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Tanners Interview mit der Slinga-Illustratorin Lea Wegner

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    Tanner mag Popel. Na ja, nicht wirklich - aber das Lied von Gerhard Schöne, in dem es um Popel geht. Die Lea Wegner hat da eine ganz eigene Theorie. Daneben kann sie illustrieren, ist positiv gestimmt und eine Katzenmenschin. Und sie kann unterhalten. Tanner fragte nach.

    Guten Tag, Lea Wegner. Du bist die Herrin des Slinga-Universums. Was bedeutet denn Slinga konkret und was machst Du da eigentlich?

    Also Slinga ist schwedisch und bedeutet Schleife. Ich habe schon lange so einen Skandinavien-Tick, allein dieses tolle a mit dem Kreis drüber. ååååååå. Dieses Jahr war ich in Helsinki (Finnland gehört ja eigentlich nicht zu Skandinavien, aber das hab ich ignoriert!). Es war auf jeden Fall sehr gut dort! Hier gibt es auch einfach keine ordentliche Lakritze! Und deswegen geht’s nächsten Sommer ab nach Stockholm und Umgebung… das ist auch so eine coole Sprache… ich meine Keks heißt Kaka, das freut mich immer wieder, denn mein Kater heißt ja Keks und er macht ständig Kaka… haha!

    Na ja und mit Schweden assoziiert man ja auch zuerst Pipi Langstrumpf, die irgendwie gut zu mir passt, auch wenn das etwas ist, das wahrscheinlich jedes Mädchen von sich behauptet… na ja, ein anderes Lieblingsbuch als Kind war „Tuppi Schleife“ von Ingeborg Feustel, da hab ich mir die Schleife geholt, auch toll illustriert, die Tuppi Schleife übrigens, was mich zu dem führt was ich da so mache: Illustrationen. Ich zeichne einfach was mich so beschäftigt, nervt oder freut und wandle das in lustige, vielleicht manchmal „anstößige“ Postkarten, Hefte, Anstecker… um. Schleifen verleihen ein niedliches Aussehen und so ist dann die Überraschung größer, wenn man nichts Niedliches tut bzw. sagt und das ist auch so ein bisschen das, was meine Illustrationen ausmacht… es sieht süß aus und dann kommt der Furzwitz. … außerdem ist Slinga auch einfach ein schönes Wort.

    Du hast ja an der HGB studiert. Was denn genau und wie muss ich mir denn solch ein Studium in real vorstellen? Der Volksmund unterstellt der HGB-Studentenschaft ja eher exorbitanten Alkohol- und Drogengebrauch, destruktive und depressive Herangehensweisen und Erstellung von Street-Art Kritzeln an Häuserwänden anderer Menschen, gepaart mit nächtelangen Partytouren. Wie ist es aber wirklich?

    Mhhh, Alkohol trink ich eher nicht so gern. Das schmeckt mir einfach nicht. Aber ich kann verstehen, dass man den Stress, den man im Grundstudium erfährt, das zwei Jahre geht, mit irgendwas betäuben muss. Mittlerweile bin ich in der Illustrationsklasse angekommen. Hier ist es recht ruhig, man hat viel Zeit für seine Projekte, was allerdings nicht immer förderlich ist, wenn man zum Trödeln neigt – tu ich aber nicht. Gerade haben wir ein ziemlich cooles Projekt, bei dem eine Künstlerperson erfunden und glaubhaft nach außen vermittelt werden soll. Dieses Projekt nutze ich, um mal wieder Musik zu machen! Beim Rundgang der HGB im Februar wird man CDs der Punkrock Ikone Kimberly Clark aus den 70ern erstehen können, denn was viele nicht wissen: einige der heutigen Popsongs sind nur Coverversionen einstiger, grandioser Hits Kimberlys! Die CDs werden hinten in kleinen Heften drin sein, in denen die Entstehungsgeschichten der Songs als Comic nachzulesen sind.

