Kampagne „Chancen Makler“: Was wird denn aus den Jugendlichen, wenn wir ihnen nicht helfen?

Seit einer Woche wirbt Albert Einstein in Leipzig für mehr Chancen für "problematische Jugendliche". Die Kampagne "Chancen Makler" des Regionalen Übergangsmanagements Leipzig (RÜM) will auf die Chancenlosigkeit problematischer Jugendlicher aufmerksam machen. Claudia Steudel, Leiterin des RÜM, über die Schwierigkeit, Ausbildungsreife zu definieren, "Problem-Azubi" als Wort anzuerkennen und die Pflichten aller.
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Die Koordinierungsstelle „Regionales Übergangsmanagement Leipzig“ (RÜM) hat durch eine Plakataktion in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt. Bevor wir darüber reden: Können Sie kurz erklären, wofür das RÜM überhaupt da ist?

Wir arbeiten seit 2008 in der Stadt Leipzig als Koordinierungsstelle am Übergang Schule – Beruf. Aber nicht dahingehend, dass wir Jugendliche beraten, dafür gibt es viele Ansprechpartner in Leipzig. Wir arbeiten mit Akteuren auf der strukturellen Ebene zusammen und versuchen, das sehr undurchsichtige Übergangssystem abzubilden und verständlicher zu machen. Die grundlegende Frage ist dabei: Wie kann ich den Übergang für Jugendliche von der Schule in den Beruf geradliniger, über so wenig wie möglich Schleifen gestalten? Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds finanziert und das an 55 Standorten in Deutschland.

Aber wenn ich nach meinem Schulabschluss in den Beruf wechsle, dann ist das doch geradlinig.

Das ist richtig, aber das gelingt meist nur, wenn Sie einen Schulabschluss haben. In Leipzig ist es aber so, dass im vergangenen Schuljahr 402 Schüler/-innen ohne Abschluss die Schule verlassen haben, darunter 238 Förderschüler/-innen, ein Gymnasiast und 173 Mittelschüler/-innen. Für diese jungen Menschen ist es ohne Abschluss schwer, einen Einstieg in eine Berufsausbildung zu finden. Jugendliche unter 18 Jahre unterstehen der Berufsschulpflicht und gehen, wenn sie keinen Schulabschluss erreicht und keine Lehrstelle bekommen haben, in eine Maßnahme des Übergangssystems, absolvieren beispielsweise ein Berufsvorbereitungsjahr. Und das Problem ist: Wenn Jugendliche einmal in einer Maßnahme gewesen sind, haben sie es schwer, direkt den Weg in die duale Ausbildung bei einem Unternehmen zu finden.

Der Schulabschluss, insbesondere der Realabschluss, ist der Türöffner für eine duale Ausbildung. Wenn der noch gut ist, ist es für Jugendliche relativ unkompliziert, eine Lehrstelle zu finden. Schwerer wird es mit einem Hauptschulabschluss, bei dem die Noten in den Kernfächern schlecht sind oder ohne Abschluss. Dann muss ich sehen, ob ich über einen anderen Weg in die duale Ausbildung komme. Je älter ich aber werde, desto schwerer wird es natürlich.

Wie sieht Ihre Arbeit mit den Akteuren auf der strukturellen Ebene aus?

Es funktioniert ganz viel über Netzwerkarbeit, wir sind Mitglied in verschiedenen Netzwerken oder haben Arbeitskreise eingerichtet, beispielsweise den Arbeitskreis „Eltern und Berufsorientierung“. Dort haben wir beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und anderen Akteuren einen vierteljährlichen Elternbrief erarbeitet, der an den Schulen verteilt wird. Darin steht, was es Neues zum Thema Bewerbung gibt und woran ich als Eltern denken muss, wenn mein Kind in der 7., 8. oder 9. Klasse ist. Wir sind aber keine Lehrstellenbörse. Wir haben auf unserer Homepage eine Datenbank mit Maßnahmen, die am Übergang Schule – Beruf wirken, auch niederschwellige Maßnahmen für Jugendliche, die in ihrer Biografie mehrere „Knicke“ haben.Ziel Ihrer Arbeit ist es also, die Strukturen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern …

Zuallererst wollen wir aufzeigen, was es bei diesem Übergang alles gibt und was wir noch brauchen. Um das herauszufinden, haben wir verschiedene Studien in Auftrag gegeben. Die Studie „Mittelschülerinnen und Mittelschüler auf dem Weg von der Schule ins Erwerbsleben“, welche das Deutsche Jugendinstitut durchgeführt hat, zeigte uns, wie viel schwerer es Hauptschüler haben, eine Ausbildung zu bekommen.

Die will keiner haben?

Sie müssen schon die eine oder andere Schleife drehen, obwohl sie nicht unbedingt schlechter sind. Der Stempel Hauptschulabschluss ist einfach da. Ein Traum für unsere Arbeit wäre, wenn man das Übergangssystem effektiver gestalten könnte und kein Abschluss einen Jugendlichen stigmatisiert, aber da müssen wir noch viel arbeiten.

Laut Pisa-Studie ist jeder fünfte Jugendliche in Deutschland nicht ausbildungsreif … Sie verziehen das Gesicht?

Definieren Sie mir bitte „nicht ausbildungsreif“. Ich glaube, das ist in Deutschland die Wortgruppe, über die am härtesten diskutiert wird. Was ist denn Ausbildungsreife? Ich glaube, es gibt keine allgemeingültige Definition. Ich weiß nicht, woran ich das festmachen sollte. Ich habe mit dem Wort ein Problem.

