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Bücher

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Holger Gemmer: Leipzig. Foto: Ralf Julke

Neues Leipzig-Mini ist kein Muss, sondern leider voller Fehler

Es ist Jubiläumsjahr. Mit großem Tamtam feiert Leipzig das 1.000. Jahr der Erwähnung durch Thietmar von Merseburg. Und es plauzen allerlei Bücher auf den Markt, die dran teilhaben wollen. Manche witzig, viele redundant. Manche leider auch viel zu schnell hingeschrieben.

Hans-Volkmar Gaitzsch: Das Geld der Leipziger vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Foto: Ralf Julke

Eine Reise durch (fast) 1.000 Jahre Leipziger Geldgeschichte

Was interessiert einen Bankkaufmann, Wirtschaftspädagogen und kaufmännischen Berufslehrer eigentlich mehr als das Geld? Oder das, was wir dafür halten? Eigentlich nur wenig. Mal von Pferden abgesehen, denen Hans-Volkmar Gaitzsch im Eudora-Verlag schon ein besonderes Buch gewidmet hat. Das war das Buch über das 150-jährige Jubiläum der Galopprennen in Leipzig. Nun hat er sein Lieblingsthema Geld nachgeschoben.

Reiner Neubert (Hrsg.): Liegt Böhmen am Meer? Foto: Ralf Julke

Übers Meer denkt man erst nach, wenn Böhmen in der Wüste liegt

Da hat er aber etwas angerichtet, dieser William Skakespeare, als er in seinem Stück "Ein Wintermärchen" das Königreich Böhmen kurzerhand ans Meer verfrachtete und Antigonus mit dem Schiff "The Deserts of Bohemia" erreichen lässt. Ein Irrtum? Oder eine poetische Freiheit? - Egal. Denn der Dichter konnte vor 400 Jahren nicht wirklich ahnen, welche Aktualität seine kleine Weltverschiebung 350 Jahre später bekommen würde.

Gerhard Pötzsch: Taschentuchdiele. Foto: Ralf Julke

Gerhard Pötzschs großer Erinnerungsroman an Kindheit und Jugend in Lindenau

Roman steht auf dem Cover. Davon darf man sich nicht verwirren lassen. Denn mit "Taschentuchdiele" erzählt der Leipziger Autor und langjährige SPD-Stadtrat Gerhard Pötzsch seine Lebensgeschichte. Zumindest deren ersten Teil von der Kindheit bis zum Knast. Natürlich kann man so ein Leben auch als "Roman einer Kindheit" schreiben.

Annett Leander: Umarme mich - aber fass' mich bloß nicht an! Foto: Ralf Julke

Der Albtraum einer Kindheit in einer von Alkohol und Gewalt zerfressenen “Familie”

Es kommt ganz unauffällig in Weiß daher. Es ist auch keine kreischende Biografie, mit der der Leipziger Einbuch-Verlag nun die Bestseller-Listen rocken will. Auch wenn es für den kleinen Leipziger Verlag wieder einer dieser mutigen Vorstöße ist, die in großen Verlagen kein Controller zulassen würde: Die Lebensgeschichte einer jungen Leipzigerin, die wütend ist, richtig wütend.

Tino Hemmann: 2136. Foto: Ralf Julke

Bei Tino Hemmann müssen zwölfjährige Kinder den Irrsinn des Krieges beenden

Tino Hemmann bleibt sich treu. Jahr für Jahr legt er neue Bücher vor. Mal Krimi, mal Thriller, mal Science-Fiction-Roman. Immer sind Kinder seine Helden, eigentlich immer nur Jungen. Sie schlüpfen bei ihm in die Rollen, die im großen Hollywood-Kino solche Typen wie Schwarzenegger oder Stallone spielen. Oder eben nicht spielen, weil die Schlagetots meistens mit beeindruckender Gefühlslosigkeit glänzen.

