Sommergäste: Eine Sommererzählung aus einer längst verschwundenen Zeit

Für alle LeserSeit Dezember 2018 gibt es mit der edition überland ein neuen Verlag in Leipzig, gegründet von Kirsten Witte-Hofmann. Mit Sebastian Ringels „Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist“ gab es gleich den ersten erfolgreichen Titel. Das zweite Buch ist eines, das die Leser tatsächlich über Land entführt, in ein kleines Nest am Meer. Und auch gleich noch zurück in die Zeit. Denn in Barbara Handkes Erzählung tickt noch das Lebensgefühl der frühen 1970er Jahre.

Das westdeutsche Lebensgefühl übrigens, auch wenn Barbara Handke im Osten, in Barth geboren wurde. Heute arbeitet die Verlagslektorin teils in Hamburg, teils in Leipzig. 2018 veröffentlichte sie ihren Roman „Wo ist Norden“. Und jetzt geht es tatsächlich nach Norden, in ein kleines Dorf in Küstennähe, wo die Mutter von Hubert eine kleine Pension betreibt. Hubert ist der Bursche auf dem Einband, den der Leipziger Grafiker André Martini auch noch ganz im Stil der späten 1960er, frühen 1970er Jahre gestaltet hat, alles auch noch stilvoll in Leinen gebunden.

Auf einmal hat man es in der Hand, so ein stimmiges Produkt, bei dem Aufmachung und Inhalt eindrucksvoll zusammenklingen. Man würde sich auch nicht wundern, wenn das Buch auch noch die Geräusche der Zeit zum Leben erwecken würde – Grillenzirpen, Bienensummen, Froschquaken, kreischende Kinder, die im Dorfteich baden, nur ab und zu der Lärm des Rasenmähers, den Hubert anwerfen muss, wenn seine Mutter das will.

Warum erwähne ich das? Weil – bis auf den Rasenmäher – auch diese Geräusche verschwunden sind. Und weil man mit Hubert erlebt, dass man auch in einer Welt leben kann, in der man nicht fortwährend hetzen muss, telefonieren muss, von Informationen gejagt wird oder ständig nach teuren Konsumgütern strebt. Es ist trotzdem eine arbeitsame Welt. Auch wenn man alles aus Huberts Sicht erlebt, merkt man bald, wie sich seine Mutter aufreibt für die kleine Pension. Da muss auch Hubert mit zugreifen, auch wenn er nicht wirklich versteht, warum er nach seinem verdienten Feierabend bei der Post auch noch Wäsche aufhängen, Geschirr abwaschen oder Kaffee kochen soll. Obwohl er es natürlich doch versteht, auf seine Art.

Aber Hubert ist ein bisschen besonders, vielleicht, weil seine Mutter tatsächlich zu viel Anisschnaps getrunken hat, als sie mit ihm schwanger ging. Das Wort einfältig fällt zwar nicht, es kommt auch nicht in Huberts Wörterbuch der komplizierten Worte vor, aber das trifft es wohl am genauesten. Oder beinah, denn so, wie Hubert denkt und reflektiert, taucht auch etwas Vertrautes ganz von unten aus unserer heutigen Verdrängungswelt auf, ein Urgefühl für die Zumutungen der Welt, die Hubert noch ganz elementar empfindet. Wenn die Dinge gut laufen und er ein wenig von dem tun kann, was ihm gefällt, dann geht es im gut. Und wenn die Mutter ihn schon wieder herumscheucht oder wenn sie auf einmal Schwäche zeigt oder gar für den Tag plant, an dem Hubert ohne sie auskommen muss, dann geht es ihm schlecht.

Man taucht tatsächlich ein in seine Art, die Welt zu sehen und lernt mit ihm auch die Gäste der Pension kennen, die alle schon seit Jahren regelmäßig ihre Zimmer für den Sommerurlaub buchen. Darunter ein älteres Ehepaar, das Hubert so gar nicht ausstehen kann. Aber auch einige jüngere Leute, von denen besonders der selbstbewusste Herr Wilde den jungen Mann beeindruckt, weil er so selbstbewusst auftritt und augenscheinlich den Frauen ganz leicht den Kopf verdrehen kann, vielleicht auch am Ende schuld ist an einer Ehescheidung, wobei das so recht nicht klar ist.

