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Leipziger Weihnachtsmarkt: 50.000 Glühweinbecher bestellt, 150.000 Einladungen verteilt, City-Tunnel immer noch nicht fertig

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    Die Hüttenbauer sind schon seit einer Woche in der Leipziger Innenstadt am Werk. Die Einkaufscenter haben schon weihnachtlich illuminiert. Der Bus Linie 89 fährt Umleitung. Dabei ist es noch eine Woche hin bis zur Eröffnung des Leipziger Weihnachtsmarktes. Es ist das aufwendigste Marketingprojekt, das Leipzig betreibt. Und das publikumsstärkste.

    2,5 Millionen Besucher – so schätzt Marktamtsleiter Herbert Unglaub – waren im letzten Advent in Leipzig. 2.300 Busse steuerten den Leipziger Weihnachtsmarkt an. Um danach weiter zu touren zum nächsten Weihnachtsmarkt. „Der Wettbewerb zwischen den Städten ist härter geworden“, weiß Unglaub, der den Leipziger Weihnachtsmarkt seit 1990 betreut und ihn im Lauf der Zeit zu einem Markenzeichen entwickelt hat. „Das wichtigste ist ein schöner Baum“, sagt er. Und erntet Lacher am Dienstagmorgen im Ratskeller, wo einmal eine andere Pressekonferenz zum diesjährigen Weihnachtsmarkt stattfindet. Die Studierenden der Hotelfachschule und der Berufsfachschule „Susanna Eger“ haben die Konferenz organisiert. Immerhin werden viele der angehenden Hoteliers und Gastronomen später hauptberuflich mit dem Organisieren solcher Veranstaltungen zu tun haben – vom Tischdecken bis zur Bestuhlung, von der Beschallung bis zum Rahmenprogramm, das diesmal aus Glühweinausschank und Stollenausgabe besteht. Weihnachtlich ist es noch nicht so richtig.

    Vielleicht liegt’s am Wetter. Vielleicht auch einfach daran, dass jede Stimmung ihre Zeit braucht. Und dass Weihnachten eben nicht nur Gemütlichkeit bei Glühwein und Makronen ist. Sondern in Leipzig echte Arbeit. 250 Händler werden in den nächsten Tagen wieder ihre Buden bestücken. 20 Angebote sind neu – auch wenn sie sich nahtlos einfügen in die Mischung, an der Herbert Unglaub mit Recht von Anfang an festhält: 20 Prozent Essen und Trinken, 30 Prozent weihnachtliche Geschenkangebote, der Rest sind allerlei Gebäck und Knabbereien, die man kaufen kann. Wer will, kann sich auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt, der diesmal vom 27. November bis zum 23. Dezember stattfindet, komplett mit Geschenken eindecken für seine Lieben.

    Der Tipp, der mittlerweile notwendig ist: Wer das tun will, sollte die Werktage bevorzugen. An den Wochenenden ist die Leipziger Innenstadt dicht. Da kommen die Gäste aus allen Himmelsrichtungen. Da muss man die Geduld haben, sich in dichten fröhlichen Mengen durch die Gänge und Straßen zu schieben.

    Ein echter Wermutstropfen für Herbert Unglaub, für den es der letzte Weihnachtsmarkt ist, den er organisiert: Er hat seinen Marktplatz immer noch nicht wieder. „Im Januar sah noch alles gut aus, da versprachen mir die Baufirmen, dass ich dieses Jahr meinen Markt zurückbekomme, so, wie ich ihn 1996 übergeben habe – ohne Baustellen und dafür wieder mit vielen Toiletten im Untergrund.“Die Bauleute des City-Tunnels haben es nicht geschafft. Auch im Dezember 2012 versperren die Baustellenzugänge die Nord- und die Südseite des Marktes. Was den Besuchern wieder kaum auffallen wird, denn die Planer des Marktes bauen nun mit jahrelanger Erfahrung elegant drumherum. Der Weihnachtsmarkt konzentriert sich ja auch nicht auf den Markt, sondern schließt auch – wie gewohnt – das Salzgässchen mit ein (mit dem rekonstruierten historischen Karussell), das Böttchergässchen (wo der große Weihnachtskalender steht), die Thomaswiese mit dem „Märchenland“, die Grimmaische Straße und den Naschmarkt mit dem Historischen Weihnachtsmarkt.

