Richard Wagner: Blick durchs Schlüsselloch auf das Wagner-Jubiläum 2013

Richard Wagner ist Leipziger! RW ist online! Start für www.richard-wagner-leipzig.de war an Richards 129. Todestag. Ein neues Leipziger Medium für den Komponisten, Dichter, Regisseur und Lebemann! Wagner-Fans haben es ab heute leichter, wenn sie Daten und Fakten zu Richard Wagners Nachleben in seiner Geburtsstadt suchen. Zum Internetauftritt gab es - offline - am Montag ein Pressegespräch. Neben diversen Kulturstättenvertretern waren sogar ein paar Journalisten erschienen.
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Von Leipzig nach Bayreuth

In Bayreuth beispielsweise ging man vor kurzem ebenso Wagner-speziell-online, dort mit der schlichten Losung: „Von Leipzig nach Bayreuth“. Aufgelistet sind in Bayreuth alle Veranstaltungen, auch die Koproduktionen der Wagner-Jugendwerke der Bayreuther Festspiele und der Oper Leipzig, samt aller Termine in beiden Städten. Mögen doch die Leute „Wagnern“ nachreisen, eben „von Leipzig nach Bayreuth“.

Einzelne grafische Elemente scheinen zuweilen mit dem Hammer eingepasst zu sein – Wagner-Porträts mit Schraffuren zu überziehen und Köpfe anzuschneiden, ebenso beim Büsten-Foto, zeugen von wenig Feingefühl und Kunstsinn, wie auch ein unvollständiger Violinenschlüssel.

Leipziger Wagner-Museum

Wie zu lesen ist, hat die Leipziger Kulturstiftung den Titel „Richard-Wagner-Museum“ erobert. Was ja nicht verhindern muss, dass sich die Betreiber der neu errichteten „Höfe am Brühl“ eines Tages entschließen könnten, doch noch auf ihrem Areal am originalen Standort Richard Wagners Geburtshaus nachzubauen. Doch das ist Hoffnung.

Nachrichten hatten Kulturbürgermeister Michael Faber, Dr. Wolfgang Hocquél, Geschäftsführer der Kulturstiftung und Wagner-Kuratoriums-Geschäftsführer Wolf-Dietrich Rost zu verkünden. Nicht anwesend waren Burkhard Jung als Oberbürgermeister und Präsident des Kuratoriums, die Vorstände von Oper und Gewandhaus.Berufs-Wagnerianer wird der Vorsitzende des Leipziger Wagner-Verbandes Thomas Krakow und soll ab 1. März hauptamtlich als Wagner-Koordinator arbeiten. 573.000 Euro will die Stadtkasse ausgeben. Wagner-Festtage finden vom 16. bis zu 26. Mai 2013. Operintendant Ulf Schirmer wird dann im Gewandhaus einen „Ring des Nibelungen“ ohne Worte dirigieren, am 22. Mai soll zur Festveranstaltung in der Oper Katharina Wagner die Festrede halten. Derzeit überlegt die Wagner-Urenkelin gerade, ob sie ihren Bayreuther Festivaldirektionsvertrag verlängern will. Noch sind die Kosten der fälligen Sanierungsarbeiten am Festspielhaus nicht beziffert, da kann es zukunftsträchtig sein, Katharina Wagner wieder einmal nach Leipzig zu locken.

Ob nun Universitätskirche oder Paulinum benannt, am 22. Mai 2013 wird es noch eine Baustelle sein, wo Universitätsmusikdirektor David Timm, vielleicht sogar mit Bauschutzhelm, die „Götterdämmerung“ dirigieren will, veranstaltet von der Richard-Wagner-Gesellschaft 2013, die auch weiterhin Baufortschritte an einem geplanten Festspielhaus auf dem Grünen Hügel des Fockeberges in der Leipziger Südvorstadt begeht…