    Du bist bekennende Katzenmenschin. Es gibt sogar eine Karte von Dir „Kinder? Ich hab Katzen!“. Viele Kreative, die ich kenne, sind eher der Katze zugeneigt als dem Hunde – mit dem man ja auch dauernd auf Kacktour gehen muss. Hat Kreativität etwas mit Katzen zu tun?

    Oh, Katzen sind großartig! Es ist wahrscheinlich diese rotzige Attitüde, die sie so charmant macht… Im einen Moment hauen sie dir eine runter und dann kommen sie angeschlichen, tun so als ob nichts war und du kannst gar nicht anders als sie wieder zu streicheln bis es wieder von vorne los geht. Sie schmeißen alles runter und du bist nicht böse, sondern lachst darüber – kann ich mich gut mit identifizieren. Dadurch geben sie auch Anlass, sie ständig zu zeichnen. Hunde sind allerdings auch gut! Nicht alle, aber das ist ja bei allem so. Bei meinen Eltern lebt die Lotte, ein mindestens genauso charismatisches Exemplar wie der Keks, aber auf eine ganz andere Weise. Sie sitzt gern auf dem Schoß, obwohl sie über 20 Kilo wiegt und traut sich nicht, einen Raum zu betreten, wenn der Mülleimer an einer anderen Stelle steht als sonst… vielleicht kommt sie auch mal in einem Ratgeber vor.

    Wie kann der geneigte Kunstenthusiast denn Deine Werke erstehen? Und wo?

    Ich mache immer mal bei so kleinen Flohmärkten mit z. B. auf der Feinkost (Karl-Liebknecht-Straße), jetzt um die Weihnachtszeit bin ich auch mal im Werk2 in Connewitz vertreten. Außerdem hab ich seit kurzem eine tolle Facebookseite, wow, namens „Slinga Illustration“, auf der ich auch mal was veröffentliche, was nicht in den Druck kommt, aber trotzdem witzig ist.

    Es gibt ja auch eigene Büchlein von Dir: „Kochen mit Kater Keks“, „Backen mit Kater Keks“. Wie geht es aber jetzt weiter? Soll daraus eine richtige Serie werden? Alle großen Hits sind ja mittlerweile Serien. Selbst in Hollywood gibt’s kaum Neues, nur immer wieder noch einen Teil. Was hast Du da vor, beste Lea?

    Ein ganzes Kochbuch wäre geil! Oder so eine Special-Gesamtausgabe in einem kleinen Schuber. Dinge im Schuber machen immer noch etwas mehr her. Auf Essen steh ich mindestens genauso wie auf Katzen, gut wenn man das verbinden kann! Allerdings kann Kater Keks nicht nur kochen. Demnächst beginnt er auch zu gärtnern. Vielleicht versucht er sich auch mal im Autos reparieren, Bauch-Beine-Po-Training, Modeschmuck aus Tannenzapfen basteln oder so – er ist ein Multitalent! Nach Hollywood will er allerdings nicht. Wir wollen mal ein Haus haben, mit Garten, da können wir dann zusammen an unseren kleinen Sachen arbeiten, wann wir Lust haben. Wir machen es uns schön! Das hab ich vor.

    Gibt es denn eigentlich eine Philosophie hinter Deiner Arbeit? Ich hoffe ja immer auf Philosophie. Werde aber auch immer wieder mal enttäuscht. Was ist denn Deine Liebe zur Wahrheit und Weisheit hinter Deinem Tun?

    Meine Liebe galt schon immer dem Aussprechen der Dinge, die man denkt! Da handelt man sich ständig tadelnde Blicke und „tzztzz“ Geräusche und ähnliches ein. Aber in Form von Zeichnungen finden es auf einmal alle witzig. Nicht alle, das wär ja komisch, aber die Toleranzgrenze verschiebt sich deutlich Richtung Sympathie! Ich glaube, dass eigentlich alle über Popel lachen können, manche haben diese Seite in sich nur verdrängt, was sehr schade ist.

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