Horst Eckerts politischer Krimi „Der Preis des Todes“

Für alle Leser„In diesem Genre gibt es aktuell keinen, der Horst Eckert das Wasser reichen könnte“, zitiert der Verlag die „Westfälischen Nachrichten“. Aber wer im Krimi-Meer zu Hause ist, der weiß, dass hier die Einschränkung „in Deutschland“ dazugehört. Denn die Vorbilder dessen, was Eckert hier wieder als einen echten politischen Krimi vorgelegt hat, sind ja alle in Schweden zu Hause – heißen dort Mankell oder Marklund. Kurz mal geblättert: Stimmt. Auch Liza Marklund ist im Hause Rowohlt zu finden.
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Was uns ahnen lässt, warum Rowohlt uns den neuesten Eckert-Krimi gleich mal so mitgeschickt hat. Denn wie in den Annika-Bengtzon-Romanen von Liza Marklund hat Eckert auch hier eine Journalistin zur Heldin und letztlich auch zur Ermittlerin gemacht. Nur dass sie nicht – wie Annika Bengtzon – bei einem Revolverblatt arbeitet, das davon lebt, dass seine Journalisten jeden Tag brandheiße Geschichten aufmachen, in denen auch die Highsociety des Landes nicht geschont wird.

Wobei das Blatt, für das Bengtzon schreibt, eher etwas zwischen den üblichen deutschen Boulevard-Blättern und einem politischen Magazin wie „Spiegel“ oder „Focus“ zu sein scheint. Denn die Geschichten, die Bengtzon bearbeitet, setzen dann doch Leser und Leserinnen voraus, die sich noch ernsthaft mit Politik, Staatsgeschäften, Polizeiarbeit und der allgegenwärtigen Wirkung von Korruption beschäftigen. Deswegen dreht sie nicht nur irgendwelche Polizeimeldungen durch den Fleischwolf, sondern lässt sich immer wieder auch auf brandgefährliche Recherchen ein, in denen sie ihr Leben riskiert und dabei auch mit skrupellosesten Typen in Konflikt gerät.

Man überlegt ja da ganze Zeit: Gibt es in Deutschland überhaupt so eine Zeitung, die das noch macht?

Mein Eindruck ist: Nein.

Das ist alles ausgelagert („outgesourct“), das machen einige wirklich mutige freie Journalisten, die ihr Material dann den großen Medien anbieten. Zumeist dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, der letzen Bastion, wo man als Journalist tatsächlich noch einigermaßen für eine oft genug gefährliche Arbeit bezahlt wird. Es könnte mehr davon geben. Stimmt. Nur ein Teil der wirklich opulenten Gelder für Unterhaltung, Schrammelmusik, Reiche-Leute-Sport und Talkshow-Klamauk in wirklich investigative Sende-Budgets gesteckt, und die Sender dürften wirklich breitbrüstig behaupten, dass sie die Milliarden zu Recht bekommen.

Heute hat man eher das Gefühl: Sie bekommen sie zu unrecht. Und sie bezahlen viel zu viele falsche Inhalte damit.

Und dazu gehören auch die überall grassierenden Talkshows. Deswegen verblüfft, dass Horst Eckert mit Sarah Wolf ausgerechnet die Chefin einer eigenen Talkshow in der ARD zur Heldin macht. Aber es ist ein kluger Kunstgriff, denn das ermöglicht auch so beiläufig einen Blick hinter die Kulissen, in die wilde Quotenjagd der Sender, die nun einmal dazu führt, dass alle Kanäle mit wild zuspitzenden Talkshows gefüllt sind, in denen fast immer dieselben Themen mit immer wieder denselben politischen Nasen zu sehen sind.