Denn einige der Paare, die sich da Sommer für Sommer begegnen, bringen ihre Konflikte ja schon mit, meist mühsam unter der Decke gehalten. Wie das so ist, wenn Menschen im Urlaub endlich mal ein bisschen Zeit füreinander haben und dann merken, dass irgendetwas in ihnen brodelt – nur reden können sich nicht darüber. Auch das ja so ein Schatten der 1960er Jahre mit ihren fleißigen Männern, die ja die zentrale Träger des Wohlstandsgedankens waren.

Noch sind die teuren Flüge nach Indonesien oder in die Karibik nicht drin, reicht es bestenfalls für einen Urlaub an der Ostsee oder in Italien, aber das Auto als Statussymbol steht schon vor der Pension. Es sind die Träume von Aufstieg und Wohlstand, die unsere heutige Gesellschaft mittendurch zerreißen, weil wir heute wissen, welche Schäden das anrichtet, aber auch, wie unerschütterlich die heute Alten (die ja die jungen Menschen in dieser Erzählung sind) in dieser Vorstellung leben, ein gutes Leben gäbe es nur mit den durch Werbung vermittelten Beglückungen der Konsumwelt.

Aber was passiert in so einer Pension, wenn sich die dauerhaften und kurzzeitigen Bewohner tatsächlich miteinander beschäftigen müssen? Natürlich entstehen viel intensivere Beziehungen. Die Sommergäste kommen ja auch deshalb immer wieder, weil sie zu Huberts Mutter eine persönliche Beziehung aufgebaut haben, weil sie sich umsorgt fühlen und auch mitbekommen, welche Sorgen die Mutter und ihren hübschen, aber so einfältigen Jungen plagen.

Was dann Hubert am Ende sogar rettet, denn was seine Mutter für ihn geplant hat, erweist sich als fatale Lösung. Aber eine aus ihrer Sicht logische. Auch das versetzt den Leser in eine Zeit 50 Jahre vor unserer zurück, als Menschen noch tickten wie Huberts Mutter, sich eine eigene, wenn auch arbeitsreiche Existenz aufbauten – oder wohl eher: aufbauen konnten. Als noch nicht diese große Verachtung dominierte für all jene, die mit ihrem ganzen Fleiß nicht reich wurden.

Man hat so ein dummes Gefühl dafür, wie kaputt unsere Gegenwart eigentlich ist, die diese Gier nach einem blendenden Luxus geradezu eingepflanzt hat in die Köpfe der Menschen. So sehr, dass kaum noch jemand glücklich zu werden vermeint, wenn er sich kein neues Auto, keinen Überseeurlaub, keinen technischen Schnickschnack leisten kann. Wahrscheinlich gibt es in diesem kleinen Kolk am Meer heute auch keinen Bäcker mehr, auch keinen Laden, in den Hubert schnell mal zum Einkaufen geschickt werden kann.

Der billige (aber teure) Talmi hat unsere Vorstellung davon, was eigentlich ein glückliches Leben sein könnte, völlig verschoben. Vielleicht gelingt es Barbara Handke auch deshalb so leicht, sich in diesen Hubert hineinzuversetzen, der sich im Leben eigentlich gar nicht so viel wünscht, um glücklich zu sein. Meist wünscht er sich nur, mit seiner Angel stundenlang am Teich sitzen zu können. Vielleicht noch eine Frau, die gut zu ihm ist, ein übersichtliches Leben ohne große Störungen. Im Grunde eine kleine Welt, die er versteht und in der die Dinge in Ordnung sind.

Eine Sehnsucht, die sichtlich immer noch da ist, auch wenn kaum noch einer weiß, wie man dafür einen Ort finden soll in einer völlig überdrehten, von Geschrei, Lärm und Eile erfüllten Welt, die nicht mal mehr diese Freude genießen kann, sich einfach mal in einen alten Liegestuhl auf die Wiese am Haus zu setzen und auszuspannen, wie das früher mal hieß. Und ansonsten den Urlaub mit nichts zu überfrachten, bei Schäfchenwolkenhimmel mal ans Meer zu fahren, aber hinterher nicht mit bunten Instagram-Bildern prahlen zu  müssen, was für einen ausgebufften Urlaub (der eigentlich auch keiner war) man da wieder erlebt hat.

