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Zehn Jahre und doch kein Abgesang: Das Chronik- und Praxis-Buch der Front Deutscher Äpfel

Der Geburtsort war Leipzig, an jenem 3. Oktober 2004, als mal wieder der Hamburger Neonazi Christian Worch seine Marschierer aus der ganzen Republik zusammentrommelte, um eine seiner nervenden Demonstrationen in Leipzig abzuhalten. Mit dem kleinen Unterschied zu den Vorjahren: Diesmal sollte es nicht durch den Leipziger Osten gehen oder zum Völkerschlachtdenkmal, sondern mitten in den Leipziger Süden, nach Connewitz, ins Wohnzimmer des alternativen Leipzig. Kann nicht sein, dachte sich ein kleines Häuflein junger Kreativer.

Stötteritz. Ein Leipziger Stadtteillexikon. Foto: Ralf Julke

Ein ganzer Stadtteil in 180 Stichworten: Ein reich gespicktes Lexikon für Stötteritz

Pro Leipzig hat ein neues Format entwickelt. Eigentlich lag es ja irgendwie nahe, wo man doch nun schon seit über 20 Jahren emsige Stadteilforschung publiziert, mal im Speziellen, mal im Allgemeinen. Aber wie bringt man das mal handlich zusammen? Etwa für einen Ortsteil wie Stötteritz? - Das Ergebnis ist jetzt da: Stötteritz ist der erste Leipziger Ortsteil mit einem eigenen Lexikon.

Ein Einsteigerbuch für Sinnenfreudige: Gewürze

Man lernt doch nie aus. Mann sowieso nicht. Erst recht, wenn es um gutes Essen und eine gute Küche geht. Kauft Mann sich deshalb diese Büchlein? Oder schenkt es heimlich zum Nikolaustag seiner Liebsten und liest es dann mit ihr zusammen durch? Natürlich ist es kein Komplettlexikon der Gewürze. Da müsste das Büchlein zwei Kilo schwerer und 600 Seiten dicker sein. Aber darum geht es ja nicht. Jeder fängt mal klein an.

Ein paar Grundlagen für (Wirtschafts-)Mathematiker: Wie wahrscheinlich ist das denn?

Die Starthilfen aus der Edition am Gutenbergplatz Leipzig sind ja im Grunde für Studienfänger gedacht, junge Leute, die schon in der Schule gezeigt haben, dass sie ein logisches Köpfchen haben und die dann solche Fächer belegen wie Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik. Prof. Dr. Wolfgang Freudenberg lehrt das an der Brandenburgischen TU Cottbus-Senftenberg. Es gehört zum großen Feld der Wirtschaftsmathematik.

Ein auf Tempo getrimmter Krimi aus der Welt des feinen Zwirns: Tod eines Revisors

Dass die Anzugträger aus Mainhattan nicht unbedingt eine feine Gesellschaft sein müssen, dass wissen Leser der Krimis aus dem fhl Verlag schon seit 2012. Nun legt mit Olaf Jahnke einer einen Frankfurt-Krimi vor, der die Szene aus seiner eigenen Arbeit als Journalist kennt. Er hat mal in der FAZ-Fernsehproduktion gearbeitet, ist heute beim Hessischen Rundfunk. Da weiß man, wie unnahbar sich die Götter in Zwirn gern geben. Und wie schwer es ist, ihren Geschäften auf die Spur zu kommen.

Gedichte, Anekdoten und Geschichten um die berühmteste Schnitzkunst aus Sachsen: Erzgebirgisches Weihnachtsbüchlein

Irgendwie kann man dem wohl nicht ausweichen. Jedes Jahr im November werden die Buden auf den Markt gesetzt, die Finnen heizen ihren Glögi an, der St. Benno-Verlag erinnert daran, dass der Weihnachtsmann mal ein St. Nikolaus war, und aus dem Erzgebirge dringt ein heller Schein. Und der Buchverlag für die Frau legt einen Klassiker nach 20 Jahren wieder auf: das "Erzgebirgische Weihnachtsbüchlein".