Andersherum gefragt: Was ist denn ein „Problem-Azubi“?

Dieses Wort haben nicht wir, sondern die Presse geprägt. Für mich gibt es keinen Problem-Azubi, für mich gibt es Auszubildende, die sicherlich problematischere Lebenslagen haben als jemand, der mit 16 oder 17 Jahren seinen Realabschluss hat, zu Hause wohnt und wo alles in geordneten Bahnen läuft. Es gibt Jugendliche, die hatten es in der Schule immer schwer, die von zu Hause keine Unterstützung erfahren und möglicherweise auch nie den Hauptaugenmerk auf Schule gelegt haben, aber trotzdem viel leisten können. Bei Ausbildungsreife werden oft der Schulabschluss und die Noten in den Kernfächern zugrunde gelegt und wenn der Jugendliche dann noch die perfekten Sozialkompetenzen wie Disziplin und Pünktlichkeit mitbringt, dann ist er ausbildungsreif. Aber davon distanziere ich mich.

Ich denke, dass viele mit der richtigen Motivation ausbildungsreif wären oder vielleicht auch mit dem richtigen Arbeitgeber. Ich komme aus der Benachteiligtenausbildung und habe oft Azubis erlebt, die einen großen Knick in ihrem großen Lebenslauf hatten. Aber in Unternehmen, in denen es familiär zuging, haben sie sehr gute Arbeit geleistet und waren pünktlich. Wir haben in der Pressemitteilung zur Kampagne von „problematischen“ Jugendlichen gesprochen und damit meinten wir Jugendliche, die für andere problematisch sind. Deshalb auch die Anführungszeichen.

Was für Hoffnungen verbinden Sie mit der Kampagne „Chancen Makler“?
Dass diese Kampagne zum Nachdenken anregt und sich Unternehmer auch Unterlagen von einem Bewerber anschauen, der keinen Abschluss hat, und ihm eine Chance geben, auch wenn nicht alles perfekt ist. Sie haben die Möglichkeit, den Jugendlichen im Rahmen eines Praktikums mitarbeiten zu lassen. Danach können Sie immer noch entscheiden, ob es was werden könnte oder nicht. Sie sollen nicht gleich die Unterlagen weglegen, weil er keinen Hauptschulabschluss hat oder eine 5 in Mathe. Nicht jeder Theoretiker ist gut in der Praxis.

Als wir auf der Pressekonferenz während der Handwerksmesse die Kampagne vorgestellt haben, hat ein Unternehmer erzählt, dass er seinem Azubi mit den super Noten die Praxis mehrmals erklären muss und der, der schlechte Noten hat, es sofort versteht. Und er macht auch die Sachen, die keiner gern macht. Diese Jugendlichen, die woanders keine Chance bekommen, laufen ihnen auch nicht weg. Ein Realschüler oder Abiturient will nach der Bewerbung meist weiter, Abitur nachholen, studieren. Die Hauptschüler sind froh, wenn ihnen jemand die Chance gegeben hat.

Geht es Ihnen da primär um Handwerksberufe?

Nicht nur, aber diese haben den großen Leidensdruck. Sie können ihre freien Ausbildungsplätze oft nicht mehr besetzen, suchen Nachwuchs, vor allem bei Berufen mit schwerer körperlicher Arbeit und vermeintlich unattraktiven Arbeitszeiten.

Im Prinzip kämpfen Sie doch gegen Windmühlen: Sie sagen, die Jugendliche haben eine Chance verdient, in Deutschland gibt es aber zehn Stimmen, die diese Jugendlichen als perspektivlos abstempeln.

Es muss am Ende bei allen ein Umdenken stattfinden. Nur allein der Schule die Schuld zuzuschreiben, halte ich für falsch. Das Schulsystem hat sicherlich noch Optimierungspotential, aber die Veränderungen können wir nicht allein herbeiführen. Wir arbeiten bereits viel mit der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig, zusammen, treffen Absprachen zur Einbindung der Sozialarbeit und vor allem der Eltern. Die müssen wir wieder in die Schule bekommen. Ich möchte den Eltern keinen Vorwurf machen, dass sie ihre Kinder nicht unterstützen, sie können es manchmal auch gar nicht, weil sie selbst in der Perspektivlosigkeit gefangen sind. Die wichtigste Frage ist doch: Was wird mit den Jugendlichen passieren, wenn wir sie nicht unterstützen? Dann beziehen sie Hartz IV und ihnen gelingt der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt nie.

Das Risiko für die Unternehmer ist trotzdem da.

Das haben die Unternehmer immer. Ein Praktikum ist das beste Mittel, um herauszufinden, ob es klappt. Die Schüler können schon im Sommer ein solches absolvieren, da sieht der Unternehmer, ob der Jugendliche bzw. die Jugendliche will, ob er interessiert ist, ob er Geschick hat. Sie müssen auch die Chance erhalten, sich auszuprobieren, zu erfahren, was es bedeutet, in diesem Beruf zu arbeiten. Ich sage nicht, dass dann alle die Lehre ohne Probleme abschließen, aber bei Schwierigkeiten gibt es Unterstützungsangebote. Es gibt die ausbildungsbegleitenden Hilfen, welche den Jugendlichen bei der theoretischen Ausbildung zusätzlich unterstützen. Sie kosten den Unternehmer nichts. Die Berufsschule ist für die Jugendlichen schon ein Problem, weil sie oftmals auch andere Sorgen haben, die ihre Arbeit beeinflusst. Das kann mir aber auch als Erwachsener passieren.


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