Grit Nitzsche: Aus meiner Gartenküche. Foto: Ralf Julke

Für eine Kräuterhexe gibt es eigentlich kein Unkraut mehr im Garten

Es fing mal ganz klein an. In Leipzig. Im Auenwald. Da nahm Grit Nitzsche die Leipziger mit auf Kräutertour ins Grüne. Hingucken. Kennenlernen. Rausfinden, was da wächst. Denn der normale Großstädter weiß ja von nichts. Der begegnet Kräutern, die man essen kann, für gewöhnlich nur im Bio-Markt oder in Zellophan verpackt im Supermarkt. Dabei wächst der Reichtum gleich nebenan. Vor zehn Jahren ging Leipzigs "Kräuterhexe" dann den großen Schritt.

Kati Naumann: Die große weite Welt der Mimi Balu. Foto: Ralf Julke

Mimi Balus großer Traum von einem Glück weit, weit weg von Limbach-Oberfrohna

2013 hat Kati Naumann sich mit den Sorgen einer echten modernen Mutter beschäftigt, die sich die (Ex-)Liebhaber ihrer Töchter nicht aus dem Herzen reißen kann. Jetzt hat die lebensfrohe Leipzigerin wieder so ein echtes ostdeutsches Lebensthema der bewegten Neuzeit aufgegriffen. Wie findet man eigentlich seinen Platz im Leben, wenn man auch mit 40 noch nicht berühmt ist?

Thomas Leibe, Jurij Koch: Helene, hau ab! Foto: Ralf Julke

Eine neue Jurij-Koch-Geschichte über den richtigen Moment, in den Süden zu fliegen

Die Geschichtenwelt des sorbischen Autors Jurij Koch ist wie ein großer Steinbruch. Da kann man sich eine kleine Geschichte nach der anderen nehmen und eine Bildergeschichte draus machen. Das tut der Zeichner Thomas Leibe nun für den Lychatz Verlag schon seit geraumer Weile. Mit "Bauer Sauer und der Maulwurf Ulf" ging das los. Mit der Gans Helene wird's wohl nicht aufhören.

Gunter Böhnke: Mein Leipzig. Geliebtes Weltdorf. Foto: Ralf Julke

Gunter Böhnkes kleines Resümee zu den geliebten Seiten seines Leipzigs

1.000 Jahre sind rum, seit Thietmar das kleine Nest Libzi in seiner Chronik erwähnte. Da erscheinen ganz folgerichtig Berge über Berge von Büchern zur Leipziger Stadtgeschichte. Manche sind etwas Besonderes. Dieses auch. Der beliebte Kabarettist und Buchautor Gunter Böhnke fängt gar nicht erst beim Urschleim an (Glei heißt der ja bekanntlich), sondern mit sich selbst. So, wie das ein vernünftiger Autor eben macht.

Luis Held: Alltag im alten Weimar. Foto: Ralf Julke

Ein kleines Taschenbilderbuch mit Fotos aus dem Weimar um 1900

Der große Bildband zum Weimarer Starfotografen der Jahrhundertwende Louis Held erschien 2008 im Lehmstedt Verlag. Wer ihn nicht mehr findet, kann die Bildwelt des Mannes, der um 1900 in Weimar mit großer, sperriger Plattenkamera versuchte, modern zu fortografieren, jetzt in zwei kleinen Pocket-Varianten erkunden. Waren im ersten Weimar-Pocket die Berühmten und Wichtigen aus Weimars Silbernem Zeitalter zu finden, kommt hier das emsige Volk ins Bild.

Martin Helmstedt, Ulrich Stötzner: Vernichtet, vergraben, neu erstanden. Foto: Ralf Julke

Eine streitbare Bilanz für einen unermüdlichen Verein und unübersehbares St. Pauli-Comeback

So langsam nähert sich endlich der Termin, an dem der Neubau der Uni Leipzig am Augustusplatz ganz fertig sein wird. Mit sechs Jahren Verspätung. Und einer Menge Diskussion um die Universitätskirche. Oder ist es doch keine? Eine Frage, die vielleicht noch Jahre schwelt. Der Paulinerverein setzt jetzt mit einem neuen Buch erst einmal einen Punkt. Der auch ein Semikolon sein könnte.