Von nichts kommt was: Die philosophischen Abenteuer eines Berliner Lesebühnenautors

Maik Martschinkowsky ist - noch viel stärker als die anderen Mitglieder der Lesebühne "Lesedüne" - der Philosoph unter den Bühnenautoren. Er verrät zwar nicht, welche Studiengänge er in aller Frische in seinem Kühlschrank aufbewahrt, aber Philosophie und Soziologie scheinen dazu zu gehören. Und damit macht er nicht nur seine beiden Lieblingsfiguren Maurice und Lilith verrückt.

Bewahrte Augenblicke: In den Familienalben des Fotografen Johannes Mühler geblättert

Er gehört zu den wichtigsten Leipziger Fotografen des frühen 20. Jahrhunderts. Manche nennen ihn gleichauf mit Hermann Walter. Der Leipzig-Kalender 2014 der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) ist komplett mit Fotos des 1876 geborenen Fotografen Johannes Mühler bestückt. Vielleicht, um mal ein kleines Jubiläum zu würdigen, das sonst keiner feiert: Am 27. Januar 1914 erwarb Johannes Mühler das Leipziger Bürgerrecht.

Eine vierteilige Rezension zu “Kapital Macht Politik” – Teil 4: Ist die Demokratie überhaupt noch zu retten?

Das Unterkapitel "Die Zähmung der Vierten Gewalt" in Harald Trabolds Buch kann man Medienmachern nur ans Herz legen. Danach reden sie wesentlich vorsichtiger über die "Medienkrise", "Qualitätsmedien" und dergleichen. Denn tatsächlich haben die großen Konzerne ihren Aufwand für Werbung niemals gedrosselt in den letzten 15 Jahren - die Werbegelder sind nur woanders hingewandert, dorthin, wo ein kritischer, analytischer und profunder Journalismus nicht stört.

Eine vierteilige Rezension zu “Kapital Macht Politik” – Teil 3: Wie das Große Geld die Macht übernimmt

Die reichen 0,1 Prozent der westlichen Gesellschaften wollen zwar den vollen Zugriff auf die Macht und zerstören dabei die wichtigsten Institutionen der Demokratie. Aber sie tun es nicht offen. Täten sie das, wären Unruhen wie 1968 das Mindeste, was sie dafür bekämen. Aber solche Unruhen gibt es nicht. Auch die Occupy-Bewegung bekommt diese Massen nicht mehr auf die Straße. Woran liegt das?

Eine vierteilige Rezension zu “Kapital Macht Politik” – Teil 1: Warum “Wirtschaftsexperten” so selten über Macht reden

Es ist höchste Zeit, darüber nachzudenken, was wir wirklich wollen. Ob wir in einer Demokratie leben wollen oder in einer Welt, die irgendwie so aussieht wie die in Orwells "1984" oder in Huxleys "Schöne neue Welt". Das sind zumindest die beiden Vergleiche, die Harald Trabold vorgibt, bevor er loslegt mit der bis dato gründlichsten Analyse unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Es könnte auch noch viel schlimmer kommen. Und diesmal ist die NSA nicht (allein) dran schuld.

Doris Mundus: Musikstadt Leipzig in Bildern. Das 19. Jahrhundert. Foto: Ralf Julke

Band zwei eines opulenten Bilderwerks: Die Musikstadt Leipzig im furiosen 19. Jahrhundert

Es wird das Standardwerk zur Musikstadt Leipzig - auf Jahre hinaus. Ob man sich alle drei Bände zulegen wird oder nur einzelne: So kompakt bekommt man das Wesentliche zum musikalischen Leipzig nirgendwo beisammen. Selbst wenn es immer wieder Bücher zu einzelnen Glanzlichtern der Leipziger Musikgeschichte gibt und immer wieder geben wird. Wer die Stadt und ihre Musik liebt, hat eh schon ein ganzes Regal voller Leipziger Musikbücher. Die drei Bildbände, die der Lehmstedt Verlag jetzt vorlegt, passen auch noch hinein.

