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Nun ist es offiziell: Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will schon in wenigen Monaten in der Nähe von Leipzig mit der Produktion von Marschflugkörpern beginnen. Tempo 30 soll die Theresienstraße in Eutritzsch künftig sicherer und ruhiger machen. Und: Am Störmthaler See wurde heute der Startschuss für den Bau eines bisher in Deutschland einmaligen Inklusionscampingplatzes gegeben. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 9. September 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Covenant plant Marschflugkörper-Produktion

Schon im ersten Quartal des kommenden Jahres soll bei Leipzig die Herstellung des Langstrecken-Marschflugkörpers „Anthem“ beginnen. Das hat das US-amerikanische Rüstungsunternehmen Covenant heute bekanntgegeben. Das erst vor zwei Jahren gegründete Unternehmen will im ersten Produktionsjahr etwa 1.000 Stück produzieren und später ein Jahresproduktion von 5.000 Marschflugkörpern erreichen. Covenant habe dafür ein etwa ein Hektar großes Grundstück angemietet, berichtet mdr.de.

Mit den Marschflugkörpern, die Gefechtsköpfe mit einem Gewicht von 200 Kilogramm tragen können, sollen die europäischen Streitkräfte beliefert werden. Die Kosten pro Stück werden mit einem „sechsstelligen Betrag“ umrissen. Das Mitteldeutsche Institut für Sicherheitsindustrie e.V. (MISI) aus Leipzig sieht in der Covenant- Ansiedlung ein „starkes Signal für den Sicherheits- und Verteidigungsstandort Mitteldeutschland“. Sie würde neue Arbeitsplätze, Investitionen und Impulse für Zulieferer und Fachkräfte in der Region bedeuten, so der Vereinsvorsitzende Generalmajor a.D. Markus Kurczyk.

Doch nicht alle Leipziger/-innen sind vom neuen Rüstungsstandort vor der eigenen Haustür begeistert. Bereits Anfang des Monats, als Covenant noch ein Gerücht war, ging die Petition unter dem Titel „Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden!“ online. Die Leipziger Initiatorin Ute Apel will damit Transparenz, Bürgerbeteiligung und eine offene Debatte über die möglichen Folgen einer Ansiedlung des US-Unternehmens Covenant in der Region Leipzig einfordern. Knapp 700 Unterschriften sind bisher zusammengekommen.

Tempo 30 auf Theresienstraße angeordnet

Zu laut, zu gefährlich! Um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer/-innen zu erhöhen und die Lärmbelastung zu reduzieren, hat die Stadt Leipzig in der Theresienstraße in Eutritzsch Tempo 30 angeordnet. Das betrifft den rund 1,1 Kilometer langen Abschnitt von der Dieselstraße – kurz vor der Maximilianallee – bis zur Bahnbrücke kurz vor der Delitzscher Straße. Da in unmittelbarer Nähe der Theresienstraße unter anderem die 33. Grundschule sowie der Spielplatz „Homannplatz“ liegen, wird durch diese Entschleunigung das Unfallrisiko insbesondere für Schüler, Fußgängerinnen und Radfahrer reduziert.

Der zweite ausschlaggebende Aspekt dabei ist die Lärmreduzierung. Der Straßenabschnitt gilt als ausgewiesener Lärmbrennpunkt, der die zulässigen Werte von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts regelmäßig reißt – gesundheitsschädliche Auswirkungen inklusive. Dem soll nun – gemäß der Lärmaktionsplanung – entgegengewirkt werden.

Darüber hinaus werden zwischen der Bahnbrücke und der Maximilianallee die Fahrbahn und die Radfahrstreifen neu markiert. Die Ampeln an den Kreuzungen zur Wittenberger Straße sowie zur Anhalterstraße werden außerdem energieeffizient umgerüstet. Ab Montag, dem 21. September, rollen die für die Umsetzung notwendigen Bauarbeiten an. Diese kosten rund 140.000 Euro und sollen im Laufe des Oktobers abgeschlossen sein.

Inklusionscampingplatz am Störmthaler See

Sonst hält er die Hebel im Leipziger Rathaus in der Hand, heute tauschte OBM Burkhard Jung (SPD) diese gegen die Steuerhebel eines Baggers ein. Am Störmthaler See war er einer der zahlreichen Offiziellen, die den symbolischen Spatenstich – in diesem Fall den Baggeranriss – für den Bau des Inklusionscampingplatzes vollführten.

