Am Landgericht Leipzig wurde heute in zwei Mordprozessen verhandelt: Ein 20-Jähriger wird beschuldigt, einen jungen Mann aus nächster Nähe erschossen zu haben und ein 40-Jähriger gestand in der heutigen Verhandlung den Mord an seiner Bekannten. Derweil steigen die Corona-Inzidenzzahlen deutschlandweit: Die Stadt Leipzig ist mit einer 7-Tagen-Inzidenz von 650,8 trauriger Spitzenreiter in Sachsen. Außerdem: Die Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden ermitteln wegen Brandstiftung nach den verheerenden Waldbränden in der Gohrischheide. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 1. Juli 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Mordprozesse am Landgericht

Gleich zwei Mordprozesse wurden heute vor dem Landgericht Leipzig verhandelt. Zum einen fand am heutigen Freitag der Prozessauftakt gegen einen Mann statt. Der 20-Jährige wird beschuldigt, im Januar auf einem Feld nahe Schkeuditz einen 19-Jährigen getötet zu haben. Dem Opfer sei aus nächster Nähe in den Kopf geschossen worden. Der 19-Jährige wurde erst Tage später gefunden.

Laut den Ermittler/-innen hat sich der Täter durch sein auffälliges Verhalten bei der Suche nach dem Vermissten selbst ins Visier gebracht. Das Motiv sei bislang unklar. Möglicherweise ging es um Schulden im Drogenmilieu.

Einer der beiden Verteidiger/-innen des Angeklagten sagte am ersten Verhandlungstag, dass dieser reden wolle – allerdings erst Anfang August. So kamen am ersten Tag nur einige Personen zu Wort, die an den Ermittlungen beteiligt waren, darunter der Leiter der Gruppe.

Aus seiner Aussage wurde deutlich, dass im Prozess noch entscheidende Fragen zu klären sein werden, beispielsweise die Herkunft von Tatwaffe und Drogen, aber auch die Frage, wer Drogen verschwinden ließ. So gebe es den Verdacht, dass kurz vor einer Wohnungsdurchsuchung die möglichen Beweismittel entfernt wurden. Auch einige Gutachten, vor allem jenes zu DNA-Spuren, lassen noch auf sich warten.

Außerdem haben wir die Fortsetzung des Mordprozesses gegen einen 40-Jährigen begleitet. Ein halbes Jahr, nachdem eine 43 Jahre alte Frau erwürgt in ihrer Lindenauer Wohnung aufgefunden wurde, gab der wegen Mordes angeklagte Bekannte des Opfers am Freitag die Tat zu. Hier geht’s zum Prozessbericht.

Leipzig mit höchster Inzidenz in Sachsen

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen stieg laut Robert Koch-Institut (RKI) auch heute weiter an. Am Freitag betrug sie 408,1, im Vergleich zu 361,8 am vorherigen Freitag (24. Juni). Die Stadt Leipzig verzeichnet dabei mit 650,8 die höchste Inzidenz. Die sommerliche Corona-Welle kommt ins Rollen.

Verantwortlich dafür ist wohl die ansteckendere Omikron-Subvariante BA.5. Laut RKI habe ihr Anteil noch einmal zugenommen. Bei einer Stichprobe von vorvergangener Woche hat sie 66 Prozent der Infektionen ausgemacht. In der Vorwoche hatte der Anteil von BA.5 bei etwa 52 Prozent gelegen.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte gegenüber MDR Sachsen, die Inzidenzen seien weiter nicht der allein ausschlaggebende Wert. Man habe vor allem die Krankenhausbelegung im Blick und richte die coronabedingten Einschränkungen weiterhin an der Belastung des Gesundheitssystems aus.

Brandstiftung bei Waldbränden in Sachsen

Der verheerende Waldbrand in der Gohrischheide im Landkreis Meißen scheint menschengemacht zu sein. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Dresden ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung in drei Fällen. Wie die beiden Behörden mitteilten, haben Unbekannte am 23. Juni mindestens vier Stellen im Landschaftsschutzgebiet nahe Zeithain in Brand gesteckt.

Aufgrund der extremen Trockenheit und Temperaturen über 30 Grad breitete sich das Feuer schnell auf einer Fläche von knapp 800 Hektar aus. Noch während der Löscharbeiten sollen Täter/-innen in den Abendstunden des 25. Juni an mindestens zwei weiteren Stellen Heide- und Forstflächen in Brand gesetzt haben. Vor Ort waren Rückstände von Brandbeschleunigern festgestellt worden, teilt die Polizei mit. Es werden dringend Zeug/-innen gesucht.

Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Alpen und Gedenken an Marwa El Sherbini

Worüber die LZ heute berichtet hat: Über verschiedene Studien, die zum einen zeigen, dass sozial benachteiligte Kinder besonders unter der Corona-Pandemie gelitten haben, und sich zum anderen mit dem Leipziger Arbeitsmarkt beschäftigen.

Außerdem haben wir mit dem Die PARTEI-Vorstand Martin Sonneborn gesprochen. Und: Ab 2023 gibt es in Leipzig einen offiziellen Insektenschützer, die Sanierung der Shakespearestraße beginnt nun und Leipzig plant neue Rasengleise an drei Straßenabschnitten.

Was außerdem wichtig war: Starke Gewitter mit Regen und Sturmböen haben in Nordrhein-Westfalen und im Alpenraum für Dauereinsätze der Feuerwehr gesorgt. Straßen standen teilweise unter Wasser und auch im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen, berichtet die tagesschau.

Das Messerattentat auf die Ägypterin Marwa El Sherbini im Dresdner Landgericht erschütterte 2009 ganz Deutschland. Seitdem wird jedes Jahr in einer Gedenkfeier an die ermordete Frau erinnert. So auch heute vor dem Landgericht in Dresden, wie MDR Sachsen berichtet.

Die zum Zeitpunkt des Angriffs schwangere Ägypterin war am 1. Juli 2009 vor den Augen ihres Ehemannes und ihres dreijährigen Sohnes am Landgericht aus Hass auf Muslime niedergestochen worden.

Knapp 100 Personen beteiligten sich am Abend an einer Leipziger Demonstration anlässlich des Stonewall-Aufstandes vor 53 Jahren. Dieser gilt als Wendepunkt im Kampf gegen Homo- und Transfeindlichkeit. Anlass für den Aufstand war eine Razzia der Polizei in einer bei queeren Menschen beliebten Bar. Diese wehrten sich gegen Verhaftungen.

Unter anderem die Christopher-Street-Day-Demonstrationen erinnern heutzutage an die Aufstände. Die Demo in Leipzig plädierte dafür, zu den antikapitalistischen, militanten Wurzeln der Bewegung zurückzukehren.

Was morgen passieren wird: Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft am Samstag, dem 2. Juli zur Demonstration in Taucha auf. Start ist 15 Uhr am S-Bahnhof Taucha. Die gemeinsame Anreise wird von Aktion Antifa Leipzig organisiert und startet mit der S-Bahn 14:58 Uhr ab Leipzig Hauptbahnhof (tief).

Am vergangenen Wochenende kam es in Taucha zu einem rechten Übergriff auf einen Jugendlichen.

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