Überleben in Umbruchzeiten: Eine vielschichtige Biografie über den Theaterkritiker Herbert Ihering

Es wird ein paar Theaterkritiker da draußen bestimmt freuen: Ihre Texte werden nicht vergessen, wenn die Saison vorbei ist. Zumindest, wenn die Texte gut sind und mehr bieten als die übliche Hosianna-und-Owei-Berichterstattung. Für drei Leipziger Theaterwissenschaftler wurde einer der ganz Großen zum Forschungsobjekt: Herbert Ihering.
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2010 haben Sebastian Göschel, Corina Kirschstein und Fee Isabelle Lingnau schon den Auswahlband „Umschlagplätze der Kritik. Texte zu Kultur, Politik und Theater“ herausgebracht, der einen Teil der Texte des 1888 geborenen Kritikers für heutige Leser wieder zugänglich macht, denn selbst die in den 1950er und 1960er Jahren erschienenen Auswahlbände sind heute vergriffen. Was auch am langen Leben des Mannes liegt, der seine Kritikerzeit noch im Wilhelminischen Kaiserreich begann – damals beim kritischsten und niveauvollsten aller Blätter: der von Siegfried Jacobsohn gegründeten „Schaubühne“, aus der später, als neben Theater auch Politik, Kultur und Wirtschaft stärker in den Fokus rückten, die „Weltbühne“ wurde.

In der Weimarer Republik war Ihering neben Alfred Kerr der maßgebende Theaterkritiker im Land. Doch während Kerr Deutschland 1933 verlassen musste, blieb Ihering da, hatte zwar zeitweise Schreibverbot, konnte sich aber dennoch arrangieren und war auch an einigen umstrittenen Filmproduktionen der NS-Zeit beteiligt.

Und während Kerr schon kurz nach seiner Rückkehr nach dem Krieg starb, war Ihering ein langes Leben vergönnt – er starb erst 1977, erlebte also auch noch die Umbrüche der 1968er-Zeit mit. Sein Problem: Er war – wie auch viele seiner Zeitgenossen bestätigen – kein politischer Mensch. Er versuchte sich zeitlebens zu arrangieren. Was ihm in der Weimarer Republik leicht fiel, denn seine sachlichen und analysierenden Theaterkritiken waren gefragt in vielen großen Zeitungen des Landes. Sie sorgten zwar nie für die Furore, die Kerr mit seinen pointierten Besprechungen erreichte, aber sie waren besonders bei den Theaterpraktikern beliebt. Schauspieler, Regisseure, Intendanten sahen in Iherings Artikeln ihre Arbeit gewürdigt und die Kritik auch immer fachlich begründet.
Und da Ihering augenscheinlich auch – anders als Kerr – auf den eigenen Ruhm keinen Wert legte, ist es durchaus erstaunlich, dass er dennoch als einer der beiden Großen in seinem Metier galt, als echte Instanz. Bis dann die braunen Machthaber zeigten, dass man Kritik auch ohne Sachverstand, dafür mit Berufsverbot, Vertreibung, Mord und Totschlag betreiben konnte. Und die bis heute schwelende Frage ist natürlich: Wie konnte es einer wie Ihering im NS-Reich aushalten? Wie konnte er sich mit diesen Leuten arrangieren? Und zwar so arrangieren, dass er auch in Klaus Manns berühmten Roman „Mephisto“ eine entsprechende Rolle bekam?

Der Frage spüren die drei Theaterwissenschaftler in mehreren biographischen Essays nach. Im ersten versucht Fee Isabelle Lingnau zu erfassen, wie aus dem friesischen „Glühwürmchen“ von 1909 (als ihn ein gewisser Siegfried Jacobsohn um Rückruf bat) bis 1932 ein anerkannter Großkritiker werden konnte. Immerhin eine recht akribische Wurzelarbeit, die zumindest ahnen lässt, wie bei Ihering Fleiß und Zurückhaltung eine ganz besondere friesische Mischung eingingen. Gekoppelt mit immerwacher Neugier und einem Sinn für gutes und vor allem neues Theater. Ihering war am frühen Ruhm Bertolt Brechts in der Weimarer Republik genauso beteiligt wie bei seiner Protegierung nach 1945. Ohne Ihering wäre Brecht möglicherweise eben nicht in die DDR gegangen und hätte am Schiffbauerdamm das Theater seiner Träume bekommen.

Doch Brecht musste ja – wie Kerr – aus dem NS-Reich fliehen. Ihering besuchte ihn sogar (heimlich) bei einem Dänemark-Urlaub. Und Corinne Kirschstein, die sein Leben zwischen 1933 und 1953 betrachtet, beschäftigt sich auch eingehend mit dem von Ihering später vorgebrachten Argument, Brecht habe ihn zum Bleiben in Deutschland aufgefordert. Trotzdem übersteht keiner solche zwölf Jahre unbeschadet. Und ein ganzes Bündel moralischer Fragen bleibt logischerweise unbeantwortet, als Ihering 1945 nicht nur zu einem der ersten Ansprechpartner der sowjetischen Besatzer wird, sondern zu einem der wesentlichen Helfer beim Aufbau neuer Kulturstrukturen. Er hatte ja die Kontakte – zu Schauspielern, Regisseuren, auch zu den Emigranten, von denen er viele in den Osten und insbesondere nach Berlin lotste.
Er konnte leisten, was die aus Moskau eingeflogene Ulbricht-Truppe (zu der auch Johannes R. Becher gehörte) nicht leisten konnte. Und während seine bestehenden Kontakte auch zu mehr als nur bekleckerten Berühmtheiten der Bühne von den Besatzern hoch honoriert wurden, sahen andere seine Verstrickungen im NS-Reich durchaus kritisch. Die Vorwürfe würden ihn ein Leben lang begleiten. Und so manchem Zeitgenossen, der sich tatsächlich wesentlich exponierter mit den Nazis eingelassen hatte, stellte er mit kulanten Briefen das aus, was man heute so landläufig „Persilschein“ nennt.

