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Bücher

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Hans-Dietrich Haemmerlein: Alfred Brehm. Foto: Ralf Julke

Das Leben Alfred Brehms in Bildern, Zeugnissen und Widersprüchen

Den Mann kennt jeder. Von „Brehms Thierleben“ hat jeder schon mal gehört. Mancher hat zu Hause auch die alten oder diverse neuere Ausgaben stehen, schaut rein, schmunzelt und freut sich an den Bildern, die oft vom Leipziger Grafiker Robert Kretschmer stammen. Die Wenigsten wissen, wie eng „Brehms Thierleben“ mit der Stadt Leipzig verbunden ist.

Thomas Böhme: Abdruck im Niemandswo. Foto: Ralf Julke

Verloren im Niemandswo oder noch immer leichtfüßig zu Hause im großen Fließen der Zeit?

Man kann nicht sagen, dass der Leipziger Dichter Thomas Böhme nicht präsent ist. Aber es geht ihm als Dichter wie anderen Autoren in diesem Genre auch: Man muss ihn suchen im Lyrikregal (wo er nicht immer steht) oder in den kleinen, fachkundigen Buchhandlungen, in denen Lyrik und insbesondere Lyrik aus hiesigen Regionen noch gepflegt wird. Und dabei ist er so produktiv wie kaum sonst einer von den Dichtern in diesem Land.

Kirsten Boie, Jan Birck: Bestimmt wird alles gut. Foto: Ralf Julke

Kirsten Boies kleine Flucht-und-Ankunft-Geschichte „Bestimmt wird alles gut“

Manchmal geht es einfach darum, die Geschichten so zu erzählen, wie sie passieren. Ohne Skandal. Ohne Zeigefinger. Aus der Perspektive von Rahaf und ihrem Bruder Hassan, zwei Kindern aus Homs. Einer Stadt, die einmal geschätzte 800.000 Einwohner hatte, in Ostsyrien liegt und 2011 Hochburg des Protestes gegen den Diktator Baschar al-Assad war. Erst schickte er Panzer, später ging er mit Flak und Bomben gegen die Stadt vor.

Martin Kaule: Sachsen 1945 - 1989. Foto: Ralf Julke

Ein historischer Reiseführer durch die sächsische Geschichte 1945 bis 1989

Die Idee liegt eigentlich auf der Hand. Es gibt wissbegierige Reisende, die wollen sich nicht einfach nur die üblichen „Highlights“ angucken, wenn sie in deutsche Landschaften fahren, die sind an Themen, Zeiten und Geschichte interessiert. Selbst diesem seltsamen Kapitel SBZ und DDR, das man nun wirklich nur im deutschen Osten besichtigen kann. Frustrationserlebnis garantiert.

Stina Wirsén: Klein. Foto: Ralf Julke

In der kleinen Geschichte von „Klein“ stecken eigentlich auch die großen Geschichten von Großen, die das Wichtigste vergessen haben

Fast hätte ich hier geschrieben: „Wer kennt das nicht ...“ Aber so ganz abwegig ist es wohl nicht, wenn man sich derzeit die sächsischen Landschaften so anschaut: So ganz heil scheinen die Welten nicht zu sein. Was drinnen kochte, brodelte und kriselte, ist nun nach draußen gekippt. Aber wer eine friedlichere Welt will, muss zu Hause anfangen. Bei sich und den Kindern.

Henry Lewkowitz: Stolpersteine in und um Leipzig. Foto: Ralf Julke

Leipzigs erstes Buch über die Stolpersteine und die Schicksale der ermordeten Leipziger

Über 600 Stolpersteine hat der Kölner Künstler Gunter Demnig mittlerweile in Leipzig verlegt. Es müssten eigentlich noch ein paar mehr sein. Aber auch so ein Projekt will Zeit haben, Geduld und Spender. Zeit vor allem, um den Schicksalen jener Menschen nachzuforschen, die in den Mühlen der NS-Zeit zu Tode kamen und mit den kleinen Messingtafeln im Pflaster gewürdigt werden.

