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L-IZ-Medien-Kompass 03.11.2014: Von fehlenden Zugvögeln, Zugbegleitern, TTIP und Wachstum, Wachstum, Wachstum

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    Wo sind all die Zugvögel hin? Um über 420 Millionen Piepmätze soll in den vergangenen 30 Jahren die Gesamtpopulation europäischer Vögel geschrumpft sein. Wo die Zugvögel abbleiben, ist geklärt, wo die Zugbegleiter hinsollen noch unklar. Die Lokführer der GDL jedenfalls hätten sie gern an ihrer Seite und werden in wenigen Stunden erneut die Bahn bestreiken. Weiter im Kompass heute: Zirkus Probst und der Mindestlohn, Wirtschaftsnobelpreisträger enttarnt TTIP-Verhandlungen als Beschiss am Kunden, Leipzig ist Hundecity Nummer eins und Arte stellt die Wachstumsfrage. Aldi auch - die Antworten dürften unterschiedlich sein.

    Mensch, das waren noch Zeiten, als die „Liberalisierung der Gewerkschaften“ zu so schönen Gründungen wie die bei der damaligen PIN-Group führten. Was sangen die arbeitgebernahen Gewerkschafts-Postausträger damals noch gleich? „5 Euro sind doch auch genug“. Der Kurs schien richtig – viele kleine Gewerkschaften, die keine Macht mehr haben und so fröhliche Arbeitgebergründungen. Dumm halt, dass auch die Piloten und Lokführer zusammenhielten und nun rappelts regelmäßig in der Kiste.

    Die Politik bereitet nun die Gegenrichtung vor und die GDL ruft zum vielleicht letzten Gefecht. Entweder, sie kann für mehr als die Hälfte des Bahnpersonals verhandeln oder sie wird in der Versenkung verschwinden. Der nächste Streik steht also vor der Tür. Wann, will die GDL noch nicht sagen. Dafür üben die Lokführer im Gegensatz zur Deutschen Bahn maximale Transparenz und haben den Vertragsvorschlag der letzten Verhandlungsrunde ins Netz gestellt.

    Sicher hingegen ist, die Nummer tut auch der Deutschen Bahn zunehmend mehr weh, als eine Klärung. Also bald heißt es wieder – Vorsicht an der Bahnsteigkante, das Warten könnte länger dauern.
    Schuld sind für die Jäger die wilden Katzen, sagt SPON. Die „Forscher sind alarmiert“ und die Naturschützer verteidigen die Katzen. Heute erschien im Wissenschaftsmagazin „Ecology Letters“ eine Studie, welche diesen Rückgang um 421 Millionen Vögel in 30 Jahren beschreibt. Dass die Studie selbst auf den schrumpfenden Lebensraum und die Agrarindustrie aufmerksam macht, könnte die Katzen aus der Schusslinie bringen. Zumindest aus Sicht des BUND.

    Doch was die „moderne“ Landwirtschaft und die Katzerl nicht schaffen, findet meist so oder so woanders ein Ende. Zum Beispiel an der Küste Ägyptens (Video) und auf Zypern. Und wieder locker 10 bis 15 Millionen im Jahr weg. Für 60 bis 80 Euro findet man sie auf Zypern auf dem Teller (Video).
    Na, auch verrückt, nicht „normal“, neben der Spur? Nicht schlimm, krank sind die Angepassten. Kurz erklärt von Erich Fromm (Video)„Mehr Wachstum!“ – ein Schlachtruf wie Donnerhall seit Beginn der modernen Zeiten. Ein Ruf, besonders in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen beliebt, so Arte. „Denn die amerikanische Immer-mehr-Ideologie gilt weltweit als Garant für eine gesunde Ökonomie. Doch wie zeitgemäß ist dieser Mythos noch – angesichts immer knapperer Ressourcen weltweit?“

    Dieser Frage gehen die Filmemacher von „Wachstum, was nun?“ am Dienstag, 4. November ab 20:15 Uhr auf den Grund (Trailer zur Sendung) Alternativen gibt es auch. Bei Gelegenheit einfach mal reinschauen oder danach in der Mediathek stöbern.
    Aldi senkt die Fleischpreise. Ist das nicht schön? So kann man jetzt auch am Morgen schon ein Steak in die Pfanne hauen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Wachstum also weiterhin an der Fleischtheke und beim Bauchumfang der Deutschen. Dem Tierschutzbund ist schon schlecht bei dem Gedanken an den neuen Unterbietungswettbewerb.Man liest die Zeilen von Joseph E. Stiglitz, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften (2001) zum TTIP und irgendwann fragt man sich – wenn das so klar ist, was verhandelt man da eigentlich bei TTIP zum Thema „Investorenschutz“? Und warum überhaupt?

