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Freitag, der 5. März 2021: Lockdown vor dem Ende und Autokorso direkt vor der Tür

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    Mit der ab 8. März geltenden Corona-Schutzverordnung nähert sich der Lockdown in Sachsen zumindest vorläufig seinem Ende. Die bislang gültigen Ausgangsbeschränkungen sollen entfallen. Auch dürfen immer mehr Einrichtungen darauf hoffen, bald wieder zu öffnen. Außerdem: Corona-Verharmloser/-innen wollen am Samstag mit hunderten Autos durch Leipzig fahren. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, den 5. März 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    Der Lockdown in weiten Teilen des Freistaates dürfte in wenigen Tagen der Vergangenheit angehören – zumindest vorerst und sofern die 7-Tage-Inzidenz landesweit unter 100 bleibt. Sämtliche Ausgangsbeschränkungen sollen ab Montag entfallen und erst bei dieser Marke wieder eine Rolle spielen. Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wird ebenfalls aufgehoben.Die nächtliche Ausgangssperre fällt sogar komplett weg. Allerdings hatte die Landesregierung in diesem Punkt auch keine andere Wahl, nachdem das sächsische Oberverwaltungsgericht diese Regelung außer Vollzug gesetzt hatte. Das gilt auch für den 15-Kilometer-Radius für zahlreiche Tätigkeiten.

    Darüber hinaus soll die ab 8. März geltende Schutzverordnung so ziemlich das enthalten, was bereits gestern auf einer Pressekonferenz angekündigt worden war: Die Kontaktbeschränkungen werden gelockert – zwei Haushalte mit maximal fünf Personen werden erlaubt – und ab dem 15. beziehungsweise 22. März sind wöchentliche Tests für Beschäftigte mit Kundenkontakt beziehungsweise mit Präsenz-Arbeitsplatz verpflichtend.

    Schrittweise Öffnungen

    Bezüglich Einzelhandel, körpernahen Dienstleistungen, Museen, Kinos, Außengastronomie und Sport gelten die 50/100-Inzidenz-Regeln, die bereits am Mittwochabend nach dem Bund-Länder-Treffen präsentiert wurden. Zudem darf nicht alles sofort öffnen, sondern in Schritten – also wenn nach 14 Tagen die Inzidenz nicht höher ist als zu Beginn des Zeitraums. Die Details finden Sie hier.

    Weiterhin steht auch in Aussicht, dass die Kontaktbeschränkungen nochmals gelockert werden, wenn die Inzidenz im gesamten Freistaat und im betreffenden Landkreis dauerhaft unter 35 ist: auf drei Haushalte mit zehn Personen. Das ist jedoch derzeit nicht absehbar. In Sachsen liegt die Inzidenz seit Tagen bei etwa 75 bis 80. Tendenz noch immer leicht steigend.

    Autokorsos aus mehreren Städten und Fahrradprotest

    Derweil blicken vor allem die Leipziger/-innen gespannt auf Samstag voraus, wenn diverse Autokorsos aus dem „Querdenken“-Spektrum in die Stadt kommen wollen. Bei der Stadt sind insgesamt sechs Aufzüge angemeldet, unter anderem aus Dresden, Zwickau und Dessau. In Telegram-Gruppen wurde allerdings auch für Autokorsos geworben, die sich nicht in der Versammlungsübersicht der Stadt finden.

    Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ möchte mit weiteren Gruppen diese Fahrzeugaufzüge blockieren und setzt dabei vor allem auf mobile Fahrradfahrer/-innen. Aufzüge mit dem Zweirad gibt es ab 12 Uhr vom Rabet, aus Connewitz und vom Lindenauer Markt. Vor allem zwischen 12 und 15 Uhr ist mit diversen Einschränkungen im Stadtgebiet zu rechnen. Es könnte sich aber auch weiter in den Abend ziehen.

    Die Polizei hat heute angekündigt, sich Unterstützung aus mehreren Bundesländern zu holen und mehrere Hubschrauber, Wasserwerfer und Pferde einzusetzen. Der Betrieb im Leipziger Impfzentrum an der Neuen Messe sei gewährleistet. Ursprünglich hatten die Corona-Verharmloser/-innen die Neue Messe als Ziel ausgegeben.

    Schulen in Nordsachsen bleiben trotz Grenzüberschreitung offen

    In Anbetracht dieser wichtigen Entscheidungen und bevorstehenden Großereignisse sind einige Nachrichten heute fast etwas zu kurz kommen: So hat zum Beispiel der Freistaat entschieden, die Schulen und Kitas in Nordsachsen nicht zu schließen, obwohl die Inzidenz nun fünf Tage am Stück über 100 lag. Das sieht die aktuelle Corona-Schutzverordnung eigentlich vor.

    Aber: In der neuen Corona-Schutzverordnung soll es Ausnahmen geben, beispielsweise wenn klar sei, dass es in einem Landkreis einen konkreten Hotspot gibt, der für einen erheblichen Teil der Infektionen verantwortlich ist – und natürlich, wenn dieser Hotspot nicht die Kitas oder Schulen selbst sind. Man darf gespannt sein, ob sich für die viel beschworene „Notbremse“ in Sachen Kultur und Gastronomie bald auch solche Ausnahmen finden lassen.

