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Bildung·Bücher

Band 3 eines ambitionierten Wußing-Projektes: Von Pythagoras bis Ptolemaios

Es gibt Leute, die verschwinden mit dem Abgang in den Ruhestand auch komplett aus dem Radar ihres Arbeitsfeldes. Als hätten sie tatsächlich nur so lange brav ihre Stunden abgesessen, die man als Angestellte von ihnen verlangt hat. Andere freuen sich auf die Zeit nach dem Amt, weil sie dann endlich die Projekte verwirklichen können, die in die Arbeitszeit nicht hineingepasst haben. Der Mathematiker Hans Wußing war so einer.

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Westschokolade: Die Liebe, die Sehnsucht und ein freundliches “Jetzt reicht’s”

Natürlich ist dieses Land verschwunden, weg und verschollen. Nur die Gespenster laufen noch herum mit blasser Grimasse. Oder geben sich albern wie in all den lustigen Mauerromanen, die es in die Hitlisten der meinungsbildenden Zeitungen schaffen. Aber dann tauchen doch wieder solche Bücher auf, die scheinbar nur das unmögliche Leben im Osten beschreiben. Und auf einmal weht wieder ein Hauch von Wirklichkeit aus den Seiten.

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Ein Amerikaner in Klein-Paris: Zwei Leipzigerinnen plaudern über ihre Heimatstadt

Leipzigs Geschichte steckt voller Geschichten. Da wird man ganz gewiss auch von Martina Güldemann noch etliche zu lesen bekommen. Das neue Buch freilich, das sie mit Tochter Friederike gemeinsam im Wartberg Verlag veröffentlicht hat, ist ein eher persönliches Buch aus dem gegenwärtigen Leipzig. Am Anfang fragte die Mama die Tochter, ob sie mit ihr zusammen ein Buch schreiben wolle.

Gerd Lübbering, Thomas Pflaum: Dampfzeit. Foto: Ralf Julke
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Dampfzeit: Eindrucksvolle Fotos aus den letzten Tagen des Lok-Zeitalters

Es ist erst 40 Jahre her, dass das Dampflokzeitalter in Deutschland zu Ende ging, schreiben Gerd Lübbering und Thomas Pflaum im Vorwort. Das klingt nicht viel. Aber selbst für die beiden Männer, die das Dampflokzeitalter noch zu Ende gehen sahen, ist es das halbe Leben. 1970 bis 1977, als die Bundesbahn nach und nach die Dampfloks außer Betrieb nahm, waren die beiden noch jung, Teenager, ein angehender Jurist, ein angehender Bauingenieur. Beide echte Dampflok-Besessene.

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Hieb- und Stichfest: Die gedruckte Erinnerung an einen legendären Sonett-Streit anno 1995

Der kleine Leipziger Verlag Reinecke & Voß widmet sich den etwas ungewöhnlichen Seiten der Literatur. Oder sollte man sagen: den etwas anspruchsvolleren? Denn Literatur ist ja nicht nur Spannung, Action, Lesefutter. Es ist - wenn sie gut gemacht ist - auch geistiger Spaß, Freude an geschliffener Form, sauberer Arbeit, inhaltlicher Brillanz. Gibt es auch noch. Wenn man sich auf Entdeckungen einlassen mag.

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Himmlische Kriminalfälle: Pater Thomas steigt in die Fußstapfen von Father Brown

Seit Father Brown ist der Geistliche als Detektiv in der Literatur etabliert. Die Nähe der beiden Berufsstände ist ja bekannt: Detektive, die nicht in der Lage sind, Täter und Opfer zu verstehen, haben kaum eine Chance, Fälle zu lösen. Sie bekommen das "Warum?" nicht zu fassen. Und die neueste literarische Figur von Steffen Mohr steht in der Tradition der Father Browns.

Patrick Gensing: Terror von rechts. Cover: Rotbuch Verlag
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Terror von rechts: Warum Politik und Ermittler sich beim Neonazismus immer wieder wegduckten

Das nächste Buch zum Nazi-Terror in Deutschland. Auf dem Cover prangt Beate Zschäpe in ihrer Madonnen-Haltung im Fahndungsfoto. Noch ein paar Runden in der Zweit- und Drittverwertung des Fotos, und die Überlebende des Zwickauer Terror-Trios wird zu einem Idol wie Che Guevara. Aber wie bebildert man so ein Buch? Immerhin das zweite von Patrick Gensing zu einem gar nicht so neuen Thema.

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Hoffnung 3000: “The Fuck Hornisschen Orchestra” gibt nicht auf

Leipzig ist am 6. Orchester wieder dran. Dann kann man "The Fuck Hornisschen Orchestra" im UT Connewitz erleben. Vorher stehen so hübsche Orte wie Köln und Dresden auf der Reiseliste der beiden Leipziger Christian Meyer und Julius Fischer, studierte Germanisten, Poetry Slammer, Bühnen-Ekstatiker. Eigentlich dürfte das gar nicht funktionieren.

