„Je weniger Klingen je größere Herzen“

Fünf Museen in Nordsachsen zeigen ab Mai Ausstellungen zum Dreißigjährigen Krieg

Für alle LeserEigentlich hat die ganze Region Leipzig noch ein bisschen Zeit. Der Dreißigjährige Krieg kam erst deutlich später nach Sachsen. Bis 1630 gelang es Kurfürst Johann Georg I., das Land aus dem Krieg herauszuhalten. Aber dann zogen die katholischen Heere auch plündernd durch das noch nicht verwüstete Sachsen. Und Johann Georg ging den Bund mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf ein. Das ist der Bursche, der bis heute das Bier aus Krostitz ziert.

Und bei den Bierbrauern in Krostitz laufen jetzt auch die Fäden zusammen für die große Gemeinschaftsaktion von Museen in Nordsachsen, die jetzt alle auf ihre Weise den Dreißigjährigen Krieg thematisieren.

In Nordsachsen startet nämlich im Mai eine Gemeinschaftsausstellung von fünf Museen des Landkreises: Bad Düben – Delitzsch – Eilenburg – Taucha – Torgau. Jedes Museum wird die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges und die verheerenden Auswirkungen auf unsere Region unter einer anderen Facette darstellen.

Am Dienstag, 10. April, wurde im Gustav Adolf Saal der Krostitzer Brauerei das ehrgeizige und umfangreiche Ausstellungsprojekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

2018 jährt sich der Beginn des Dreißigjährigen Krieges mit dem Prager Fenstersturz zum 400. Mal. Nach dem Lutherjahr ist dies für die Akteure im Leipziger Norden ein weiterer Anlass, die Geschichtsträchtigkeit der Region vor Augen zu führen in einer Sonderausstellung „Je weniger Klingen je größere Herzen“. Das Gemeinschaftsprojekt von fünf nordsächsischen Museen in Vernetzung mit Ausstellungen in Franken und Böhmen lässt Geschichte lebendig werden, mahnt zugleich und zeigt so den Wert – aber auch Fragilität des Friedens in der heutigen Zeit auf

Die fünf Ausstellungen in Nordsachsen. Grafik: Landkreis Nordsachsen

Die fünf Ausstellungen in Nordsachsen. Grafik: Landkreis Nordsachsen

Das umfangreiche und außergewöhnliche Ausstellungsprojekt wird von der Krostitzer Brauerei unterstützt. Geschäftsführer Wolfgang Welter begründet das Engagement: „Unser Bier aus Krostitz ist mit einer historischen Gestalt aus dem Dreißigjährigen Krieg unmittelbar verbunden. Dass der Schwedenkönig Gustav Adolf im Jahr 1631 zu Gast in Krostitz war, hängt geschichtlich gesehen unmittelbar mit dem Wirken Luthers und den späteren Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges zusammen. Die Geschichte der Brauerei und die Geschichte Mitteldeutschlands greifen damit häufig ineinander und haben Eckdaten, die Teil einer gemeinsamen Erinnerungskultur sind. Daher war es uns eine angenehme Verpflichtung, diesem engagierten und vielversprechenden Projekt unsere Unterstützung zuzusagen. Für das Projekt leisten wir nicht nur finanzielle und werbliche Unterstützung, sondern stellen auch Räumlichkeiten für vorbereitende und begleitende Veranstaltungen sowie Kolloquien. ‚Zukunft braucht Herkunft‘ ist ein Credo unserer Brauerei. Wir wünschen den Besuchern der Sonderausstellung interessante Einblicke in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.“

Die Schirmherrschaft hat Landrat Kai Emanuel übernommen. Die Ausstellungen öffnen ihre Tore von Mai bis Oktober.