Ingrid Olsson, Charlotte Ramel: Gleich, sagt Mama. Foto: Ralf Julke

Eine ganz einfache Geschichte über das ganz und gar nicht so einfache Gleich

Früher gab es in Kinderbüchern nur brave Kinder, die am Ende der Geschichte immer für ihr Bravsein belohnt wurden. Ab und an gab es dann ein paar böse Buben wie im Struwwelpeter, die für ihre Bosheit stantepede und meist sehr grausam bestraft wurden. Fridas gab es damals nicht. Jedenfalls nicht in den Kinderbüchern. Kleine freche Mädchen, die auch gern mal einen plattgefahrenen Frosch einpacken, wenn sie ihn am Straßenrand finden.

Bernd Steinbach, Christian Posthoff: EAGLE-Starthilfe. Java-Programmierung für Anfänger. Foto: Ralf Julke

Ein Lehrbuch für Leute, für die ein JAVA-Einstieg eher ein Kinderspiel ist

Mathematiker sind schon eine besondere Spezies. Aber Informationstechniker erst recht. Denn Letztere berechnen ja nicht nur die Welt, sie programmieren auch all die kleinen Programme, die uns suggerieren, dass man die Welt auch einfach auf einen Bildschirm packen kann. Ein paar Klicks - und der Nutzer von bunten Oberflächen kommt sich vor wie der Beherrscher unendlicher Weiten. Aber gehört das tatsächlich in die Schule?

Horst Klein: Haltet den Die! Foto: Ralf Julke

Im Bilderbuch von Horst Klein ist ein schecklicher Buchstabendieb am Werk

Einer musste natürlich drauf kommen. Und dass es ein gebürtiger Ostfriese ist, ist wohl auch kein Zufall. Wenn man tagelang an sturmumtoster Küste in die brodelnden Elemente schaut, kommt man auf Ideen. Dann ist ein Buchstabendieb gar nicht so abwegig. Schon gar nicht in Fiesland, sorry, Friesland. Man kann gar nicht genug aufpassen.

Schanna Nemzowa: Russland wachrütteln. Foto: Ralf Julke

Ein kluges und aufrüttelndes Buch über den ermordeten russischen Hoffnungsträger Boris Nemzow

Seit gut zwei Jahren schaut man auch aus Deutschland wieder verstärkt nach Russland. Mit dem Einmarsch auf der Krim und in der Ost-Ukraine scheint Russland wieder auf dem Weg zu einer Großmacht zu sein, die ihre Interessen mit militärischer Gewalt durchzudrücken versucht. Immer wieder steht Präsident Putin im Fokus der Aufmerksamkeit. Welche Rolle spielt er tatsächlich? Und welche Rolle spielte er beim Mord an Boris Nemzow am 27. Februar 2015?

Elisabeth Wehling: Politisches Framing. Foto: Ralf Julke

Wie falsche Frames nicht nur Politik, sondern eine ganze Nation zu Narren machen

Derzeit darf man ja staunen, in welche irrationalen Welten die politischen Diskussionen in Europa abgedriftet sind. Man fasst sich an den Kopf und fragt sich: Sind die Politiker denn närrisch geworden? Sind die Bürger in mittelalterliche Denkweisen zurückgefallen? Stürzt unsere Zeit jetzt zurück in finsteren Aberglauben? Es könnte an unserer Art liegen, unsere Welt zu denken und in Worte zu fassen.

Stefan Koppelkamm: Häuser Räume Stimmen. Foto: Ralf Julke

Wie trist sind eigentlich Städte, die die Spuren ihrer Vergangenheit verloren haben?

Im Museum der bildenden Künste ist seit dem 14. Februar neben der Via-Lewandowsky-Ausstellung "Hokuspokus" auch die Ausstellung "Häuser Räume Stimmen" mit Fotos von Stefan Koppelkamm zu sehen. Einen dicken Katalog bekam die Ausstellung auch - obwohl er in seiner Mischung aus Essays und Fotos eigentlich auch wieder eine schöne Diskussion zum modernen Städtebau ist.