Es ist, als würde Barbara Handke mit dieser einfühlsamen Erzählung einfach mal die ganze aus dem Lot geratene Gegenwart herunterdimmen auf die noch deutlich bescheideneren frühen 1970er Jahre – mit einem Helden, der einmal nicht getrieben ist von irren Vorstellungen davon, was er im Leben eigentlich alles reißen müsste. Und der – durch seine freundliche Einfalt befördert – auch den Sinn fürs Da-Sein behalten hat. Eigentlich ist alles, so wie es ist, gut. Mehr will er gar nicht. Wäre da nicht das seltsame Verhalten seiner Mutter, das er so noch nicht kennt.

Gerade weil er es auf seine eher stille Weise reflektiert, wird es berührend und spürt man beim Lesen, dass uns mit dem zunehmenden Tempo der wilden Jagd nach immer mehr etwas Wichtiges verloren gegangen ist. In dieser Erzählung findet sich ein Hauch davon, aber nicht unter den üblichen Erinnerungs-Labeln von „wehes Erinnern“. Im Gegenteil: Wenn man beim Blättern im Liegestuhl nicht aufpasst, kann es passieren, man landet auf der Wiese einer kleinen Pension nicht weit vom Meer, hat das Zimmer mit der Nr. 1 gebucht und weiß, dass in diesem Urlaub endlich einmal nichts Aufregendes passieren wird. Und das ist ein sehr schönes Gefühl.

Barbara Handke Sommergäste, edition überland, Leipzig 2019, 18 Euro.

RezensionenErzählung
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Donnerstag, der 13. August 2020: Antifaschistische Auktion in Chemnitz
Der bei einer antifaschistischen Auktion zu ersteigernde Einkaufswagen könnte bald sehr nützlich werden. Symbolfoto: Alexas_Fotos, Pixabay

Symbolfoto: Alexas_Fotos, Pixabay

Für alle Leser/-innenDer Einkaufswagen vom Connewitzer Kreuz kommt nochmal ganz groß raus. Neben neun anderen Gegenständen will das „Peng!“-Kollektiv einen Nachbau davon versteigern. Der Erlös soll an ein antifaschistisches Projekt in Chemnitz gehen. Außerdem: Die B96-Protestierenden haben schon 42 Verfahren am Hals und an Autobahnen starten morgen Corona-Teststationen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 13. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Es tut mir so unendlich leid“ – 81-jähriger Frau aus Borna bleibt Gefängnis nach erweitertem Suizidversuch erspart
Dem Gefängnis entkommen: Erika S. (81) mit ihren Verteidigern Hagen Karisch und Dr. Stefan Wirth (v.l.). Foto: Lucas Böhme
Für alle LeserUrsprünglich sollte sie zwei Jahre und neun Monate Haft verbüßen: In einem Verzweiflungsakt hatte Erika S. (81) vor über zwei Jahren versucht, sich und ihren schwer erkrankten Ehemann mit Tabletten zu töten. Nach einer erfolgreichen Revision ihrer Anwälte verhandelte das Landgericht den tragischen Fall noch einmal neu – und fand eine andere Antwort.
Die Einsamen im Dunkeln fühlen sich auch diesmal nicht gemeint
Wie unterschiedliche soziale Gruppen den gesellschaftlichen Zusammenhalt empfinden. Grafik: Bertelsmann Stiftung