Dass, neben Jung, auch Petra Köpping (Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Regina Kraushaar (Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung), Henry Graichen (Landrat des Landkreises Leipzig), Daniel Strobel (Bürgermeister der Gemeinde Großpösna) sowie Peter Böhmer (Betriebsleiter des SEB, Bauherr) zum feierlichen Baubeginn erschienen waren, zeigt die Tragweite des Projektes. Immerhin 33,7 Millionen Euro, hauptsächliche aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen, haben Bund und Land dafür locker gemacht.

So könnte es auf dem Platz künftig zugehen. Visualisierung: Architekturbüro Irlenbusch von Hantelmann

Auf einem rund sieben Hektar großen Gelände am Südufer des Sees sollen unter dem Motto „Camping für Alle“ barrierefreie Urlaubs- und Tagestourismusangebote für Menschen mit und ohne Behinderung genauso selbstverständlich werden wie ein Zuhause für Kinder und Jugendliche in zwei Wohngruppen der Eingliederungshilfe und der Alltag mit tiergestützten Angeboten. Das Herzstück dieser dreigliedrigen „Dorfstruktur“ bilden dabei Ferienhäuser, auch für Gäste mit Schwerstmehrfachbehinderung, barrierefreie Tiny-Häuser sowie Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte. Das gibt es in Deutschland in dieser Form bisher noch nicht.

„Der Inklusionscampingplatz ist ein wunderbares Beispiel dafür, was entsteht, wenn Stadt, Gemeinde und Landkreis an einem Strang ziehen“, lobt Burkhard Jung. „So würde ich mir Teilhabe und Inklusion über Stadtgrenzen hinweg öfter wünschen.“ Die Bauarbeiten sollen nach derzeitiger Planung bis Ende 2028 dauern.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

LZ-KlimaTV, Folge 2 mit Obstbauer Dieter Figura: Wir verlieren Zeit

Kolossales Projekt: Kosten für Georg-Schwarz-Brücken überschreiten erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke

Neuer PISA-Schock: Auch das sächsische Schulsystem sorgt für völlig frustrierte 15-Jährige

OBM-Wahl 2027: Die Bündnisgrünen wollen Wolfram Günther im Rathaus sehen

Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 9. September 2026

7.500 Kubikmeter: Das Elsterbecken wird wieder einmal von Sedimenten beräumt

Im Dezember geht das Licht aus: Gekappte Fördermittel sorgen für das Ende der Umweltbibliothek

Was sonst noch wichtig war:

Finanzminister Christian Piwarz (CDU) und Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) haben heute in Dresden mit einem symbolischen Spatenstich den Bau des neuen Erweiterungsbaus am Sächsischen Landtag begonnen. Der Neubau auf der Freifläche zwischen Landtag und Kongresszentrum ist eine wesentliche Voraussetzung für die spätere umfassende Sanierung des Bestandsgebäudes. Hier entstehen zusätzliche Büroflächen und eine moderne Technikzentrale.

Die heutige Generaldebatte im Bundestag ist nach dem jüngsten AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt von einer aufgeheizten Atmosphäre begleitet gewesen. AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel warf der Bundesregierung unter anderem „Totalversagen“ und „Kriegspropaganda“ vor. „Sie sind eine destruktive Kraft“, konterte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Richtung AfD. Wegen wiederholter störender Zwischenrufe seitens der AfD-Fraktion musste Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) eingreifen und sogar mit Rauswurf von Abgeordneten drohen.

Pünktlich mit Inkrafttreten der von Kanada auf US-Importe erhobenen Gegenzölle, spitzt sich der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada zu. US-Präsident Donald Trump will seinerseits nun die Einfuhr von Milchprodukten, vielen alkoholischen Getränken und Motorrädern aus Kanada verbieten. Laut zdfheute.de geht es dabei um einen Warenwert im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich. Damit will Trump die kanadische Regierung noch stärker unter Druck setzen.

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Es gibt 2 Kommentare

„Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden!“ Guter Witz. Wenn es um „Sicherheitsinteressen“ geht, hat unser Mayor for peace eher weniger Bedenken. Oder die Bedenken werden halt weggebetet, Leipzig nimmt Platz und die Kirchenurmels sind bestimmt schon in Stellung. Sogar der Generalmajor a.D. bekommt ein ganz feuchtes Tarnhöschen, und unser liebster Defensive Deep Precision Strike Capability Boris erst recht. We call it a Verteidigungsstandort, target locked anyway.

Großartiges Titelfoto und herrliches Selbstbild des SEB und der Stadt Leipzig. Der große Jung am baggern. Ein anderer Stadtjunge erklärt den Dorfmädels wie’s läuft. Anwohner gibt’s da ja nicht bzw. wurden die lieber nicht eingeladen – VIP only. Ah doch, Denis gehört der Bagger und wohnt im Ort, der darf natürlich mitspielen.

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