Via Lewandowsky: Hokuspokus. Foto: Ralf Julke

Mit Lewandowsky lernen, den Fetischen, Reliquien und Heilsversprechen der Welt zu misstrauen

Kann man das wirklich Katalog zur Ausstellung nennen, was der Kehrer Verlag da zur Lewandowsky-Schau im Museum der bildenden Künste Leipzig vorgelegt hat? Eingebunden ist das Buch wie ein Taschenkalender. Schön abwaschbar, falls man es doch mal in eine Kaffee- oder Rotweinpfütze legt. Wer im Innenteil dann nummerierte Kunstwerke im Ausstellungsrundgang sucht, wird herrlich enttäuscht.

Mathias Bertram: 9 1/2 Tage New York. Foto: Ralf Julke

Ein Berliner entdeckt mit der Kamera die Gelassenheit der Riesenstadt New York

Es gibt keine Stadt, die mit Bildern weltweit so präsent ist wie New York. Daran haben amerikanische Filme ihren Anteil, die immer wieder eine Ecke dieser Millionenmetropole als Kulisse wählen. Und so war auch Mathias Bertram schon in New York, noch ehe er sich in den Flieger setzte, um selbst einmal neuneinhalb Tage durch die Stadt zu streifen.

Erich Loest: Durch die Erde ein Riß. Foto: Ralf Julke

Loests großes Buch über NS-Zeit, 17. Juni und Bautzen ist als Neuauflage so aktuell wie zur Entstehungszeit

Kann man Bücher, die vor einem Vierteljahrhundert erstmals erschienen, eigentlich noch einmal besprechen? Sollte man sogar. Immer wieder. Erst recht, wenn es Bücher sind, die so unverblümt ein ganzes Zeitalter sezieren. Erstmals erschienen ist Loests Buch 1981, dann wieder 1990 - mittendrin im Trubel der Umbrüche. Geschrieben hat er das Buch viel früher. Seit 1972 versuchte Loest, sein Leben in Worte zu fassen. Und er tat es schonungslos.

Elke Bannach: Greta und die Hundefänger. Foto: Ralf Julke

Ein flottes Buch über das Kranksein, das Helfen und die unersetzliche Neugier der Kinder

Der Leipziger Lychatz Verlag hat sich in den letzten Jahren ein durchaus bemerkenswertes Kinder- und Jugendbuchprogramm aufgebaut. Teils mit renommierten Autoren der klassischen Schule, teils mit Autoren, die hier versuchen, ihnen wichtige Themen für junge Leser zu erzählen. Denn eines stimmt nun mal: Die Sensibilität für unsere Mitmenschen wird in der Kindheit gelegt.

Armin Kohnle: Luther, Calvin und die anderen. Foto: Ralf Julke

Armin Kohnle porträtiert nicht nur die großen Köpfe der Reformation, sondern den Aufbruch eines ganzen Zeitalters

Dieses Büchlein von Armin Kohnle erscheint zwar in der EVA-Reihe „Theologie für die Gemeinde“, in der sonst eher Titel auftauchen wie „Warum Gott?“, „Wo der Glaube wohnt“ oder „Ein Buch mit sieben Siegeln?“. Aber das Büchlein dürfte auch Nichtgemeindemitglieder interessieren, die alles Wissenswerte zum großen Reformationsjahrhundert einmal kompakt in Händen halten wollen.

Der Wiener Kongress 1815 und die Folgen für Sachsen. Foto: Ralf Julke

Warum Leipzig im Jahr 1815 beinahe preußisch geworden wäre

Während das Jahr 2013 mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig eine Menge Aufmerksamkeit fand, hielt man sich in Sachsen 2015 mit der Rückbesinnung auf das Jahr 1815 auffällig zurück. Denn das war ja nicht nur das Jahr von Waterloo, sondern auch das der sächsischen Teilung. Eines der heikelsten Themen auf dem Wiener Kongress. Aber im Staatsarchiv Leipzig fand zumindest eine Tagung statt.

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