Grafik: Bertelsmann Stiftung

Für alle LeserDie Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte am Mittwoch, 12. August, ein neues Umfrageergebnis in der längerfristig angelegten Studie „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt 2020“, die schon mit einer Vorgängeruntersuchung 2017 begann. Da spielte logischerweise die Corona-Pandemie noch keine Rolle, dafür die Furcht, dass die zunehmenden Aggressionen im politischen Diskurs die Demokratie zerstören könnten. Corona hat nun augenscheinlich genau das Gegenteil bewirkt.
Offene Frage: Dürfen Fußgänger und Radfahrer ab September wieder über die Brücke über den Elstermühlgraben?
Die Rohrleitungen auf der Brücke über den Elstermühlgraben. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einer Woche sorgen große blaue Rohre im Rosental für Stutzen bei Wanderern, Joggern, Walkern und Radfahrern. Nicht nur, weil sie sich vom Klärwerk kommend über die Brücke über den Elstermühlgraben schlängeln, sondern weil auch ringsum alles abgesperrt ist – nicht nur die Brücke, sondern auch die angrenzenden Waldwege. Und kein Schild verrät, was hier geschieht, warum und wie lange.
Linksfraktion reagiert auf CDU-Antrag: Die demokratischen Prozesse im Stadtrat lieber nicht antasten
Steffen Wehmann (Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAm 26. Juni 2019 vertagt, am 27. Juni 2019 dann vom Stadtrat zur Kenntnis genommen. Aber irgendwie ist der damals vorgelegte Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Hauptsatzung, die der Stadtrat extra eingerichtet hatte, um auf die Änderungen der Sächsischen Gemeindeordnung zu reagieren, in Vergessen geraten. Denn dass sich Stadträte von CDU und SPD so über ausufernde Stadtratssitzungen ärgern, hat wohl auch mit überfälligen Änderungen in der Ausschussarbeit zu tun, findet Linke-Stadtrat Steffen Wehmann.
Linke beantragt: Wohnungsbaufördergelder sollen auch komplett in den Sozialwohnungsbau fließen
Demo für sozialen Wohnungsbau am 18. Januar. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ kann man keine Wohnungspolitik machen. Damit ist die Bundesregierung kläglich gescheitert und hat einen enormen Investitionsstau verursacht: 1,5 Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland, in den Großstädten werden Immobilien zum Spekulationsobjekt und für den sozialen Wohnungsbau fehlt das Geld, reichen die ausgereichten Summen auch in Sachsen nicht, wie die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel feststellt.
Leipzig braucht nicht noch einen Extra-Corona-Finanzausschuss
Aus dem Vollen schöpfen konnte Leipzig schon ewig nicht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie AfD ist eine Panikpartei. Was die Leipziger AfD-Fraktion im Mai, als noch nicht einmal absehbar war, inwieweit die Corona-Maßnahmen auf den Leipziger Haushalt durchschlagen würden, mit einem vor Dringlichkeit strotzenden Antrag mal wieder bewies. Sie forderte die „Gründung einer Kommission zur Überprüfung und Neubewertung von Ratsbeschlüssen angesichts der unvorhergesehenen finanziellen Mehraufwendungen der Stadt Leipzig durch die Corona-Pandemie“. Das war dann wirklich Quatsch mit Nonsens. Findet auch der Oberbürgermeister.
Mittwoch, der 12. August 2020: Corona-Verharmloser/-innen spucken auf die Gesundheit anderer
Die Maske ist zum umkämpften Symbol geworden. Foto: Jasmin Sessler, Pixabay

Foto: Jasmin Sessler, Pixabay

Für alle Leser/-innenEine Frau ohne Gesichtsmaske soll einen Supermarktmitarbeiter gekratzt, geschlagen und bespuckt haben. Das berichtet die Polizei heute. Zuvor hatten Corona-Verharmloser/-innen zu Verstößen gegen die Maskenpflicht aufgerufen. Außerdem: Ein MDR-Beitrag über die „Basis“ der SPD in Leipzig verrät wenig und die geplante Verfassungsschutz-Reform stößt auf ein geteiltes Echo. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 12. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Eine Ausstellung im Café Wagner würdigt die im Juli verstorbene Pop-Art-Künstlerin Jeannette Pietrowski-Siefke

Foto: privat

Für alle LeserDas Café Wagner am Richard-Wagner-Platz ehrt am Freitag, 14. August, die im Juli verstorbene Leipziger Pop-Art-Künstlerin Jeannette Pietrowski-Siefke (1978 bis 2020) mit Ausstellung und der Widmung eines Nachwuchs-Kunstpreises. Sie hatte ihre eigene, besonders treue Anhängerschaft weit über Leipzig hinaus. Und im Café Wagner hielt sie sich gern auf.
Mehr Kompetenzen, aber auch mehr Stress: Die Coronakrise ist eine echte Herausforderung für Studierende
Hörsaal im Geutebrück-Bau. Foto: Stephan Floss/HTWK Leipzig

