- und Fastenzeit.

Und dass es beim Fasten nicht nur ums Essen geht, ist Karl Wallner in diesem kleinen Helfer-Buch das zentrale Anliegen. Pater Karl Wallner ist Rektor der Päpstlichen Hochschule Heiligenkreuz, ist mit seinen Zisterzienser-Brüdern aus dem Stift Heiligenkreuz auch bekannt geworden mit mehreren eindrucksvollen Publikationen zum Kloster und vor allem mit der Gregorianik-CD „Chant – Music für Paradise“. Das darf man ruhig wissen. Hier wirbt einer für Fasten und Buße, dem beides tägliches Tun ist und der auch weiß, dass es dabei weniger um den Bauch geht, sondern um den Kopf.

Denn nicht ohne Grund berichten die bunten Magazine im Land jede Woche über eine neue Wunder-Diät und den fatalen Jojo-Effekt, den die meisten erleben, die sich – mal mit Fasten, mal mit diversen Mittelchen – schlank designen wollen. Denn alles Fasten bringt natürlich nichts, wenn der Mensch nicht eins mit sich wird und der Verzicht (wenn es denn einer ist) nicht selbstverständlich und mit Freude geschieht.Denn fett werden ja die modernen Wohlstandsbürger nicht nur, weil sie gezuckertes, übersalzenes und fettiges Industrie-Futter in sich hineinstopfen, sondern weil sie es aus Frust tun, aus Langeweile, Stress oder anderen Gründen, die alle von einem zeugen: Wie wenig sie alle mit sich, der Welt und ihrem Tun im Reinen sind. Das geht sicher auch gläubigen Menschen so. Sie leben ja in keiner anderen Welt, sind oft genug genauso Hamster im Laufrad, Getriebene einer Wirtschaftswelt, in der die Fonds-Manager bestimmen, wo der Weg Richtung Abgrund ist.

Und die Frustreaktionen gelten ja nicht nur dem Essen. Auch in anderen Bereichen des persönlichen Lebens suchen Menschen einen Ersatz für das Nichtgelebte, für das Uneinssein mit sich selbst. Ob im Kaufrausch oder im exzessiven Fernsehkonsum, im Alkohol- und Spielrausch, in der Arbeitssucht oder in der Auto-Raserei. Das Leben der meisten Menschen ist vollgestopft mit Ablenkungen und Ersatzhandlungen, mit lauter Dingen, die eigentlich nur dazu da sind, Zeit zu fressen, Leerstellen auszufüllen, fehlende Beziehungen zu echten Menschen zu ersetzen.

Für Karl Wallner natürlich ein freudiger Moment. Denn er hat eine Botschaft. Eine, die in den meisten Diät-Ratgebern fehlt. Seine Botschaft heißt natürlich Gott. Sie könnte auch heißen: Wieder-bei-sich-sein. Oder Zu-sich-finden. Und es ist wohl egal, ob man am Ende der 40 Tage die Reise nach Heiligkreuz antritt, um mit den Zisterzienser-Brüdern gemeinsam das Osterfest und die Auferstehung Jesu zu feiern, oder ob man das schlanke Buch nutzt, um – von Karl Wallner mental begleitet – diese sieben Wochen für sich zu einem Gewinn zu machen.

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Was damit beginnt, dass man sich Ziele setzt. Machbare Ziele. Keine „guten Vorsätze“, denn mit denen, so sagt ja auch das Stichwort, ist der Weg in die Hölle gepflastert. Realistische Vorsätze müssen es sein. Dinge, die man tun kann, ohne unter der Größe seiner eigenen Vorgaben zusammenzubrechen. Man hat dann sieben Wochen lang Zeit, sich diese Ziele zu verinnerlichen. Leichter wird das natürlich, wenn man in diesen sieben Wochen seine Umwelt aufräumt und – verzichtet. Verzichtet auf Überflüssiges, auf das, was man nicht wirklich braucht. Das kann der Verzicht auf Süßes sein, aber das kann auch das Freimachen von Zeit sein, die man sich selbst wieder gönnt, der Besinnung oder den oft so schlecht gepflegten Freundschaften. „Nehmen sie sich Zeit“, schreibt Wallner.