Bereits Ende 2013 haben Günter Tempelhof und Roland Sennewald – beide begeisterte Hobby-Historiker – die Idee zu einer Ausstellung, die sich in mahnendem Gedenken mit den Geschehnissen des 30-jährigen Krieges auseinandersetzt. Mit Engagement und viel Energie treibt vor allem der projektverantwortliche Tempelhof die Dinge voran, recherchiert, führt Gespräche, reist herum und lässt sich auch von Zweiflern nicht beirren. 2014 sind bereits vier Museen aus Nordsachsen im Boot und die Idee einer großen Gemeinschaftsausstellung nimmt Gestalt an.

Logo und Titel der Ausstellung wurden aus einer Publikation von 1624 entwickelt, deren Titelblatt ein abgebrochenes Schwert zeigt. Dieses Schwert wird grafisch modernisiert zum Logo gestaltet. Der Buchtitel „Je weniger Klingen je größere Herzen“ liefert schließlich den Namen für das Ausstellungsprojekt.

In den nächsten zwei Jahren erweiterte sich das Netzwerk. Das Museum in Taucha kam dazu. Außerdem entstanden Verbindungen zu verschiedenen Einrichtungen in Leipzig, Dölitz, Tüchersfeld und Tachov. Mit der traditionsreichen Krostitzer Brauerei wurde ein wichtiger Sponsor gewonnen, sodass auch die Grundfinanzierung des ehrgeizigen Projekts wenigstens teilweise gesichert werden konnte. Landrat Kai Emanuel übernahm 2017 schließlich die Schirmherrschaft, wodurch die Gemeinschaftsausstellung von fünf nordsächsischen Museen nun auch die gebührende Aufmerksamkeit bekommt.

Jedes der Museen entwickelte in Folge seine eigene Sichtweise, unter der das Thema „30-jähriger Krieg“ dargestellt werden kann. Tempelhof stellte zudem ein umfangreiches und vielfältiges Rahmenprogramm zusammen, das die Ausstellungen flankieren wird. Die Vernetzung der verschiedenen Museen und Aktivitäten ermöglicht es jedem Besucher, einen eigenen Blickwinkel auf diese Epoche zu finden. Die Auseinandersetzung mit Geschichte kann so zu einer lebendigen und spannenden Erfahrung werden.

 