Doch wie ist er mit der neuen Funktionärsdiktatur klar gekommen? Damit beschäftigt sich nicht nur Corinna Kirschstein, die die Zäsur bewusst am 17. Juni 1953 setzt, sondern noch viel ausführlicher Sebastian Göschel, der den ganzen Zeitraum von 1945 bis 1977 betrachtet. Ein Zeitraum, in dem Ihering – so wie etwa Erich Kästner – im Westen durchaus wieder hätte Karriere machen können. Doch er ergriff die Gelegenheit und etablierte sich in Ostberlin, versuchte die Theaterstrukturen wieder aufzubauen und brachte mit Bert Brecht auch ein echtes enfant terrible ins Land. Auch als Kritiker war er wieder geschätzt, wurde auch für die bis heute berühmte Zeitschrift „Sinn und Form“ eine Gallionsfigur.

Das Besondere: Er lebte mit seiner Lebensgefährtin in Westberlin und gehörte auch dann noch zu den wenigen Menschen, die fast täglich die Grenze überquerten, als 1961 für fast alle anderen die Mauer das Ende der jeweiligen Welt bedeutete. Er lebte zwar im Westen, hatte sich aber im Osten arrangiert. Und das auf höchster Ebene. Auch wenn er in mehreren der üblichen Kampagnen erlebte, dass ein hohes Amt in der DDR niemanden davor bewahrte, auch mal in Ungnade zu stürzen.

Und so kann auch Göschel über die Frage rätseln, wie einer wie Ihering sich in solchen Verhältnissen arrangieren konnte. Auch das eine Welt voller offener Fragen. Denn der Ton und die Animositäten zwischen Ost und West wurden schon kurz nach 1945 rauer, heftiger, boshafter. Und Ihering, der zuletzt als einziger Theaterkritiker nicht nur pendelte zwischen den Welten, sondern auch über die Theater beider Welten berichtete, war wohl eben doch nicht nur ein Grenzgänger oder – je nach Perspektive – Vertreter der jeweils falschen Ideologie. Er war auch einer, der sich als Vermittler verstand. Was durchaus kein begehrenswertes Amt ist, wenn die Entscheidungsträger lieber die Konfrontation pflegen.

Die drei Essays fügen sich am Ende zu einem durchaus stimmigen Lebensbild. Ist aber auch das geschilderte Leben stimmig, wenn es so in die Mühlen der Zeiten, Diktaturen und Anpassungen gerät? Eine völlig offene Frage, denn etliche der Zeitgenossen, die da und dort in diesen Essays ins Bild kommen, hatten genauso durchwachsene Karrieren hinter sich. Nur hat Ihering die meisten seiner Weggefährten überlebt und ist auch im hohen Alter nicht verstummt, hat weiter in Ost und West veröffentlicht, hat Premieren besucht und versucht, sich damit weiter seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

So dass gerade dieser augenscheinlich zurückhaltende Mann mit seinem unterkühlten Charakter auch für eine verstörend andere Linie quer durchs 20. Jahrhundert steht. War er wirklich immer nur Beobachter, wie er das gern von sich sagte? Drei durchaus spannende Essays klären die Frage natürlich überhaupt nicht. Müssen sie auch nicht. Es gibt viel zu viele Biografien, in denen die Autoren so tun, als würden sie alle Fragen beantworten und alle Rätsel lösen. Die Bösen sind böse, die Guten sind gut. Und deshalb sind die Biografie-Regale mit lauter solchen Hosianna-Büchern gespickt. Sich mit den zerrissenen Gestalten des Jahrhunderts zu beschäftigen, ist dann schon etwas komplizierter. Welche Note verpasst man diesem Ihering? Oder lässt man sich einfach auf die schlichte Tatsache ein, dass dieser Mann 60 Jahre lang über Theater in Deutschland schrieb und damit beiläufig Teil der deutschen (Theater-)Geschichte wurde? Und wenn man den Theaterwissenschaftlern glauben darf – lesenswert auch heute noch.

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Überleben in Umbruchzeiten
Sebastian Göschel, Corinna Kirschstein, Fee Isabelle Lingnau, Horlemann Verlag 2012, 15,90 Euro

Die drei Herausgeber werden die Biografie übrigens auch zur Leipziger Buchmesse am 18. März um 12:00 Uhr im LOFFT am Lindenauer Markt vorstellen.

Sebastian Göschel, Corina Kirschstein, Fee Isabelle Lingnau „Überleben in Umbruchzeiten“, Edition Voss im Horlemann Verlag, Leipzig / Berlin 2012, 15,90 Euro.


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