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Freitag, der 14. Mai 2021: Corona-Maßnahmen in Leipzig gelockert, Deutschland erreicht einen Impfrekord, Angst vor den Folgen des Nahost-Konflikts wächst

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    Erfreuliche Nachrichten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie: Der anhaltende Abwärtstrend bei den Infektionszahlen bringt in Leipzig immerhin einen ersten Hauch an Normalität zurück. So dürfen Freisitze und Kultureinrichtungen schrittweise in einen vorsichtigen Betriebsmodus zurückkehren. Ins Bild passt auch die Meldung, wonach an einem Tag bundesweit über 1,3 Millionen Menschen ihre Erstimpfung erhielten. Woanders wächst indessen die Sorge, dass die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten auch in Mitteldeutschland zu Angriffen auf Juden und jüdische Institutionen führen könnte. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 14. Mai 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    COVID-19: Kommt jetzt der „Super-Sommer“ nach Leipzig?

    Nein, nicht das kühl-regnerische Wetter ist diesmal gemeint, sondern das aktuelle Infektionsgeschehen. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (58) jedenfalls hat seinen optimistischen Blick Richtung Sommer 2021 vom Anfang des Jahres vor wenigen Tagen erneuert: Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen stünde nichts entgegen, sofern die Menschen nicht unvorsichtig würden, prognostiziert der Bundestagsabgeordnete.

    In Leipzig liegt die 7-Tage-Inzidenz mit Stand Freitagmittag bei knapp 68. Damit hat die Messestadt, übrigens als erste Stadt in Sachsen, eine Unterschreitung der Hunderter-Marke über fünf Werktage hinbekommen – eine Voraussetzung, dass die vom Bund verordnete „Notbremse“ außer Kraft tritt und Leipzig Lockerungen in Eigenregie vornehmen darf.

    Seit heute dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 wieder Gruppensport mit insgesamt bis zu 20 Personen betreiben. Der Besuch von Sporthallen und Fitnessstudios ist mit Auflagen möglich, Freisitze können wieder Gäste empfangen, ab Montag beginnend werden auch Kinos und Kultureinrichtungen eingeschränkt ihre Türen öffnen können.

    Baumärkte sind seit heute den Geschäften des täglichen Bedarfs gleichgestellt, womit die Pflicht zu Terminvereinbarung und Negativtest hier entfällt. Die pauschale Maskenpflicht in der gesamten Innenstadt Leipzigs ist aufgehoben, während im ÖPNV zumindest keine FFP2-Abdeckung mehr getragen werden muss.

    Steht Leipzig also vor einem tatsächlich entspannten Sommer? Auch jenseits von euphorischem Optimismus spricht gerade vieles dafür. Und das mit dem Wetter kann ja auch noch werden.

    1,3 Millionen Piekse: Deutschland reißt den Impfrekord

    Exakt 1.353.453 Menschen bekamen am Mittwoch deutschlandweit eine Impfung gegen COVID-19 verabreicht und damit so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Dies gab das Robert-Koch-Institut am Freitag bekannt. Damit seien knapp 36 % der Bevölkerung in Deutschland mindestens einmal geimpft, während rund 11 % bereits die zweite Spritze hinter sich haben und damit vollen Schutz genießen.

    Aufgeschlüsselt nach Bundesländern, liegt Sachsen allerdings mit rund 31 % mindestens Erstgeimpfter immer noch unter dem Durchschnitt. Die Impfkampagne hatte Ende 2020 begonnen. Priorisiert behandelt wurden dabei zunächst ältere und erkrankte Menschen sowie Pflegepersonal, weil hier ein potenziell schwerer und womöglich tödlicher Infektionsverlauf zu befürchten war. Inzwischen wurde die Immunisierung auch auf andere Gruppen ausgedehnt.

    Während das deutsche Infektionsgeschehen von der „britischen Virusvariante“ B.1.1.17 dominiert wird, sind inzwischen auch vereinzelte Nachweise der „indischen Mutation“ B.1.167 verzeichnet worden. Zumindest bei den in Deutschland begutachteten Proben ist ein Anstieg zu sehen, wenn auch auf niedrigem Niveau.