NordsachsenDreißigjähriger Krieg
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Stadtrat tagt: Kein Kulturticket für Studierende und Auszubildende
Der STadtrat Leipzig berät zum House of Ressources. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserStudierende und Auszubildende werden weiterhin Eintritt für die städtischen Museen zahlen müssen. Auf Antrag der Grünen hatte die Verwaltung geprüft, ob ein kostenloses „Kulturticket“ eingeführt werden kann. Studentenwerk und Handelskammer, die sich an der Finanzierung beteiligen sollten, reagierten jedoch ablehnend. Zudem gebe es bereits genügend Ermäßigungen.
Der Stadtrat tagt: CDU legt sich beim Naturkundemuseum doch nicht auf die Lortzingstraße fest + Video
Sabine Heymann (CDU) am 23. Januar zum fehlgelaufenen Bürgerverfahren am Pleißemühlgraben. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNoch im vergangenen Herbst wollte sich die CDU-Fraktion mit einem Antrag auf einen Standort für das Naturkundemuseum festlegen: die Lortzingstraße; also den aktuellen Platz. Im Dezember erklärte die Verwaltung jedoch, dass sie sich bei der Suche nicht auf den derzeitigen Standort beschränken möchte. In der Ratsversammlung am Mittwoch, den 23. Januar, teilte die CDU nun mit: Der Verwaltungsstandpunkt sei ausreichend.
Der Stadtrat Leipzig tagt: Die 1. Januar-Sitzung im Videomitschnitt
Livestream im Stadtrat Leipzig (Symbolbild) Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZum ersten Mal in diesem Jahr kommen am Mittwoch, den 23. Januar, die Stadträte zur Ratsversammlung im Neuen Rathaus zusammen. Es ist die erste von zwei Sitzungen im Januar. In einer Woche, am 30. Januar 2019, steht der Doppelhaushalt 2019/20 auf der Tagesordnung. Die L-IZ ist wie gewohnt mit einem Livestream dabei und berichtet ausführlich über ausgewählte Themen.
Der Stadtrat tagt: EcoMobility-World-Festival soll nach Leipzig kommen
Tim Elschner (B90/Die Grünen) im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas EcoMobility-World-Festival soll nach Leipzig kommen. Im Rahmen des Festivals wird einen Monat lang erprobt, wie sich der Verzicht auf brennstoffbetriebene Autos in einem Stadtteil auf die Bewohner auswirkt. Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, eine Ausrichtung durch die Messestadt zu prüfen.
Der Stadtrat tagt: Kommunale Betriebe sollen auf sachgrundlose Befristungen verzichten
Ilse Lauter (Linke) zu den sachgrundlosen Befristungen in den Leipziger Kommunalbetrieben. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtverwaltung und ihre Eigenbetriebe sowie die kommunalen Unternehmen dürfen künftig keine Arbeitsverträge mehr sachgrundlos befristen. Dies hat der Stadtrat am Mittwoch auf Initiative der Sozialdemokraten beschlossen. In mehreren Eigenbetrieben und kommunalen Beteiligungsunternehmen waren die umstrittenen Arbeitsverträge bislang die Regel.
Der Stadtrat tagt: Mehr Geld für 1-Euro-Jobber
Michael Weickert (CDU) im Stadtrat Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipziger 1-Euro-Jobber sollen künftig eine höhere Aufwandsentschädigung erhalten. Der Stadtrat beschloss am Mittwoch mit den Stimmen von CDU und Linke, OBM Burkhard Jung (SPD) solle sich in der Trägerversammlung des Jobcenters für eine Anhebung des Stundensatzes von 1,50 Euro auf 2 Euro einzusetzen.
Der Stadtrat tagt: Wie weiter in der Pflege? + Video
Gesine Märtens (Grüne). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserParallel zur Vorstellung des Berichts der Enquete-Kommission zur „Qualität in der Pflege älterer Menschen“ hat sich am Mittwoch der Stadtrat mit dem drängenden Thema befasst. In der Kommunalen Bürgerumfrage 2017 war die Zufriedenheit der Leipziger mit der Versorgung von Alten- und Pflegeheimen von 33 auf 21 Prozent zurückgegangen.
Mit Untätigkeit bekommt Sachsens Landwirtschaftsminister die Nitratbelastung im Grundwasser nicht gesenkt
Acker bei Leipzig. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserSeit anderthalb Jahren gilt auch in Sachsen die verschärfte Gülleverordnung der EU. Aber es ist wie mit so vielen Richtlinien, die die EU erlässt – in Sachsen werden sie auf die lange Bank geschoben, Termine werden vertagt, die Umweltbelastung geht weiter. Und so hagelt es Beschwerden. Denn die Verordnung hat ja selbst schon ihre Ursache in deutscher Aussitze- und Verzögerungs-Politik. Es stinkt zum Himmel und das Grundwasser wird zur Nitratbrühe.
Am 30. März: Honky Tonk® Leipzig – Das Musik- und Kneipenfestival

Quelle: Blues Agency-Veranstaltungen GmbH

Am 30.03. heißt es rein ins Leipziger Nachtleben und bei handgemachter Livemusik gefeiert! Denn dann sorgt das legendäre Honky Tonk® Festival wieder für mächtig Stimmung in der Leipziger Innenstadt. Das Musikprogramm hat es wieder in sich, von Rock, Pop, Oktoberfestsound, Boogie, Rhythm & Blues über Funk & Soul, Rock'n'Roll bis hin zu Indie und Alternative-Rock ist alles dabei, was das Musikliebhaber-Herz höher schlagen lässt. 24 Bands und 3 DJs auf 24 Bühnen wollen gefeiert werden und das gebührend.
Sanierungspläne von 2015 für den Alten Johannisfriedhof sollen jetzt umgesetzt werden
Der Alte Johannisfriedhof. Foto: LTM GmbH