Und so recht traut auch Eckert der Unabhängigkeit der Öffentlich-Rechtlichen nicht. Er ist eh ein sehr skeptischer Krimi-Autor, der das hat, was ein Autor politischer Krimis nun einmal braucht: ein Gefühl für das, was Macht, Geld und Einfluss anrichten können. Und wie sehr der Politikbetrieb ganz zwangsläufig Typen befördert, denen man – bei aller Strahlemann-Ausstrahlung – nicht unbedingt über den Weg trauen sollte. Typen wie den neuen Shooting-Star der SPD Christian Wagner, in den sich Sarah Wolf nach einer Sendung, in der er zu Gast war, verliebt.

Und wie man weiß, macht Liebe blind. Hormone haben keine Ahnung von Politik. Und Charisma bringt eben nicht nur Frauen zum Schwärmen – es befördert auch Karrieren. Von der Bestechlichkeit der Medien durch den Charme solcher Exponenten brauchen wir da gar nicht erst zu reden.

Nur wird die Sache auf einmal dramatisch, als just in dem Moment, da die Lobby-Arbeit dieses Staatssekretärs Christian Wagner publik wird und Sarah Wolf mit ihrer Mannschaft gerade eine Sendung zum Lobbyismus vorbereit, Christian Wagner tot aufgefunden wird. Das alles ist noch Ouvertüre. Auch das beherrscht Eckert wie kein zweiter. Schlechte Autoren steigen sofort in den panischen Arbeitsdruck von Ermittlern ein, denen sofort die versammelte Presse im Nacken sitzt und vorgesetzte Staatsanwälte und politische Akteure Druck machen. Man kommt aus dem Sirenenheulen gar nicht mehr heraus.

Aber was oft so als scheinbares Armutszeugnis viel zu langsam arbeitender Ermittler erzählt wird, ist eher die Normalität: Die wirklich kniffligen Fälle bestehen anfangs fast immer aus einer sehr mühsamen Spurensuche, der Suche nach Zusammenhängen und Motiven. Und wenn sich die Ermittler ins falsche Motiv verrennen, kann es noch länger dauern.

Und so passiert es in diesem Buch natürlich auch den Berliner Ermittlern. Was Sarah Wolf, die den Tod ihres Geliebten unbedingt aufgeklärt sehen möchte, natürlich dazu bringt, auf eigene Faust zu recherchieren. Was ja sonst bei deutschen Talkmasterinnen nicht die Norm ist. Deswegen sind so viele Talkshows so weltfremd. Auch Sarah steht unter Druck. Ihr Vertrag mit der ARD läuft aus, das Studio und das eigene Team sind teuer, ein fehlender Nachfolgevertrag wäre das Ende ihrer Sendung. Und dazu kommt, dass Sarah wirklich Themen setzen möchte, die wichtig sind, wo es auch ans Eingemachte einer Gesellschaft geht.

Womit sie auch riskiert, das Wohlwollen jener senioralen Parteien zu verlieren, die immer so tun, als hätten sie überhaupt keinen Einfluss auf die Sende-Inhalte. Aber Eckert ist sich da ganz und gar nicht sicher. Gerade die oft genug mit Politikern der Regierungsparteien besetzten Talkshows zeigen eigentlich, wie sehr diese Parteien eben doch Einfluss nehmen – und sei es nur durch Zusagen oder Absagen ihrer maßgeblichen (Vorzeige-)Politiker.

Auch wenn in diesem Fall zwar einige vage Spuren ins politische Establishment führen, erweist sich bald eine andere Spur als viel naheliegender – auf einmal wird auch der Tod einer Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation wichtig, die den Staatssekretär kurz vor seinem Tod besucht hat. Doch der Fall wird weitab von Berlin von der Düsseldorfer Polizei bearbeitet.

Dort aber arbeitet ausgerechnet Sarahs Vater, der unter Krebs leidende Kommissar Sellin, der nicht zufällig ganz ähnlich tickt wie seine Tochter (die er aber seit Jahren nicht mehr gesehen hat). Er lässt sich von der Vorsicht des Staatsanwalts nicht bremsen, sondern beginnt auf eigene Faust, die Fäden zu verfolgen, die er sieht, sodass auch er bald bei der Hilfsorganisation landet, bei der die junge Frau gearbeitet hat, und die ein riesiges Flüchtlingslager in Kenia betreut.

