Frederik Weinerts „Die Sprache der Rechten“ und die Entkernung der zahnlos gewordenen Medien

Für alle LeserSpannendes Thema, sagt man sich. Hat sich also mal einer hingesetzt und analysiert, wie „die Rechten“ uns täglich manipulieren. Ist ja ein Mega-Thema: Fakenews, Lügengeschichten, pathetischer Blödsinn, Heimatgesülze, Flüchtlingsgerede und Homophobie in allen Nuancen. Lauter Stoff, einmal wirklich das Netzwerk der Manipulation aufzudröseln. Aber das wird wohl noch Jahre auf sich warten lassen. Dazu fehlt den deutschen Medienlehrstühlen die Power, das Geld und der Biss.

Denn die simple Wahrheit bei so einem Anspruch ist: Das braucht Recherche. Richtige Recherche. Wer finanziert welche Medienkampagnen? Wer steckt hinter welchen Zeitschriften, Sendern, Verlagen und Youtube-Kanälen? Wer sind die Vordenker? Welche Einflüsse kommen aus dem Ausland? Welche Thinktanks schaffen den Stoff, aus dem rechte Marketing-Maschen bestehen?

Und: Wie sehen diese Marketing-Strategien im Einzelnen aus? Und wie wirken sie?

Das ist Arbeit für 50 qualifizierte Journalisten für ein Jahr. Dann kommt etwas Greifbares dabei heraus. Man könnte auch ein journalistisches Forschungsinstitut damit beauftragen. Wenn es ein solches überhaupt gäbe. Gibt es aber nicht. Die journalistischen Institute werden deutschlandweit ausgedünnt, weil die Chancen, irgendwo als festangestellter Journalist tatsächlich arbeiten zu können, immer mehr schwinden.

Was auch untersucht werden müsste, denn das ist der Hauptangriff „der Rechten“ gegen die Medien – hier auf dem Cover gleich mal bildhaft als „Lügenpresse“ bezeichnet, was ja nun originaler rechtsextremer Jargon ist. Denn wer die eigentlichen Recherchearbeiter in den Medien ausdünnt, outsourct und wegspart, der macht Medien zahnlos. Der sorgt dafür, dass sie keine Vierte Macht mehr sind, sondern zu etwas werden, was Frederik Weinert ganz am Ende beinah auf den Punkt bringt, wo sich seine Betrachtung einer zunehmend chaotischeren Medien-Wirklichkeit verdichtet.

Denn wenn Medien nicht mehr schlagkräftig sind und aus eigener Kraft in der Lage, Geschichten zu finden und durchzurecherchieren, dann werden sie zu Skandalmaschinen. Dann übernehmen die Schlagzeilenredakteure die Herrschaft und produzieren Nachrichten nur noch nach dem von Weinert beschriebenen System der größtmöglichen Wirkung.

Dann geht es nur noch um Skandale, Sex and Crime. Und das hat viel mit Nazis zu tun, aber weniger mit „den Rechten“.

Die meisten (einst großen) Medien tun nur noch so, als wären sie investigativ und hätten ordentliche Recherche-Schlagkraft. Das ist alles nur noch Schein. Und es ist einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass unsere mediale Wahrnehmung von Wirklichkeit so aussieht, wie sie aussieht.

An hunderten Beispielen zeigt Weinert, wie das funktioniert. Das ist der Kern seines Buches: Eine intensive Medienbeobachtung und der Versuch, das alles zu sortieren.

Ein Beispiel findet man im Kapitel „Affenzirkus“, wo es um das H&M-T-Shirt mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ geht, vor 20 Jahren vielleicht noch eine Meldung unter „Vermischtes“ wert, Anfang 2018 aber eine riesige Skandal-Geschichte, die auch durch deutsche Medien tobte.

„In den Zeitungen lesen wir oft was von einem Skandal oder Eklat“, schreibt Weinert. „Da wird irgendwas als Rassismus ausgegeben, und als Leser reibt man sich teilweise verwundert die Augen. Die Medien tun gerne so, als würden sie für die ganze Republik sprechen.“

Da kennt er nichts. Da bekommen die Rechten und die Linken gleichermaßen ihr Fett weg für ihre Aufregungs-Kampagnen. Und etwas ganz anderes schält sich heraus, je mehr Beispiele er bringt und kommentiert, übrigens auch mit der immer neu bestätigten Erkenntnis, dass es sichtlich die „Rechten“ sind, denen die ganze Skandalisierung in Medien und „sozialen Medien“ immerfort Aufmerksamkeit verschafft. Auch weil sie das Spiel mit den Skandalisierungen am besten beherrschen. Was sich ja mittlerweile auch zu einigen Akteuren anderer Parteien herumgesprochen hat, die mittlerweile gern genauso Tabus brechen, Grenzen übertreten und auf Erregungsspiralen immer noch einen draufsetzen.