Denken Sie positiv. Sagt er so nicht. Der Spruch ist ihm in seiner missbräuchlichen Form viel zu ausgeleiert. Aber er geht auf einen allgegenwärtigen Moment ein, der zum modernen Leben in Europa dazuzugehören scheint: die allgemeine Sucht, immer nur das Schlechte und Falsche zu sehen. Eine Sucht, die auf die Schlecht-Macher abfärbt. Wir schneiden uns damit ins eigene Fleisch, sagt Wallner. Und könnte sich damit durchaus auf die ein oder andere Psychologie-Schule berufen. Nur im Alltag ist es so schlecht durchzuhalten: Wie kann man durch den Tag kommen, ohne zu kritisieren? Ist denn nicht – man braucht ja nur die Zeitung aufzuschlagen – überall Scharlatanerie, Korruption, Schuld und Gier?Vielleicht sehen wir es auch nur so. Weil wir alles andere nicht mehr wahrnehmen. Gute Nachrichten verkaufen sich nicht so gut. Aber die Folge ist auch das, was zum großen Fressen und Konsumieren führt: Unser eigenes Selbstbild geht flöten. Denn in der Unvollkommenheit der anderen bekommen wir ja keinen Trost und keine Stütze. Wer soll sie auch geben, wenn selbst das Pausengespräch zum Lamento über die Welt wird? – Deshalb spielt in der katholischen Kirche die Beichte eine so große Rolle. Hier kann einer nicht nur bei einem zuhörenden Priester seine Schuld abladen und sich seiner Sünden bewusst werden, er kann dadurch auch – so Wallner – sich selbst besser akzeptieren.

Man kann es auch ganz unkatholisch sehen: Ein Schritt zur Akzeptanz seiner selbst ist auch das Eingeständnis, dass niemand perfekt ist. Dass Fehler und Schwächen zum menschlichen Leben dazu gehören. Das muss man lernen auszuhalten. Was nicht leicht ist. Denn die andere Wahrheit ist ja auch – und deswegen macht selbst dieses kleine Büchlein so viel Sinn – dass die moderne Gesellschaft keineswegs im Reinen ist mit sich. Anprangern, Kränken und Beschämen gehören zu den beliebtesten öffentlichen Ritualen. Deswegen spielt der Glauben auch in dieser keineswegs so aufgeklärten Gesellschaft immer noch eine Rolle. Denn für Manchen ist das ein Rettungsanker, was Wallner formuliert mit „Gott liebt dich“.

Wenigstens einer. Was nicht das Finale der sieben Wochen ist, das ist das Osterfest, das Wallner gern mit einem großen Halleluja feiern möchte. Denn aus voller Brust jubeln zu können, das ist das Ergebnis dieser sieben Wochen, in denen einer sich herausnimmt aus den üblichen Schleifen, sich Freiräume nimmt und mit „offenen Augen und einem dankbaren Herzen“ wieder staunen lernt – über die wunderbare Welt.

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Fasten find? ich gut
Pater Karl Wallner, St. Benno Verlag 2012, 5,00 Euro

Ist das nun schon religiöse Verzückung? – Nein. Natürlich nicht. Denn bewahren werden diese Welt nur jene, die sie lieben, die wissen, wie wunderbar sie ist. Und dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, sie zu plündern und zu verwüsten. Und der kleine Nebeneffekt: Wenn man beim Fasten auf allerlei überflüssige Dinge verzichtet, merkt man auch, dass sie tatsächlich verzichtbar sind. Und wie sehr sie den Blick auf den eigentlichen Reichtum der Welt und des Lebens verstellt haben. Auch deshalb werden nämlich die Osterfeuer entzündet: Um all den überflüssigen Plunder zu verbrennen, der das Leben nur teuer, stressig und oberflächlich macht.

Ein Helfer-Büchlein auch für Leute, die niemals in eine Kirche gehen würden. Aber die vielen Fotos im Buch zeigen auch, dass das eigentlich auch egal ist. Ins Reine kommen mit sich kann man auch auf Wiesen, in Bergen, an Seen. Man muss sich nur die Zeit dafür nehmen.


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