Foto: LTM GmbH

Für alle LeserIm November wandte sich der Seniorenbeirat besorgt an Stadtrat und Verwaltung. Viele interessierte ältere Leipziger nutzen gern auch die Gelegenheit, den Alten Johannisfriedhof hinter dem Grassi-Museum zu besuchen. Aber was sie dort sehen, hat sie aufs Höchste alarmiert. Der bis 1995 sanierte Friedhof scheint wieder ungebremst dem Verfall preisgegeben. Auch Vandalen verschonen ihn nicht. Die Stadt sollte also baldigst ein Sanierungskonzept auflegen.
Das Kanalprojekt an der Nahle ist noch lange nicht spruchreif
Der Nahleverlauf stadtauswärts an der Bahnbrücke. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Leipziger Auwald kommt an den Tropf“ titelte die LVZ am 8. September. Und beschrieb den Zustand des Leipziger Auenwaldes damit wohl unbeabsichtigt sehr genau: Der Auenwald ist sterbenskrank. Seit 90 Jahren fehlt ihm das Wasser. Und was im Projekt „Lebendige Luppe“ derzeit an Varianten untersucht wird, um doch wieder mehr Wasser in die Burgaue zu bekommen, ähnelt wirklich einem Tropf. Von einer Wiedervernässung der Aue, wie die LVZ schrieb, kann keine Rede sein.
Stadt antwortet auf Fragen zu neuen Eisenbahnbrücken
So sollen die neuen Brücken aussehen. Grafik: Deutsche Bahn

Grafik: Deutsche Bahn

Für alle LeserAb März sollen die Arbeiten an der Oberleitung beginnen, ab Juni die eigentlichen Bauarbeiten bei rollendem Bahnbetrieb: Die Deutsche Bahn erneuert die drei Eisenbahnbrücken in der Elsteraue. 2022 sollen die Arbeiten beendet sein. Die alten Brücken von 1926/1927 werden komplett ersetzt durch neue, flache Betonbrücken mit hohen Fledermausschutzwänden. Aber hätte Leipzig nicht viel modernere Stabbogenbrücken bekommen und den Hochwasserdurchlass deutlich größer bekommen können? Fünf Antworten auch auf die Fragen von Christoph Korth aus der Stadtverwaltung.
Am 25. Januar in Wurzen: Klezmer Muskelkater aus Leipzig im D5
Klezmer Muskelkater. Quelle: Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

Quelle: Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.

In der Musik von Klezmer Muskelkater treffen sich verschiedene musikalische Genre. Von Osteuropa bis zum Orient: Auf dieser Brücke der Kulturen baut das Leipziger Ensemble sein Repertoire. Persische Klassik, Klezmermusik und Balkanlieder werden gespielt auf Akkordeon, Klarinette, Bass, Percussions und Santur.
Werden in der Elsteraue die richtigen Brücken gebaut?
Alt und kaputt - die Brücke an der Neuen Luppe. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn den Jahren 2019/2020 sollen durch die Deutsche Bahn (DB) drei Eisenbahnbrücken am Heuweg in Möckern erneuert werden. „Das ist sicher notwendig und erst einmal gut so, siehe Genua“, kommentierte L-IZ-Leser Christof Korth das Vorhaben. „Es wurden schon im Dezember 2018 die Bäume beseitigt.“ Aber werden das überhaupt die richtigen Brücken, die Leipzig in der Elsteraue braucht? Christof Korth hat da so seine Bedenken.
Am 18. November im Täubchenthal: Comedy mit Daniel Sloss – „X“
Daniel Sloss PR

Daniel Sloss PR

Schnell zu einem der größten Comedy-Namen der Welt geworden, veröffentlichte Netflix die beiden vollständigen Comedy-Specials von Daniel Daniel Sloss: Live Shows: DARK und Jigsaw am 11. September 2018 (sein Geburtstag), die weltweit in 190 Länder in 26 Sprachen gestreamt werden.