Wenn ein Hund auf Reisen geht: Pocco pinkelt in Paris

Eigentlich müsste es neben der Rubrik Kinderbuch auch so etwas geben wie eine Rubrik "Bilderbücher für Erwachsene". Oder "Bilderbücher für groß gewordene Kinder". Da wäre Pocco pissi nicht ganz allein. Ganz bestimmt nicht. Eigentlich heißt der Hund nur Pocco, passt in einen Koffer und tut, was man von Hunden so kennt: alles anpinkeln, was irgendwie zum Revier gehört. Und trotzdem sind die kleinen Pinkler beliebt.

Wut, Spaß und Tränen: Eine rebellische Jugend zwischen Tschernobyl und deutschem Einheitsbrei

Es gibt schon eine ganze Reihe Punk-Bücher. Einige sind Kult. Andere sind eher albern, viele unlesbar. Was auch daran liegt, dass ein echter Punk eigentlich keine Bücher schreiben kann. Ist ja Arbeit. Oder um Jan Off zu zitieren, dessen Spruch das Cover ziert: "Wer nach Jahren in der Punkszene noch in der Lage ist, einen Roman zu verfassen, hat alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann."

Michael Maul: Musikstadt Leipzig in Bildern. Von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert. Foto: Ralf Julke

Band eins einer opulenten Kulturgeschichte: Musikstadt Leipzig in Bildern

Die Idee lag schon 2012 auf dem Tisch. Da feierte Leipzig "800 Jahre Thomana" und der Lehmstedt Verlag machte etwas, was er besonders gut kann: Er legte einen opulenten Bildband zur 800-jährigen Geschichte von Thomanerchor, Thomaskirche und Thomasschule vor. In dieser Keimzelle steckte schon ein weiteres Projekt, das jetzt Gestalt annimmt: Eine große, dreibändige Bildgeschichte der Musikstadt Leipzig.

Uwe Jacobshagen, Peter Traub: Ein Spaziergang an der Saale. Foto: Ralf Julke

Bilderreich am romantischen Fluss der Nachbarstadt: Ein Halle-Spaziergang an der Saale

Ein wenig kann man ja diesen Stolz nachempfinden, den die Hallenser auf ihre Saale und ihre schöne Stadt am Wasser empfinden, auch wenn man sich aus Hallescher Sicht eher mit Elbflorenz vergleicht als mit Pleißathen. Dabei liegt ja Leipzig eher an der Weißen Elster als an der Pleiße. Aber Wasserlandschaft ist eben Wasserlandschaft. Und Halle hat wohl deutschlandweit eine der schönsten. Man muss sich nur auf die Socken machen.

Mit Rückendeckung vom Polizeichef: Leipzigs Stammtischtäter haben wieder fleißig gemordet

Am liebsten treffen sie sich im Café Waldi. Vielleicht auch nur, weil es in Leipzig weit und breit kein englisches Café gibt, irgendeinen dezenten Club, in dem noch Butler servieren und Herren ohne standesgemäßen Anzug höflich hinauskomplimentiert werden. Denn das, was die Mitglieder des Leipziger Krimi-Stammtischs anstellen, ist eigentlich feine englische Art: andere Leute so clever wie möglich unter die Erde zu bringen.

Noch eine Biografie über einen Unangepassten von Norbert Marohn: Hoelz oder die Frage nach einer vergeigten Zukunft

Die unpassenden, vierschrötigen, sperrigen Typen sind sein Metier. Schon 2011 hat der Leipziger Schriftsteller Norbert Marohn ein Buch über den SA-Chef und Hitler-Konkurrenten Ernst Röhm geschrieben. Selbst die moderne Geschichtsschreibung macht gern einen Bogen um den 1934 Ermordeten. Und mit Max Hoelz ist es - am anderen Ende des politischen Spektrums - ganz genauso. Zeit für eine weitere sperrige Biografie.

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