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Mehrere zehntausend Menschen haben Ende November gegen die Gründung der neuen AfD-Jugend namens „Generation Deutschland“ demonstriert. Wir waren zwar nicht dabei, aber die Verweise auf „bürgerkriegsähnliche Zustände“ erinnern uns doch stark an den G20-Gipfel in Hamburg vor acht Jahren (bei dem wir dabei waren).
Damals meinten Beobachter*innen auch solche Zustände zu erkennen und obwohl in Hamburg deutlich mehr zu Bruch ging als in Gießen, konnte man am nächsten Morgen ziemlich entspannt durch die Straßen laufen und sich Kaffee und Brötchen kaufen. Ganz so entspannt dürfte es in Ländern wie Jemen, Syrien und Sudan aktuell und in den vergangenen Jahren nicht gewesen sein.
Bemerkenswert ist da schon eher, wie geeint Antifaschist*innen zur Abwechslung mal wieder agiert haben. In der linken Bewegung wurde strömungsübergreifend zum Protest mobilisiert, also auch von jenen, die sich beim Thema Israel extrem feindlich gegenüberstehen. Glaubt man den Organisator*innen, waren mehr als 50.000 Menschen auf der Straße – laut Polizei nur etwa die Hälfte. So oder so war das ein starkes Zeichen.
Das genaue Gegenteil dieser Einigkeit lässt sich in Dresden beziehungsweise online beobachten. Weil der im zweiten „Antifa Ost“-Verfahren Hauptangeklagte zum Prozessauftakt ein Soli-T-Shirt mit den Opfern des Nova-Festivals in Israel trug, wurde die gesamte Gruppe von einigen Palästina-Aktivist*innen zu „Antideutschen“, „Zionisten“ und „Herrenmenschen“ erklärt.
Statt Solidarität gibt’s also eine zweite, symbolische Anklage. Aber vielleicht war das T-Shirt ja auch ein Zeichen an die US-Regierung, die Einstufung als Terrorgruppe nochmal zu überdenken, schließlich steht diese ja auch eher an der Seite Israels. Wir können das leider nicht beantworten, wünschen aber trotzdem viel Freude mit dieser Ausgabe.