Oper Leipzig „Rheingold“ und „Ring“ für Kinder

Auf Wagners Website finden wir aber schon den Premierentermin 19. Januar 2013 in der Musikalischen Komödie, dann wird der „Ring“ für Kinder in der Inszenierung Maximilian von Mayenburgs Premiere haben. In Bayreuth gab es diese wunderbare Version 2011 als „Wagner für Kinder“ zu sehen. Da holte sich Siegfried schon mal Violinen-Holz, um eine feine Wagnertrompete zu schmieden…

Man finde und staune, da wird für den 1. Mai 2013 ein Abend mit dem Arbeitstitel „Wagner-Ballett“ angekündigt und am 4. Mai soll „Rheingold“ mit Ulf Schirmer am Dirigentenpult Premiere haben. Regie soll Rosamund Gilmore führen.Bild-Geschichten von Richard Wagner und Karl May

Wagner museal gibt’s hingegen vis-a-vis in zwei Museen: vom 13.02. bis 26.05. läuft im Stadtgeschichtlichen Museum „Richard Wagner – Zwischen Leipzig und Bayreuth“ und im Museum der bildenden Künste gönnt man sich im Mai Bildgeschichten, im wahrsten Sinne des Wortes, von Karl May und Richard Wagner.

Nikolaischulen-Aula: „Authentischer Wagner-Ort“

In der Nikolaischule gilt nunmehr die Richard-Wagner-Aula als „einziger authentischer Aufenthaltsort“ Richard Wagners, Vitrinen zeigen schon im Foyer Dinge, die man nun auch online studieren kann, und am 21.05.2013 öffnet eine Dauerausstellung in der Alten Nikolaischule mit dem Titel „Der junge Richard Wagner – 1813 bis 1834“. Allerdings soll die Schau ins Kellergeschoss kommen, wo einst Automatik präsentiert wurde. Wo jetzt noch Schutztüren und Schilder vor merkwürdigen Gasen warnen und Gastronomiegerät steht, werden dann Wagner-Jugenderinnerungen eingelagert.

„Wir kennen Leipzig nur mit den Historismus-Fassaden, aber wie sah es in der Biedermeierzeit aus. Wir wollen Leipzig um 1830 zeigen!“ Grafiker Heinz-Jürgen Böhme soll Abbildungen mit LED-Technik zum Leuchten bringen.

Naja, das Biedermeier-Leipzig kann man sich jetzt schon ansehen, denn im Alten Rathaus steht ein angeblich originalgetreues Innenstadtmodell von 1823. „Und vielleicht kriegen wir auch das Modell des Alten Theaters unter“, sagt Wolfgang Hocquel, „wenn der Platz reicht.“. Groß ist die Vorfreude: „Wir wissen nicht, ob wir durch die Besuchermassen erschlagen werden“, mutmaßt der Kulturstiftungs-Geschäftsführer. Große Hoffnungen macht sich Thomas Krakow: „Allein zum internationalen Kongress werden 1.000 Besucher erwartet.“

Wagner-Souvenirs, Ton- und Bildmitschnitte oder neue Publikationen wurden heute noch nicht vorgestellt. Warten, bzw. wagnern, wir es mal ab…

Reisen zu Wagner

Deutschlands Tourismus-Zentrale wirbt dieses Jahr schon Leipzig-freundlich mit dem Thomaner-Jubiläum, 2013 soll dann Wagner das Deutschland-PR-Thema sein. Schon jetzt kann man online Gruppen- oder Individualreiseangebot buchen, die freilich nur Leipzig im Blick haben. Lokalpatriotisch ist das korrekt. Richard Wagner selbst würde freilich mindestens Bad Lauchstädt, Dresden und Graupa im Blick haben. In dem Pirnaer Ortsteil wird nahe dem „Lohengrin“-Haus ein Wagner-Museum vorbereitet.

2013 ist nun in Leipzig – wieder einmal – Wagner-Jahr, anders als vor 30 Jahren, als sich in der DDR zur Luther-Ehrung im Karl-Marx-Jahr auch noch Wagner-Festtage gesellten…

Richard Wagner mit seiner neuen Leipzig-Seite: www.richard-wagner-leipzig.de


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