Thomas Keiderling: Aufstieg und Niedergang der Buchstadt Leipzig. Foto: Ralf Julke
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Quellenfahndung nach einem gern benutzten Begriff: Aufstieg und Niedergang der Buchstadt Leipzig

Der Begriff wird oft und gern benutzt. Er scheint zu Leipzig zu gehören wie der Löwe, die Lerche und der Fassritt aus Auerbachs Keller. Auch die L-IZ benutzte den Begriff "Buchstadt" bisher immer gern. Er passte so schön zur Liebe der Leipziger zum guten Buch, zu den großen alten Namen der Verlegerbranche und dem Lesefieber in jedem März. Er musste schon Jahrhunderte alt sein. Stimmt nicht, sagt Thomas Keiderling.

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Das neue Jahrbuch zur Stadtgeschichte: Von gelehrten Frauen, singenden Männern und drei amtlichen Ober-Nazis

Es sind kleine Schatzkästlein, die der Leipziger Geschichtsverein jedes Jahr veröffentlicht, etliche Jahre als Almanach, seit Kurzem als Jahrbuch. Ein Jahrbuch, das gar nicht dick genug sein könnte. Denn hier tauchen die Themen auf, die in der Leipziger Geschichtsschreibung bislang fehlen. Denn dass Thietmar von Merseburg Leipzig ("urbs libzi") für das Jahr 1015 erstmals schriftlich erwähnt hat, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, das weiß nun "jeder".

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Unsere Tür steht immer offen: Das erste Handbuch für von der Kirche Enttäuschte

Die Kirche hat ein Problem. Zumindest, wenn man diversen Medienberichten folgt, die gern und genüsslich über Kirchenaustritte berichten. Vielleicht sind es auch gar nicht so viele. Aber in der katholischen Kirche ist man mittlerweile besorgt. So besorgt, dass es jetzt auch ein kleines Büchlein für Leute gibt, die gerade aus der Kirche ausgetreten sind.

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Hitler im Film oder Wie inszeniert man Leere: Yael Ben Moshes “Hitler konstruieren”

Wenn wir hier jetzt die Nase von Hitler hinpappen würden - der Artikel würde durch die Decke gehen. "Hitler sells", so ungefähr drückt es Martin Wiebel im Interview mit Yael Ben Moshe aus. Ganz hinten am Ende des Buches. Eigentlich wollte sich Moshe nur mit einer sehr speziellen Frage beschäftigen: Welche Art Geschichte erschaffen wir eigentlich, wenn wir Figuren wie Hitler inszenieren?

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Kirche tut gut: Pater Karl Wallner und die durchaus berechtigte Frage nach dem Sinn des Lebens

Dieses Buch ist ein kleiner Irrläufer. Eigentlich sollte Steffen Mohrs kleine Krimisammlung "Himmlische Kriminalfälle" bei der L-IZ landen - doch dann rutschte dieses kleine Bekenntnisbuch in die Sendung. Pater Karl Wallner ist manchem auch ganz weltlich gesinnten Zeitgenossen vielleicht sogar bekannt: Er ist quasi der PR-Mann vom Stift Heiligenkreuz, dem Kloster der "singenden Mönche".

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Berlin. Ecke Schönhauser: Der Prenzlauer Berg in Farbe, mit Neugier und dem Gefühl fürs Licht

Man merkt nicht, wie sie fehlen. Aber sie fehlen als authentischere Stimmen aus dem Osten: Die "Wochenpost" und die "NBI", zwei Zeitschriften, die in DDR-Zeiten Bückware waren. Ähnlich wie das "Mosaik". Sie sind vom Medienmarkt verschwunden genauso wie die authentischen Handschriften ostdeutscher Journalisten und Fotografen. Es fällt erst auf, wenn einer wie Eberhard Klöppel wieder durch Berlin zieht.

Maik Baumgärtner, Marcus Böttcher: Das Zwickauer Terrortrio. Cover: Verlag Das Neue Berlin
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Eine Chronologie zu rechtem Terror und Behördenversagen: Das Zwickauer Terrortrio

Die Cover-Gestaltungen ähneln sich natürlich. Auch der Inhalt tut es zwangsläufig. Im Juli hatten Christian Fuchs und John Goetz ihr Buch zur rechtsradikalen Terrorzelle "NSU" vorgelegt, jetzt gibt es eines von den beiden Berliner Journalisten Maik Baumgärtner und Marcus Böttcher. Statt "Die Zelle" heißt es freilich "Das Zwickauer Terrortrio".

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