    Und wem es hier schon zu eng wird, der kann nun ebenso in gewohnter Weise auf den Nikolaikirchhof ausweichen, wo wieder die Feuerzangenbowle die Hauptrolle spielt, oder auf den Augustusplatz, wo die erklärten Lieblinge der Leipziger wieder ihr Dorf aufbauen: die Finnen, die natürlich wieder Glögi ausschenken und Flammlachs anbieten. Auf dem Augustusplatz dreht sich auch wieder das Riesenrad. Dafür müssen die Modelleisenbahner, die in diesem Jahr ihre 50. Modellbahnausstellung gestalten, diesmal nicht ins Zelt, sondern kommen provisorisch in der Strohsack-Passage unter.

    Beworben ist der Weihnachtsmarkt, der für Leipzig erstmals 1714 dokumentiert ist und möglicherweise auf die 1458 etablierte Neujahrsmesse zurückgeht, schon lange. 150.000 der mittlerweile traditionellen Faltblätter mit Innenstadt-Weihnachtsmarkt-Karte sind gedruckt und seit August auch zu Tausenden per Amazon-Päckchen versandt worden. Und wenn der Markt am 27. November um 17 Uhr ganz offiziell eröffnet wird, dann wird es für Viele kein Halten mehr geben. Das Prozedere der Eröffnung ist nun auch schon Tradition: Licht aus, Glockenschlag, etagenweises Erglühen des Weihnachtsbaumes, Posaunenblasen und die Eröffnungsworte von OBM Burkhard Jung.

    Der Weihnachtsmann selbst wird ganz offiziell am 1. Dezember, dem ersten Samstag nach der Eröffnung, auf dem Hauptbahnhof Gleis 23 erwartet. Eine Bergmannskapelle wird vorher eine Stunde lang soviel Tamtam machen, dass das auch ja keiner verpasst, wenn der Bursche mit einem Triebwagen der Bahn einfährt. Danach kutschiert er – wie immer – durch die Stadt, um gegen 11.30 Uhr auf dem Markt einzutreffen, wo er in den Folgewochen auch ordentlich seine Sprechstunden hält.Und am 22. Dezember beginnt um 16 Uhr die Bergparade, die nun auch schon manches Jahr dazugehört: 500 uniformierte Bergleute, 200 Musikanten – ebenfalls großes Rumtata, wenn sie einmal rund durch die Stadt marschieren und die Erzgebirgler im Leipziger Exil zu Tränen rühren.

    Den Schnee wird man wohl auch diesmal künstlich produzieren müssen. Bis Ende November jedenfalls sagen die Meteorologen so ein richtiges Herbstwetter mit tief hängenden Wolken und gelegentlichen Regenschauern voraus, die eben zum Herbst gehören.

    Und danach? – „Unterschiedlich, vielfach stark bewölkt mit gelegentlichen Niederschlägen, in höheren Lagen auch etwas Schnee möglich. Trend zu leichtem Temperaturrückgang, nachts in Berglagen und im Süden gebietsweise leichter Frost“, versucht sich der Deutsche Wetterdienst an einer Prognose.

    Der Autobauer Audi wird ein bisschen künstlichen Schnee machen und vom 7. bis 16. Dezember auf dem Augustusplatz eine Rodelbahn aufbauen.

    Glühwein wird es in der Preislage 2,00 Euro bis 2,50 Euro geben. Geöffnet ist der Trubel täglich 10 bis 21 Uhr. Am 27. November freilich erst ab 17 Uhr. Und ganz am Ende ein Stündchen kürzer: der letzte Öffnungstag, der 23. Dezember, ist ein Sonntag – da klappen die Buden um 20 Uhr zu, damit die Händler überhaupt noch eine Chance haben, wieder nach Hause zu kommen, bevor es auch bei ihnen am nächsten Tag heißt: Hohoho! Wart ihr alle brav und fleißig?

    Und selbst die Glühweinverkäufer werden dann wieder – völlig geschafft – vermelden: Waren wir. Während stolze Schwaben, Hamburger und Böhmen daheim ihren neu erworbenen Glühweinbecher vom Leipziger Weihnachtsmarkt bestaunen: neuer Markt, neues Motiv, 0,2 Liter. 50.000 dieser neuen Becher hat das Marktamt bestellt, 25.000 mit Jahreszahl. „Die gehen am schnellsten weg“, sagt Unglaub, der sich auch freut, dass die erste Becher-Edition von 1990 unter Liebhabern mittlerweile für 50 Euro gehandelt wird.

    Die Informationen der Stadt Leipzig zum Weihnachtsmarkt:
    www.leipzig.de/de/buerger/newsarchiv/2012/Leipziger-Weihnachtsmarkt-2012-24427.shtml

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