Leipzig soll schon mal die eigenen Kapazitäten zur Nutzung als Gemeinschaftsschule prüfen

Für alle LeserErstmals steht im Koalitionsvertrag einer sächsischen Regierung, dass sie sich in dieser Legislatur ernsthaft mit der gesetzlichen Rahmensetzung zur Einführung der Gemeinschaftsschule in Sachsen beschäftigen wird. Dazu hat der erfolgreiche Volksantrag beigetragen, dessen 50.120 bestätigte Unterschriften das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“ im August im Landtag übergab. Aber die beiden Koalitionspartner SPD und Grüne stehen ebenfalls hinter dem Anliegen. Und in Leipzig prescht die SPD-Fraktion jetzt vor.
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Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen hatten sich die Verhandlungspartner darauf verständigt, dass in Sachsen künftig auch Gemeinschaftsschulen ermöglicht werden sollen. Die Leipziger SPD-Fraktion möchte deshalb die Stadtverwaltung jetzt schon beauftragen, in Absprache mit dem Landesamt für Schule und Bildung die vorhandenen sowie die geplanten und im Bau befindlichen Schulstandorte dahingehend zu untersuchen, ob diese für Gemeinschaftsschulen geeignet sind. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion bereits in Ratsverfahren gegeben.

Im Zuge der Ermöglichung der Einfügung von Gemeinschaftsschulen sowie der Bedarfsdeckung an Schulgebäuden in der wachsenden Stadt Leipzig, ist es notwendig, die vorhandenen Strukturen und die in Planung befindlichen Schulgebäude zu kennen, stellt die SPD-Fraktion dazu fest. Nur so ließen sich positive Synergieeffekte aus diesen Gegebenheiten nutzen. Ferner müssten bereits vorhandene Schulen hinsichtlich einer möglichen Erweiterung geprüft werden. Denn hier lernen Kinder dann künftig länger gemeinsam am selben Schulstandort.

Gemeinschaftsschulen leisten darüber hinaus eine wichtige integrative Arbeit für Leipzigs Kinder. Damit diese sich bestmöglich ihren Fähigkeiten nach entfalten können, bedürfe es nicht nur einer attraktiven und modernen Lernumgebung mit entsprechender Infrastruktur, so die SPD-Fraktion, sondern auch die Ermöglichung der Fortführung von Klassenverbänden am Schulstandort in der gewohnten Umgebung über die 4. Klassenstufe hinaus.

„Dass in Sachsen künftig Gemeinschaftsschulen möglich sein werden, ist ein bildungspolitischer Fortschritt und darauf sollten wir auch vorbereitet sein“, betont Ute Köhler-Siegel, die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Wir müssen deshalb jetzt prüfen, welche Kapazitäten wir für Gemeinschaftsschulen haben, um nicht zweimal planen oder bauen zu müssen. Jetzt haben wir noch die Möglichkeit, Einfluss auf die Bauvorhaben zu nehmen. Diese Chance sollte die Stadt auch zügig nutzen.“

Freilich hat Leipzig ja auch vor, bis 2030 40 neue Schulen zu bauen. Wenn man deren Nutzung als Gemeinschaftsschule von vornherein einplant, kann man das Projekt Gemeinschaftsschule in Leipzig frühzeitig zukunftsfest machen.

Der Wunsch der SPD-Fraktion: Darüber hinaus soll mit dem Antrag die Möglichkeit der Einführung einer gymnasialen Oberstufe an der Nachbarschaftsschule Leipzig sowie die Möglichkeit von Oberschulen Plus (Kombination aus Grundschule und Oberschule) an den verschiedenen Standorten geprüft werden.

„Gemeinschaftsschulen können eine wichtige integrative Arbeit für die Kinder leisten“, geht Ute Köhler-Siegel auf die Integrations-Funktion von Gemeinschaftsschulen ein. „Damit sich die Schülerinnen und Schüler aber auch über die 4. Klasse hinaus im gewohnten Klassenverband bestmöglich nach ihren Fähigkeiten entfalten können, bedarf es einer attraktiven und modernen Lernumgebung mit entsprechender Infrastruktur. Um das gewährleisten zu können, wollen wir, dass die möglichen Kapazitäten an unseren Schulen frühzeitig überprüft werden.“

Dieses Prinzip, wirklich alle Schüler nach ihren Fähigkeiten zu fördern, widerspricht naturgemäß dem seit 30 Jahren von CDU-Regierungen bevorzugten Auslese-System, gern verkauft als „dreigliedriges Schulsystem“, als würden die Kinder durch die Dreigliedrigkeit mehr Chancen bekommen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Es ist ein System, das gerade Kinder aus finanziell schwachen und sogenannten „bildungsferneren“ Familien benachteiligt und sie schon nach der 4. Klasse aussortiert.

Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und SPD: Die Gemeinschaftsschule in Sachsen kommt

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