Denn: Nur so kommt man in „die Medien“.

Das wissen die Rechten schon lange. Und das ist ihr Vorteil, egal ob es näselnde SPD-Mitglieder sind, die Bücher schreiben, die so richtig nach Skandal riechen, ob es Hardliner einer bayerischen Provinzpartei sind oder die mittlerweile professionalisierten Twitter-ich-war’s-gar-nicht-Akteure von der AfD. Es ist egal, ob „die Medien“ dann positiv oder negativ über den Tabu-Bruch berichten: Das, was miese Chefredakteure ihren Redaktionen unter dem Stichwort „Bad news are good news“ beibringen, sorgt für Aufmerksamkeit.

Und Weinert merkt zu Recht an, dass das nie und nimmer funktionieren würde, wenn die Menschen nicht so wären. Dafür sprechen alle Aufrufzahlen auf Facebook, Twitter oder selbst auf den Online-Seiten all jener Medien, die heute noch immer behaupten, sie wären so etwas wie eine „Vierte Gewalt“.

Nein: Sie sind nur noch Frust-, Lust- und Skandalverstärker. Und die meisten Redaktionen sind längst auf blankes Clickbaiting eintrainiert. Nachrichten, die auch nur danach riechen, dass sie einen Skandal auslösen könnten, werden mit reißerischen Überschriften sofort platziert. Und die Meute folgt. Nicht nur die Meute der anderen Medien, die den (scheinbaren) Skandal sofort übernehmen und damit dessen Wirkung noch multiplizieren, sondern auch die Meute der angefixten Leser und Zuschauer. Denn Facebook ist ja das ideale Modell dafür, wie solche Meldungen sich verbreiten und binnen kürzester Zeit die ganze Diskussion bestimmen.

Und wer die Diskussion bestimmt, der verändert die ganze Wahrnehmung. Der dominiert. Und da macht Weinert natürlich dieselbe Beobachtung, die auch uns beschäftigt: Als hätte jemand 2015 den Hahn geöffnet, bestimmen seitdem fast nur noch die Skandalisierungs-Themen der Rechten die Berichterstattung. Auf jede kleine Provokation springen „die Medien“ an, jedenfalls das, was man noch Medien nennen muss, obwohl es nur noch ausgehöhlte tönerne Elefanten sind, die nur noch panisch versuchen, irgendwie beim Themensetting vornedran zu sein.

Und da sich fast alle so verhalten, wirken sie alle wie Verstärker für eine forcierte Entkernung auch von Politik. Denn wenn Politiker, die selbst nicht für Skandale taugen oder sich so nicht „zum Affen machen lassen“ wollen, dieses Sensations-Spiel nicht mitmachen, dann sind sie weg vom Fenster.

Dann fallen selbst die einst noch irgendwie seriösen Zeitungen über sie her und benehmen sich wie eine Horde Hyänen. Aktuell wieder zu beobachten im Streit zwischen Seehofer und Merkel, in dem Seehofer so aussieht wie der Sieger, weil er skrupellos drauflos tritt. In jeder ernsthaften Runde hätte sich der Mann damit disqualifiziert. Aber im deutschen Medienzirkus wird er dafür gehypt und die Kommentatoren überbieten sich in der Lust, die Regierung Merkel schon mal in den Crash zu schreiben.

Das hat mit der Funktionsweise dessen zu tun, wie Aufmerksamkeit und Beifall erzeugt werden. Jeder Comedian weiß das: Wer clever mit Tabubrüchen spielt und die Lust der Zuschauer an Häme, Niedertracht und Schadenfreude schürt, bekommt den Beifall. Aber Comedians wissen zumindest, wie hart man dafür arbeiten muss. Und dass sie dabei immer auch ein kritischer Begleiter der Medienöffentlichkeit sind. Hier können Leute ihren Dampf ablassen und mal aufhören, sich streng nach Knigge zu benehmen. Denn das ist anstrengend. Jeder weiß das. Man muss Regeln beachten. Aber nur so lässt sich ein friedliches Miteinander gewährleisten.