Foto: Stephan Floss/HTWK Leipzig

Für alle LeserMit der Coronakrise haben sich nicht nur die technischen und digitalen Kompetenzen der Studierenden verbessert, die Mehrheit der Studierenden an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (rund 80 Prozent) hat eigenen Aussagen zufolge auch gelernt, sich besser an veränderte Bedingungen anzupassen: Die Fähigkeiten zum Selbstmanagement haben sich unterschiedlich, aber mehrheitlich doch positiv entwickelt. Die psychische Belastung ist hingegen stark gestiegen.
Erneute Sperrung nach Leichenfund: Polizei lässt Inselteich abpumpen
Der Inselteich ist seit Mittwochfrüh erneut weiträumig gesperrt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Wer hat den 68-jährigen Mann getötet, dessen Leiche vergangenen Donnerstag aus dem Inselteich im Clara-Zetkin-Park gezogen wurde? Einen Schlüssel zur Antwort auf diese Frage erhoffen sich die Ermittler offenbar im Teich selbst, der seit dem Morgen erneut weiträumig abgesperrt ist und abgepumpt wird.
Alte Merseburger Gleisstrecke könnte tatsächlich zum ausgebauten Radweg werden
Die Merseburger Gleisstrecke auf der Karte HauptnetzRad der Stadt Leipzig. Karte: Stadt Leipzig

Karte: Stadt Leipzig

Für alle LeserMan darf ja mal träumen. Und tatsächlich ist dieser Traum schon acht Jahre alt. 2012 verkaufte die Bahn die seit 1999 nicht mehr genutzte Gleisstrecke Merseburg–Leipzig-Leutzsch an einen Privatinteressenten, der daraus eine Radstrecke entwickeln wollte. Eine famose Idee, wenn man bedenkt, dass man auf so einer Strecke als Radfahrer vom Kraftverkehr unbehelligt von Leutzsch bis nach Gundorf und zum Elster-Saale-Kanal käme. Der Traum ist nicht tot.
Noch ist kein einziges Problem am Frachtflughafen Leipzig/Halle im Sinn der betroffenen Bürger gelöst
Demonstration für ein Nachtflugverbot am Flughafen Leipzig/Halle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIm Juni schrieb die Bürgerinitiative „Gegen die neue Flugroute“ an den sächsischen Umweltminister Wolfram Günther, um die Staatsregierung aufzufordern, auch ein Gegengutachten der Bürgerinitiative zum geplanten Frachtflughafenausbau am Leipziger Flughafen durch die Staatsregierung zu finanzieren. Im Anschluss kam auch ein Termin mit dem Minister zustande. Das Gespräch fand am 13. Juli im Neuen Rathaus in Leipzig statt. Das Ergebnis: ein weiterer Brief.
Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ kritisiert die verkorkste Wohnungsbaupolitik von Bundesbauminister Seehofer
Dr. Ronald Rast. Foto: Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

Foto: Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V.

Für alle LeserEs passt hinten und vorne nicht, nicht nur in Leipzig, sondern in ganz Deutschland. 1,5 Millionen bezahlbare Wohnungen sollten in der aktuellen Legislaturperiode bis 2021 entstehen. Vollmundig hatte es die Regierungskoalition verkündet. Doch der zuständige Minister hat völlig fehlgesteuert. Selbst die Zahlen, die Bundesbauminister Horst Seehofer jetzt in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage im Bundestag herausgab, sind geschönt. Von der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ wird er dafür heftig kritisiert.
Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten: Warum jeder Mensch einen Kompass für das Gute und das Böse hat
Markus Gabriel: Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir leben in einer Zeit der Fakenews, des großen Geplappers, der Schwurbler und Mythenerzähler. Ein Blick in die a-sozialen Netzwerke genügt, um die ganze Verwirrung sichtbar zu machen. Leute, die nicht mal wissenschaftliche Fakten akzeptieren, verkaufen sich als Aufklärer, Egomanen erfinden sich ihre „Wahrheiten“ selbst. Wird jetzt alles, was wir an Moral erworben haben, verramscht und verhökert? Das Buch des Philosophen Markus Gabriel ist wie eine riesengroße Tasse Espresso zum Wieder-Munterwerden.