Dieses Flüchtlingslager gibt es wirklich: Dadaab.

Und auch der ermordete Staatssekretär hat damit zu tun, denn er ist auch ehrenamtliches Stiftungsmitglied einer Stiftung, die ein riesiger deutscher Krankenhauskonzern betreibt – der just in diesen Tagen auf die Erlaubnis zur Fusion mit einem anderen Krankenhauskonzern wartet. Und in Dadaab hat er ein ganzes Krankenhaus aufgebaut, das dort die medizinische Versorgung sichert. Tolle Sache. Wäre da nicht ein Verdacht, über den Sarah Wolf stolpert, als sie sich die Medikamentenlieferungen für das Krankenhaus erklären lässt.

Da kennt sie nichts, schnappt ihre beiden mutigsten Mitarbeiter und fliegt selbst nach Dadaab, um eine Reportage über dieses riesige Flüchtlingslager mitten in der Wüste zu drehen – und gleichzeitig die Gründe für den Tod des Staatssekretärs herauszufinden. Dass das am Ende brandgefährlich wird, ahnt man schon, als sie vor Ort erfährt, welche Rolle die uniformierten Polizisten hier spielen.

Es ist – wie schon 2017 Horst Eckerts NSU-Roman „Wolfsspinne“ – ein Thriller zur Zeit. Nicht auf die „finsteren Seelen“ der Typen fixiert, die für gewöhnlich in schlechten Thrillern die ganze Zeit die Musik machen – und es ist eine scheußliche Musik. Sondern ein sehr rationaler Thriller, in dem eben keine manischen Mörder ihr Unwesen treiben, sondern Gestalten, wie man sie aus dem Tagesgeschäft kennt, getrieben von Ambitionen, die in unserer Gesellschaft für gewöhnlich positiv bewertet werden – von Geld, Karriere, Macht, „Wachstum“, Eitelkeit, Egoismus. Das ganze normale Besteck, mit dem auch die Polizei für gewöhnlich zu tun hat. Denn wenn Gier und Karriere die Treibstoffe einer Gesellschaft sind, sind sie auch der Treibstoff für Kriminalität.

Und wenn man mit Flüchtlingen Geschäfte machen kann, machen das augenscheinlich einige sehr interessierte Geschäftemacher – nicht nur die lächerlichen Schlepper, auf die ein eitler Innenminister Jagd machen möchte. Mit Sarahs Reise nach Dadaab wird ein Stück von dem sichtbar, was die kleinkarierte deutsche Sicht auf die Flüchtlingsbewegung fast nie wahrnimmt.

Noch ist der politische Thriller in Deutschland ein sehr selten entdecktes Wesen. Das stimmt wohl. Aber Horst Eckert zeigt, dass er mit einer gewissen schwedischen oder angelsächsischen Abgebrühtheit doch zu schreiben ist. Und zwar so, dass auch die Logik einer Gesellschaft sichtbar wird, die ihre eigentlichen Triebe gern vor der Öffentlichkeit verbirgt. Und zwar gerade dann, wenn es um Geld geht, Lobbyarbeit, Wohltaten für einflussreiche Konzerne, Aufsichtsratsposten und was der Verstrickungen namhafter Politiker mehr sind.

Liegt es nahe, dass so etwas wie in Eckerts Roman passiert und dass dafür Menschen getötet werden? Ja. Tut es. Und natürlich sollte man aufpassen, wann man sich in so ein Buch hineinliest, denn natürlich nimmt es ab Dadaab zunehmend an Tempo auf, passieren immer mehr Dinge gleichzeitig und nicht nur die Heldin kommt in akute Gefahr. Der Sonntagabend ist also eher ein schlechter Termin zum Hineinblättern. Der Freitagabend schon eher. Dafür kann man ruhig sämtliche Talkshows sausen lassen. Die sind allesamt nicht ansatzweise so aufregend wie dieser Krimi.

Horst Eckert Der Preis des Todes, Wunderlich/Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, 19,95 Euro.

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