Weinert schreibt einige sehr bedenkenswerte Passagen über die Notwendigkeit solcher Ventile. Denn wenn Menschen im realen Leben permanent funktionieren müssen, ihre Emotionen unterdrücken und sich anpassen müssen, dann brauchen sie andererseits auch Freiräume, wo sie mal loslassen können. Und viele glauben, diese Freiräume im scheinbar so anonymen Internet gefunden zu haben und lassen dort wirklich die Sau raus.

Mit verheerenden Folgen. Denn weder sind die „sozialen Medien“ wirklich anonym, noch sind es geschützte Räume. Längst sind sie der Ort, wo auch die gesellschaftlichen Diskussionen stattfinden – oder besser: nicht mehr stattfinden, weil dort kaum jemand moderiert. Man fällt in Rudeln übereinander her, wütet und macht nieder. Es ist der gute alte Lynchmob, der hier virtuell seine Auferstehung feiert.

Es geht bei Weinert munter durcheinander, weil man es eigentlich auch nicht mehr trennen kann. Was in den „sozialen Medien“ tobt, schwappt ungebremst auch in die Kanäle der Zeitungen und Fernsehsender. Die dortigen Skandalthemen haben ja schon gezeigt, was sie für Wumms haben, da nimmt man den Wumms eben gleich mit in den redaktionellen Teil.

Im Grunde ist Weinerts Buch eine kommentierende Bestandsaufnahme. Mit einigen bedenklichen Seitentönen. Die Bücher eines Thilo Sarrazin würden wir nie und nimmer als lesenswerte Lektüre empfehlen.

Es ist aber auch ein Buch mit Ansätzen, die wichtig und bedenkenswert sind. Denn nicht alle Menschen, die den Skandalgeschichten der Rechten nachlaufen, sind Nazis. Da sind wir endlich bei diesem provokanten Stichwort, mit dem auch eher linke Kommentatoren gern versuchen, ganze Diskussionen abzuwürgen. Denn Weinert sagt mit Recht: Wenn die aufgeworfenen Themen so viele Menschen emotional ansprechen, dann müssen sie ein reales Problem berühren.

Dann muss man sich um das Problem kümmern. Oder es überhaupt erst einmal begreifen. Denn wenn man einfach die Schotten hochzieht, bleibt alles wie gehabt: Dann besetzen die Rechten das Feld mit ihren Slogans und eine ganze Gesellschaft beginnt langsam in ihre Richtung abzudriften. Sie sind ja überall präsent. Auf jeden Furz reagieren die Medien, inszenieren Empörung und schaffen kostenloses Marketing für rechte Weltsichten.

Die Rechten wissen, wie man die Aufmerksamkeits-Klaviatur bedient. Sie sorgen dafür, dass sich eine ganze Gesellschaft – scheinbar – fortwährend über sie entrüstet.

Und das passt erstaunlich gut zu dem, was medial aus der Politikberichterstattung geworden ist. Das spricht Weinert auch an. Denn wenn Medien sich nicht mehr mit Recherchen, Inhalten und den Hintergründen von Politik beschäftigen, weil ihnen dazu die Leute und die Kraft fehlen, dann berichten sie nur noch über die handelnden Personen, dann wird Politik in ein großes Drama verwandelt und in der Tagesberichterstattung geht es nur noch darum, wer nun wen besonders kräftig mit dem Klammerbeutel pudert, wer gleich über das scheinbar für alle Welt sichtbare Ränkespiel stürzt, wer die Königin vom Sockel stößt oder den dümmsten Vorschlag gemacht hat. Die Politikberichterstattung ist zu einem Kasperletheater geworden. Und man ahnt nur, wie miserabel besetzt die sogenannten Berlin-Redaktionen der großen Zeitungen und Fernsehsender sind.

Eigentlich berichtet Weinert über ein ganz anderes Phänomen als die Manipulation durch die „Rechten“ (wer immer das auch sein mag). Er erzählt davon, wie sehr sich unsere Medien in den vergangenen 30 Jahren schon verwandelt haben, wie zahnlos und machtlos sie geworden sind und wie an die Stelle wirklich fundierter Reportagen und Recherchen eine Inszenierung von Show-Wettkämpfen getreten ist, in denen nur noch die Nasen eine Chance haben, immer wieder im Scheinwerferlicht zu stehen, die die größten Provokationen vom Stapel lassen.