Dr. Volker Rodekamp (Hrsg.): 100x Leipzig. Tausend Jahre Geschichte. Foto: Ralf Julke

Tausend Jahre Leipziger Geschichte in 100 besonderen Ausstellungsstücken erzählt

Museum - das klang vor ein paar Jahren noch richtig alt. Oft sahen die Museen auch so aus, dröge, zum Weglaufen. Auch in Leipzig. Mittlerweile haben alle städtischen Museen eifrig an ihren Auftritten gefeilt. Man hat Ausstellungsgestalter einbezogen, bietet interaktive Extras und versucht, die ausgestellten Objekte "sprechen zu lassen". Oft wissen die Leipziger gar nicht, was für ein Schatz ein scheinbar ramponiertes Ausstellungsstück ist.

Sven Schlebes: Ora et labora. Die großen Orden. Foto: Ralf Julke

Die großen Orden der katholischen Kirche in Wort und Bild

Das frühe 21. Jahrhundert ist ein Jahrhundert zwischen Depression und heilloser Euphorie. Ganze Gesellschaften scheinen aus dem Lot, die Aggressionen nehmen zu und zornesrote Kommentatoren schreiben das gern mal dem Triumphzug der Aufklärung zu. Braucht diese Zeit eine neue Spiritualität, könnten die Klöster und Orden wieder ein Bedürfnis erfüllen, das lange nicht so groß war wie heute?

Arnold Bartetzky: Die Gerettete Stadt. Foto: Ralf Julke

Die gerettete Stadt (2): Arnold Bartetzky versucht, 25 Jahre Leipziger Stadtbaugeschichte im Schnelldurchlauf zu erzählen

Gerade weil Arnold Bartetzky in "Die gerettete Stadt" die Entwicklungen seit 1989 alle noch einmal nachvollzieht, wird deutlich, was für eine Ochsentour Leipzig in diesen 25 Jahren durchgemacht hat - von der ruinierten Stadt hin zu einer Stadt, die heute bei vielen Stadtplanern, Investoren und Touristen als Hingucker gilt. Da und dort ganz sicher ein Vorbild für die Rückgewinnung eines historischen, kompakten und erlebenswerten Stadtbildes.

Arnold Bartetzky: Die gerettete Stadt. Foto: Ralf Julke

Die gerettete Stadt (1): Arnold Bartetzky versucht, 25 Jahre Leipziger Stadtbaugeschichte im Schnelldurchlauf zu erzählen

Es gibt Leute, die machen sich richtig viel Arbeit. Die knien sich noch einmal hinein in die ganzen vergangenen 25 Jahre der Leipziger Stadtentwicklung. Eine echte Schotterstrecke, von der man eigentlich - so im Nachhinein betrachtet - gar nicht mehr wissen will, wie heftig das war in den ersten zehn Jahren. Aber Dr. Arnold Bartetzky hatte das ja schon zum Thema eines ganzen Seminars am Institut für Kunstgeschichte der Uni Leipzig gemacht.

Beate Kruse: Was machen die anderen nachts? Foto: Ralf Julke

Beate Kruse erkundet das Thema Sex mit Melancholie, Humor und einem gewissen Hungergefühl

Es ist erstaunlich: Warum ist diese Frau nicht berühmt? Warum reißen sich die Talkmaster nicht um sie? Warum stapeln sich ihre Bücher nicht am Eingang der Buchhandlungen? - Na gut. Das kann ja noch kommen. Das Buch ist ja noch nagelneu. Die Lesetour läuft gerade. Und den Begriff "Sexgöttin" hat "Das Magazin" verwendet, als sich die Kolumnistin dort verabschiedete.

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