    Sein Fazit: Südafrika lässt solche Handelsabkommen auslaufen, Ecuador und Venezuela haben ihre diesbezüglichen Abkommen bereits gekündigt, Brasilien nie solche abgeschlossen und „Indien will ein Investitionsschutzabkommen mit den USA nur unterzeichnen, wenn der Mechanismus zur Streitbeilegung geändert wird.“

    Und warum also nun? Stieglitz: „Länder wie Südafrika verfügen bereits über starke, in der Verfassung garantierte Eigentumsrechte. Es besteht kein Grund, ausländisches Eigentum besser zu schützen als das Eigentum der Bürger des Landes. In Südafrika stellte man bei einer Überprüfung fest, dass man keine signifikanten Investitionen aus Ländern bekam, mit denen ein Abkommen bestand, sehr wohl jedoch aus Ländern, mit denen man gar kein derartiges Abkommen unterzeichnet hatte.“

    Keine Effekte also, nicht für Jobs, nicht fürs Wachstum, nur halt mehr Rechte für Konzerne als für alle anderen. So richtig kurios wird’s aber, wenn man sich das Datum der Veröffenlichung (oben links) anschaut. Ob sich Nobelpreisträger nicht manchmal veralbert vorkommen?
    Und das Ertrinken geht weiter. Diesmal vor der Türkei. Der Grund dürfte Bulgarien sein. Hier hat man einen Grenzzaun gezogen und nun geht die Flucht halt übers Wasser. Von DPA übernommen hat’s die Süddeutsche.
    70 Jahre Zirkus Probst, die Tournee 2015 steht, doch nun wird sie wohl ausfallen. Der Zirkus Probst kapituliert vor dem Mindestlohn, sagt Zirkus Probst. Wegen der Bürokratie der Arbeitszeiterfassung.

    Ganz nebenbei werden die vorher bereits zurückgegangenen Einnahmen erwähnt, die Gründe scheinen also tiefer zu liegen. Was auch immer geschieht, in den sozialen Netzwerken freut man sich bereits für die Tiere.
    Leipzig, Hypezig, Dogtown Number One. Die Stadt erhält den „DOGS“ AWARD von der gleichnamigen Zeitung und damit ist Leipzig die hundefreundlichste Stadt Deutschlands. Schreibt die Stadt auf Leipzig.de. Die Gründe: Das ausgeprägte Grün der Stadt, die niedrige Hundesteuer und die Möglichkeiten der Befreiung davon.

    Das kurbelt bestimmt den weiteren Zuzug an. Hunde würden also auch nach Leipzig ziehen. Höchste Zeit für mehr Mülleimer.
    Wir freuen uns auf Hinweise, welche uns neben unseren eigenen Betrachtungen zum Geschehen in den Medien im Netz erreichen. Vielen Dank für alle bisher eingegangenen … Eine Mail an kompass@l-iz.de genügt. Bitte die Titelzeile, den Link und die ersten Worte des Artikels angeben.

    Über einen Leipzig- oder Sachsen-Bezug aber gern auch darüber hinaus freuen wir uns bei den gesandten Themen natürlich immer. Von ernsthaften Themen, Netzfunden bis hin zu Skurrilitäten – wir werden uns gern kurz und knackig damit befassen. Ob Blogs, Netzzeitungen, Videoportale oder andere Quellen – Interessantes verlinken wir gern. Einsendeschluss ist täglich bis 18 Uhr. (Für eine Übernahme eingesandter Hinweise besteht keine Garantie.)

    Also „Einfach mitmachen.“ Dann wird’s für alle spannender und man behält den Überblick für das Wichtige im Netz.

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