Und die allergrößten Provokationen in Deutschland sind natürlich Nazi-Vergleiche. Es ist (anders als Weinert glaubt) eben nicht das größte Tabu-Thema in Deutschland, gar irgendwie mit Schuldfragen verquickt. Man merkt schon, wie tief die verquere Weltsicht der Rechten längst auch die mediale Wahrnehmung beeinflusst.

Das Nazi-Reich ist und bleibt der größte Sündenfall in der deutschen Geschichte, der tiefste humanitäre Absturz, den dieses Land je erlebt hat – verquickt mit einem effizienten, beeindruckend modern wirkenden Kriegs- und Herrschaftssystem. Wer wirklich provozieren will, vergleicht seine politischen Gegner eben nicht mit Barbarossa oder Wallenstein, sondern mit Nazi-Größen. Wumm. Immer drauf. Größere Keulen findest du nimmer.

Dass Nazi-Vergleiche freilich seit 20 Jahren scheinbar immer häufiger werden, hat mit einer zunehmend entgleisten Diskussionskultur zu tun. Und mit medialer Aufmerksamkeit. Wir haben es eigentlich längst schon mit Wrestling zu tun – mit inszenierter Kraftmeierei. Die Politiker passen sich ja an. Sie wissen mittlerweile, wie man Aufmerksamkeit in diesem Medienzirkus erzeugt. Und wie nicht. Und wie man mit dieser Aufmerksamkeit auch die Wähler beeinflusst. Denn dieser Satz von Weinert stimmt ja: Wer immer wieder in den Medien zerrissen wird, der muss wichtig sein.

Und wenn das – wie bei der AfD – auch noch mit permanenter Provokation und der Behauptung, eine Alternative zur mittlerweile bräsig erscheinenden Politik der Kanzlerin zu sein, verbunden wird, dann bekommt diese medial omnipotente Partei natürlich nicht nur Aufmerksamkeit. Dann drückt sie mit ihren Provokationen auch die eher argumentlosen demokratischen Parteien an die Wand. Denn sie zwingt ja jedes Mal zum Reagieren, zu Abwehr und Gegenprotest.

Womit man bei den Linken wäre, die dabei eben nicht gut aussehen. Sie wirken nur noch als Dagegen-Gruppe. Die eigentlichen Themen setzen die Provokateure. Das ist im Grunde unheilvoll für eine demokratische Gesellschaft und Weinert weiß auch nicht, wie man das ändern kann. Aber dafür ist seine kommentierende Analyse vielleicht einfach wichtig, weil sie eben anregt zum Nachdenken darüber: Warum ist das so?

Warum profitieren bislang nur die Rechten von der Entkernung unserer Medien und den blinden Verstärker-Algorithmen der „social media“?

Warum lassen sich so viele Menschen davon an der Nase herumführen, überzeugt, tatsächlich informiert zu sein über die Welt?

Und was heißt das eigentlich für die, die noch ernsthaft bereit sind, kritische Medien für einen echten demokratischen Diskurs zu betreiben?

Dass die sogenannten Mainstream-Medien aufhören, das gefährliche Geschäft mit den Skandalisierungen zu beenden, das glauben wir nicht mehr. Im Gegenteil: Je weniger Redakteure übrig bleiben in ihren entkernten Redaktionen, umso mehr werden sie dieses fatale Geschäft betreiben.

Es wird neue Medien brauchen, die diesem ganzen Lärmen um Aufmerksamkeit etwas entgegensetzen, was die meisten Mediennutzer nicht mehr kennen: Ruhige, sachliche und bissfeste Recherchen. Beharrliche Arbeit.

Aber das ist ein anderes Thema. Das eben auch anders funktionieren muss als die gigantische Skandalisierungsmaschine, zu der unsere großen Medien und Sender mittlerweile alle verkommen sind. Eine bittere Analyse. Aber wer süchtig ist nach dieser Aufregungssoße, der weiß, was gemeint ist. Der kennt auch das schäbige Gefühl, wenn sich Tage später herausstellt, dass die ganze Aufregung Quatsch war und man wieder nur auf eine saudämliche Kampagne hereingefallen ist.

Journalisten sollten eigentlich Aufklärer sein. Keine Zirkusclowns. Das kann man auf jeden Fall schon mal mitnehmen aus diesem Buch.

Frederik Weinert Die Sprache der Rechten, Tectum Verlag, Baden Baden 2018, 19,95 Euro.

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