Brachialromantik aus dem Osten

„Letzte Instanz“ gehen mit dem Album „Morgenland“ auf Tour und sind im April in Leipzig

Für alle LeserBis zum Konzerttermin am 13. April im Werk 2 ist es noch ein wenig hin. Aber die neue CD von „Letzte Instanz“ kommt am 16. Februar schon in den Handel. Und darauf findet sich der programmatische Song „Mein Land“, mit dem die Band um Sänger Holly Loose Position bezieht. Und zwar deutlich. Auch mit deutlichem Verweis auf eine der Städte, in denen die Band ihre Wurzeln hat: Dresden.

Das Lied spielt nur optisch im Sandkasten, wo kleine Kinder mit martialischem Spielzeug Krieg inszenieren. Das ist nur ein Bild, das für ein ganzes Land steht, in dem augenscheinlich Worte und Taten hinten und vorne nicht übereinstimmen.

Und wer die Botschaft nicht gleich entschlüsseln kann, für den erklärt es die Band im eigenen News-Blog: „Zeiten wie diese brauchen Bekenntnisse und Haltung. Wir haben mit ‚Mein Land‘ ein Video veröffentlicht, das diesbezüglich keine Fragen offenlässt. Mitnichten haben wir es hier, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, mit einer patriotischen Hymne auf die Heimat zu tun. Vielmehr ist ‚Mein Land‘ ein Klageruf, ein Aufschrei, ein eindringlicher Appell. Es gilt, sich den Flecken Erde auf dem wir mit unseren Familien, Freunden und auch Fremden gemeinsam in Frieden leben wollen, nicht nehmen zu lassen von Ewiggestrigen, von Kriegstreibern, Menschenfeinden und Gesellschaftsspaltern.“

„Ich glaube ganz fest daran, dass es viele Menschen gibt, die ‚ihr Land‘ in jenem Sinne, wie es in dem Text des Liedes besungen wird, vermissen bzw. sich darum sorgen. Ganz gleich ob irgendwo in Deutschland, in Afrin oder in Istanbul, in Tel Aviv oder Gaza, in Warschau oder Budapest. Für all jene haben wir dieses Lied geschrieben“, erklärt Sänger Holly Loose.

Auch wenn es in dem Lied fast resignativ heiße, „der Frieden den ich meine, ist abgebrannt“, stehe „Letzte Instanz“ als erfolgreiche Ost/West Band ganz besonders für Gemeinsamkeit, Liebe und Hoffnung. „Und die Hoffnung, auch darauf, wieder friedlichere Zeiten erleben zu können, stirbt bekanntlich zuletzt. Dieses Credo versprüht auch das kommende Album ‚Morgenland‘, welches am 16.02.2018 erscheint.“

Und „Morgenland“ als Titel ist selbst eine Positionsansage gegen die Lautstarken in Dresden und anderswo, die nun seit zwei Jahren fortwährend von einem „christlichen Abendland“ schwadronieren.

Und so erweist sich „Letzte Instanz“ auch mit diesem Album als immer wieder für eine Überraschung gut und bleibt sich dabei trotzdem treu. Das ist der musikalische Kern von „Letzte Instanz“.

„Denn auch wenn jedes Album unverschämt modern klingt, so hört man vom ersten Ton an, dass es die Band um Sänger Holly Loose ist. Dafür sorgen vor allem seine beispielhaften lyrischen und tiefgängigen Texte, seine tiefe, samtrauchige Stimme, sowie mit Cello und Violine zwei Streichinstrumente, die es schaffen, einen verblüffend orchestralen Klang zu entwickeln“, versucht die Bandagentur zu beschreiben, was es auf „Morgenland“ jetzt zu hören gibt.

„Und dennoch rocken Bass, Gitarre, Schlagzeug bei ‚Letzte Instanz‘ so treibend und mitreißend, dass diese Melange der Elemente immer mehr Hörer und Zuschauer in ihren Bann zieht. (…) ‚Letzte Instanz‘ sind deshalb mit ihrem Musikstil Brachialromantik in Europa seit fast 20 Jahren eine feste Größe für deutschsprachige Rockmusik und haben in ihrer Geschichte auch Maßstäbe für zahlreiche junge Bands des Gothic Rock gesetzt.“

„Morgenland“ erscheint am 16. Februar. „Und es vereint alles, wofür diese Band bekannt ist – hymnische Gesangsmelodien in aktuellem Rocksound eingebettet, anspruchsvolle Texte, die den Finger in die Wunden der Zeit legen und filmische Streicher, die dem neuen Wurf die Krone aufsetzen. Der Albumtitel ‚Morgenland‘ ist dabei mit Bedacht gewählt worden und spiegelt sich in den Texten wider. Natürlich sticht einem als erstes das Provokationspotential des Titels ins Auge, wenn man erfährt, dass die Band ihre Wurzeln in Dresden hat.

Davon zeugen kraftvolle, fast wütende Lieder wie ‚Mein Land‘, ‚Armageddon‘ und der Titelsong ‚Morgenland‘. Doch geht es der Band um mehr als nur anzuecken. Für sie verschmelzen die traditionellen und mit Wertungen versehenen Begriffe ‚Abendland‘ und ‚Morgenland‘ zu einem Sehnsuchtsort, einem Land im Morgen, das frei, tolerant und offen ist.“

Wofür dann ein Lied wie „Wir sind eins“ steht. Eine deutliche Ansage an alle, die immer nur ausgrenzen, abschotten, verbieten und abschieben wollen. Ein Plädoyer für eine Welt der Vielfalt, der Freiheit und der Liebe.

Der Leipzig-Termin:

13. April 2018 Leipzig, Werk 2 (Halle D) (Support: Die Kammer minimized)

 

* Video *Werk 2
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