    Schuss auf Auto bleibt ohne juristische Konsequenzen

    Außerdem wurde heute bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Leipzig die Ermittlungen nach einem Schuss aus einer Polizeiwaffe auf ein Auto im April 2020 eingestellt hat. Zum einen sei dem Fahrer nicht nachzuweisen gewesen, dass dieser zwei Polizist/-innen gefährdet hat. Zum anderen sei der Beamtin, die zweimal gefeuert hatte, nicht nachzuweisen, dass sie keine Bedrohung empfunden habe.

    Ein Schuss war damals im Fahrersitz gelandet. Die LVZ berichtete über ein Video, das zeigen soll, dass von dem Auto keine direkte Gefahr für die Polizist/-innen ausgegangen sei. Wie in Anbetracht dessen ein Schuss in den Fahrersitz zu rechtfertigen sein soll, erscheint fraglich.

    Klimaschutz, Gästerückgang, Dekolonisierung und ein Geburtstag

    Worüber die LZ heute berichtet hat: über einen Eiffelturm am Störmthaler See, über fast 50 Prozent Einbußen in der Leipziger Gästestatistik für das vergangene Jahr und über eine Plattform zur Dekolonisierung, die die sächsischen Völkerkundemuseen starten wollen.

    Außerdem waren wir mit der Videokamera bei der Einweihung einer Inschrift von und für Rosa Luxemburg, welche seit ihrem heutigen 150. Geburtstag vor dem Eingang des Felsenkellers im Boden zu lesen ist.

    Was heute außerdem wichtig war: Das Robert-Koch-Institut hat den Landkreis Mittelsachsen als Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis erklärt. Schützen soll man sich beispielsweise durch eine Impfung oder passende Kleidung. Generell sei das Risiko, bei einem Zeckenbiss schwer zu erkranken, aber gering.

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    2 KOMMENTARE

    1. Werter Michael,

      vor lauter Satire kann ich nicht erfassen, von welchem Standpunkt aus Sie jetzt schreiben. Finden Sie das baldige/vorläufige/wasauchimmer bevorstehende Ende des Lockdowns jetzt quasi „gut“ oder eher so „böse“? Ich kann den ersten Teil Ihres Kommentars in beide Richtungen lesen.

      >Nur noch mal so: Viren mutieren IMMER in Richtung „hochansteckend“, um sich besser verbreiten zu können. Und: hoch- bzw. leicht ansteckend sind Virusinfektionen dann, wenn zur Übertragung eine geringe Viruslast ausreicht. Und geringe Virsulast führt immer zu Verläufen mit leichten und gar keinen Symptomen (da die Schwere einer Infektion vor allem von der Viruslast abhängt, die übertragen wurde). Zu sagen, eine schnelle Verbreitung sei hochgefährlich ist also aus virulogischer Sicht die Verasche schlechthin.

      Schreiben Sie bitte endlich mal „virologisch“ mit ohne u. Ich glaube, Sie sind das immer.

      In Ihrer Deduktion steht mir zu oft ein „immer“. Ich würde mich schon deshalb mit Ihrer Argumentation nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

      Für eine „gelungene“ Virusinfektion sind ein paar Faktoren mehr „verantwortlich“ also nur die Größe der Viruslast. Da gibt es z.B. die Suszeptibilität, die Überlebensdauer der konkreten Virusmutation auf dem Übertragungsweg usw.

      Wikipedia ist da zum Einstieg als Hobby-Virologe mittlerweile ungemein lehrreich geworden. Natürlich, weil jetzt viele Autoren da mitschreiben und auch aufpassen.

      Bleiben Sie gesund!

    2. Was für eine euphemistische Überschrift: „Lockdown vor dem Ende!“ Im ersten Satz gleich schon relativiert mit dem kleinen feinen Unterschied durch die Wörtchen „zumindest“ und „vorläufig“. Das, was diejenigen betrifft, deren Existenz, wenn überhaupt noch, am seidenen Faden willkürlicher Entscheidungen hängt, kommt erst viel, viel später! Da hat das egozentrierte Unterbewusstsein des Autors aber heftig zugeschlagen und die persönlichen Freiheit gefeiert, ohne daran zu denken, dass viele Menschen lieber auf Alkohol im Freien verzichten würden und ihre Freizeitaktivitäten weiter begrenzt sähen, wenn sie nur ihr kleines Geschäft wieder aufmachen dürften – unglaubliche Forderung in lebenbedrohlichen Zeiten, wo doch die kleinen Geschäfte, die Gastronomie, Konzert, Theater und Sportorte die Superspreader schlechthin sind, was mehrfach durch fundierte Studien nachgewiesen wurde, und gerade die, die leider an diesen Infektionen am meisten versterben, ständig aus ihren Pflegeheimen entweichen und sich genau an diesen Orten, die deshalb weiter geschlossen bleiben müssen, herumtreiben (um ganz sicher zu gehen: das war Satire!).
      Nur noch mal so: Viren mutieren IMMER in Richtung „hochansteckend“, um sich besser verbreiten zu können. Und: hoch- bzw. leicht ansteckend sind Virusinfektionen dann, wenn zur Übertragung eine geringe Viruslast ausreicht. Und geringe Virsulast führt immer zu Verläufen mit leichten und gar keinen Symptomen (da die Schwere einer Infektion vor allem von der Viruslast abhängt, die übertragen wurde). Zu sagen, eine schnelle Verbreitung sei hochgefährlich ist also aus virulogischer Sicht die Verasche schlechthin.

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