    Die von der WHO als „besorgniserregend“ klassifizierte Mutation aus Indien hat auf dem Subkontinent zu dramatischen Zuständen geführt: Täglich infizieren sich dort hunderttausende Menschen, das Gesundheitssystem ist vollkommen überlastet. Für eine eingeschränkte Wirksamkeit von Impfstoffen gäbe es aber bislang keine Hinweise.

    Angst vor antisemitischer Gewalt: Polizei in Sachsen prüft verstärkte Schutzmaßnahmen

    Während sich die Pandemie-Lage zumindest in Deutschland und Europa zu entspannen scheint, lenken die Nachrichten unsere Aufmerksamkeit auf einen ganz anderen Konfliktherd. Die seit Tagen andauernden Unruhen in Israel lassen die Angst vor einer kompletten Eskalation und einem Bürgerkrieg wachsen. Schon seit einiger Zeit hatten die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern wieder zugenommen.

    Der Konflikt im Nahen Osten, dem Zentrum der Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam, ist vielschichtig und historisch gewachsen. Unmittelbarer Anlass der jüngsten Gewalt waren unter anderem drohende Zwangsräumungen im arabisch geprägten Ostteil der Stadt Jerusalem durch israelische Behörden.

    Hat mit uns nichts zu tun? Das stimmt nur bedingt, denn die Furcht vor antisemitisch motivierten Angriffen auf jüdische Einrichtungen auch in Mitteldeutschland infolge der jüngsten Eskalation dürfte alles andere als unberechtigt sein.

    Wie der MDR berichtet, habe das sächsische Innenministerium die Polizeidirektionen im Freistaat bereits damit beauftragt, die Lage zu beobachten und Schutzmaßnahmen, etwa für Synagogen und andere jüdische Einrichtungen, gegebenenfalls anzupassen. Schon seit dem rechtsterroristischen Anschlagsversuch auf die Synagoge in Halle/Saale vom Oktober 2019 habe man die Mittel zum Schutz modifiziert.

    Besonders in Nordrhein-Westfalen hatte es in den vergangenen Tagen anlässlich der aufgeflammten Gewalt in Nahost wiederholt Ausschreitungen und Parolen gegeben, die sich gegen jüdische Menschen richteten. In Dresden haben Vertreter mehrerer Religionen am Freitag für den Frieden gebetet.

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Warum so viele Familien mit Kindern aus Leipzig wegziehen, wollte die CDU jetzt wissen. Über ein Jahr nach Ausbruch der Coronakrise reagiert die lokale Wirtschaft noch immer verhalten auf die sich entspannende Situation, so die Frühjahrsdaten der IHK. Unser Redakteur Ralf Julke hat sich ein aktuelles Buch zur Vernetzung Rechtsextremer in Deutschland angeschaut, Kollege Jan Käfer aus dem Sportressort schreibt über American Football in Leipzig.

    Was heute sonst noch wichtig war: Der digitale FDP-Parteitag bestätigte deren Bundesvorsitzenden Christian Lindner (42) mit großer Mehrheit in seinem Amt. Die Liberalen wollen zur kommenden Bundestagswahl ihr Ergebnis von 2017 (10,7 %) toppen und drittstärkste Kraft im Parlament werden. „Wir wollen so stark werden, dass es ohne uns keine seriöse Regierungsbildung geben kann“, sagte Wolfgang Kubicki (69), Stellvertreter Lindners und Vizepräsident des Deutschen Bundestags. In aktuellen Umfragen rangiert die Partei nur knapp hinter den Sozialdemokraten.

    Außerdem: Stephan J. Kramer, seit 2015 Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, hat seine Kandidatur für den Deutschen Bundestag zurückgenommen. Ursprünglich wollte der Spitzenbeamte für die SPD ins Parlament einziehen. Wegen offenkundiger Anfeindungen und Zweifeln an einer neutralen Amtsführung sagte er nun ab und wolle sich gänzlich der Arbeit in seiner Behörde widmen.

    Was morgen wichtig wird: Die aktuelle Gewalt im Nahen Osten ruft auch in Leipzig verschiedene Gruppierungen auf den Plan. Erneut sind für das bevorstehende Wochenende Demonstrationen angekündigt.

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